<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809</id><updated>2012-02-03T00:41:12.167+01:00</updated><category term='Facie prima'/><category term='De dicto'/><category term='Ridendo dicere verum'/><category term='Non est omen'/><category term='In nuce'/><category term='De auditu'/><category term='Omnibus dubitandum'/><category term='Venia verbo'/><title type='text'>ad sinistram</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default?start-index=101&amp;max-results=100'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>1322</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7434844625926065967</id><published>2012-02-02T06:55:00.001+01:00</published><updated>2012-02-02T06:57:53.063+01:00</updated><title type='text'>Der vage Ausdruck</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Beobachtung einiger Abgeordneter von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; durch den Verfassungsschutz hat Unmut auch bei der Justizministerin erzeugt. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Die Arbeit von frei gewählten Bundestagsabgeordneten darf nicht durch den Verfassungsschutz beeinträchtigt werden"&lt;/span&gt;, &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/beobachtung-linker-abgeordneter-justizministerin-ruegt-verfassungsschutz-1.1265425"&gt;sagte sie der Süddeutschen Zeitung&lt;/a&gt;. Das hört sich vernünftig an. Auch die Justizministerin rügt den Verfassungsschutz, wusste auch die Presse daraufhin zu schreiben. Kann man diese Aussage aber so stehen lassen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt in diesem Land Abgeordnete der NPD. Früher gab es mehr als heute. Sie sind und waren stets frei gewählte Abgeordnete. Sie wurden von Wählern in ihre Position erhoben. Sollte sie der Verfassungsschutz nicht beschatten? Und dies, obwohl man weiß, welche krummen Touren diese Kameraden betreiben? Das ist doch letztlich die Quintessenz vom Statement der Justizministerin. Man könnte auch sagen, dass sie eigentlich nicht die Abgeordneten von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; verteidigt, sondern sich für die Unantastbarkeit und die Immunität von frei gewählten Abgeordneten ausspricht.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Das sagt wahrscheinlich weniger über die Justizministerin aus, als über die Praktik im heutigen Medienbetrieb, stets nach kurzen und knackigen Statements zu hechten. Die von der Presse Belagerten wissen, dass sie sich ausführliche Erläuterungen kaum leisten können. Es soll kurz und bündig sein, ein, zwei Sätze - der Anspruch auf Genauigkeit geht dabei flöten. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"... je präziser, gewissenhafter, sachlich angemessener man sich ausdrückt &lt;/span&gt;[...]&lt;span style="font-style: italic;"&gt; für umso schwerer verständlich gilt &lt;/span&gt;[man]&lt;span style="font-style: italic;"&gt;, während man, sobald man lax und verantwortungslos formuliert, mit einem gewissen Verständnis belohnt wird. &lt;/span&gt;[...]&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Der vage Ausdruck erlaubt dem, der ihn vernimmt, das ungefähr sich vorzustellen, was ihm genehm ist und was er ohnehin meint."&lt;/span&gt; (Adorno, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518012363/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3518012363"&gt;Minima Moralia&lt;/a&gt; - im Essay namens &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Worte&lt;/span&gt;, in &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684139?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3940684139"&gt;Auf die faule Haut&lt;/a&gt;, wird dies weiters behandelt)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verstümmelung des Gesagten oder das Gesagte, das zur Medienkompatibilität schon von vornherein verstümmelt wird, macht unsere Zeit zu einem ungenauen Platz. Der ausführliche Gedanke, der Zeit beansprucht, überbeansprucht die Aufmerksamkeit der Leser, Hörer oder Zuseher. Daher gibt es heute keine Erklärungen mehr, es gibt Statements - zwar meinen beide Begriffe dasselbe, aber das Statement hat sich als geraffte Aussage im Medienbetrieb erwiesen; die Erklärung klingt dabei schwerfälliger, langatmiger und es wird Aufmerksamkeit und Konzentration vorausgesetzt, um ihr zu folgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die politische Berichterstattung ist ein Auflauf von Statements. Viele Gestalten aus Politik und Wirtschaft oder aus Kunst und Kultur sprechen generell nur ein, zwei Sätze in Mikrofone. Äußerungen zwischen Tür und Angel, zwischen Meetings und Besprechungen. Weil die politische Berichterstattung aus knappen Wortmeldungen besteht, hat sich auch die Politik dorthin entwickelt. Sie ist die vom Wähler verabschiedete Kumulation einzelner Sprechblasen und vager Ausdrücke. Wie der moderne Mensch Kaffee schlürft in der Hektik seines Morgens, so soll er eilends Politisches schlürfen, während er sich Schuhe schnürt oder Zähne putzt. Politisches zwischen Tür und Angel, Politik im Türstock.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darauf hat sich Politik spezialisiert - abgeschaut von  der Wirtschaft, von der Werbung, dem Verschlagworten von Banalitäten. So ist der Justizministerin laxer Satz zu verstehen. Tiefschürfender würde sie zwischen Abgeordneten von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; und der NPD unterscheiden müssen, alleine die Statementisierung der Politik und der dazugehörigen Berichterstatter, erlaubt eine solche tiefsinnigere Ausdruckswahl nicht.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/02/der-vage-ausdruck.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b211f182999a4be4a1f9750ea7539abb" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7434844625926065967?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/7434844625926065967/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=7434844625926065967' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7434844625926065967'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7434844625926065967'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/02/der-vage-ausdruck.html' title='Der vage Ausdruck'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>8</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4619377266269096084</id><published>2012-02-01T10:50:00.001+01:00</published><updated>2012-02-01T10:55:37.046+01:00</updated><title type='text'>Finanzmärkte als Gegner</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Exemplarisch für das große Missverständnis, mit dem die Wirtschaftspublizistik in den letzten Jahren durch die Blätter schifferte, ist ein aktueller Kommentar von &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/spd-falscher-gegner-11631992.html"&gt;FAZ-Sachkundiger Heike Göbel&lt;/a&gt;.  Besser gesagt, es ist gar nicht der gesamte Kommentar, der ein Schlaglicht auf den Trugschluss wirft - schon ein Nebensatz, ja der Teil eines Satzes genügt hierzu. Aufhänger ist Sigmar Gabriels verbales Moritat auf die Finanzmärkte, die er als Gegner titulierte. Wer das tut, der stellt &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"irgendwann das ganze Wettbewerbssystem in Frage"&lt;/span&gt;, orakelt Göbel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Expertin bringt da zweierlei Wirtschaften zusammen. Sie tut so, als seien die Finanzmärkte ein stinknormaler Teil der Ökonomie. Wertschöpfer, wie Handwerk oder Industrie; Produktivkräfte, die materielle Wertschöpfung herstellen; Konsumgüter oder Dienstleistungen, die benötigt werden - und daneben inter pares: die Finanzmärkte. Mit dem in Gefahr befindlichen Wettbewerbssystem meint Göbel die wettbewerberischen Scharmützel zwischen wertschöpferischen Marktteilnehmern. Vermutlich meint sie nicht mal Konzerne, denn die sind monopolisiert und oligarchisiert genug, um über jede Wettbewerberei erhaben sein zu können - die stehen sich schlechtestenfalls selbst im Weg. Sie meint kurz und knapp, wahrscheinlich zu kurz, zu knapp gesagt: mittelständische Unternehmen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Die sind aber nicht ein Aspekt der Ökonomie wie es die Finanzmärkte sind. Letztere sahnen ab, machen aus Nichts etwas, leben von den erarbeiteten Gewinnen der Wertschöpfungskette. Von den Risiken, ihrem ursprünglich angedachtem Metier, haben sie abgestillt, sie wurden sozialisiert. Gewinne hingegen bleiben privatim. Menschliche Arbeitskraft wird auf den Finanzmärkten vernichtet. Arbeitsleistung gilt auf den Finanzmärkten gar nichts - in der Wertschöpfung ist sie maßgeblich. Dort wird sie paradoxerweise jedoch immer schlechter bezahlt, was auf das Renditendelirium der Shareholder rückführbar ist. Natürlich benötigen Projekte Finanziers - die sind aber an die Leine zu nehmen. Und ohnehin bedeutet &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Finanzmärkte&lt;/span&gt; nicht Finanzierung. Sie bedeuten Spekulation mit allem was möglich ist, selbst mit Lebensmitteln. Reibungsloser Reibach - wundersame Geldvermehrung - Gewinne, die durch Arbeit niemals erwirtschaftbar würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Finanzmärkte sind nicht eine Säule der Ökonomie neben anderen - &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593385678/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3593385678"&gt;sie haben sich von real geleisteter Arbeit abgekoppelt&lt;/a&gt;. Wer die Finanzmärkte daher zum Gegner erklärt, der rüttelt nicht an der Marktwirtschaft. Gabriel ist in diese Richtung ohnehin unverdächtig. Er stellt nur klar, dass bestimmte Teil der amtierenden Ökonomie in Sphären abgehoben sind, in denen das Allgemeinwohl nicht mehr vorkommt.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/02/finanzmarkte-als-gegner.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/9e4de0fbb34149d7be5b106922e4b670" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4619377266269096084?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/4619377266269096084/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=4619377266269096084' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4619377266269096084'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4619377266269096084'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/02/finanzmarkte-als-gegner.html' title='Finanzmärkte als Gegner'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7931591673565264746</id><published>2012-02-01T08:00:00.000+01:00</published><updated>2012-02-01T08:00:10.842+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ridendo dicere verum'/><title type='text'>Ridendo dicere verum</title><content type='html'>&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die seichteste."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518457152/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3518457152"&gt;Karl Kraus&lt;/a&gt; -&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7931591673565264746?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7931591673565264746'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7931591673565264746'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/02/ridendo-dicere-verum.html' title='Ridendo dicere verum'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8038569919084277941</id><published>2012-01-31T06:55:00.001+01:00</published><updated>2012-01-31T06:56:31.112+01:00</updated><title type='text'>Hinter die Schalter!</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Was ist bloß mit diesem Land im Herzen Europas los? Sind das die Bosheiten eines Herzpatienten? Der kranke Mann an der Spree? Der psychisch kranke Mann, der seine Vertreibung von den Gestaden des Rheins nie verarbeitet hat? Wieder mal erkrankt? Dieses so leicht aufgeregte Völkchen in Zentraleuropa. Dieses Völkchen, das sich ja ordentlich fürchtet, zu einem Völkchen zu werden, kein Volk mehr sein zu können, weil es schrumpft. Sie sterben aus, ängstigen sie sich - und mit ihnen verstürbe die edelste Rasse unter den Menschen. Stets befehlend, kommandierend,&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Schneller, schneller schneller!&lt;/span&gt;, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Regierung entmachten!&lt;/span&gt;, Hilfsvölker schaffen, Quislinge engagieren. Sind das Minderwertigkeitskomplexe? Meglomaner Heilswahn?&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Ich meine, als Sohn eines Gastarbeiters habe ich einiges erlebt. Man duzte meinen Vater grundsätzlich - ekelhaft, wenn man als Sohn miterleben muß, dass man mit seinem Vater spricht, wie mit einem Bengel, damit der begriffstutzige Ausländer auch ja folgen kann. Ich habe darüber &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684139?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3940684139"&gt;schon mehrfach berichtet&lt;/a&gt;. Erlebtes - Miterlebtes - Durchlebtes. Und ich habe die Erzählungen meines Vaters durchlebt. Viel von ihren europäischen Nachbarn haben sie nie gehalten - von den Gastarbeitern, den Nachbarn, die nach Deutschland strömten, sowieso nicht. Die deutsche Bierärschigkeit war stets gnadenlos zwischen Weißbier oder Pils und Breze oder Currywurst. Mahlzeiten eines großen Volkes! &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nehmen uns die Arbeit weg!&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Faules Pack!&lt;/span&gt; - das Land der Denker und keiner vermag es mit Logik anzugehen. Was stimmt denn nun? Arbeiten oder Faulheit? &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die stinken!&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die nehmen uns die Frauen weg!&lt;/span&gt; - passt das zusammen? &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Fressen nur Dreck!&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Auf nach Bella Italia!&lt;/span&gt; - Pizza, der letzte Schmutz? Was will ich denn damit eigentlich sagen? Vielleicht, dass schon damals dieses erregte Volk aus der Mitte Europas ganz besonders höflich mit Gästen und Nachbarn umgegangen ist. Doch meist geschah das dort, wo der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Scheiß Ausländer!&lt;/span&gt; dem Spott hochherrschaftlichen Deutschtums wehrlos ausgesetzt war. Offiziell gab es diesen Herrenmenschenwirbel nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als mein Vater in den Sechzigerjahren nach Deutschland gehen wollte, da nahm ihn vorher noch ein Nachbar zur Seite. Einwurf: ... gehen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;wollte&lt;/span&gt;! Wollte er? Ist es ein Wollen, wenn die wirtschaftliche Lage zwingt? Soll das euphemistisch verwendete &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wollen&lt;/span&gt; nicht kontrastieren, dass man ihn hier eigentlich nicht wollte? So wie das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Müssen&lt;/span&gt; aussagen würde, dass man hierzulande angewiesen war auf diese bezahlten Wanderarbeiter? &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Er wollte kommen&lt;/span&gt;, heißt: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;keiner hat gesagt, du sollst kommen!&lt;/span&gt; Doch zurück zum Nachbarn: Der warnte meinen Vater ausdrücklich. Traue den Deutschen nicht, sagte er. Hinterlistig seien sie; sie sagten zwar so, meinten es aber anders; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Hinter deinem Rücken setzen sie dir zu!&lt;/span&gt; - Dolchstoßlegende mal anders. So will es jedenfalls die Legende; so ist es in meiner Erinnerung festgezurrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Keine Stunde Fahrt von Gernika entfernt wurde mein Vater geboren, wuchs er auf - er war noch kein Jahr alt, als sich die mutigen Fliegertruppen des Deutschen Reiches dort Orden verdienten. Vielleicht war der alte Nachbar ja, ich denke ihn mir als Alten, weiß es nicht besser, von dort gekommen - vielleicht hatte er Familie oder Freunde dort - vielleicht half er dabei, die von der Legion Condor in Schutt und Asche bombardierte Stadt als Trümmermann Stein für Stein umzudrehen - vielleicht ist er gar als Dreiecksgesicht auf Picassos berühmten Bild fast gleichen (weil spanisierten) Namens, gebannt. Ganz klar waren das Vorurteile gegenüber Deutschen  - nachvollziehbar finde ich. Die Deutschen haben einen solchen Mann nicht die Arbeit und die Weiber genommen, was sie später oft von den Ausländern in ihrem Vaterlande behaupteten, sie haben die Weiber getötet und die Arbeitsplätze vernichtet. Das ist ein minimaler Unterschied, finde ich. Wenn ich dann gelegentlich hörte, dass man im Ausland auch nicht vorurteilsfrei sei gegenüber Fremden, insbesondere gegenüber Deutschen, dann fragte ich mich schon, ob man die Relationen, die zu diesen Ressentiments führten, überhaupt begriff.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstaunlich ist aber, dass man damals glaubte, der Deutsche - sagen wir das mal so, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;der Deutsche&lt;/span&gt;, obwohl ich dergleichen ja verabscheue - würde heimlich und hinterfotzig seinen Hass auf die Welt ausstoßen. Deutsche Bestie! &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Trau ihnen nicht, sie tun schön, sind aber ganz anders!&lt;/span&gt; Die deutsche Überheblichkeit, der größenwahnsinnige Impuls, der aus diesem Land im Herzen Europas entfloh, wo man Herztabletten schluckte, bevor man hektisch zur fanatisch betriebenen Arbeit eilte, diese befehlerische Lebensart, die man selbst als Sendungsbewusstsein interpretierte: man wusste, dass es das gibt, aber man wusste auch, dass es nicht mehr selbstbewusst vertreten wurde, in schmissiger Uniform und mit flotter Marschtonkunst etwa.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat sich geändert. Völlig geändert. Man spricht wieder Deutsch in Europa, verheißen stolze Stimmen arg schwäbelnd. Und es soll &lt;a href="http://de.nachrichten.yahoo.com/wir-wollen-mehr-deutschland-in-europa-064529090.html"&gt;noch mehr Deutsch&lt;/a&gt; palavert werden, niederbayert man. &lt;a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,811492,00.html"&gt;Regierungen will man entmachten&lt;/a&gt;, ihnen Kommissare vorsetzen, europäische Nachbardemokratien endgültig in Diktaturen umorganisieren, europäische Souveräne, immerhin Völker sind damit gemeint, entmündigen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Griechenland ist ein riesengroßes Problem!&lt;/span&gt;, meint der Deutschmeister. Ich dachte immer, Griechenland ist ein kleines Land. So kann man sich täuschen! Andere &lt;a href="http://derstandard.at/1326503416163/Sarrazin-und-die-Deutschen-als-edle-Lipizzaner"&gt;üben sich in Züchterlatein&lt;/a&gt;, machen kenntlich, wie man wertvolle Eigenschaften und Merkmale kreiert. Letzterer tut das, obwohl er noch vor einigen Wochen in einem bekannten deutschen Magazin Wortmeldung gab, erklärte, dass er das alles gar nicht so meinte. Seiner langen Genetik-Rede kurzer Sinn: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Man hat mich falsch verstanden!&lt;/span&gt; Von einer Pferdezucht dieses Mannes weiß man nichts. Dennoch hält er züchtige Vorträge. Der Deutsche, ein edler Lipizzaner - ein veredelter Herr, dem Europa zu Füßen liegt. Und die Nachbarn, wie dieser österreichische Kolumnist, die fürchten sich etwas. Wie wird man das wohl in Polen beäugen? Die singen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Deutschland, Deutschland über alles; über alles in Europa!&lt;/span&gt; - und dann spachteln die auf Parteitagen mit dieser BdV-Präsidentin, die dem Reichsgau Danzig-Westpreußen nachtrauert - sie würde ihn anders nennen, wenn sie ihn wieder verwalten dürfte, ich weiß doch! Man hat schließlich aus der Geschichte gelernt und benutzt andere Namen. Nach der Wiedervereinigung hatte man in Europa Angst vor diesem zentraleuropäischen Großstaat - zwanzig Jahre hat es gedauert, bis er sich seines historischen Auftrags gewahr wurde. Europa soll aufgehen in Deutschland - erst dann ist man saturiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Nachbar, der wertvolle, ja völkerverbindende Ratschläge gab, er ist geschichtlich überholt. Wenn es ihn so je gab - auch väterliche Erinnerungen können sich modifizieren und im Kopf neue Gestalt annehmen. Gernika ist mittlerweile vergessen. Man erinnert sich auch nicht mehr an die deutsche Besatzung Griechenlands - man darf wieder fröhlich Demokratien aushebeln, wieder lustig wer sein in der Welt. Nicht still, nicht heimlich. Man darf wieder ein aufgeregtes, aufstrebendes Volk sein - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;... Wesen ... genesen&lt;/span&gt;; der inflationäre Spruch, den keiner mehr lesen will. Das deutsche Schicksal, so schrieb Tucholsky mal, sei es, vor einem Schalter zu stehen - das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen. Vor dem Schalter der Verantwortlichkeit standen sie lange genug. Diesem Schicksal wollen sie nun entkommen, zum Ideal marschieren. Die Schalter Europas besetzen! Politiker aus der bürgerlichen Mitte leiten Deutschland ins Ideal. Vormals war das glatzköpfige Erkenntnis: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wir müssen endlich dieses uns eingeredete schlechte Gewissen ablegen! Vorbei, vergessen - Vergangenheit!&lt;/span&gt; Jetzt haben sie es endlich kapiert, die rechte Wahrheit ist jetzt allgemeinverbindlich, massenkompatibel, in der bürgerlichen Mitte angelangt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, gewohnt ist man einiges als Gastarbeitersohn - als Gastarbeiter selbst ohnehin. So vornerum nett und hintenrum fies war man hierzulande nie. Da hat sich der, der Gernika nicht vergessen konnte, etwas getäuscht. Sie ließen einen immer wissen, was sie von dir denken - aber nie so, dass ein Massenpublikum zuhören konnte. Jetzt hört es zu und findet es toll - jedenfalls findet es nichts Unanständiges daran. Auch das hat sich eklatant geändert. Vorher konnte der currywurstgabelnde, weißwurstzutzelnde Herrenmensch nicht vor allen so tun, als sei er der Schöpfer des Himmels und der Erde, die leuchtende Weisheit und weise Erleuchtung, die oberste Sprosse der Evolution - es gab genug, die fuhren ihm über das Maul. Auch solche gab es! Habe ich erlebt - nicht selten. Deutsche sind nämlich wie andere auch: feine Leute und riesige Arschlöcher. Gut durchmengt wie überall; leichte Überschüsse bei letzteren, wie überall. Die einzige Internationale der Welt, die in jedem Land eine Botschaft hat, dürfte wahrscheinlich die Vereinigung der Arschlöcher sein. Diese couragierten Leute in Deutschland jedenfalls, die sind beträchtlich weniger geworden - jetzt zucken sie mit den Achseln, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Aber die Griechen!&lt;/span&gt;, und der Euro, Notsituationen erfordern außergewöhnliche Vorgehensweisen, entschuldigen sie sich. Dazu gehört wohl auch, den Rest von Europa aussehen zu lassen, wie deutsches Mobiliar, wie Sessel, auf denen mindestens ein deutscher Arsch seinen Platz finden muß. Und erst wenn in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal ein deutscher Kommissär waltet, in Europa also noch mehr Deutsch gesprochen wird - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Deutsch ins Grundgesetz und in die Verfassungen aller EU-Staaten!&lt;/span&gt; -, dann gibt die Megalomanie, diese urtypische deutsche psychische Störung, Ruhe - eine Weile wenigstens...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/hinter-die-schalter.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/dbf2990a81f9402d811b0d39abdff407" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8038569919084277941?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8038569919084277941/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8038569919084277941' title='44 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8038569919084277941'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8038569919084277941'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/hinter-die-schalter.html' title='Hinter die Schalter!'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>44</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-480082934776751417</id><published>2012-01-30T07:10:00.002+01:00</published><updated>2012-01-30T07:12:57.906+01:00</updated><title type='text'>Rückschrittlichkeiten</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Westliche Beobachter wissen: die arabische Revolution ist so gut wie gescheitert. Der Islamist ist nämlich ihr Profiteur - er landete trotz freier Wahlen im Parlament, erzielt dort gar Mehrheiten. Die annäherndfreiheitlich-demokratieähnliche Grundordnung, die nach der Beseitigung der Despoten ersehnt und im Westen als Patentrezept hochgehalten wurde, scheitert am politischen Islamismus, geben sich nun westliche Experten konsterniert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die eurozentristische Arroganz&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3492274447/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3492274447"&gt;Emmanuel Todd&lt;/a&gt;, eigentlich unverdächtig dafür, den Mediensprech undurchdacht zu wiederkäuen, läßt sich dazu hinreißen, die Werte des Westens für universell zu erklären. Die arabische Welt ist viel moderner als wir glauben, meint er. Das macht er daran fest: die muslimische Welt will schon seit Jahren die Werte des Westens für sich in Anspruch nehmen - und der arabische Frühling sei als der Befreiungsschlag zu sehen, der diesen Anspruch erfüllen soll. Richtig ist sicherlich schon, dass westliche Werte in die muslimische Welt hineinstrahlen, mit welchem Absolutheitsanspruch man allerdings diesen Umstand mit Modernität in Verbindung bringen kann, bleibt Todd hier als Erklärung schuldig. Wenn selbst Todd so überzeugt ist von der Überlegenheit westlicher Werte, wie kann man dann von Herrn Omnes, vom normalen Bürger, erwarten, dass er dieses Überlegenheitsgefühl zunächst überdenkt?&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Das Gefühl der Überlegenheit ist es, mit dem wir auf die arabische Welt nach der Revolution blicken. Für uns sieht es nun so aus, als würde die muslimische Welt nach der Despotie wiederum ein Stück von der angeblich modernen Welt abrücken, weil sie die Islamisten in die politische Verantwortung manövriert. Die lehnen angeblich Individualismus, die Gleichheit der Geschlechter und politische Transparenz ab. Man folgt Leuten, für die Politik religiös und Religion politisch ist. Der Westen ist sicher daher sicher: Rückschritt! Enttäuschung! Mit Mubarak und Ben Ali lehnte man sich wenigstens am Westen an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Denkweise dahinter&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mubarak und Konsorten waren das arabische Aushängeschild des Westens. Fragte man nach westlichen Werten, würde den Menschen dieser Weltregion einiges einfallen: Korruption, Klüngelei, Folter, Geheimpolizei, Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Ausbeutung der Ressourcen. Das was der Westen als große Errungenschaften in die Waagschale wirft, ist für die Menschen dort überhaupt nicht fassbar. Sie kennen eine westliche Politik, die Menschenrechte predigt und Lynch-, Rache- und Geopolitik parlamentarisch verabschiedet. Die Muslime erlebten und erleben den Westen als eine Idee - der Westen ist ja tatsächlich Idee, nicht Weltregion oder Kultur im klassischen Sinne -, in der es entweder gar keine oder nur brutale, weil materielle Wertvorstellungen gibt. Als eine paradoxe Idee, die so sagt, aber anders macht. Und sie lernten die westlichen Paradedisziplinen kennen: Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit. Überspitzt könnte man sagen: der arabische Frühling war nicht die Manifestation einer modern nach Westen blickenden muslimischen Welt - es war das Bekenntnis, von Despoten, die im Namen des Westens den Westen hofierten und ins Land holten, endgültig die Schnauze voll zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben so wenig von diesem Kulturkreis, der an unserer Peripherie existiert, begriffen, dass wir die Unruhen im arabischen Raum falsch interpretiert haben. Wir meinten, die Moslems wollten westlich oder europäisch werden, sich Ideen bei uns abholen - in Wahrheit ist es das glatte Gegenteil. Es war eine Abkehr von einer Machtelite, die man als durch und durch (pro-)westlich, als im Bunde mit den wutentbrannten Barbaren des Westens, die weder Anstand noch Moral kennen, am eigenen Leib empfand. Die Islamisten -&lt;a href="http://feynsinn.org/?p=12166"&gt; was sind Islamisten denn überhaupt?&lt;/a&gt;; was soll der Begriff aussagen? - sind nicht hintertückischen Nutznießer der Revolution, sie sind in gewisser Weise durchaus logisches Resultat. Der Westen hat nun genug Marionetten gespielt...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Der Rückschritt des Westens aus Sicht des Islam&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich fällt es aus westlicher Sicht schwer, Politik und Religion als eine Einheit zu akzeptieren. Wir tun das lediglich, wenn der Dalai Lama spricht - wir revoltieren auch nicht, wenn ein texanischer US-Präsident seine Außenpolitik evangelikal verbrämt. Da haben wir ein dickes Fell. Der Islam jedoch darf sich seine historische Verwebung von religiös untermauerter Politik nicht leisten. Die Säkularisierung sei das Mindeste, was man von der muslimischen Welt fordern könne, ist man sich fast unisono einig. Keine Rede davon, ob das die Menschen dort überhaupt wollen - selbst für den Westen aufgeklärte Muslime, nehmen wir mal Schirin Ebadi, die dem religiösen Fanatismus ihres Heimatlandes entflohen ist, spricht sich nicht für eine Entislamisierung der Politik aus, nur für mehr religiöse Toleranz. Die Säkularisierung des Westens hatte historische Gründe - die müssen für die muslimische Welt nicht zwangsläufig auch auftreten; die Säkularisierung ist keine geschichtliche Notwendigkeit, nur weil sie in den westlichen Industrienationen halbwegs stattfand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die politische Gestalt des Islam wird im Westen als rückschrittlich empfunden, weil Religion für westliche Gemüter bedeutet, dass Eiferer am Werk sind. Religion heißt jedoch auch - auch im Falle des Islam! -, &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/10/die-eine-die-besonders-unbeliebte-saule.html"&gt;ethische Imperative dem pragmatischen Sachzwängen der Politik aufzuzwingen&lt;/a&gt;. Das sich der Westen kein ethisches Absolutum bewahrt hat, ganz schlagwortartig hier mal &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Gottlosigkeit &lt;/span&gt;genannt, empfindet die muslimische Welt als rückschrittlich, als archaisches Schauspiel, in dem die menschliche Gesellschaft von allerlei gottlosen, weil unethischen Handlungsweisen, belastet war. Erst die Schaffung eines religiösen Systems hat mehr oder weniger annähernde Ordnung erzeugt. Der Westen hat dieses Ordnungssystem aufgegeben, allerdings ersatzweise keine laizistische Ordnung entworfen. Zwar würde der Westen da widersprechen und auf Verfassungen und verbürgte Rechte zeigen, aber das würde man als Menschenwerk, also nicht für die Ewigkeit bestimmt abtun. Und das was die muslimische Welt vom Westen gezeigt bekam in Sachen Ewigkeitsanspruch und Verbindlichkeit humanitären Denkens, gibt dieser Einschränkung durchaus recht.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ruckschrittlichkeiten.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f376bdf890ed40d98d7ce305b0d87e98" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-480082934776751417?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/480082934776751417/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=480082934776751417' title='11 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/480082934776751417'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/480082934776751417'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ruckschrittlichkeiten.html' title='Rückschrittlichkeiten'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>11</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8218926455731950702</id><published>2012-01-27T07:00:00.022+01:00</published><updated>2012-01-27T07:06:50.746+01:00</updated><title type='text'>Kinderarmut mit Einkommen verrechnet</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kinder unter 15 Jahren &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/minderjaehrige-hartz-iv-empfaenger-kinderarmut-in-deutschland-nimmt-ab-1.1267365"&gt;in Hartz IV-Bezug werden weniger&lt;/a&gt;. Das verbucht die Bundesagentur für Arbeit als großen Erfolg. An den Zahlen lasse sich messen, dass die Situation am Arbeitsmarkt besser sei, als man das für gewöhnlich wahrnimmt - den Jobcentern sei es zudem gelungen, die Eltern dieser Kinder in Arbeit zu integrieren. Die Arbeitsmarktreformen waren ein durchschlagender Erfolg! Und die Medien beten es fromm nach. Ohne Hintergrundfakten, ohne eigene Überlegungen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Weniger Kinder = weniger Hartz IV-Kinder&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwa 1,64 Millionen Kinder erhielten im Jahr 2011 Hartz IV. Das heißt, sie bezogen nicht Hartz IV, was gemeinhin mit Arbeitslosengeld II gemeint ist, sondern Sozialgeld. Darauf kommen wir aber gleich noch zurück. Im Jahr 2006 waren es noch etwa 257.000 Kinder mehr. Das macht laut Analyse ein sattes Minus von 13,5 Prozent.&lt;br /&gt;Im Jahr 2006 gab es in Deutschland &lt;a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/LangeReihen/Bevoelkerung/Content100/lrbev04a,templateId=renderPrint.psml"&gt;etwa 11,5 Millionen Kinder&lt;/a&gt; unter 15 Jahren. 2011 waren es nur mehr 10,75 Millionen (wobei für das letzte Jahr &lt;a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2012/01/PD12__014__12411,templateId=renderPrint.psml"&gt;die höchste Schätzung&lt;/a&gt; angenommen wird). Es gab also 2011 etwa 0,75 Millionen Kinder unter 15 Lebensjahren weniger im Land als noch 2006. Das ergibt ein Minus von etwa 6,5 Prozent. Der Geburtenrückgang, der andernorts beklagt wird, hier hat er schöne Zahlen geschaffen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Zwangsläufig hat der Rückgang von 13,5 Prozent auch etwas damit zu tun, dass es innerhalb dieser fünf Jahre zwischen 2006 und 2011 etwa eine dreiviertel Million Kinder unter 15 Jahre weniger im Land gab. Das schmälert die Aufbruchstimmung durchaus, erklärt aber nicht, weshalb der Rücklauf viel höher ausgefallen ist, obgleich &lt;a href="http://www.hartz-iv.info/news/2011/08/04/kinderarmut-steigt-an-geburtenrate-sinkt-dafur/"&gt;andere Zahlen belegen&lt;/a&gt;, dass die &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593365022/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3593365022"&gt;Kinderarmut&lt;/a&gt; ganz sicher nicht auf dem Rückzug ist. Durchaus kann es daran liegen, dass die Eltern in Arbeit vermittelt wurden, ob das Leben auf Hartz IV-Niveau deshalb aber vorbei ist, muß bezweifelt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Sozialgeld vor Arbeitslosengeld II&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie schon angerissen, Kinder erhalten nicht Hartz IV, also Arbeitslosengeld II, wie der Begriff impliziert, sie erhalten Sozialgeld. Dieses erhalten nur nicht erwerbsfähige Personen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Praxis der Jobcenter ist es nun, dass man das erzielte (Niedriglohn-)Einkommen einer Bedarfsgemeinschaft (BG) auf alle Personen der BG verteilt bzw. verrechnet. Bevorzugt verrechnet man die Sozialgeldansprüche innerhalb der BG, d.h. die Sozialgeld-Regelsätze der Kinder. Die sind ohnehin geschmälert, weil man auch das Kindergeld davon abschlägt. Das heißt letztlich, wenn eine Familie das geringe Einkommen vom Jobcenter aufstocken lassen muß, dann erhält sie Arbeitslosengeld II, nicht Sozialgeld. Nochmal deutlicher: die Eltern erhalten die Aufstockung, die Kinder sind durch Kindergeld- und Einkommensbereinigung zwar auf dem Bescheid der Behörde aufgelistet, erhalten faktisch aber keine Leistungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das bedeutet also, dass Kinder zwar in sogenannten Hartz IV-Familien auf sogenannten Hartz IV-Niveau leben können, aber faktisch (auf Bescheid) eigentlich keine Leistungen erhalten - dass also Kinder unter 15 Jahre nicht mehr Hartz IV erhalten. Der Niedriglohnsektor ist beträchtlich angewachsen in den letzten Jahren. Viele Erwerbslose landeten seither in Mini- oder Midi-Jobs. Was die BfA behauptet, ist vielleicht nicht mal gelogen - aber die Kinderarmut geht deshalb noch lange nicht zurück, wie man das so feierlich verkündete.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/kinderarmut-mit-einkommen-verrechnet.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/40d055896bef4b39b46c072b9edee8e8" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8218926455731950702?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8218926455731950702/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8218926455731950702' title='21 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8218926455731950702'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8218926455731950702'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/kinderarmut-mit-einkommen-verrechnet.html' title='Kinderarmut mit Einkommen verrechnet'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>21</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-5396285436289049980</id><published>2012-01-26T07:10:00.002+01:00</published><updated>2012-01-26T09:14:05.277+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='De dicto'/><title type='text'>De dicto</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Diese Zahl ist eine Schande! An manchen Bundeswehrstandorten, so der  Bericht des Wehrbeauftragten, gehen 80 bis 90 Prozent der Soldatenehen  in die Brüche.&lt;br /&gt;(...)&lt;br /&gt;Doch noch  immer werden sie wie Schachfiguren alle Jahre an einen neuen Standort  verschoben – das hält kaum eine Beziehung aus."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- Julian Reichelt, &lt;a href="http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/kommentar-von-julian-reichelt-denkt-an-unsere-soldaten-22262106.bild.html"&gt;BILD-Zeitung&lt;/a&gt; vom 24. Januar 2012 -&lt;/blockquote&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Zum Gesagten sei angemerkt:&lt;/span&gt; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Denkt an unsere Soldaten!&lt;/span&gt;, schreit der Reichelt. Er ist der richtige Mann dafür, denn er hat sich mit dem Heer verbrüdert, war mit ihm im Kriegsgebiet unterwegs. Live von der Front - das übliche Gewäsch von braven Soldaten Müller und Huber, der seinen Dienst tut, der die Wilden zähmt und dafür keine ausreichende Anerkennung in der Heimat und vor der Geschichte erhält. Warum nur mag keiner die Helden aus Stahlgewittern schätzen, fragte damals &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3570550834/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3570550834"&gt;Jünger&lt;/a&gt; - und der Jünger des Jünger, der boulevardeske Kriegsjünger Reichelt, tat es ihm weniger sprachbegabt gleich.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Wer mitfühlt, wie sie in Stellungen frieren und an sich Heimweh quälen, der fühlt auch mit, wenn die Soldaten im ehelichen Grabenkrieg Entbehrungen ertragen müssen. Dolle Scheidungsraten! &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Denkt an unsere Soldaten!&lt;/span&gt; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Soldatenbräute, lauft doch nicht weg! &lt;/span&gt;Schuld daran, so weiß Reichelt und der Wehrbeauftragte, sind die Arbeitsbedingungen, der andauernde Wechsel der Standorte, das Vagabundendasein. Die Erklärung ist so einfach - und so harmlos. Kann es denn aber nicht sein, dass diese Gesellschaft, die Krieg führt, die also zwangsläufig Kriegsveteranen züchtet, ganz einfach mit den Folgen dieses Umstandes zu kämpfen hat? Traumatische Erlebnisse mancher Veteranen aus anderen Kriegen haben Ehen zerstört, Elternschaft zerlegt, Lebensordnungen über den Haufen geworfen. Veteranen, die den Krieg gesehen haben, die taugen nicht mehr für den Alltag. Dass die Selbstmordrate bei Bundeswehrsoldaten, die irgendwo Krieg miterlebt hatten, nicht besonders niedrig liegt, konnte man phasenweise der Presse entnehmen. Warum soll also die hohe Scheidungsrate nicht auch darauf zurückzuführen sein?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trennungsgründe sind mannigfaltig. Es kann das Vagabundenleben sein - aber auch: der schlechte oder gar nicht mehr stattfindende Sex - es kann Entliebung sein - ein neue Liebe, die nicht mehr als Affäre gesehen, sondern offiziell gemacht werden soll - oder einfach nur Selbstverwirklichung. Aber sollte eine Kriegsgesellschaft nicht auch die Option offenlassen, dass einige dieser Ehen auch Opfer der erlittenen Kriegsgräuel sind? Verwunderlich wäre das nicht - verwunderlich ist auch nicht, warum man das offenbar harmlose Motiv der Umzugsunlust vorschiebt. Das sind nämliche private Probleme - das Trauma einer Bevölkerungsgruppe ist hingegen von öffentlichen Interesse, das die Außenpolitik hinterfragt. Auch eine Form von Privatisierung! Nicht dass es letztlich heißt: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Denkt an unsere Soldaten! Schickt sie nicht mehr in den Krieg!&lt;/span&gt; Das wäre Fatal, das kostete Reichelt seine Frontstellung und dem Wehretat Kürzungen.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/de-dicto.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/c791c2ada82542619cc1bc9c42fb9096" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-5396285436289049980?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/5396285436289049980/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=5396285436289049980' title='12 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5396285436289049980'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5396285436289049980'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/de-dicto.html' title='De dicto'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>12</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-6350056223056300564</id><published>2012-01-25T07:05:00.005+01:00</published><updated>2012-01-25T07:16:34.732+01:00</updated><title type='text'>Nach links?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Der &lt;a href="http://jacobjung.wordpress.com/2012/01/18/achtung-fertig-links/"&gt;Aufruf von Jacob Jung&lt;/a&gt; ist ehrenvoll - überhaupt keine Frage. Nur irgendwie habe ich den Eindruck, dass er an eine linke Masse appelliert, eine Gläubigkeit an eine solche Ballung hegt, eine geschlossene Linkseinigkeit voraussetzt, die es so gar nicht gibt. Er schreibt: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Unzählige linke Blogger, engagierte Publizisten und Fachleute für Internet-Kommunikation stehen bereit..."&lt;/span&gt; - alle warten sie auf die Partei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt;. Die Linksmasse wartet auf ihre (An-)Führer - so klingt das. Und wenn sich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; besser in die modernen Medien einfügt, dann können wir endlich alle losmarschieren - auch so klingt das. Die Unfähigkeit, sich im Internet zu behaupten ist es, warum der Zeitgeist immer noch nicht links tickt - auch das klingt mit.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Lassen wir mal die Partei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; weitestgehend aus dem Spiel. Sie ist halt Partei und als solche wird dort nie ausgestritten sein. Auch ein Vorwurf, den man unter Linken, nicht nur bei denen mit Parteibuch, sondern auch bei denen, die es vom Gemüt her sind, immer wieder hört. Dabei sind Flügelkämpfe typisch parteipolitisch - das ist normal, das ist auch nicht schlecht, wenn man mal ehrlich ist. Eine einheitliche Linie, die vorgegeben wird und von der nicht abgewichen werden soll oder gar darf, muß dem denkenden Subjekt zuwider sein. Leider ticken aber viele Linke in der Linksmasse, die es als relativ kleine Gruppierung nur gibt, genau so. Sie fordern Kadergehorsam und Linientreue. Weicht einer auch nur Millimeter davon ab, so ist er ein Katharer, den sie lieber einem Autodafé übergeben wollten, als ihn andersdenkend weiterdenken zu lassen.&lt;br /&gt;Seien wir doch mal ehrlich: In vielen Linken ist der Gesinnungsterror, der Gesinnungsstalinismus weiterhin innere Gewalt. Es gibt für sie nur einen Weg, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;den&lt;/span&gt; Weg, der richtige, einzige, reine Weg ins harmonische Nirvana. Sie sind, auch wenn sie es leugnen, eschatologische Charaktere, die ganz offensichtlich christlich sozialisiert sind, die den Ursprungsort ihres Jenseitsglaubens und ihres Hanges zur individuellen und universellen Vollendung dort zu suchen hätten. Das ist nicht höhnisch gemeint, in diesen Breitengraden ist die christliche Sozialisierung Normalität, auch Atheisten pflegen Denkmuster, die von dort her rühren. Linke, die nicht hundertprozentig so sind, wie es die Eschatologen gerne sähen, die sind suspekt, die will man nicht haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Welche linke Einheit wartet denn überhaupt auf den Straßen auf &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt;? Es gibt eine solche Einheit nicht. Die, die links sind, ergehen sich in Grabenkämpfen und Flügelgefechten. Das ist normal, weil menschlich. Das geschieht auf die eine oder andere Weise in jeder politischen Partei, davon leben sie. Der rechte Stereotyp ist mehr kollektiv fühlend - er streitet in seinen Parteien weniger; der linke Stereotyp legt wert auf Individualismus - das führt zu Streitigkeiten. So jedenfalls die Theorie, denn es gibt mehr kollektive Linke und mehr individuelle Rechte als man annimmt. Linke Kameraden, die vom Kollektiv sprechen, sind eher reaktionär und diktatorisch; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Linke Leute von rechts"&lt;/span&gt; nannte &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3835307851/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3835307851"&gt;Kurt Hiller&lt;/a&gt; solche Gesellen einst. Der demokratische Meinungsfindungsprozess ist jedoch Diskussion. Wenn die Sozialdemokratie innerparteilich dem linken Flügel das Maul verbieten will, so ist das in etwa so undemokratisch, wie wenn jemand in &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; dem rechten Spektrum den Mund stopfen möchte. Mir gefallen die rechten Linken ja auch nicht, aber man muß sie ertragen können - und eben das können Linke, ob mit Parteibuch oder nicht, oft gar nicht. Da werden sie ganz wuschig und böse und fühlen sich bitter verraten. Das kann ich sogar noch verstehen, weil ich bei Schröder- oder Fischer-"Linken" auch sauer werde. Aber wenn ein Linker den Kapitalismus nicht mit Stumpf und Stiel ausrotten will, um dafür den Sozialismus erblühen zu lassen, dann muß man mit dieser Einstellung umgehen können - das ist doch kein Verrat am Ziel einer besseren Gesellschaft. Man überlasse den Jenseitsglauben den Pfaffen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Masse, die auf linke Erleuchtung hofft, die gibt es nicht. Nicht als massige Masse, als kleine Gruppe natürlich schon. Aber die Menschen sind keine verkappten Linken, die man bloß wachküssen müsste. Die Leute haben keinen Sinn für generelle Fairness, es geht ihnen darum, selbst fair behandelt zu werden. Ihre Sorgen sind ihre Sorgen - warum sich um Sorgen anderer sorgen? Wenn man hier billig einkaufen kann, dann ist die Welt in Ordnung - Bangladesh und Nigeria liegen nicht in dieser in Ordnung befindlichen Welt. Warenwelten bezahlbar erhalten, Kaufkraft stärken - das sind die Interessen. Und es ist ihnen egal, wem das gelingt. Sollte das eine neue rechtskonservative Partei sein, dann ist es ihnen auch recht. Der Kapitalismus ist doch &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/der-kapitalismus-ist-schon-lange.html"&gt;vom Konsumismus überbaut&lt;/a&gt;. Letzterer regiert, die dazugehörige Ideologie ist nur der Verweser des Systems. In &lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684139?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3940684139"&gt;"Auf die faule Haut"&lt;/a&gt; habe ich das bereits erläutert.&lt;br /&gt;Man denke doch zurück. Sozialdemokraten wählten plötzlich Nationalsozialisten, weil denen gelang (jedenfalls sah es so aus), was die Masse vormals immer wollte, in der Weimarer Zeit aber nicht erhielt: Stabilität, Kaufkraft, neuer Wohlstand und ja, auch wenn das dogmatische Linke heute nicht gerne hören: soziale Sicherheit - rassische soziale Sicherheit zwar, aber das kümmerte den deutschen Proletarier herzlich wenig, wenn er dafür in Lohn und Brot stehen durfte. Der Sozialismus der Nazis, den es gab, der eben nicht nur im Namen stand, der aber natürlich eine Schweinerei war, weil er sich für rassisch erklärte und weil er letztlich spaltete und final nach Auschwitz leitete, er wurde vom Proletariat nicht nur ertragen oder erduldet, er wurde begrüßt. Der Nationalsozialismus kam eben nicht nur durch Kapitalisten in die Regierung - auch ein linkes Nachkriegsdogma, an dem man nicht rütteln sollte. Diesen rassischen Staat, den wollte man auch als aufgeklärter Demokrat ertragen - es gab doch schließlich keine Alternative, wenn man satt werden wollte. Auch ehemalige sozialdemokratische Wähler glaubten das zu erkennen, denn was die SPD nicht fertigbrachte, der Sozialismus Hitlers schaffte es. Es gäbe ja doch immer Vor- und Nachteile, Pro und Contra - Moral lohne sich daher nicht. Schon 1932 hatte &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/11/konservativ-progressiv-diese.html"&gt;Kurt Hiller&lt;/a&gt; geschrieben: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Links, rechts – diese Unterscheidung wird täglich dümmer. Wer kommt  noch mit ihr aus?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Und was ist links überhaupt? Muß man wie manche Teile der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Neuen Linken&lt;/span&gt;, die heute nicht mehr ganz so neu ist, die Familie als Keim des staatlichen Gewaltmonopols betrachten? Und wer Familie schätzt und als schützenswert empfindet: Ist der kein Linker mehr? Ist dabei nicht zu bedenken, dass die Familie eigentlich humaner sein kann, als jede andere "Verwaltungseinheit"? Verzeihen und Mitgefühl: das ist doch auch, das ist doch ganz besonders familiärer Alltag. Wer das so sieht: Kein Linker mehr? Was, wenn man als sich selbst links einschätzender Mensch desinteressiert abwinkt, wenn ihm jemand vom Weg in den Sozialismus erzählt? Frevel? Ausgelinkt? Kann man nicht sagen, dass man meinethalben einen Kapitalismus mit menschlichen Antlitz will, auch wenn das derzeit kaum umsetzbar erscheint? Ist das Sünde, ist das Entlinklichung? Wenn man dem Menschen zutraut, so sehr dazuzulernen, dass er irgendwas wie soziale Intelligenz entwickelt, sodass er im Kapitalismus anständig und rücksichtsvoll wirken könnte (Träumerei? Vielleicht!): Ist dieser Optimismus nicht links? Muß man als Linker die absolute Verruchtheit des Menschen annehmen? War nicht die politische Linke, und das schon seit ihrem historischen Beginn 1830 (woher auch der Begriff stammt), von der Zuversicht geleitet, der Mensch könne hinzulernen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Links ist doch heute alles in gewisser Weise. Die Welt ist ein linker Ort - ein linkischer allemal, denn &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Links &lt;/span&gt;ist ein Label und die Unterscheidung zwischen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"aufrichtigem Links"&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Label Links"&lt;/span&gt; ist manchmal kaum mehr zu bewerkstelligen. Da machen Marx und Che Werbung für Autos - ein linker Autohersteller? War Marx überhaupt ein Linker? Was man so liest über ihn zeugt beinahe nur von einer möglichen Antwort: Nein, war er nicht! Reaktionär, kleinbürgerlich, spießig - ein Menschenbenutzer. Aber auch das ist ein Dogma, das man nicht erschüttern darf, da werden manche Linke richtig pampig. Die Grünen sind besonders links. Und McDonalds ist auch grün mittlerweile. Der Neoliberalismus doch auch - grün und liberal und irgendwie auch links. Schröder und Blair haben die europäische Linke doch schließlich mit Hilfe des Neoliberalismus gerettet! Man belaste mal die Toleranz von Linken, auch von Hardcore-Linken, die mit den Neocons des Neoliberalismus nichts gemein haben wollen, und stelle die Arbeitsfrage - nicht die Arbeiterfrage. Man halte &lt;a href="http://www.amazon.de/Das-Recht-Faulheit-Paul-Lafargue/dp/3434505172/ref=as_li_wdgt_js_ex?&amp;amp;linkCode=wey&amp;amp;tag=adsinistram-21"&gt;Lafargue&lt;/a&gt; hoch und sage, dass eigentlich eine Gesellschaft notwendig sei, in der so wenig wie möglich durch menschliche Arbeitskraft geleistet wird - das geht über manchen linken Horizont. In der Arbeitswut, wusste schon der marxistische Schwiegersohn Lafargue, gleichen sich Sozialisten wie Kapitalisten, Linke wie Rechte, Progressive wie Konservative.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht dass ich den Kapitalismus schätze. Das muß ich dazu sagen, weil es Eiferer genug geben wird, die bestätigen, was ich hier beklage. Den Abfall von der Lehre werden sie mir vorwerfen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Du bist gar kein Linker!&lt;/span&gt;, werden sie rufen. Aber mir ist der Sozialismus egal, weil das, was schon mal Sozialismus war, auch nur Staatskapitalismus in roter Farbe war. Sozialismus, Kapitalismus: man nenne es wie man mag. Alles was mir wichtig ist: am Ende soll Fairness, Gerechtigkeit und Gleichheit übrigbleiben, eine lebenswerte Gesellschaft. Keine Benachteiligungen, kein Rassismus, keine privilegierten Schichten. Das manches davon Utopie ist, weiß ich auch. Man nenne das Ding von mir aus ganz anders, von mir aus Brotzeitismus - das wäre wenigstens neutral und nicht schon missbraucht und es hörte sich nach wonnigem Schmausen und Gemütlichkeit an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das linke Fußvolk in Wartestellung, das angeblich so einig gegen die Auswüchse des Kapitalismus steht... wobei ich gleich noch in diesem Satz flechte, dass linke Doktrin ist, dass der Kapitalismus nicht Auswüchse zeigt, sondern selbst Auswuchs ist, also gar nicht anders denkbar sei. Als könne man Systeme nicht an die Kandare nehmen! Viele Linke kritisieren die Naturgesetzlichkeit, mit der Neoliberale die Ökonomie für fast nicht menschlich veränderbar erklären. Diese Kritik ist vollkommen richtig! Aber dieselbe Naturgesetzlichkeit schreiben sie dem Kapitalismus zu, wenn sie sagen, er könne nicht verändert werden - ich weiß nicht ob sie recht haben damit, aber zweifeln wird man ja noch dürfen. Nochmal also: Das linke Fußvolk, das angeblich einig wartet, bis &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; sich formiert und endlich Linientreue und Kadavergehorsam und Internetspleen zeigt, es existiert nicht. Jetzt belagern sie hin und wieder die Straßen, weil sie vom System kaum mehr profitieren - vorher warf es Profite ab und wurde heiß und innig geliebt. Links ist das nicht, es ist Wut oder Empörung - nicht grundsätzliche Kritik. Viele kluge Leute finden sich unter denen, die wütend sind, anständige Persönlichkeiten, Leute mit Schneid und Grips - aber auch genug schräge Vögel, stalinistoide Schwachköpfe, rigide Windbeutel und opportunistische Arschkriecher. In dreißig Jahren haben wir vielleicht einen Minister, der stolz zugibt, damals &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Occupy&lt;/span&gt; gemacht zu haben; ich bin einer von euch, ein Gemütslinker, würde er sagen - und dann sein Gemüt gemütlich in einen Aufsichtsratsessel schieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Resigniert? Klar, was sonst? Sicherlich gibt es genug zu tun. Bankenkontrolle muß geregelt werden - das sollte man auch als resignierter Zyniker einsehen. Aber kann man noch ernsthaft glauben, dass der Mechanismus, der wer weiß wie lange schon angelaufen ist, noch aufzuhalten ist? Kann sich die Menschheit noch aus der konsumistischen, ressourcenabbauenden, lärmenden Affäre stehlen? Der Kapitalismus wie wir ihn kennen ist eine zähe Masse, die sich in jede andere Weltsicht quetscht. Dann ist er eben grün, dann ist er eben sozialverträglich - alles kann er sein, wenn er nur regieren, wenn er nur das Geschäft für den Konsumismus besorgen darf. Die Kanzlerin, diese gut geschulte Opportunistin, ist genau das passende Gesicht zu einem passenden System. Schmierig, windig, heute hie, morgen da: das ist Kanzlerin und Kapitalismus - eine aus den Tugenden geschmiedete Inhaberin der &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/doppelsieg-fur-merkel.html"&gt;wirtschaftspolitischen Richtlinienkompetenz&lt;/a&gt;!&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Arbeit, Arbeit über alles!&lt;/span&gt; Wird das nach der eingeführten Bankenkontrolle als Dogma aufweichen? Zählt wieder der Mensch, nicht die Finanzen? Wir werden dabei bleiben, mit etwas anderen Spielregeln - und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Die Linke&lt;/span&gt; bietet auch keinen Ausblick auf Loslösung von den alltäglichen Dogmen des Systems. Reförmchen sicherlich - aber der Konsens ist verankert, unverrückbar, in Stein gemeißelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie kann man eigentlich nicht resigniert sein? Wir leben doch im Zeitalter der Resignation! Frauen kamen an die Macht, führten Regierungen an - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Epochenwechsel!&lt;/span&gt;, rief man. Am weiblichen Wesen  soll die Welt genesen, meinte man. Doch was geschah? Nichts. Es wurde eher noch schlimmer. Thatcher und Merkel - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Tinas"&lt;/span&gt; Zweigestirn. Und nun Johnson Sirleaf, Nobelpreisträgerin aus Liberia, die dort alles anders machen sollte, vormals aber mit dem Despoten Taylor in seltsamem Geistesverhältnis lebte und nun die Märkte Liberias öffnete, auf dass das Land endgültig ausblute. Westliche Konzerne leiten dort ihren Unrat ins Abwasser, Menschen sterben daran und Sirleaf beruhigt ihre Bürger, weil Öffnung für den freien Markt auch Opfer erfordere, die man ertragen müsse, wie sie mehr oder minder ungeniert offen sagt. Dann Obama, erster schwarzer US-Präsident - wieviele Schwarze werden heute noch schneller verurteilt, landen noch sicherer im Knast? Wie hoch ist der Prozentsatz der Schwarzen, die in texanischen Todestrakten vor sich hin siechen? Immer noch beinahe fünfzig Prozent, obwohl nur etwa dreizehn Prozent schwarzer Hautfarbe sind? Wie lebt es sich seither in Harlem? Gleichberechtigung gesichert? Die Grünen wurden Regierungspartei, pazifistisch, ökologisch - sie zogen in den Krieg und wurden Umweltschützer und Müllsortierer. Wie nicht resignieren? Im System ist keine Veränderung möglich, nur Stückwerkerei. Und außerhalb? Wo bitte geht es nach außerhalb? Der Konsumismuskapitalismus bietet immer noch viel zu schöne Phantasien, Träume und Fotoapparate - das gibt die Masse nicht auf. Bisschen links modifizieren ist in Ordnung - aber wenn es rechts besser geht, dann Seitenwechsel.&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Links, rechts – diese Unterscheidung wird täglich dümmer."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es sind ja ohnehin meist diejenigen in jeder Denkrichtung und Weltanschauung, die Dogmatisten und Lehrenwächter, die am lautesten schreien. Das macht es einem linken Publizisten nicht besonders attraktiv "mitzumachen"; was immer das dann auch heißt: mitmachen. Man will ja vom linken Publizisten und auch Journalisten Taten sehen - Worte, die ja Taten des Schreibenden sind, gelten da nicht mehr. Auch da sture Doktrin. Natürlich ist man dabei, schüttelt aber mehr erstaunt denn Kopf, als dass man an eine Erlösung durch das, was Linkssein genannt wird, glaubt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Links und rechts, das sind Richtungsangaben, die vermutlich komplett auf den Müllhaufen der Geschichte gehören. Sitzplatzanordnungen, auch im historischen Gehalt der Worte. Konsumisten oder Utilitaristen, Melancholisten oder Hedonisten - das wären vielleicht trefflichere Unterscheidungen. Wenn man die Begriffe auch nicht historisch nehmen dürfte. Jeder konsumiert, der Mensch braucht Dinge - die Frage ist nur, ob Konsum zu einem Lebensstil, zum Lebensinhalt werden sollte oder der Notwendigkeit der menschlichen Nacktheit geschuldet ist, ob der Konsum also Nutzen, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;utilitas&lt;/span&gt; hat - und was an Lebensfreude falsch sein soll, verrät uns der gängige Alltag nur bedingt. Mancher, der links zu glauben meint, weiß das auch nicht, denn Lachen ist in einer Welt der Tränen verboten. Armut, Hunger, Arbeitslosigkeit: Nach Sozialabbau zu lachen ist unmoralisch. Nach Hartz IV ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch. Schreiben Sie mal eine Polemik zu solchen Themen! Auch sich links fühlende Personen werden sich darüber ereifern! Unsachlichkeit wirft man dann vor! Kunst ist für solche Gestalten etwas, was es für ihre Ziele zu formen gilt - sie ist nicht frei, sie hat dienstbar zu sein. Dabei ist Humor und Elend vereinbar, man darf nur kein dogmatischer Sozialist sein - siehe Chaplin, der die Armut mit Lachen zeigte; siehe Benigni, wie er im KZ frotzelte. Die Ästhetik des Humors ist notwendig, um die Ästhetik der Unterdrückung zu begreifen. Das ist die Aufgabe des Künstlers - das sind seine Taten, die keine Taten sein dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frage ist doch nicht, ob da eine linke Masse auf eine linke Organisation wartet, um einig auf Linie zu marschieren - fraglich ist, ob es eine Bereitschaft gibt, den konsumistischen Stil gegen ein viel pragmatischeres, letztlich damit auch sozialeres Konsumverhalten einzutauschen. Und ob die Menschen nach ihren Protesten die Melancholie weiterleben wollen unter anderen Regeln oder hedonistisch die Welt lockerer, entspannter gestalten möchten. Mit diesen hundertprozentigen Linken, die alles wissen, alles schaffen, alles erkennen und jeden abkanzeln, der nicht spurt, habe ich nichts gemein - und die sind nicht zu rar in der Linksmasse. Einige lockere und gemäßigte Charaktere wandern auch mit. Die Mehrheit ist einfach nur gerade linkisch, weil es zur Wut passt. Wäre ihr Lebensstil gesichert, gäbe es keinen Grund, sich linken Positionen anzunähern.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/nach-links.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/72d8776295da4e718ec8388f237d6243" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;br /&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-6350056223056300564?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/6350056223056300564/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=6350056223056300564' title='24 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6350056223056300564'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6350056223056300564'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/nach-links.html' title='Nach links?'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>24</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4505195192463004500</id><published>2012-01-24T07:00:00.008+01:00</published><updated>2012-01-24T13:25:14.433+01:00</updated><title type='text'>Ein in sich abgeschlossener Mikrokosmos</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es ist kein Privat-, kein Fernsehsender - RTL ist mehr: es ist ein Lebensgefühl. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mein RTL&lt;/span&gt;, nennt sich das dann. Wie der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt;-Konzern in seinem täglichen Blatt, so spiegelt auch RTL seiner Kundschaft einen Mikrokosmos vor. Bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; ist es die nationale Wut auf das Ausland, das Deutschland vermeintlich nichts gönnen will, ein &lt;a style="font-style: italic;" href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/das-eingeschnappte-lebensgefuhl.html"&gt;"eingeschnapptes Lebensgefühl"&lt;/a&gt;. Bei RTL Television ist es eine Mischung aus Spektakel und Freak-Show, aus wöchentlich präsentierten TV-Highlights des Jahres, zu Sensationen mutierte Sensatiönchen und emotionalen Aufdringlichkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Happy Nation, living in a happy nation...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Über diesen Mann spricht morgen die ganze Nation"&lt;/span&gt; - diese oder ähnliche unbescheidene Sätze leiten manches RTL-Spektakel ein. Wenn jemand Billardkugeln schluckt beispielsweise - oder sich vor eine Jury aus eitlen Affen zum Affen macht. Man ist bei RTL bescheiden genug zu glauben, dass die gesamte Nation RTL guckt. Tagsdrauf berichtet freilich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; darüber. Durch diese unheilige Allianz glaubt der RTL-Zuschauer, der manchmal auch BILD-Leser ist, dass RTL wirklich die einzig amtierende Realität abbildet. Gestern noch gesehen, heute schon darüber gelesen - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Bertelsmann&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; machen sich ihre Wirklichkeit, generieren Belanglosigkeiten, die zum Gegenstand ernster Diskussionen erkoren werden. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Bertelsmann&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; sind, so scheint es, die ganze Nation. Der Zuschauer soll den Eindruck erhalten, exklusiv dabei zu sein, wenn es der Nation den Atmen verschlägt, wenn sie lacht oder weint, wenn sie wütend wird oder trauert.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Eine Nation unter Spott&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Welt des RTL Television ist ein Hort seltsamer Gestalten, die Frauen suchen oder wahlweise Schwiegertöchter, in denen Restaurants getestet und verspottet werden, in der nachmittäglich Laiendarsteller die Drehbücher laienhafter Autoren abspulen, in der auf Aufmerksamkeit abgerichtete Gecken Journalisten sein dürfen, in der Banalität Dokumentation oder Bericht heißt. Nachrichtenformate, in denen neben den üblichen News, die auch andernorts verbreitet werden, die reichen Schönen und die schönen Reichen ihre armselige Hässlichkeit oder hässliche Armseligkeit nach außen stülpen dürfen. Neue Botoxlippen werden zur Nachricht. Oder die Kinder, die sich Pitt und Jolie bei einer Afrikanerin oder Asiatin besorgen. Ein Bauer fand die Liebe seines Lebens, irgendeinen städtischen Bauerntrampel, und schon ist es Nachricht, über die freilich mindestens die ganze Nation spricht. Und übermorgen die ganze Welt...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;RTL ist in diesem kuriosen Weltbild nicht nur Kameramann, fängt nicht nur Bilder ein. RTL ist Spender, galanter Helfer, Anreger - kurz, ein weiser Weltenlenker, der seine Schäfchen bei der Hand nimmt oder auf die Finger schlägt, je nachdem. Man hilft beim Finden von Lebenspartnern, beim Ausbau der Wohnung, beim Führen von Restaurants. Dafür blamiert man die Beteiligten nicht selten bis auf die Knochen - aber wer hilft, der darf auch spotten, ist die Maxime des Senders. Man führt Spendenmarathons durch, brüstet sich der Millionen, die der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Bertelsmann&lt;/span&gt;-Konsument, vulgo: RTL-Zuschauer, ausschüttet und läßt die Milliarden von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Bertelsmann&lt;/span&gt; und/oder RTL ruhig auf dem Konto schlafen. Der Sender ist die selbsternannte moralische Schule der Nation, in der es ganz besondere Leitsätze gibt. Blamiere Deinen Nächsten, ist so nur einer davon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Drehbücher für die Liebe&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da suchen regelmäßig Bauern Frauen. RTL ist überhaupt der Sender der Frauen- oder Partnersuche. Bauern, Muttersöhnchen, Großstadtsingles, Auswanderer - RTL gibt vor, die Zweisamkeit für sie zu buchen. Nach Script natürlich. Dem Zuschauer gaukelt man vor, alles sei besonders real, alles sei genau so geschehen. Die Dialoge klingen dabei so, als kämen sie vom Papier - das stört aber offenbar niemanden. Der Zuschauer will gar keine Menschen sehen, die frei über sich und ihre Gefühle verfügen, er will das "Produkt: Liebelei" bestaunen. Produkt ist überhaupt alles, was bei RTL geschieht. Heesters, den man boulevardesk hofierte, war kein in die Jahre gekommener, unmodern gewordener Operettenschmalzus aus den Vierzigerjahren, auch seine Geschichte nahe am KZ Dachau blieb unerwähnt, er war das "Produkt: fröhlicher Methusalem", irgendein entpersonalisiertes besonders altes Alterchen, das seriös nicht erklärbar war, über dessen quersitzende Fürze man aber seriös tuend berichtete. Und dann das "Produkt: Freak-Show", erschreckend seltsame Männer, die Schwiegertöchter für ihre Mütter suchen und bei denen man manchmal glaubt, RTL habe das Casting hierzu in einem Caritas-Heim für behinderte Erwachsene durchgeführt - das ist nicht mal flapsig gemeint, sondern tatsächlich schon mehrmals beanstandet worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;RTL, der Weltenlenker des Nationalfernsehens, engagiert sich natürlich nur Angestellte, die das RTL-Helfersyndrom mit dem Hang zum Spott kultiviert haben. Dümmlich grinsende Herrschaften tun so, als seien sie integer, anständig und meinten es nur gut. Vera Int-Veen, die sich stets als &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Vera aus dem Fernsehen"&lt;/span&gt; vorstellt - oder Inka Sonstwie, die in Latzhose und Karohemd den Solidaritätskurs zu ihrer Klientel, den Bauern, fährt und ernsthaft erzählt, durch ihre Sendung sei den Menschen in Deutschland (wir wissen ja, die ganze Nation guckt mit), der Beruf des Landwirts wieder nähergebracht worden. Flirten, Ausdruckslosigkeiten, Peinlichkeiten, notgeile Bauern und amnötigtstengeile Weiber: sieht so der Beruf des Landwirts aus? Die Vera aus dem Fernsehen dringt indes in Wohnungen ein, spioniert nach, lauert Menschen auf, tut das aber nur, weil sie helfen will - Menschen, die unter Helfersyndrom leiden, stalken und spionieren, ihre Gutherzigkeit wird zum Zwang, scheint es fast. So gesehen ist RTL der passende Therapeut für die Fernseh-Vera, dort kann sie ihren Helferzwang ausleben und wird dafür auch noch bezahlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Trinitätsdogma - oder: die heilige Dreieinigkeit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Helfer und Götter. Letztere zieren die Jurys von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mein Casting-RTL&lt;/span&gt;. Der ewige Bohlen natürlich, der unter &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Dieter, Dieter"&lt;/span&gt;-Rufen, die ein Anheizer anheizt, das Studio betritt. Vorzugsweise nicht per pedes - auf Elefanten, in Cabrios oder auf heißen Öfen. Bohlen ist das fleischgewordene Klischee eines frauenfleisch- und motorengeilen Typen. In dieser Rolle gefällt er sich und den Zusehern. Niedlich, wie der Dieter sabbert, wenn er halbbedeckte Titten sieht - neben ihm eine weibliche Jurorin, gekleidet wie die Rosi, die unter&lt;span style="font-style: italic;"&gt; &lt;/span&gt;&lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/B001QCKCMW/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=B001QCKCMW"&gt;Zwounddreißig Sechszehn Acht&lt;/a&gt; zu erreichen ist, die argwöhnisch spöttelt, wenn Dieter Brüste als Alleinstellungsmerkmal einer Kandidatin unterstreicht und ihn nicht abstraft, sondern verliebt den Oberarm tätschelt. Die Jurorinnen sind indes auch Göttinnen neben diesem Obergott, auch ihre Namen werden rufend zelebriert, wenn sie dazu schreiten, das unterirdische Mittelmaß, das dort auftritt, zur Sensation zu erheben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dort bekommt jeder seine fünf Minuten Berühmtheit. Auftritte von stilisierten Lebensverlierern, die eine verkrebste Mutter pflegen oder die dreiundneunzigjährige Oma verloren haben und daher orientierungslos und verheult durch ihren Tag irren. Bis sie auf die Bühne taumeln, dort nicht allzu schief singen oder muszieren und für ihr Schicksal in Form von inszenierten &lt;span style="font-style: italic;"&gt;standing ovations&lt;/span&gt; entschädigt werden. Wie diese durch Trauer und Schicksalsbeutelungen fast lebensunfähigen Leute die Kraft aufbrachten, sich dort zu bewerben, dorthin zu kommen, das erklärt einem keiner. RTL ist auch dort der Geber, der Helfer, spendet Hoffnung, spendiert einen Neuanfang. Und die Götter entscheiden, wen sie durchwinken, wen sie loben und dem Glück naheführen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Dreimal Ja!&lt;/span&gt;, sagen sie - das bedeutet soviel wie: Lebensziel erreicht. Dass am Ende diese &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Dreimal Ja!&lt;/span&gt; nicht bindend sind und zwischen allen, die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Dreimal Ja!&lt;/span&gt; gehört haben, neuerlich sortiert wird, stört da auch nicht weiter. Die göttliche Dreieinigkeit, die sich im einigen, dreieinigen Ja zeigt, sie ist der größte Augenblick im Leben dieser Kandidaten. Der sonst so schnodderige und brutale Bohlen gibt hierbei das personifizierte Mitleid. Zwischen Titten- und Motorenspleen strahlt der "Mensch Bohlen" hervor. Treten Kinder, Kranke oder Behinderte auf, so ist er lammfromm und läßt auch mal Talentfreiheit als Talent zu - neulich dann sein Statement zu einem Gehbehinderten: Wenn er schon was kann, soll man ihn auch in die nächste Runde schicken. Wenn er schon was kann, dieser Behinderte - das klingt wahrlich freundlich. Nobel geht die Welt zugrunde...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;In sich gleichgeschaltet&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstaunlich abgestimmt ist das gesamte Konzept des Senders. Die Inhalte werden sendungsübergreifend thematisiert. Was mittags bei der lispelnden Dauerwelle in &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Punkt 12&lt;/span&gt; erzählt wird, wird bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;RTL aktuell&lt;/span&gt; aufgewärmt - inklusive Promiklatsch. Was bei der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;scripted reality&lt;/span&gt; geschieht, ist Grundlage für sich seriös gebende Magazine. Was Bohlen und seine Helferlein auswählen, füllt die Magazine des Senders natürlich sowieso. Die Darsteller von Soaps sitzen in Abendsendungen oder tanzen um die Wette - und mancher Dauergast bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Punkt 12&lt;/span&gt;, das indes wiederum nur das Morgenmagazin des Senders wiederholt, landet im Dschungel oder manchmal als Einspieler in der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Chartshow&lt;/span&gt;, wo er erzählen darf, dass er &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Loco in Acapulco&lt;/span&gt; von den &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Four Tops&lt;/span&gt; schon als Kind gehört habe und es &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"echt supertoll und geil"&lt;/span&gt; fand; hernach darf er noch tremolieren: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Loco in Pukipulko... hmhmhm lalala&lt;/span&gt; - nebst Gesumme, versteht sich. Und ohne Frage, das Personal aus den nachmittäglichen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;scripted realities&lt;/span&gt; erscheint auch zum Casting - vermutlich wurde das damals, als man für &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mitten im Leben&lt;/span&gt; unterschrieb, gleich noch vertraglich festgehalten: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;...der Kandidat verpflichtet sich, auch beim Supertalent aufzutreten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein deutscher Sender ist in sich so geschlossen, wie es RTL ist. Keiner hat eine derart übergreifende Konzeption. RTL schafft sich einen Mikrokosmos, der rund um die Uhr, quer durchs Programm, in jeder Sparte erhalten bleibt. Selbst Jauch, den man als RTL-Intellektuellen verkauft, kennt die Namen der GZSZ- oder DSDS-Figuren. RTL ist eine abgeschlossene Welt - die dort verbreitete Wirklichkeit ist konzipiert und verbindlich für alle Sendungen. Und die ganze Nation nimmt daran teil - jeder, der nicht RTL schaut, gehört einfach nicht zur RTL-Nation. Es gibt kein Entrinnen, die RTL-&lt;span style="font-style: italic;"&gt;reality&lt;/span&gt; durchzieht Soaps und "Dokus", &lt;span style="font-style: italic;"&gt;WWM&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Stern TV&lt;/span&gt;, Nachrichten wie Boulevard-Magazine. RTL ist kein Sender, in dem zufälligerweise Sendekonzepte verschiedener Art ausgestrahlt werden - die Sendungen sind aufeinander abgestimmt, die Inhalte sind die Inhalte aller Konzepte. Bei keinem anderen Sender scheint die Abstimmung so radikal. RTL ist in sich gleichgeschaltet; News werden durchgereicht, werden in Dokus eingebaut und in Drehbücher verwurstet. Das Weltbild, das RTL verkündigt, es ist in sich stimmig und wird von keiner Seite innerhalb des Programms auch nur zwischen den Zeilen in Zweifel gezogen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;br /&gt;Die Ambivalenz der Anderen&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Was bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Stern TV&lt;/span&gt; oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Life&lt;/span&gt; wahr ist, ist auch für &lt;span style="font-style: italic;"&gt;RTL aktuell&lt;/span&gt; wahr, für &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Punkt 12&lt;/span&gt; wahr und bleibt zwischen den schief gesungenen Noten auch irgendwo beim Castingkonzept wahr. Widerrede gibt es nicht. Im &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ersten&lt;/span&gt; gibt es, bei aller Kritik, noch Abwechslung. Zwar hält dort Jauch der Kanzlerin Karteikärtchen hin und macht damit Seibert den Posten als Regierungssprecher streitig - aber gleichzeitig gibt es &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Panorama, Monitor&lt;/span&gt; oder es kramt Christoph Lütgert höheren Interessen im Wege herum. Zwar treten die stets grinsenden Tietjen und Hirschhausen ihre banale Talk-Illustrierte im NDR breit - aber auch das Magazin &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Zapp&lt;/span&gt; ist dort heimisch. Die Ambivalenz ist dort überall Programm. Derart unabgestimmte Sendeformate, die sich nicht aufeinander beziehen oder sich sogar noch diametral entgegen stehen, wären bei RTL undenkbar. Zwar ist eine RTLisierung auch bei Sendern wie Sat 1 oder Pro 7 sichtbar, aber in dieser Perfektion ist das dort bislang noch nicht gelungen.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ein-in-sich-abgeschlossener-mikrokosmos.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/0dfc8c5e4841443ea0c7976c536e00a9" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4505195192463004500?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/4505195192463004500/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=4505195192463004500' title='53 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4505195192463004500'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4505195192463004500'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ein-in-sich-abgeschlossener-mikrokosmos.html' title='Ein in sich abgeschlossener Mikrokosmos'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>53</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-3033024912721017191</id><published>2012-01-23T11:00:00.002+01:00</published><updated>2012-01-23T11:04:05.879+01:00</updated><title type='text'>Von wegen Opfer!</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Zu einem sanftmütigen Opfer taugt Baltasar Garzón wahrlich nicht. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Spaniens mutigster Richter"&lt;/span&gt;, &lt;a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=au&amp;amp;dig=2012%2F01%2F18%2Fa0070&amp;amp;cHash=c55703f12d"&gt;wie ihn die taz nennt&lt;/a&gt;, erlebt gerade die Parteienallmacht des spanischen Zentralstaates, muß sich gegen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Partido Popular&lt;/span&gt; und faschistische Organisationen behaupten. Ganz so opferhaft ist dieser Mann jedoch nicht. Das sollte man mal richtigstellen. Das Mitlauschen von Gesprächen zwischen Anwälten und Angeklagten in U-Haft ist indes keine kuriose Neuigkeit, wie das die PP meint - ähnliches Vorgehen gab es unter Garzón immer wieder, nur da war es politisch gewollt.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Ja, er untersuchte Verbrechen des Franqusimo - freiheitlich und demokratisch äußerte sich seine Gesinnung allerdings nicht immer. Sein Engagement gegen die ETA war selten astrein. Mit den Verbrechern, die die baskischen Separations- bzw. Autonomiebestrebungen durch ihre Gewaltbereitschaft kriminalisierten, unterwarf er auch Basken seinem Diktat, die nichts mit Gewalt, sehr wohl aber mit der &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3853712940/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3853712940"&gt;"baskischen Sache"&lt;/a&gt; zu tun hatten. Der Kampf gegen die ETA war für Garzón immer auch ein Kampf gegen die baskische Kultur. Er kriminalisierte die baskische Sprachschulvereinigung, ließ baskische Zeitungen schließen, baskische Radiosender abschalten, deren Redaktionsmitglieder juristisch verfolgen. Und er leitete das Verbot der linken baskischen Partei Batasuna in die Wege - das zunächst temporäre Verbot Garzóns wurde später vom spanischen Verfassungsgericht bestätigt. Unter Garzón gab es im &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/03/ein-ehrenwerter-bundnispartner.html"&gt;Kampf gegen die ETA&lt;/a&gt; - und gibt es immer noch - die Tolerierung von Folter zur Geständniserzwingung; Schutzhaft bis zu fünf Tagen ohne anwaltliche Kontaktierung; &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/feinde-nicht-burger.html"&gt;horrende Haftstrafen&lt;/a&gt; ohne Möglichkeit der Resozialisierung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kampf gegen die ETA wurde auch von Garzón stets als ein Krieg gegen demokratische Grundsätze geführt. Kollateralschäden wie die baskische Kultur nahm man hin. Autonomiebestrebungen auch ohne Gewaltbereitschaft galten als Frevel am spanischen Zentralstaat. Der politische Arm der Autonomiebewegung wurde von Garzón abgeschlagen und vormals gewaltfreie Streiter für die baskische Sache kriminalisiert und in den Untergrund gedrängt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher, was Garzón nun widerfährt, zum Spielball der rachsüchtigen Volkspartei unter Rajoy zu werden, zum Angeklagten franquistischer Organisationen, das gleicht einem Skandal. Aber die sich abgehört wähnende Volkspartei, sie hat zugeschaut, als Garzón und Mitstreiter ETA-Gefangene von ihren Grundrechten abschnitt - Belauschungen inklusive. Ihn nun aber deshalb zum aufrechten Recken zu küren, das ist ignorant - der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"mutigste Richter Spaniens"&lt;/span&gt; war in der baskischen Angelegenheit besonders mutig, weil er starken Rückhalt in Madrid fühlte. Dort vertritt man weiterhin die Meinung, baskische Autonomie sei genug gegeben und die baskische Kultur und Sprache sei ohnehin so primitiv, dass man nicht zu viel Eigenkultur und -verwaltung erlauben sollte. Garzón war die juristische Speerspitze dieses Überspaniertums, der Freisler des reformfranquistischen Spaniens. Zum Opfer taugt er wirklich nicht...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/von-wegen-opfer.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/25bcd8324f984bd48870cf6270433c8f" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-3033024912721017191?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/3033024912721017191/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=3033024912721017191' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3033024912721017191'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3033024912721017191'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/von-wegen-opfer.html' title='Von wegen Opfer!'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-36112555703311753</id><published>2012-01-23T07:30:00.002+01:00</published><updated>2012-01-23T07:30:03.937+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Venia verbo'/><title type='text'>Sit venia verbo</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Geändert haben sich nur die Schlüsse, die aus solchen Zahlen gezogen werden. Vor 30 Jahren hatte Don Reid nach den Wurzeln des Unglücks geforscht und den zum Tod Verurteilten als menschliches Wesen gezeichnet, der das Pech hatte, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Heute sind die Medien nur noch am Wie und Wo der Tat interessiert, nicht am Warum. Die möglichst genau Schilderung des Geschehenen soll keineswegs Beklemmung auslösen: Was, dazu ist der Mensch also auch fähig...? Absicht ist vielmehr, den Täter als Monster, als Bestie zu zeigen, die nie zur menschlichen Gesellschaft gehört hat, geschweige denn zum amerikanischen Volk, und deshalb ausgemerzt werden muß. Auf das Schildern einer katastrophalen Jugend und das ausweglose Zusteuern auf die Tat wird verzichtet. So entsteht der Eindruck: Nicht das Leben hat einen Mörder zum Mörder gemacht. Ein Mörder wird schon als Mörder geboren."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- Margrit Sprecher, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3251400088/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3251400088"&gt;"Leben und Sterben im Todestrakt"&lt;/a&gt; -&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-36112555703311753?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/36112555703311753'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/36112555703311753'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/sit-venia-verbo_23.html' title='Sit venia verbo'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8060370224149265578</id><published>2012-01-20T07:35:00.002+01:00</published><updated>2012-01-20T07:39:32.520+01:00</updated><title type='text'>... ist die Mutter der Dummen</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;Weshalb hatte er eigentlich nach jedem Besuch dieses matte Gefühl, dass die Stahltür nie richtig ins Schloss fiel? Warum schien es ihm, als würde seine Zelle, dieses dustere Verlies nicht verschlossen? Das war so als gestern der Pfarrer sein  wöchentliches Gastspiel beendete. Dasselbe Gefühl neuerlich einige Stunden später, als der Anstaltspsychologe seinen täglichen Kurzbesuch abschloss - vermutlich jedoch nicht die Tür. Und immer wenn der junge Gimpel von Wärter, der ihm das Essen aus der Küche brachte, aus diesem dunklen Bunker wieder heraustrat, dünkte ihm ebenfalls, dass da diese dicke Tür, dieser Koloss gleich einer Tresortür, nicht schwer und behäbig ins Schloss fiel - geschweige denn, dass sie abgeschlossen würde.&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Er war schon einige Wochen hier in seinem neuen Domizil unter Tage, mittlerweile gewohnt an das Halbdunkel, an die Nässe, die von den Gemäuern troff. Es gab notwendiges Mobiliar, gab ein Bett und Sitzgelegenheiten. Sogar einen Fernseher. Und überdies ein Waschbecken, auch wenn der ganze Raum ein einziges Waschbecken war. Allerdings hatte er mehr Platz als nötig, so viel Platz, wie er in seinem Leben zuvor nie in einer seiner Wohnungen besaß. Zwanzig, fünfundzwanzig Quadratmeter mögen es schon gewesen sein. Größe ohne Luxus. Das Holz von Stuhl und Tisch beispielsweise war so durchzogen von Wasser, dass es sich fast gummiartig anfühlte und bei Belastung leicht nachgab. Fenster wurden in der Planungsphase des Gebäudes aber offensichtlich vergessen. Es war kein mittelalterliches Verlies, kein Kerker - aber es erinnerte mehr daran, als an eine Zelle des modernen Strafvollzuges.&lt;br /&gt;Wenn er es sich so recht überlegte, so quälte ihn dieser Gedanke, ob denn verschlossen sei oder nicht, schon seit dem ersten Tag seiner Gefangenschaft in dieser Höhle. Als man ihn hierher brachte, ward ihm bereits so, als habe man die Tür nur hinter sich zugezogen. Nur war er anfangs noch zu benommen, um sich darauf einen Reim zu machen. Benommen und mitgenommen vom Prozess und dem Urteil. Er hatte wahrlich andere Gedanken und Sorgen als Türen, die nicht richtig schlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wochen gingen ins Land, ins Verlies, in die Knochen.&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;"... solange, bis das Leben aus seinem Körper weicht"&lt;/span&gt;, hatte er damals, er saß in der Anklagebank, benebelt vom Prozessverlauf, duselig von Plädoyer des Staatsanwaltes, vernommen. Das Urteil stand also fest.&lt;br /&gt;Anfangs kettete man ihn fest. Er hatte zwar große Bewegungsfreiheit, konnte aber den hinteren Teil seines Verlieses nicht verlassen. Seit etwa zwei Wochen entband man ihn - nicht von Pflichten, die es hier offenbar ohnehin nicht gab: von der Kette. Er war plötzlich ein freier Mann in der ihm zugeteilten Unfreiheit. Bis vor zur Tür wagte er sich aber nie. Was ihn jedoch fernhielt, wusste er nicht genau. Vielleicht war es die Angst, dabei ertappt zu werden, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Der Gefangene versucht zu fliehen!&lt;/span&gt;-Rufe zu hören, heranstürmende Wärter, schmerzhafte Schläge und Tritte - und danach? Etwa wieder Ketten?&lt;br /&gt;Und was, so grübelte er, wenn die Tür wirklich unverschlossen oder gar bloß angelehnt wäre? Bei diesem Gedanken, die Flucht, das Überleben vor Augen zu haben, wurde ihm schlecht. Hoffnung würde das ergeben - und gerade die hat er wochenlang niedergerungen. Er war über die Hoffnung hinweg. Endgültig.&lt;br /&gt;Sein Anwalt machte ihm nach dem Prozess noch Hoffnungen: Revision einreichen und alles würde nochmal gut. Selbstüberzeugt war der Mann ja und er selbst war somit auch überzeugt - Hoffnung eben, wie sie vorkommt im menschlichen Dasein. Doch er wurde enttäuscht, Revisionantrag abgeschmettert. Danach ein neuer Hoffnungsschimmer: Gnadengesuch hieß der. Abermals enttäuscht. Sein Bruder besuchte ihn mehrfach und erklärte ihm zuversichtlich, er würde einen relativ guten Bekannten aus dem Justizministerium kontaktieren - natürlich zerschlug sich auch diese Hoffnung; der Bekannte wollte nicht mehr bekannt sein. Enttäuschung, wieder Enttäuschung, beharrlich Enttäuschung - und unerfüllte Hoffnung, je und je gescheiterte Hoffnungen.&lt;br /&gt;Nie waren es die Menschen, zuversichtliche Anwälte etwa, oder mit Beziehungen bekannte Brüder, die seine Moral brachen - es war die Hoffnung, die sich enthusiastisch ins Denken schlich und dann total ernüchtert abzog und verbrannte Erde hinterließ. Die Hoffnung war wie ein Generalissimus aus dem Dreißigjährigen Krieg. Sie zeigte sich ihm als rücksichtsloser Wallenstein. Erst ins Gefecht, Freudentaumel, Kraftprotzerei, mit Hakenbüchsen und Arkebusen zielsicher angelegt - danach Rückzug nach Fehlschüssen und unwirtlich gemachtes Terrain in der Seele. Von den Menschen, die ihn im Stich ließen, war er nur bedingt enttäuscht - die Hoffnung, dieses schizophrene, irrationale Gefühl war es, was ihn enttäuschte.&lt;br /&gt;Wenn also die Welt ein hoffnungsloser Ort ist, dachte er sich stichhaltig, dann ist der, der noch Hoffnung in sich trägt, falsch in dieser Welt. Quasi ein hoffnungsloser Fall, würde man umgangssprachlich sagen. Sprache bildet oft die Realität nicht getreu ab; Umgangssprache verfälscht mehr als sie belichtet, ist zu vage strukturiert. So auch hier, denn genau das wollte er ja werden: ein hoffnungsloser Fall. Seelisch verträglicher ist es, als hoffnungsloser Fall durch eine hoffnungslose Welt zu stolpern. Hoffnung ist die Mutter der Dummen, weiß ein polnisches Sprichwort - einem Volk, das so viel gehofft hat und so oft enttäuscht wurde, zerrissen, aufgeteilt, überrannt, kann man solche Sentenzen nicht verübeln.&lt;br /&gt;So entschloss er sich, alle Hoffnung fahren zu lassen. Er verfiel einige Tage in mönchisches Repetitio: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Ich werde sterben, ich werde sterben, ich werde sterben..."&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; &lt;/span&gt;Wie ein mit Oberkörper wippender Jude an der Klagemauer, wie ein muslimisches Klageweib, wie ein katholischer Fastenmönch im Hungerwahn, wie ein Junkie im Kiff-Mantra lallte er tagelang einen Singsang vor sich her. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Ich werde hingerichtet, hingerichtet, hingerichtet..."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Siehe da: es gelang - aber ihm war klar, dass es ein zerbrechlicher Erfolg war, denn eine offene Tür würde die mühevoll erarbeitete, erlallte, sich hineinrepetierte, wiedergekäute Hoffnungslosigkeit außer Kraft setzen - es gäbe einen Rückfall, danach wahrscheinlich, nein ganz sicher, eine neuerliche Enttäuschung. Die Tür war daher für ihn unantastbar, es gab sie für ihn nur verschlossen - es gab sie gar nicht für ihn. Sie war der Zugang seiner Besucher, aber kein möglicher Ausgang des Besuchten. Er trat in jenen Tagen niemals näher als etwa drei Meter an sie heran. Schweifte sein Blick ab, sehnsüchtiges Gestiere auf diese Maueröffnung, so rief er sich umgehend zur Vernunft. Ein Drahtseilakt an Selbstdisziplin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gespräche mit dem Anstaltspsychologen boten Kurzweil. Sie waren zwar flüchtig, bruchstückhaft - denn er blieb jeweils einige Minuten. Hin und wieder setzte er sich an den Tisch, dann philosophierten sie. Sie philosophierten nicht die Philosophie großer Geister; es war die Philosophie kleiner Gefangener - passende Gedanken im passenden Umfeld. Allgemeinplätze manchmal, Freiheitsgewäsch, als ob man von Freiheit satt würde. Selbstverständlich auch Küchenpsychologie, die seltsamerweise vom Fachmann selbst kam, nicht vom Laien. Letzterer fragte nie, ob denn die Tür verschlossen sei oder nicht - er fürchtete sich vor der Antwort, egal wie diese auch ausgefallen wäre. Hätte man ihm mitgeteilt, man sei doch dieses Jahr im Jahr der offenen Tür, so wäre geradewegs die Hoffnung durch den Türstock hindurchspaziert - und hätte man ihn mit großen Augen überrascht angeschaut und gesagt, er träume wohl, es sei wie immer verschlossen, schließlich sei er doch Gefangener, so hätte es ihn nicht minder enttäuscht.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wie soll ich leben hier drinnen? Welchen Sinn kann ich in einer Situation erkennen, die jederzeit beendet sein kann?"&lt;/span&gt;, fragte er so den Psychologen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Es liegt nur an Ihnen"&lt;/span&gt;, antwortete der.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wie kann man als Akademiker - entschuldigen Sie diese persönliche Frage - an diesem Ort sein, wo Menschen gegen ihren Willen festgehalten und getötet werden?"&lt;/span&gt;, fragte er ihn.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Nichts geht gegen den Willen, theoretisch sind Sie frei"&lt;/span&gt;, antwortete der - man habe doch Grundrechte, murmelte er hinzu.&lt;br /&gt;Natürlich folgten auch die üblichen brauchbaren wie unbrauchbaren Ratschläge, wie man das von einem Psychologen erwarten durfte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Pfarrer hingegen kam nur einmal wöchentlich. Obwohl der Gefangene nicht wollte, betete er dann mit ihm. Weltliche Gespräche waren Mangelware. Wenn sie doch stattfanden, strickte der Geistliche permanent biblische Geschichten in die Unterhaltung, sprach von Reue, von Einsicht, von der Notwendigkeit, den letzten Weg mit aller Konsequenz zu gehen, Amen.&lt;br /&gt;Sein Anwalt besuchte ihn jede zweite Woche. Das schlechte Gewissen trieb ihn her, man sah es genau. Plausch. Nichts Substantielles. Rechtsfragen wurden nicht mehr erörtert. Rechtsfragen bedeuten Hoffnung und Hoffnung war nicht mehr eingeplant.&lt;br /&gt;Nach weiteren Wochen in der feuchten Dunkelheit oder der dunklen Feuchtigkeit, was nicht dasselbe war, sondern je nach Gemütslage als Ausdruck in seinen Gedanken Niederschlag fand - nach weiteren Wochen fing er an, alle Menschen, mit denen er Kontakt hatte - das waren im wesentlichen die Wärter, Psychologe, Pfarrer und Anwalt, gelegentlich ein Arzt, ein Zahnarzt und ein Friseur -, mit einer Frage zu quälen: Wann endlich würde sich wohl die Hinrichtung ereignen? Denn die Warterei wurde ihm zu bunt - Umgangssprache, die unsensibel ist, die Wirklichkeit so abstrakt abbildet, dass sie unerkennbar wird. Es wurde ihm zu bunt: was für eine Phrase für jemanden, der in grauer Tracht in grauer Dunkelheit sitzt, graue Suppe schlürft, an grauem Fleisch kaut, mittlerweile ein graues Gesicht hatte, dachte er sich.&lt;br /&gt;Keinen Termin zu haben, den er sich im Kalender ankreuzen konnte, keinen Horizont zu kennen, das schmerzte. Gerne hätte er wieder Hoffnung gehabt - Hoffnung auf Erlösung. So endlos in Hoffnungslosigkeit, spürte er, könne er nun auch wieder nicht leben. Das ist die Komik an dieser Welt, sagte er sich, sie ist ein hoffnungsloser Ort, aber passt man sich ihrer an, wird ein hoffnungsloser Fall, so wird man auch nicht glücklicher. Der Mensch strebt nach besten Lösungen, aber jeder Weg ist so falsch, wie er für eine Weile richtig sein kann.&lt;br /&gt;Wann also? Antworten erhielt er, nie aber eine Antwort, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;die&lt;/span&gt; Antwort. Man könne das nicht wissen, noch sei weder ein Termin bekannt noch ahne man auch nur, wann er angesetzt sein könne, sagte man ihm. Alles sähe nach einem langen Prozedere aus. Er solle warten, irgendwann würde es soweit sein, das sei sicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er wollte es zurück, dieses menschlichste aller Gefühle, das sich Hoffnung nennt. Sie kann schmerzen, wohl wahr - aber anfänglich ist sie Labsal, verströmt erquickliche Gefühle fast wie bei einer genüsslich stattfindenden Masturbation. Wie ein Feldherr, der erst hernach entvölkerte Landstriche und leergefressene Felder und Ställe zurückläßt, so ist die Hoffnung anfangs doch bejubelt - wie Gustav II. Adolf, der von den Protestanten beklatscht wurde, so tritt auch die Hoffnung als Retter auf. Sie erbarmt sich erst, dann macht sie erbärmlich.&lt;br /&gt;Eine letzte Hoffnung auskosten, dachte er sich. Dieses kandierte Gefühl erleben. Für einige Augenblicke noch hoffen, bangen, ausmalen - nicht Realist sein, sondern hoffnungsvoll träumen. Langsame Schritte auf die Tür zugehen, weiter hoffen, weiter bangen, wahrscheinlich enttäuscht werden. Aber einige Sekunden Wonne. Das wollte er erleben. So tat er dann auch, nicht lapidar, sondern in vollem Bewusstsein, fast rituell besinnlich. Er machte ganz kleine Schritte Richtung Tür, noch kleinere, je näher er kam. Blieb einige Sekunden stehen, kontrollierte seinen Atem, der ins Stocken geriet. Durchatmen, Magengrummeln, Schmetterlinge im Bauch, weiche Knie - Metaphern wie aus einem billigen Schmalzroman. Oh Hoffnung, du zuckriges Innenleben! Das sind die Reize des Lebens, das erfrischt die Lebensgeister, dachte er sich. Aber bedenke, der Überschwang vergeht gleich, in einigen Sekunden tut es mächtig weh, gleich erleidest du zerschlagene Hoffnung - das ist der Preis wonniger Momente. Jeder Orgasmus endet in postkoitaler Tristesse.&lt;br /&gt;Nach endlos langsamen Schritten stand er vor der Tür. Erste Enttäuschung: sie war nicht angelehnt, er hatte sich getäuscht. Im gegenüberliegenden Winkel flegelnd, hatte es manchmal nur so ausgesehen, als sei die Tür gar nicht richtig ins Schloss gefallen. Ein Irrtum. Der war aber auch zu erwarten, allen Ernstes, das hier war ein Verlies, ein Gefängnis! Sein Atem stolperte. Jetzt am Türknauf ziehen. Soll er? Soll er nicht? Zögerlich, regelrecht kontemplativ führte er seine Hand an den Knauf. Ließ sie kurz dort ruhen, rasten, verschnaufen. Dann umfasste er die metallene Kugel, schwächliches Ziehen. Nichts. Festeres Ziehen. Nichts... nichts von Enttäuschung! Die Hoffnung hat neue Nahrung, die Tür war tatsächlich nicht verschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er zog sich eilig zurück, niemand schien die Aufhebung, diese zunächst mehr theoretische als praktische Aufhebung seiner Gefangenschaft gesehen zu haben. So kauerte er sich auf sein Bett, grübelte. Was tun?&lt;br /&gt;Zwei Nächte überschlief und übergrübelte er die nicht abgesperrte Tür noch. Schlechter Schlaf - Denken kann oft so laut, so innerlich lärmbelästigend sein, dass man keine Ruhe findet. Zwei Nächte, dann der Entschluss: er würde es in der nächsten Nacht wagen, er würde aus diesem Verlies treten, sich umsehen, vielleicht sogar abhauen, wenn die Gelegenheit günstig ist. Ob wohl eine Wache vor der Tür steht? Er würde es heute Nacht erfahren. Vielleicht, so säuselte ihm die Hoffnung ins Ohr, würde ein Gefängnisbetrieb, der das Absperren vernachlässigt, auch Wachpersonal für entbehrlich halten. Und wer sagt denn, dass nicht alle Türen, die sich ihm bei seiner Flucht in den Weg bauen, falls überhaupt weitere Türen auf dem Weg zur Freiheit liegen, unverschlossen sind. Selbst ohne Hindernisse, wusste er, würde es nicht ganz einfach werden, den unterirdischen Trakt zu verlassen. Er war verwinkelt und dunkel, Pfeilschilder gab es keine. Für wen sollten Schilder auf denen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ausgang&lt;/span&gt; steht neben einen Pfeil, der nach rechts deutet, denn angebracht sein? Für flüchtende Insassen etwa?&lt;br /&gt;Wichtig war, keinen Verdacht zu nähren. Besonders die alltägliche Psychologenphilosophisterei, in der er zur haltlosen Redseligkeit neigte, musste er im Auge behalten. Teilnehmender Gesprächspartner und Beobachter sein, was nicht jedermanns Sache ist. So geschah es, dass er wortkarg war in jener Stunde, was der Psychologe zur Kenntnis nahm. Er fragte nach dem Motiv dieser ungewöhnlichen Wortknappheit. Natürlich erntete er nur Ausflüchte.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Haben Sie Sehnsucht nach der Freiheit - ist es das?"&lt;/span&gt;, fragte der Psychologe.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Möglich"&lt;/span&gt;, gab sich der Gefangene knapp, aber ehrlich. Ehrlichkeit ist das beste Versteck, wusste er. So handhabte er es, wenn er einst seine Verflossene betrog, sie ihn fragte wo er war, worauf er mit dem Auge zwinkerte und meinte, er habe wahrscheinlich eben eine andere gebumst. Das war die Wahrheit, roch aber nur nach derben Humor - wer unertappt lügen will, soll nur die Wahrheit sagen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Würden Sie abhauen, wenn sie die Chance hätten?"&lt;/span&gt;, fragte der Psychologe weiter.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Ich habe keine Chance"&lt;/span&gt;, antwortete er zögerlich.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Und wenn die Tür nicht abgeschlossen wäre: würden Sie gehen?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Dann bestimmt"&lt;/span&gt;, lachte er zur Antwort.&lt;br /&gt;Diese ehrliche Lüge war auch das Ende des täglichen Besuches. Man wünschte sich einen schönen Abend und gute Nacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Nacht kam - wieder eine Ungenauigkeit, denn sie kam nicht, sie war alleweil da, es war stets nächtlich in der unverschlossenen Zelle. Der Fluchtbereite zog sich seine Jacke an. Wer nicht weiß, ob ihn der Fluchtversuch in den nächsten Minuten in Freiheit lotst, dennoch in seine Jacke schlüpft, um nachher bei der Flucht nicht zu frieren, den kann man vorausschauend nennen oder einen Optimisten. Sich bekleidender Optimismus, könnte man das nennen.&lt;br /&gt;Drängend zur Tür, forsch am Knauf gezogen, leises Knacken, überstürzt nach links, nach rechts hinausgelugt. Nichts. Leere. Freie Bahn zumindest bis zur nächsten Ecke. Er bettete die Türe leise ins Schloss zurück. Geschwind nach links gerannt, geschwind ums Eck gelinst. Keine Menschenseele. Nur Dunkelheit und fast tropische Luft. Dreckige Böden, vergitterte Kellerfenster, Fensternischen mit hoch angebrachten Schießscharten, die vergittert waren. Und Ecken und Winkel, kurze Gänge, langgezogene Gänge, hin und wieder Türen, die seinen Weg säumten. Nicht als Barrieren, er eilte an ihnen nur vorbei. Türen, hinter denen vielleicht auch Gefangene hockten. Ob die wohl auch unverschlossen waren? Ein Befreierherz schlug in dieser Nacht nicht in ihm. Heute zähle nur er, wusste er. Er eilte über Flure, tastete sich um Ecken.&lt;br /&gt;Niemand zu sehen. Ein verlassenes Gefängnis. Alles still. Das war seltsam, konnte ihm nicht geheuer sein, aber die Hoffnung, sie peitschte ihn an. Nicht denken, sagte der Feldherr Hoffnung, flüchte, flüchte dich ins Gefecht. Freiheitsfanfaren unterlegten die Reden der Hoffnung. Gleich wird die Treppe erscheinen, die nach draußen führt, dann noch ein kurzer Gang im Erdgeschoss, ein Tor noch, dann Freiheit. Immer wieder flammte die Skepsis auf, sickerte die Zweifel durch. Da kann doch etwas nicht stimmen! Unverschlossene Türen für einen unbewachten Todeskandidaten...&lt;br /&gt;Halt deinen Mund!, schrie die Hoffnung sogleich.&lt;br /&gt;Negativling!, rief sie der Skepsis zu.&lt;br /&gt;Defätistenpack!, schrie sie den Zweifel an.&lt;br /&gt;So strebte der von Hoffnung Getriebene weiter. Ich werde leben, dachte er sich. Ich entkomme dem Tod, werde mich verstecken, das Land verlassen, leben, frei sein. Die Hoffnung ergriff ihn, lobte ihn für diese Gedanken. Folge mir, du so lange hoffnungslos Gebliebener, jetzt mir nach; jetzt erhältst du den Stoff, aus dem ich bin; jetzt verwandelt sich deine Hoffnung in Realität.&lt;br /&gt;Die Treppe, sie lag vor ihm. Kein Wächter. Pressant nach oben, der kurze Weg zum Tor, zur Freiheit, zur Sonne, wenn die Nacht vorbei ist, dann zur Sonne natürlich. Ob sie geöffnet ist?&lt;br /&gt;Kann nicht sein, moserte die Skepsis.&lt;br /&gt;Halt die Schnauze, rief die Hoffnung, jetzt führe ich ins Gefecht, ich bin der Wallenstein der Stunde, der von Mansfeld des Moments, der amtierende Tilly - meine Arkebusiere machen Freiheit und diesmal bleibt nicht Ödnis und verbrannte Seelenerde, diesmal gewinnen wir diese letzte Schlacht und dann ist nur noch Freude, Feier und es gibt Sold und Eierkuchen.&lt;br /&gt;Er wankte, die Gespanntheit machte, dass sein Darm sind entleeren wollte, er zitterte, Kloß im Hals, anklopfender Durchfall, wie immer bei Nervosität. Hoffen... hoffentlich. Er packte den Griff, zog bestimmt daran und die Freiheit, er konnte es kaum glauben, lag wirklich vor ihm. Er stand vor dem Gebäude, vor ihm Wiese, nach einigen Metern eine Mauer, die nach rechts an einem Gebäude abschloss, aber nach links weg in der Leere endete. Er atmete tief durch, blickte nochmals um sich: kein Mensch. Endlich frei, die Hoffnung erwies sich als berechtigt. Er würde weiterleben. Doch nicht die Mutter der Dummen, dachte er sich und haderte mit polnischen Weisheiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er schlich sich zur Mauer, suchte ihren Schatten, ihre Dunkelheit. Schlich sich an jenes Ende der Mauer, das abbrach, keinen Abschluss kannte. Sicher ist sicher, dachte er sich, auch wenn keiner zu sehen ist, ist Schleichen angebrachter und passt auch besser, wenn ich später stolz meine Fluchtgeschichte erzähle. Am Ende der jäh abgebrochenen Mauer lugte er um den Meter, der die Mauer dick war. Alles frei, die Straße, die sich Richtung Stadt schlängelte, die mit dem Fluß Richtung potenzielles Fluchtversteck mäanderte, sie lag frei vor ihn. So trat er auf die Straße.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Da sind Sie ja endlich"&lt;/span&gt;, erklang es neben ihm.&lt;br /&gt;Er gaffte ertappt neben sich. Ein Pulk von Menschen schien dort zu warten. Zwei Gestalten, kukluxklanartig gewandet, hakten sich bei ihm unter. Alle waren sie da. Seine Wärter, der Psychologe, der Arzt, einige Gefängnisfunktionäre und natürlich der Pfarrer, der nun auf ihn zutrat, leise betete und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Vergib ihm, Vater!&lt;/span&gt; murmelte.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Schön, dass Sie nun bereit sind"&lt;/span&gt;, erklärte der hagere Gefängnisleiter. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wir haben Ihnen genau die Zeit gelassen, die Sie benötigten, um zur Sühne überzugehen."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Urteil im Namen des Volkes..."&lt;/span&gt;, rief ein Mann, vermutlich Staatsanwalt.&lt;br /&gt;Man führte den Geflohenen auf ein Podest. Er ließ es geschehen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"... bis dass der Tod eintritt"&lt;/span&gt;, hörte er. Möglich, dass er Aufschub erhalten hätte, wenn er nur gewollt hätte. Aber weiter mit der enttäuschten Hoffnung zu leben, wieder dieses Gefühl auszuhalten, bitterlich hintergangen worden zu sein, das wollte er nicht mehr ertragen. Und so ließ er es geschehen. Niemand wird gegen seinen Willen festgehalten und getötet - der Psychologe hatte recht behalten.&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ist-die-mutter-der-dummen.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/afb4b5a7d7f24761890b42b45d949482" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8060370224149265578?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8060370224149265578/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8060370224149265578' title='13 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8060370224149265578'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8060370224149265578'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ist-die-mutter-der-dummen.html' title='... ist die Mutter der Dummen'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>13</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-6928622684966853878</id><published>2012-01-19T07:20:00.001+01:00</published><updated>2012-01-19T07:25:51.139+01:00</updated><title type='text'>Öffentlichkeit verteuern, versteuern</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Eine kurze polemische Streitschrift.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Apologeten des wehrhaften Gesundheitssystems fordern Fettsteuer oder Dickenabgabe - manchmal auch Zulagen für Versicherte, deren Sport es zum Beispiel ist, Blindekuh auf Dachterrassen zu spielen. Die Freunde des wehrhaften Rechtsstaates sprachen sich schon häufig dafür aus, dass man die Gewährungskriterien zur Prozesskostenhilfe umstellen sollte - nicht jeder falsche Hartz IV-Bescheid sollte richterlich begutachtet werden können, um die Kassen zu schonen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit demokratischer Gesinnung hat dieser Protektionismus natürlich wenig zu tun. Er erinnert an Zeiten, da an Krankheit laborierende Volkswirtschaften mit Schutzzöllen Einfuhren erschwerten, um die Binnenkonjunktur nicht abzuwürgen. Das war, das ist (oder wäre, denn Schutzzölle werden ja mittlerweile als Verbrechen an der Freiheit verunglimpft und afrikanische Staaten, die sie noch kennen, werden zu Diktaturen erklärt) nicht übel - das ist auch ein nützliches politisches Mittel, um die Wirtschaft zu steuern. Eine Demokratie ist aber keine Volkswirtschaft. Letzteres kann in die Demokratie eintreten - mehr aber auch nicht. Doch eine aufgeklärte Demokratie benötigt geboten Schutzzölle. Aber vor wem schützen?&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Platonischer Staat&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;"Wenn nicht entweder die Philosophen Könige werden […] oder die, die  man heute Könige nennt, echte und gründliche Philosophen werden, und  wenn dies nicht in eines zusammenfällt: die Macht in der Stadt und die  Philosophie […] so wird es mit dem Elend kein Ende haben."&lt;/i&gt; Platon wie er leibte und lebte. Die &lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3150082056/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3150082056"&gt;Politeia&lt;/a&gt;, ein elitärer Zirkel, eine Welt, in der jeder seine feste, unverrückbare Stellung einnimmt. Platon ins Modische übersetzt: lasst die Gescheiten regieren! - oder: die mit hohem IQ sollen herrschen! &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Herrschen&lt;/span&gt; klingt dabei etwas sehr machtgeil. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Herrschen&lt;/span&gt; ist gar nicht modisch übersetzt - heute sagt man dazu aufgehübscht &lt;span style="font-style: italic;"&gt;regieren&lt;/span&gt; oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;verwalten&lt;/span&gt;. Das klingt gezügelter, klingt nicht nach Herrschaft, auch wenn sie es dennoch ist. Sagen wir es anders, mit den Worten des fiskalisierten Steuerbürgertums: die mit hohem IQ sollen bevorzugt werden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenden wir hierzu das Prinzip der antidemokratischen Wehrhaften, der Kumpanen der Fettensteuer und der Erschwerung der Prozesskostenhilfe, an, so müsste es auf eine steuerliche Mehrbelastung für Personen mit niedrigem IQ hinauslaufen. Dazu braucht es Grenzwerte. Sagen wir, ab IQ 130 oder 135 wird man steuerlich bevorzugt. Das wäre relativ großzügig bemessen, denn der durchschnittliche IQ liegt bei etwa 115 - eine Intelligenzbemessungsgrenze von 130 ist somit immer noch generöser angesetzt, als die Toleranzen bei der Geschwindigkeitsüberwachung im Straßenverkehr. Das ist auch richtig so, denn Intelligenz braucht zuweilen große Toleranzen - und der Intelligente braucht sie gegenüber denen die intelligent tun, es aber nicht sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur: was besteuern, was verteuern? Lebensmittel für Minder-IQler? Tragen die dann halbamputierte Hirnmassen-Embleme am Revers, damit Edeka und Aldi weiß, dass hier der Mehrwertsteuersatz von 7 und 19 auf 27 und 39 Prozent steigt? Eine Intelligenztransaktionssteuer für alle, deren Aktien in Sachen Klugheit im Baisse liegen? Nein, man sollte ganz einfach bloß die Öffentlichkeit besteuern. Dringt einer mit einem IQ von 110 in ein öffentliches Amt, wird öffentlich wahrgenommen, so soll er eine Abgabe bezahlen. Oder wenn so einer interviewt wird: zahlen! Dringt so einer ins Öffentlich-Rechtliche ein: blechen! RTL könnte als Freihandelszone laufen - dort darf der Minder-IQler ohne Steueraufwand schwallen - die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Minderintelligenzquotiensabgabe zum Schutz der Demokratie&lt;/span&gt; wird dann jedoch vom Sender getragen. Sonst wäre es ja Steuerhinterziehung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verteuerung der Öffentlichkeit für Blödiane, sollte der Demokratie nur billig sein. Das ist nur die gängige Wehrhaftigkeit mit den Maßstäben, die man sonst im Sozial- und Arbeitswesen anlegt, um sich vom Pöbel abzuschotten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;/i&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Platonische Liebe&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Konzept ist Theorie. Nicht mal humane Theorie, sondern elitärer Feuchttraum. Das waren die Träumereien um Platons Philosophenkönige immer. Die Theorie hinkt außerdem. Was denn, wenn ein Misanthrop wie Sarrazin einen IQ von 142 hätte? Oder ein Aristokrat wie Westerwelle einen von 139? Oder so ein Scripted Reality-Laienidiot mit 131 gerade noch über die Bemessungsgrenze rutscht? Denen könnte man nicht mal ihre Öffentlichkeit versteuern. Und jemand wie Gysi, der vielleicht nur 129 hätte - das ist nur eine Annahme, eine Hypothese, der Mann hat sicher mehr! -, den würden wir immer weniger öffentlich sehen. Dass Sarrazin und Westerwelle über 130 rumkrebsen ist sicherlich möglich, denn Dummheit hat manchmal einen hohen Intelligenzquotienten. Und Intelligenz hat nichts mit IQ zu tun - der IQ ist eine Möglichkeit, die sich auftut, eine Möglichkeit, die nicht genutzt werden muß. Oder falsch genutzt werden kann. IQ-Intelligente sind manchmal besonders dämlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Platons Staat wäre somit dringend mit dem EQ, der emotionalen Intelligenz zu verquicken. Nicht die Philosophen also sollen herrschen, sondern die mildtätigen, die fürsorglichen und verständnisvollen Philosophen - wenn es so was überhaupt gibt. Diejenigen, die eine Philosophie des Miteinanders kennen, die die praktische Intelligenz leben, könnten im Sinne einer wehrhaften Demokratie freien Zugang zur Öffentlichkeit haben, während die emotionalen Krüppel, begutachtet von Psychologen, eine Sonderabgabe leisten müssten, wenn sie vor Kameras drängen. Minder-IQler zu bestrafen wäre ohnehin unfair - niemand kann was für seine cerebrale Verfassung. Gut, Niedrig-EQler sind oft auch unschuldig, sind Produkte eines manchmal traurigen Lebens, böser Eltern und schlechter Lehrer - unschuldig sind Dicke aber häufig auch, und trotzdem würde man sie finanziell schröpfen. Und es sind ja ausgerechnet diese Prekär-EQler, die solche Forderungen stellen - warum also nicht die Geschichte umdrehen und das emotionale Monstrum sanktionieren?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Platonische Hiebe&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich ist das Hirngespinst. Polemik. Ungerecht ist es ohnehin. Und nicht durchdacht, denn selbst jemand mit hohem EQ kann ein Arschloch sein - oder so hohl, dass auch warme Worte nichts mehr retten. Und die Gleichheit aller Menschen wäre aufgehoben. Aber die ist sowieso aufgehoben. Die Öffentlichkeit gehört nicht allen gleich. Und über sie funktioniert die Demokratie - theoretisch ist das jedenfalls so. Die Zeiten im globalen Wettbewerb sind rauh - borstige Typen haben da Konjunktur. Das ist das Einfallstor der emotionalen Blödheit, die in die Öffentlichkeit gerät, dort markige Sprüche abliefert und Schlagzeilen fabriziert. Manchmal intelligent genug, um das ungehobelte Benehmen hinter vornehmen Sprechblasen zu verstecken. Der niedrige EQ belagert die Öffentlichkeit und die Demokratie müsste sich eigentlich schützen, müsste sich wehren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Mechanismen der Zeit sind fiskal ausgerichtet. Man stellt sich vor, dass Menschen nicht mit brachialer Gewalt passend gemacht werden, sondern mit finanziellen Engpässen. Der Fette verschlankt sich vielleicht, wenn er finanziell schlechter da steht - falls nicht, dann hat er wenigstens mehr bezahlt. Der ALG II-Leistungsberechtigte nimmt eventuell falsche Berechnungen in Kauf, wenn er mehr Geld aufwenden muß, um sein Recht zu erlangen. So geht das heute. Gewalt ist out - man steckt unpassende Charaktere nicht mehr in Zuchthäuser oder -lager, man belagert sein zu knappes Geld - und das hat immer zu knapp zu sein. Mit verknappten Bezügen statt mit nicht zu knappen Hieben gestaltet sich staatspolitische Erziehung. Und der Bevorteilte bekommt seine Vorteile nicht direkt und unmittelbar, er erhält sich indirekt, indem er anderen finanziellen Toleranzen unterliegt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Prinzip ist krämerisch, scheindemokratisch, weil es so tut, als seien alle gleich. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Werden sie doch einfach reich!&lt;/span&gt;, ist der dekadente Wahlspruch, gerade so, als hätte jeder die Chance, seinen Reichtum einfach mit etwas Engagement anzugehen. Man sollte die emotionale Idiotie, die uns umgibt, die in wichtige Ämter drängt, finanziell in die Enge treiben. Ein Auftritt bei Jauch kostet dann &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Emotionsrelevante Öffentlichkeitsabgabe&lt;/span&gt; - nicht zu knapp. Und diejenigen, die nicht darunter leiden, die können kostenfrei ins Fernsehen. Wehrhafte Demokratie eben - eigentlich traurig, dass keine besseren Mittel einfallen als solche. So weit ist es gekommen...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/offentlichkeit-verteuern-versteuern.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/62e4f05a52f34103a462818b8ca433d4" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-6928622684966853878?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/6928622684966853878/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=6928622684966853878' title='15 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6928622684966853878'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6928622684966853878'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/offentlichkeit-verteuern-versteuern.html' title='Öffentlichkeit verteuern, versteuern'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>15</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-1577010331908709279</id><published>2012-01-18T07:05:00.001+01:00</published><updated>2012-01-18T07:10:13.033+01:00</updated><title type='text'>Araber dramatisch arbeitslos</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Iraker, Afghanen, Pakistani"&lt;/span&gt; in roter Alarmschrift über dem Titel - &lt;a href="http://www.bild.de/geld/wirtschaft/arbeitslosenzahlen/hartz-iv-hohe-qouten-bei-auslaendern-22083758.bild.html"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"alarmierend hohe Hartz IV-Quoten bei Ausländern"&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;. Das ergeben die letzten verfügbaren Zahlen der BfA - die sind &lt;a href="http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Statistische-Analysen/Analytikreports/Zentrale-Analytikreports/Monatliche-Analytikreports/Generische-Publikationen/Analyse-Arbeitsmarkt-Auslaender/Analyse-Arbeitsmarkt-Auslaender-201112.pdf"&gt;so topaktuell auch nicht mehr&lt;/a&gt;, passen aber derzeit geradezu optimal ins Konzept der BILD. Neulich kotzte sich &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/die-zeitung-und-ihre-leser-und-die.html"&gt;eine Göre über Ausländer- und Arbeitslosenkinder&lt;/a&gt; in Kreuzberg aus und nun liefert BILD Zahlenmaterial nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die selbsterfüllende Prophezeiung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun gibt es ja zwei Lesarten. Und zwei Lesertypen. Die einen sagen: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;BILD hatte immer recht, es sind Iraker, Afghanen und das ganze Zeugs, die Araber halt, mit denen kein Staat zu machen ist - die Zahlen belegen es! &lt;/span&gt;Oder man sagt: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Komisch, dass ausgerechnet Menschen mit arabischen Wurzeln (und solche, die wir für arabische Wurzeln halten) dort ganz oben stehen; es muß doch einen Grund dafür geben! &lt;/span&gt;Rauschebartträger im wallenden Gewand, Männer mit dunkler Haut und stierem Blick, Frauen totalverhängt - ausgerechnet die tun sich offenbar schwer damit, einen Arbeitsplatz zu finden. BILD liest man schichtübergreifend - auch Personalchefs lesen sie. Bei Namen die irgendwo ein &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ibn&lt;/span&gt; oder dergleichen aufweisen, dürfte die Bewerbungsmappe vorschnell auf dem Stapel landen, den man mit einer vorgefertigten Absage belohnt.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Ausgerechnet &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3867890838/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3867890838"&gt;das gehegte und gepflegte Feindbild&lt;/a&gt; ist es, das keinen Arbeitsplatz findet. Der obskure, verschlagene, brutale Araber, den man nicht über dem Weg traut - an dieser Legende hat die Redaktion der BILD kräftig mitgestrickt und nun ereifert sie sich, dass bestimmte ethnische Gruppen relativ erfolglos am Arbeitsmarkt postiert sind.&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Solche kann man doch nicht einstellen - ich habe es in der BILD gelesen!&lt;/span&gt;, könnte als Statement durchaus durchgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;k.u.k.-Journalisten unterschlagen Prekärbeschäftigung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit der herablassenden Arroganz eines k.u.k.-Beamten schreibt BILD über &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Anstiege bei Serben"&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Rückgänge bei Ukrainern"&lt;/span&gt; - gut, herrschaftlichen Ton ist man gewohnt. Letztlich auch die Unterschlagung von anderen Zahlen, die man nicht erwähnt. Während seit 2009 bei deutschen Arbeitnehmern ein leichter Rückgang bei geringfügig entlohnter Beschäftigung zu verzeichnen ist, stieg dieselbe bei Ausländern an. Schon vor 2009, als deutsche Arbeitnehmer auch noch vermehrt in Prekärbeschäftigung schlitterten, gerieten ausländische Arbeitnehmer stärker in Prekarisierung als deutsche. Vielleicht ist das ja der statistische Beweis für den Allgemeinplatz, dass Ausländer Dreckarbeit annehmen, wo Deutsche davon Abstand nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies nicht zu erwähnen ist doppelt dreist. Einerseits verbirgt man so, dass Bürger ausländischer Herkunft durchaus auch Arbeit ergreifen, wenn sie mies entlohnt wird und ihre Bedürftigkeit eingrenzen - und andererseits unterschlägt man, dass viele ausländische Hartz IV-Empfänger arbeiten und nebenher mit ALG II aufstocken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Schlagzeilen mit fadenscheinigen Zahlen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Augenfällig ist dabei, wie lapidar BILD mit Zahlen um sich wirft. Die Zahlen zu den verschiedenen Nationalitäten, die man bietet, entstammen den letzten verfügbaren Daten des Ausländerzentralregisters (31. Dezember 2010). Dort ist tatsächlich nachzulesen, dass es in Deutschland 81.272 irakische Männer und Frauen gibt. Weiter steht dort aber auch, dass 20.978 hier lebende Iraker unter 15 Jahre sind - weitere 1.347 sind älter als 65 Jahre - von den 2.326 Irakern im schwer vermittelbaren Alter zwischen 55 und 65 Jahre, gar nicht erst zu sprechen. Wieviele Menschen irakischer Herkunft in Deutschland erwerbsfähig sind oder nicht, sagt die Statistik nicht aus - immerhin kommen diese Menschen aus einer Gegend, die Diktatur war und nun Kriegs- oder Krisengebiet ist, sodass mit einem erhöhten Indikator an körperlichen und seelischen Gebrechen zu rechnen ist. Dasselbe gilt auch für Afghanen, die auch überproportional arbeitslos sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erwerbsfähige Iraker gibt es nach Abzug der Jungen und der Alten: 58.947. Die von BILD präsentierte Zahl der Hartz IV-Empfänger ist insofern ebenfalls zu überarbeiten. Bedarfsgemeinschaften wären ohnehin aussagekräftiger gewesen - Hartz IV-Bezieher sind aber natürlich reißerischer. Alle 52.075 irakischen Hartz IV-Bezieher beziehen aber gar keinen ALG II-Regelsatz, sondern auch Sozialgeld, weil sie entweder noch nicht oder nicht mehr erwerbsfähig sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die tatsächliche Arbeitslosigkeit dürfte auch mit geklärten Zahlen immer noch sehr hoch sein, wahrscheinlich jedoch nicht so dramatisch wie BILD das malt. Und die Gründe sind sicherlich nicht Faulheit oder Kuschelstunden in der sozialen Hängematte, sondern tatsächlich die erschwerte Vermittlung, an der auch die Presse mitgewirkt hat, indem sie die Muslime kriminalisierte.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/araber-dramatisch-arbeitslos.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/52873b30143f4fa9ada02f2568d5cd18" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-1577010331908709279?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/1577010331908709279/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=1577010331908709279' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1577010331908709279'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1577010331908709279'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/araber-dramatisch-arbeitslos.html' title='Araber dramatisch arbeitslos'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8657322072283053207</id><published>2012-01-17T16:00:00.001+01:00</published><updated>2012-01-17T19:24:10.529+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Venia verbo'/><title type='text'>Sit venia verbo</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Eine bestimmte Idee tritt nämlich nur zu einer bestimmten Zeit in die Welt. Insofern hat ein System in seiner äußeren Notwendigkeit seinen Grund; es war durch den Grad der Bildung, die Art des Denkens, die allgemeine Weise des Lebens, oder bereits durch ein anderes schon vorhandenes System der Philosophie notwendig auf den Standpunkt seiner Philosophie geführt worden."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3891891822/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3891891822"&gt;Ludwig Feuerbach&lt;/a&gt; -&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8657322072283053207?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8657322072283053207'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8657322072283053207'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/sit-venia-verbo_17.html' title='Sit venia verbo'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-329268899226189145</id><published>2012-01-17T07:05:00.001+01:00</published><updated>2012-01-17T07:11:26.123+01:00</updated><title type='text'>Die Zeitung und ihre Leser und die Leser und ihre Zeitung</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Jetzt war eine Weile Ruhe. Kein Moslem-Bashing, so gut wie nichts an Arbeitslosen-Schelte. Es war ruhig geworden in der Diekmännischen Verallgemeine. Fast meinte man, es habe sich nun endgültig aussarrazinisiert, endbuschkowskysiert - die Euro- und EU-Krise, die Krise der Finanzwirtschaft und des Systems als solches, all dieses Krisenallerlei, so dachte man, habe neue Prioritäten markiert. Vielleicht hat Springer, so hoffte man, endlich von der Spiegelfechterei gegen Halbmond und Hartz IV, Islam und Arbeitslosigkeit abgelassen. Wo Banken Milliarden abgreifen, wo Banker nicht in den gesellschaftlichen Wertekodex integriert sind, da können die Peanuts des Sozialstaates und die angebliche Desintegration von Menschen aus anderen Kulturkreisen, doch niemanden mehr jucken.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Weit gefehlt. Natürlich verwirft Springer nicht seine Kernkompetenzen. Ganz gewieft, wie man das schon in den letzten Jahren erlebte, verpackt er seinen (Sozial-)Rassismus in Erfahrungswerte. Man ließ in der Vergangenheit Sachbearbeiter der Arbeitsagentur sprechen, Vermieter und Nachbarn. Alle erzählten sie von ihren Erfahrungen mit Moslems und Hartz IV-Empfängern. Nicht dumm, wie Diekmann aufhetzt. Er setzt die publizistische Pogromstimmung in Erfahrungswerte. Wenn sich Menschen von der Straße eine solch traurige und bedenkliche Empirie angeeignet haben, dann muß doch wohl ein Gran Wahrhaftigkeit darunter zu finden sein. Die Zeitung des kleinen Mannes, von der Diekmann glaubt, Chefredakteur zu sein, gibt dem kleinen Mann und der kleinen Frau eine Stimme. Das ist perfide - man hetzt gar nicht mehr selbst, man läßt den zur BILD drängenden Stammtisch hetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Momentan bedient eine junge Frau, die ihre Schulzeit in Berlin-Kreuzberg erlebte, jedes gängige Klischee - und wer daran zweifelt, rüttelt an ihrer Erfahrung. Wie könne man die Erfahrung von jemanden, der in Kreuzberg zugegen war, auch nur antasten? Man war doch nicht dabei! Die Erfahrung, sei sie auch noch so sehr auf eine von BILD abgerichtete Wahrnehmung zurückzuführen, ist unantastbar. Sie füttert die Ressentiments der kleinen Leute, für die Springer angeblich schreibt. &lt;a href="http://www.bild.de/ratgeber/kind-familie/schule/so-werden-wir-gemobbt-22024182.bild.html"&gt;Muslimische Schüler&lt;/a&gt;, die halbverhungert bis Mitternacht wachbleiben, um mit dem Sonnenaufgang wieder aufgescheucht zu werden - übermüdet in der Schule. Ramadan als Gefahr für das Abendland! Darüber ereifert man sich. Und judenfeindlich sind die jungen Muslime auch noch. Machokultur! Als gäbe es unter christlichen oder unchristlichen deutschen Jugendlichen keine rappenden Machos oder verbale Judenfresser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.bild.de/ratgeber/kind-familie/schule/ohne-hartz-bist-du-der-dumme-22040480.bild.html"&gt;Die andere große Erfahrung&lt;/a&gt; dieser jungen Frau ist das Dolce Vita von Hartz IV-Empfängern. Die angebliche soziale Benachteiligung, von der Analysen und Wohlfahrtsverbände berichten, ist eigentlich die Benachteiligung derer, die nicht Hartz IV beziehen. Wer vom Jobcenter lebt, der ist rundum versorgt, dem werden alle Kosten übernommen - inklusive Klassenfahrt. Und was haben die Hartz IV-Empfänger, die übrigens häufig auch noch Muslime sind, in Kreuzberg als Dank übrig: Sie verspotten die, die nicht auf Sozialhilfeniveau leben. Die wirklichen Reichen in diesem Lande, sie leben in Bedarfsgemeinschaften und beziehen Regelsatz. Wer mit offenen Augen durchs Land geht, der sieht das auch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man formuliert nicht nur, was den kleinen Mann umtreibt - man erteilt ihm das Wort. Die Zeitung des kleinen Mannes ist die Zeitung des kleinen (Sozial-)Rassisten, der von seinen bösen Erfahrungen berichten darf. Dabei bewegen sich Zeitung und Leser und Leser und Zeitung in einem Teufelskreis. Der Leser erfährt seine Umwelt mit den Prämissen, die seine Zeitung ihm geimpft hat - und die Zeitung sieht die Prämissen bestätigt, wenn der Leser in ihr zu Wort kommt, um sie empirisch zu verifizieren. Eine Symbiose. Da treffen sich Gleichgesinnte, die sich gegenseitig bestärken und die gemeinsame Weltsicht immer und immer aufs Neue für wahr erklären. Das sind fast schon sektiererische Strukturen. Ein Einbruch in dieses abgeschottete Milieu ist kaum möglich. Man bescheinigt einem "multikultisch verdummt" oder "sozialromantisch" zu sein, wenn man gegenteilige Ansichten hegt - die Zeitung und ihre Leser und der Leser und seine Zeitung, sie stützen sich gegenseitig gegen solche verwirrenden Einbrüche in die Abschottung der selbstinduzierten "Wahrheit".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer solchen Abgeschiedenheit zwischen zwei sich wechselseitig stabilisierenden Polen, wo also Zeitung (vor-)schreibt, wie der Leser zu erleben hat und wo der Leser bescheinigt, was die Zeitung (vor-)schrieb, worauf Zeitung wieder (vor-)schreibt und Leser wieder berichtet, erlaubt kein dezidiertes Hinterfragen. Kulturelle Attribute, die manches Benehmen von Menschen aus anderen Kulturkreisen erklärten, soziologische Analysen, die Verhaltensweisen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen verstehbar machen, oder einfach auch nur das, was man als &lt;span style="font-style: italic;"&gt;unvoreingenommenes Auftreten&lt;/span&gt; bezeichnen könnte, es findet keinen Anklang in der Gemeinde der sich selbst stützenden Thesen und Wahrheiten. In einem solchen Mikrokosmos bleibt der Moslem auf ewig kulturell rückständisch und der Arbeitslose immer ein notorischer und undankbarer Faulpelz. Mehr Erkenntnisgewinn ist da nicht drin - mehr will Springer freilich auch gar nicht. Die Zeitung mit ihren Lesern und die Leser mit der Erfahrung, die er dank ihr schon erfuhr, bevor er sie mit eigenen Augen erfuhr, sind zu sehr damit beschäftigt, sich gegenseitig recht zu geben, zu bestätigen und zu beglaubigen, sodass gar keine Zeit mehr dafür wäre, tiefgründige Erkenntnisse zu bergen.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/die-zeitung-und-ihre-leser-und-die.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/9fa73f4e70dc4776814739c499939dc5" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-329268899226189145?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/329268899226189145/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=329268899226189145' title='11 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/329268899226189145'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/329268899226189145'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/die-zeitung-und-ihre-leser-und-die.html' title='Die Zeitung und ihre Leser und die Leser und ihre Zeitung'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>11</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7950589706051891616</id><published>2012-01-16T07:00:00.002+01:00</published><updated>2012-01-16T07:02:05.409+01:00</updated><title type='text'>Bevor wir fallen...</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Trotz aller Kritik: man ist sich einig. Der EFSM ist das einzige Mittel, der Krise Herr zu werden. IWF und EZB sind dieser Ansicht ohnehin. Überraschenderweise aber auch viele NGOs oder INGOs, wie man sie nach ECOSOC definiert. Dass CEOs, COBs und CFOs bekannter Unternehmen für den EFSF im Rahmen des EFSM sind, ist wiederum nicht verwunderlich. Die EU-Staaten anerkennen trotz aller Kritik den ESM, wie uns ARD, ZDF und NTV durch Umfragewerte versichern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das BK arbeitet natürlich in dieser Frage eng mit dem BFM zusammen. Und es holt sich auch sein OK vom BMI. Dieses gilt es hinzuziehen, denn die innere Stabilität muß dringend gegeben sein. Hilfreich zu Seite: BKA und BND. Die sollen etwaige Destabilisierungen durch demonstrierende Kapitalismuskritiker vereiteln. Denn der EFSM darf nicht durch Volkswillen fallen, so wie einst AKWs. Der EFSM muß durchgepaukt werden, auch wenn dafür Leistungen bei AOK und BKK oder bei der BfA nicht mehr finanzierbar wären. Der EFSM gelingt nur, wenn alle Staatsangehörigen der EU-Mitgliedsstaaten nach Artikel 20 AEUV, ihren Argwohn zurückhalten und die Pläne ihrer Regierungen tolerieren. Nicht dass bald noch die ISAF hier tätig werden muß...&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Widerstand regt sich ohnehin kaum in Organisationen und Verbänden. Das EHI gibt sich unpolitisch. Das IW indes lobt. Ebenfalls die INSM. Das HIS bleibt hingegen still. Auch die SRzG, die ansonsten gerne von der Ungerechtigkeit spricht, die die späteren Generationen befallen wird - im Falle des EFSM glaubt man aber keine generationenübergreifende Belastung erkennen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzum: die Situation ist mehr als übersichtlich. Und Übersicht macht Zuversicht. Gerade für Deutschland. Oder wie die Kanzlerin (und Vorsitzende des ZK deutscher Wirtschaftsinteressen) die Rolle Deutschlands neulich an Silvester in einer Ansprache an die Nation beschrieb: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"ARD, ZDF, C&amp;amp;A / BRD, DDR und USA / BSE, HIV und DRK / GbR, GmbH - da profitier' ich mal / THX, VHS und FSK / RAF, LSD und FKK &lt;/span&gt;&lt;span&gt;[...]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00000JB3N/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=B00000JB3N"&gt;Mfg - mit freundlichen Grüßen&lt;/a&gt; / die Welt liegt uns zu Füßen, denn wir stehn drauf / Wir gehn drauf für ein Leben voller Schall und Rauch / Bevor wir fallen, fallen wir lieber auf..."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/bevor-wir-fallen.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/0df2b9ec7bea47ea8a4df0fc2c45949c" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7950589706051891616?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/7950589706051891616/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=7950589706051891616' title='9 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7950589706051891616'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7950589706051891616'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/bevor-wir-fallen.html' title='Bevor wir fallen...'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>9</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-2746416319365749159</id><published>2012-01-13T07:20:00.001+01:00</published><updated>2012-01-13T07:22:24.431+01:00</updated><title type='text'>... was uns als Gesellschaft wichtig ist</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Manchmal sagen Überschriften inhaltlich gar nichts aus - manchmal umschreiben sie jedoch mehr, als im drunter montierten Text zu lesen steht. Manchmal sind sie das Produkt gesellschaftlicher Befindlichkeiten, unterstreichen das, was die Gesellschaft für essentiell betrachtet. So auch unlängst, als die ARD Lidl gecheckt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vier Ergebnisse präsentierte der Check: 1.) der Preisvorteil ist überschätzt, 2.) der Stressfaktor ist erträglich, 3.) die Qualität ist ordentlich und 4.) die Fairness ist unzureichend. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Unzureichend&lt;/span&gt; ist dabei jedoch nur unzureichend - die Lage der Lidl-Mitarbeiter ist prekär; die Lage für Näherinnen in Bangladesh, die für Lidl Klamotten im Akkord herstellen, ist lebensgefährlich. Zusammen mit der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)&lt;/span&gt; verabreicht Lidl seinen Mitarbeitern Vitaminpräparate um die Mangelerscheinungen durch Hunger zu korrigieren - mehr Lohn für mehr Essen kommt Lidl gar nicht in den Sinn. Dass sich die staatliche GIZ hierfür hergibt, ist wahrscheinlich der noch viel größere Skandal.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Montags noch im Fernsehen, dienstags schon in der Zeitung - jedenfalls in jenem Bereich der Zeitung, der über den PC-Monitor flimmert. Dort wird getitelt: &lt;a style="font-style: italic;" href="http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/722484/LidlCheck_Der-Preisvorteil-wird-ueberschaetzt?from=rss"&gt;"Der Preisvorteil wird überschätzt"&lt;/a&gt; oder &lt;a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/lidls-preisvorteil-ist-laut-ard-dokufilmern-ueberschaetzt/6049888.html"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lidls Preisvorteil ist laut ARD überschätzt"&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; oder, dann doch etwas kritischer, &lt;a href="http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-der-lidl-check-gar-nicht-so-billig-und-das-um-jeden-preis_aid_699744.html"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Gar nicht so billig - und das um jeden Preis"&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Laut ARD stimmt das durchaus. Doch wirft es schon ein Schlaglicht auf das, was uns als Gesellschaft wirklich wichtig ist. Der überschätzte Preisvorteil ist es, der uns so sehr bekümmert, dass wir ihn in Schlagzeilen bannen - die fehlende Fairness kümmert nicht. In manchen Berichten zum Lidl-Check liest man nicht mal was zu den Machenschaften des Lidl-Konzerns - nur dass man bei Lidl nun doch nicht so billig einkaufen kann, wie man das stets glaubte und hoffte. Was Sorgen macht ist eine Schlagzeile wert. Und der Konsum ist unsere größte Sorge - wie wir unsere Bedürfnisse befriedigen können, ist uns dabei relativ gleichgültig. Billige Hosen sind für uns maßgeblich - nicht die Lebensbedingungen von Hosennäherinnen. Der Preis ist der Indikator - nichts anderes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass der überschätzte Preisvorteil zudem vernebelt, dass dennoch billig, wahrscheinlich viel zu billig gekauft werden kann, wird kaum gesagt. Denn der Vergleich mit Warenkörben der Edeka und Rewe haben ergeben, dass bei Lidl nur um einige Cent billiger eingekauft werden kann. Dass aber alle Warenkörbe relativ günstig waren, sollte man schon wissen. Denn es ist nicht so, wie es eigentlich heißt, wonach Lidls Preisvorteil überschätzt ist - es ist eher so, dass Edekas oder Rewes Preisnachteil überschätzt wird. Alle verkaufen billig - so billig, dass es günstiger nicht mehr geht. Wahrscheinlich so billig, dass es jetzt schon mehr volkswirtschaftlichen Schaden verursacht als gesellschaftlich verträglich. Ein Blick in die Arbeitsmarktstatistiken enttarnt die &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3426779250/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3426779250"&gt;Billig-Lüge&lt;/a&gt;: in denen steht zwar, dass mehr Menschen beschäftigt sind als noch vor Jahren. Diese leisten aber dieselben Arbeitsstunden insgesamt wie vor Jahren. Das erklärt eigentlich ganz anschaulich wohin die Dumping-Frivolität führt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das spielt aber auch keine Rolle, denn nur der Preis zählt. Der Preis, besser gesagt: der niedrige, der niedrigste Preis, er ist das Argument. Fairness gegenüber Mitarbeitern und Herstellern ist da uninteressant und hinderlich - darüber braucht man gar nicht erst berichten. Vermutlich deshalb solche Überschriften. Würde man titeln, dass Lidl unfair sei, würde es keiner lesen. Was hätte denn der Leser, der ja auch Kunde ist, von solchen Inhalten? Es muß ihn betreffen, dann kümmert es ihn, dann liest er es. Der Niedrigpreis betrifft ihn - und falls der Leser Lidl-Angestellter wäre, dann würde es ihn auch betreffen. Aber Lidl-Angestellte sind eine Minderheit - und Näherinnen aus Bangladesh lesen ohnehin keine deutsche Zeitung. Hätte der Kunde selbst Hunger und bekäme nur Vitamine gegen die Mangelerscheinungen, dann würde es ihn auch betreffen - dann würde er Schlagzeilen wie &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lidl unfair"&lt;/span&gt; oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"ARD bestätigt: Lidls Fairness unzureichend"&lt;/span&gt; unbedingt lesen wollen.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/was-uns-als-gesellschaft-wichtig-ist.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/eadaac6421fc4ca9a11921019fcac2be" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-2746416319365749159?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/2746416319365749159/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=2746416319365749159' title='22 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2746416319365749159'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2746416319365749159'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/was-uns-als-gesellschaft-wichtig-ist.html' title='... was uns als Gesellschaft wichtig ist'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>22</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8313054388753015992</id><published>2012-01-12T07:05:00.009+01:00</published><updated>2012-01-12T07:13:32.790+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Non est omen'/><title type='text'>Nomen non est omen</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Heute: Weltverbesserer&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ein Gastbeitrag von &lt;/span&gt;&lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2012/neusprech-weltverbesserer/"&gt;Markus Vollack&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Linke Weltverbesserer aller Schattierungen vereint das Lebensgefühl, zum Kreis der besseren Menschen zu gehören. Viele von ihnen haben dazu jede Berechtigung. Die Linke aber ist aus der SED hervorgegangen."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- Tissy Bruns, &lt;a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-01/loetzsch-kommunismus-linkspartei"&gt;Zeit Online&lt;/a&gt; -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);" class="dquo"&gt;"&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Weltverbesserer sind mir lieber, von den Weltverschlechteren gibt es eh viel zu viele."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;-  Peter  Zudeick (Radiojournalist), in seiner Laudatio auf Noam  Chomsky,   anlässlich der Verleihung des  Erich-Fromm-Preises im Jahr  2010 -&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;Eine oft abwertende Bezeichnung für alternative oder linksorientierte Menschen, die nicht am Status Quo festhalten wollen, sondern eine Veränderung, im Sinne einer vermeintlichen Verbesserung von Mensch und Gesellschaft, anstreben.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Der Begriff bringt die "Welt" und das Individuum als vermeintlicher "Verbesserer" in einem Wort zusammen. Damit können Assoziationen geweckt werden, die da beispielsweise lauten könnte, dass die Dimension "Welt" für jedes Individuum viel zu groß und es damit unmöglich sei, überhaupt irgendetwas zu verändern. Wer es sich nun dennoch anmaße, als Einzelner die Welt verändern zu wollen, der verdiene nun eine ironisch herablassende Bezeichnung: "Du Weltverbesserer!".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer gegen Ungerechtigkeit ankämpft, weltweite Armut, Hunger und Elend vermindern möchte oder sich Gedanken über Frieden, Recht, Gerechtigkeit und Freiheit macht, wird verächtlich als "Gutmensch" oder "Weltverbesserer" bezeichnet. In dem fatalistischen Glauben, dass man "ja eh nichts ändern könne", werden alle, die noch Träume, Prinzipien, Ideen oder eine Vorstellung von einer besseren Welt haben, als Spinner, Träumer, Ewiggestrige und Idealisten diffamiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Verhältnisse und Strukturen werden meist als ein gottgegebener Naturzustand begriffen, gegen den man nichts ausrichten könne. Man habe sich der &lt;a href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2011/neusprech-realpolitik/"&gt;Realpolitik&lt;/a&gt; zu bedienen, pragmatisch-sachlich zu sein, statt abstrusen Ideen hinterherzulaufen, so das gängige Credo. Themen wie weltweite Gerechtigkeit und die Frage nach einem besseren menschlichen Miteinander werden als moralisierend, unsachlich und träumerisch diffamiert. Fatalismus, Resignation, Linken-Bashing und/oder Bequemlichkeit ist eine häufige Mentalität derjenigen, die von "Weltverbesseren" sprechen, um nachdenkliche Menschen abzuwerten.&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8313054388753015992?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8313054388753015992/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8313054388753015992' title='21 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8313054388753015992'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8313054388753015992'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/nomen-non-est-omen.html' title='Nomen non est omen'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>21</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8271500097705075907</id><published>2012-01-11T09:15:00.003+01:00</published><updated>2012-01-12T07:42:06.480+01:00</updated><title type='text'>Doppelsieg für Merkel?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Bald schon wird abermals das Unwort des vergangenen Jahres gekürt. Vielleicht gelingt dabei Merkel der große Wurf - vielleicht schwingt sie sich auf, nach 2010 auch 2011 den Sieg einzufahren. Nicht in persona, nicht unmittelbar sie, denn &lt;span style="font-style: italic;"&gt;alternativlos&lt;/span&gt;: das wurde natürlich nicht nur von ihr 2010 im Munde geführt. Aber sie war die schärfste Vertreterin des &lt;span style="font-style: italic;"&gt;TINA-Prinzips (There is no alternative)&lt;/span&gt; - und damit gebührt ihr das Verdienst, die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Alternativlosigkeit&lt;/span&gt; zur Unwörtlichkeit geführt zu haben. 2011 erfand sie dann die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;marktkonforme Demokratie&lt;/span&gt;. Aspirant auf das Unwort des Jahres 2011 - und: das fast alternativlos.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Das Unwort des Jahres ist die goldene Himbeere der politischen Rhetorik. Die Doppelung zweier Siege innerhalb eines Negativpreises ist selten. Zuletzt gelang das Madonna 1987 und 1988 - die himbeerigen Preise holte sie nie ab. Auch beim Unwort gibt es nichts abzuholen. Und &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3813504166/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3813504166"&gt;Merkel&lt;/a&gt;, die vielleicht bald die Madonna der Sprachjonglage sein könnte, würde auch von sich weisen, Mutter des Unwortes zu sein. Aber sie, in exponierter Stellung, ist selbstverständlich für die Verbreitung solcher Wortkonstrukte verantwortlich. Und dass sie, die bissige Alternativlose, nochmals etwas gebiert, das die ganze Misere auf den Punkt bringt, hätte man ihr nicht zugetraut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alternativlos war deshalb Unwort, weil in einer Demokratie eigentlich verschiedene Alternativen gegeben sein sollten. Das Attribut &lt;span style="font-style: italic;"&gt;alternativ&lt;/span&gt; galt ursprünglich als demokratisch. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Alternativlosigkeit&lt;/span&gt; war das Metier der Diktatur. Wo keine Alternativen sind, da gibt es keine Wahl - eine Wahl zu haben: damit haben Demokratien immer geworben, als sie noch im Weltanschauungskalterkrieg mit der östlichen Hemisphäre lagen. In dieselbe Richtung neigt sich die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;marktkonforme Demokratie&lt;/span&gt;. Die Demokratie hat sich demnach den Spielregeln des Marktes unterzuordnen. Sie hat Konformität mit dem Markt herzustellen - nicht andersherum. Vor einigen Jahren sprach man noch davon, im Rahmen von Debatten, die den abgeschwächten Staat rechtfertigen sollten, dass der Staat, die Demokratie damit, nur Rahmenbedingungen schaffen könne - die marktkonforme Demokratie suggeriert jedoch: nicht mal das ist mehr das Geschäft der Demokratie. Die Rahmenbedingungen schafft der Markt und die Demokratie hat sich darin einzurichten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Alternativlos&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;marktkonforme Demokratie&lt;/span&gt; schlagen in dieselbe Kerbe. Zweimal Diktat. Einmal sagt man, es bleibe keine Wahl - und einmal ist die Wahl schon getroffen: für die Tyrannei des freien Marktes. Die Demokratie von Marktes Gnaden ist letzthin gar keine Demokratie - sie ordnet sich den diktatorischen Wirtschaftsinteressen unter, die keinen Sinn für das Allgemeinwohl kennen, weil sie der buchhalterischen Bilanz ihrer Unternehmen verantwortlich sind - nur ihr. Die marktkonforme Demokratie ist somit eine privatisierte Demokratie, weil sie ihm Rahmen privatisierter Unternehmensinteressen gestaltet wird - übergeordnete Ansprüche haben im Markt, wo Pragmatismus und die schnelle Entscheidung heimisch sind, nichts mehr verloren. Würde des Menschen: das kann sich ein Staat leisten, der keine Überschüsse für den&lt;span style="font-style: italic;"&gt; shareholders value&lt;/span&gt; erwirtschaften muß - eine Demokratie aber, die im Markt eingebettet ist, zwischen privaten Unternehmen und Konzernen, die verschleudert Geld, wenn sie Unkostenfaktoren wie die Menschenwürde bewahrt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein &lt;span style="font-style: italic;"&gt;demkoratiekonformer Markt&lt;/span&gt;: das wäre ein Bekenntnis gewesen. Bewusst hat man sich dafür nicht entschieden. Die marktkonforme Demokratie unterstreicht die Wirtschaftspolitik Europas auch sprachlich. Vielleicht wäre das ein Ansatz, für eine Laudatio. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Unwort des Jahres 2011, marktkonforme Demokratie; Begründung: Das Wort flankiert inhaltlich angemessen eine Politik, die sich in Rückzugsgefechten mit den treibenden Kräften des Kapitalismus befindet. Es unterstreicht sprachlich, was sich praktisch abzeichnet - dass das Primat der Politik aufweicht, um die kapitalistische Wirtschaft damit zu betrauen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/doppelsieg-fur-merkel.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/2a3bb34c5d5a4aa28255aa9b8748ee59" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8271500097705075907?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8271500097705075907/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8271500097705075907' title='13 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8271500097705075907'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8271500097705075907'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/doppelsieg-fur-merkel.html' title='Doppelsieg für Merkel?'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>13</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4733806788503328857</id><published>2012-01-09T11:00:00.002+01:00</published><updated>2012-01-09T11:04:16.672+01:00</updated><title type='text'>Kopfhörer und tödlich verunglückte Fußgänger</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Letzte Woche berichtete RTL einigermaßen aufgescheucht von den alarmierenden Zahlen, die das Statistische Bundesamt bezüglich Verkehrstoten veröffentlichte. Schätzungen zufolge habe es 2011 einen Anstieg von Todesfällen im Straßenverkehr gegeben - eklatant sei jedoch der Anstieg bei tödlich verunglückten Fußgängern. Fast 25 Prozent mehr als 2010 seien es. Experten und Verkehrsministerium glauben, dass das mit der "neuen Mode" von Fußgängern zu tun hat, mit Kopfhörern und lauter Musik auf dem Ohr, am Straßengeschehen teilzunehmen. Die beschränkte Wahrnehmung führe daher zu vermehrten Unfällen und letztlich auch zu mehr tödlich verunglückten Fußgänger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Zahlen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst ist zu sagen, dass die nun veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes Schätzungen sind. 3.900 Tote insgesamt soll es demnach im Straßenverkehr 2011 gegeben haben. Schätzungen haben sich in den letzten Jahren häufiger als zu großzügig erwiesen. Beispielsweise verschätzte man sich 2007 und 2008 um etwa 130 Todesfälle. Das klingt selbstverständlich korinthenkackerisch, mindert aber unter Umständen die derzeitige Schätzung und damit auch die horrenden Anstiege etwas.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Das Statistische Bundesamt schätzt momentan 593 tödlich verunglückte Fußgänger. Das seien 24,6 Prozent mehr als 2010 - damals waren es lediglich 476. Was die Medien, allen voran RTL, allerdings verschwiegen: das Jahr 2010 war ein statistischer Ausreißer, das mit Abstand an tödlich verunglückten Fußgängern ärmste Jahr. Die Zahlen der letzten Jahre:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;2005: 5361 Verkehrstote, davon 697 Fußgänger&lt;/span&gt;&lt;br style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;2006: 5091 Verkehrstote, davon 711 Fußgänger&lt;/span&gt;&lt;br style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;2007: 4949 Verkehrstote, davon 695 Fußgänger&lt;/span&gt;&lt;br style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;2008: 4477 Verkehrstote, davon 653 Fußgänger&lt;/span&gt;&lt;br style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;2009: 4152 Verkehrstote, davon 591 Fußgänger&lt;/span&gt;&lt;br style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;2010: 3648 Verkehrstote, davon 476 Fußgänger&lt;/span&gt;&lt;br style="font-style: italic;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;2011: 3900 Verkehrstote, davon 593 Fußgänger (geschätzt)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Deutung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daraus läßt sich ableiten, dass sich die Zahl der toten Fußgänger auf das Niveau 2009 zurückgependelt hat - und damals feierte man das ebenfalls als freudigen Rückgang und Fortschritt im Straßenverkehr. Es war ja immerhin das Jahr mit den wenigsten Verkehrstoten seit 1950. Von 2009 auf 2010 gab es einen Rückgang um etwa ein Viertel - und von 2010 auf 2011 einen Anstieg um ein Viertel. Ein Rückgang von 115 tödlich verunglückten Fußgängern, wie das von 2009 auf 2010 geschah, liegt nicht in der Norm, wenn man das mit den Rückgängen der Vorjahre vergleicht. Ein positiv statistischer Ausreißer folglich. Weshalb das so war, sollte vielleicht mal an anderer Stelle untersucht werden. Gab es einen realen Grund im Straßenverkehr oder wurden die Erhebungen eventuell dergestalt verändert, dass es zu einer Senkung außerhalb der Norm kam?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Einwand, dass die Zahl der Verkehrstoten 2011 mit denen der tödlich verunglückten Fußgänger 2011 nicht in Relation angestiegen sind, dass es also etwa 7 Prozent mehr Verkehrstote allgemein, aber 24,6 Prozent mehr tote Fußgänger gibt, ist bedenkenswert, aber auch statistisch kein Einzelfall. 2006 ging die Zahl aller Verkehrstoten zurück, während die Zahl tödlich verunglückter Fußgänger anstieg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt kann man sagen, dass die Zahl tödlich verunglückter Fußgänger relativ konstant bei etwa 0,00075 Prozent aller Bundesbürger liegt. Es ist natürlich nicht statthaft, das so zu berechnen, entdramatisiert aber etwas und nimmt der Diskussion ein wenig Schärfe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Besonderheit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außer Acht gelassen wurde dabei auch noch, dass &lt;a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/zdw/2010/PD10__033__p002.psml"&gt;laut Statistischen Bundesamt von August 2010&lt;/a&gt;, jeder zweite getötete Fußgänger oder Radfahrer, über 65 Jahre alt war - bezogen auf die erhobenen Zahlen von 2009. Man darf annehmen, dass diese Zahlen in etwa auch für 2010 und 2011 gelten dürfen. Dabei ist zu bedenken, dass bei dieser Berechnung Fußgänger und Radfahrer zusammengefasst wurden. Rechnet man Fußgänger für sich, so waren von 591 tödlich verunglückten, 335 über 65 Jahre alt. Das ist somit nicht jeder zweite, nicht also in etwa 50 Prozent, sondern gar 57 Prozent.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Information ist insofern hilfreich, weil man das Tragen von Kopfhörern und die damit verbundene Isolierung der Wahrnehmung durch Musikbeschallung, als Ursache für die ansteigenden Zahlen nennt. Ob aber die Generation "plus 65" die besagte Klientel ist, die mit MP3-Player oder ähnlichem am Verkehr teilnimmt, ist doch höchst zweifelhaft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die vermeintliche Ursache&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweifellos beeinflusst Musikeinwirkung die Teilnahme am Verkehr. Das ist nicht der Punkt. Und die beeinflusst Fußgänger und Radfahrer genauso wie Autofahrer. Die Panik aber, mit der die Medien - allen voran ja RTL - nun berichten, die erzwungenen Stellungnahmen seitens des Verkehrsministeriums, sie sind völlig unangebracht. Ob das Ministerium von alleine in Aktionismus verfällt oder ob dahinter Medienanfragen stehen, die man nicht mit Gelassenheit behandeln will, weil man sonst als "Ministerium der ruhigen Hand" dargestellt wird, dass sich wenig um die großen Sorgen unseres Alltags kümmert, weiß man nicht so genau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fragen müssen erlaubt sein: Wurden Kopfhörer, i-Pods oder MP3-Player, erst neulich erfunden? Haben wir die &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899428714/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3899428714"&gt;Existenz des Walkman vergessen&lt;/a&gt;, den es schon Mitte der Achtzigerjahre als Massenartikel gab? Damals sah man vielleicht noch mehr mit Kopfhörer ausgestattete junge Verkehrsteilnehmer als heute - jedenfalls nicht weniger als heute. Gab es im Jahr 2010, als man so wenige verunglückte Fußgänger zu beklagen hatte, keine Kopfhörer in den Verkaufsregalen und somit im Straßenverkehr? Auch damals wurde Musik im Straßenverkehr gehört, passiert ist dennoch weniger. Lag es damals etwa gar an der erbaulichen Musik, dass weniger geschehen ist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzum, ein Paradebeispiel dafür, wie man mit statistischen Zahlen, völlig aus dem Zusammenhang gerissen, Stimmungen erzeugt und selbst Ministerien in die Enge treibt. Die können sich Besonnenheit gar nicht leisten, weil sie sonst Schlagzeilen ernten würden wie &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Verkehrsminister nimmt Zunahme bei tödlich verunglückten Fußgängern nicht ernst!"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/kopfhorer-und-todlich-verungluckte.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bbb35ea3701141f78584e890c39176d3" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4733806788503328857?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/4733806788503328857/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=4733806788503328857' title='25 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4733806788503328857'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4733806788503328857'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/kopfhorer-und-todlich-verungluckte.html' title='Kopfhörer und tödlich verunglückte Fußgänger'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>25</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-382829416513165239</id><published>2012-01-09T07:15:00.001+01:00</published><updated>2012-01-09T07:15:00.056+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ridendo dicere verum'/><title type='text'>Ridendo dicere verum</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Normalität wird für die meisten &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);" &gt;Deutschen&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt; erst dann erreicht sein, wenn man als Deutscher an der Imbißstube in Auschwitz ganz unverkrampft bei einem Roma ein &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);" &gt;Zigeunerschnitzel &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;bestellen kann. Wenn man gerade aus 'Schindlers Liste' kommt, versteht sich. Tief betroffen.&lt;/span&gt;&lt;br style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Tief betroffen, aber halt hungrig."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3931265889/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3931265889"&gt;Volker Pispers&lt;/a&gt; -&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-382829416513165239?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/382829416513165239'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/382829416513165239'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ridendo-dicere-verum.html' title='Ridendo dicere verum'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-5196811237296439146</id><published>2012-01-07T08:40:00.002+01:00</published><updated>2012-01-07T08:43:58.867+01:00</updated><title type='text'>Abwechslungsreichtum</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das karibische Bündnis an der Saar ist geplatzt. Die Zeichen stehen auf Neuanfang.&lt;br /&gt;Die, die bislang im schwarzen Geschäftsanzug in den Regierungsbänken flegelten,&lt;br /&gt;die sich in Sprechblasen artikulierten,&lt;br /&gt;die den Sozialstaat demontierten,&lt;br /&gt;die das Gesundheitssystem torpedierten,&lt;br /&gt;die Lehren des Neoliberalismus verbreiteten,&lt;br /&gt;die Reichensteuern ablehnten,&lt;br /&gt;die den enger geschnallten Gürtel predigten,&lt;br /&gt;die das aktuelle Wirtschaftswunder bejubelten,&lt;br /&gt;und die eintretende Vollbeschäftigung reformerisch begründeten,&lt;br /&gt;werden nun auseinandergetrieben.&lt;br /&gt;Das Saarland wird neu aufgestellt. Zwei Möglichkeiten gibt es:&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Der Rest formiert sich mit einem Teil der Opposition zu einer Koalition, die im Volksmund &lt;span style="font-style: italic;"&gt;die Große&lt;/span&gt; genannt wird.&lt;br /&gt;Dann reihen sich welche im nachtschwarzen Sakko in die Regierungsbänke ein,&lt;br /&gt;plappern vorgeformte Sprechblasen nach,&lt;br /&gt;erklären den Sozialstaat für unbezahlbar,&lt;br /&gt;sorgen dafür, dass das Gesundheits- ein Krankheitssystem wird,&lt;br /&gt;lehren das neoliberale Einmaleins,&lt;br /&gt;tragen schwere Bedenken bezüglich Reichensteuer,&lt;br /&gt;mahnen zu enger gegürteten Lederbändern,&lt;br /&gt;suhlen sich im aktuellen Wirtschaftwunder&lt;br /&gt;und beglückwünschen sich zu den schwindenden Arbeitslosenzahlen aufgrund erfolgreicher Reformen von dazumal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder aber es gibt Neuwahlen, neue Prozentzahlen, die alte Konstellationen aufwerfen.&lt;br /&gt;Der Wähler sorgt dann dafür, dass dunkle Anzüge im Anzug auf Regierungsbänke sind,&lt;br /&gt;Sprechblasen Konjunktur haben,&lt;br /&gt;der Sozialstaat für altbacken gehalten,&lt;br /&gt;das Gesundheitssystem nach Steueraufkommen eingeführt wird,&lt;br /&gt;die reine Lehre des Neoliberalismus erhalten bleibt,&lt;br /&gt;die Reichensteuer für sozialistisch,&lt;br /&gt;der enge Gürtel für demokratisch,&lt;br /&gt;das aktuelle Wirtschaftswunder für phantastisch gehalten wird&lt;br /&gt;und die Arbeitslosen endgültig aus den Statistiken verschwinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So oder ganz genauso. Der Abwechslungsreichtum ist das Salz in der Suppe der &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518125400/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3518125400"&gt;Postdemokratie&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/abwechslungsreichtum.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/ddd6b4c4da4d44b1b86d3af1bdf31374" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-5196811237296439146?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/5196811237296439146/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=5196811237296439146' title='9 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5196811237296439146'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5196811237296439146'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/abwechslungsreichtum.html' title='Abwechslungsreichtum'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>9</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-3270983025256034956</id><published>2012-01-06T08:30:00.003+01:00</published><updated>2012-01-06T15:10:28.126+01:00</updated><title type='text'>Die verlorene Ehre</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kurz nach Neun klingelte es. De Lapuente nahm sich noch vier, fünf Sekunden Zeit, um einen Satz, über dem er brütete, zu einem glimpflichen, hoffentlich stilsicheren Abschluss zu führen. Der Publizist, Blogger und Schriftsteller saß gerade über einem Manuskript, das vielleicht zu einem Buch taugen könnte, und konnte im Augenblick eigentlich keine Störungen gebrauchen. Und so vollendete sich der Satz, erstmal aus der Konzentration gerissen, nicht mehr - das heißt, ein Ende wies er schon auf, es war nur nicht zufriedenstellend und, hätte man den gesamten Satz nochmals gelesen, so wäre einem die Ungereimtheit in der Syntax aufgefallen. Dazu sollte es jedoch heute nicht mehr kommen - erst Wochen später würde De Lapuente die Datei wieder öffnen, den unstimmigen Satz streichen und mit ihm gleich auch noch das komplette Manuskript, das für ihn zu einem Memento mori geworden war.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Um kurz nach Neun klingelte es und es war der Postbote. Er stieg die sieben Stufen bis zur Haustüre des Empfängers hoch, trug ein microwellengroßes Paket vor sich her. De Lapuente erwartete keine Bestellung, ahnte aber, dass es sich um Naschwerk handeln könnte, das eine treue Leserin ihm gelegentlich zukommen ließ. Und diese mit Nougatcreme gefüllten Aufmerksamkeiten aß er stets mit Wonne. Freudig kritzelte er seine Unterschrift, ein &lt;span style="font-style: italic;"&gt;De&lt;/span&gt; mit einem ansatzweisen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;L&lt;/span&gt;, das zu einem geschnörkelten Strich überging, auf das Display eines übergroßen Taschenrechners, den ihm der Postbote hinhielt, wobei das Plastikstäbchen, das wohl ein Stift sein sollte, nicht richtig anging. De Lapuente, verwickelt in ein Gemisch aus Freude auf Pralinen und geistiger Erarbeitung eines vertrackten Gedankens, den er ins Manuskript bannen wollte, schlurfte in die Küche, las das Etikett und staunte darüber, dass als Absender nicht besagte Leserin, ja ein Name stand, den er überhaupt nicht kannte. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Olaf D. Ehlrit&lt;/span&gt; las er - den Namen hatte er zuvor noch nie gelesen. Ehlrit aus Zwickau. Sei es, wie es sei, dachte sich der Autor und durchschnitt mit einem Küchenmesser das Klebeband, fummelte die eingeklappten Seitenflügel der Kartonage beiseite, was nicht einfach klappen wollte, vermutlich waren die Flügel fixiert, riss sie sodann gewaltsam auseinander - und flog unter Donnergrollen und Pulverdampf quer durch die Küche, gegen die Anrichte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die nicht sehr professionell konzipierte Brief- beziehungsweise Paketbombe, riss dem Publizisten Daumen und Zeigefinger von der rechten, den Ringfinger von der linken Hand. Das Küchenmesser, mit dem er gerade noch das Klebeband durchtrennt hatte, rammte sich wie ein Geschoss in seinen Unterbauch. Das erwies sich als Glück - nur der Unterbauch. Etliche Rippenbrüche, Prellungen und Verbrennungen ersten und zweiten Grades. Beide Trommelfelle geplatzt. Dass die Paketbombe ein relativ stümperhafter Zusammenbau aus Haushaltsutensilien, Plastik und schlecht gelöteten Metallteilen war, teilte die Polizei später mit. Für De Lapuente schien sie gar nicht so unprofessionell - er hatte vermutlich während der Explosion gedacht, einem Bombenexperten höchster Weihen in die Falle geraten zu sein. Wenn er überhaupt gedacht hatte, denn diesen Anschein hatte es zunächst nämlich überhaupt nicht. Denn nach der Detonation irrte er verwirrt durch die Küche, wie die beiden Beamten, die zuerst am Tatort waren, später in ihrem Bericht festhielten.&lt;br /&gt;Die Nachbarn alarmierten umgehend die Polizei, die erstmal herbeigeeilt, stürmisch klingelte. Und als niemand öffnete, entschieden die Beamten "Gefahr in Verzug" und brachen die Haustüre ohne richterliche Verfügung auf. In der Küche, die vom Eingangsbereich einblickbar war und ist, fanden sie einen aufräumenden De Lapuente vor. Er musste bereits Kugelschreiber und Notizblöcke, das was davon übrig war, aufgeklaubt haben. Auch Töpfe stapelten sich säuberlich auf dem Küchenboden. Überall lag Küchenrollenpapier über zermatschtem Obst. Scheinbar hatte er auch versucht, zerborstene Flaschen aufzukehren - die Glasscherben lagen noch in der Schaufel, der Besen obenauf. In einer Ecke lag verkohlter Karton, aus dem noch vereinzelt Flammen züngelten. Überall unvollendete Aufräumarbeiten, die das Chaos nur noch vergrößerten. Nur Sekunden bevor die Beamten in der Küche standen, hatte De Lapuente seinen Zeigefinger im Spülbecken gefunden. Erstaunt, schockiert und völlig verwirrt gaffte er den Finger an, nahm noch die Polizisten wahr und brach dann mit kreidebleichem Gesicht in sich zusammen.&lt;br /&gt;Drei Wochen sollte er im Klinikum seiner Heimatstadt bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span&gt;BILD Online&lt;/span&gt; berichtete noch am selben Tag darüber. Dort konnte man Blicke auf Fotos einer verwüsteten Küche richten. Wer hatte Journalisten dort hineingelassen? War das üblich nach so einem Ereignis? Das sind natürlich Fragen, die sich De Lapuente erst Wochen später, nachdem er die Berichterstattung chronologisch auswertete, stellte. Ominös schien allerdings das Motiv. Wer hatte Interesse daran, einen unbedeutenden Publizisten zu töten, fragten tagsdrauf eine Handvoll Feuilletonisten. Eine &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"motivarme Tat, die die polizeiliche Arbeit erschwere"&lt;/span&gt;, urteilte ein Ermittler, Experte für Bombenattentate.&lt;br /&gt;Erst zwei Tage später trudelte dann ein Bekennerschreiber bei der Ingolstädter Polizei ein. Mit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nationalsozialistischer Untergrund&lt;/span&gt; war das unterschrieben. Zwar ordnete die Polizei es recht schnell als Trittbrettfahrerei ein, denn der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"NSU-Sumpf ist trockengelegt, wie uns das der Verfassungsschutz garantiert"&lt;/span&gt;, gleichwohl war der rechtsextreme Impetus durchaus nachvollziehbar. Das mit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;NSU&lt;/span&gt; firmierte Blatt sprach davon, dass &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"ein Exempel statuiert"&lt;/span&gt; worden sei. Jemand, der selbst &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"lediglich der Sohn eines Gastarbeiters"&lt;/span&gt; sei und der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"fortlaufend anständige Deutsche beschmutzt"&lt;/span&gt;, ständig Partei für &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"asoziales Ausländerpack"&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"muslimische Parasiten"&lt;/span&gt; ergreife, die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"rassische Vermischung des Multikulturalismus"&lt;/span&gt; predige, täglich gegen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Deutschland hetzt"&lt;/span&gt; und damit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"dem Vaterlande gezielt schadet"&lt;/span&gt;, müsse mit jedem nur denkbaren &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"patriotischem Eifer"&lt;/span&gt; zur Einsicht gebracht werden.&lt;br /&gt;Es war die grobe, pathetisch dümmliche Wortwahl, die die Beamten an der Echtheit der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;NSU&lt;/span&gt; zweifeln ließ. Das Milieu aus dem das Paket stammte, schien aber bewiesen. Ein findiger Beamter verwies darauf, dass der Name &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Olaf D. Ehlrit&lt;/span&gt;, ordnet man die Buchstaben in anderer Reihenfolge an, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Adolf Hitler&lt;/span&gt; bedeuten könnten - dennoch sei der Wohnort des Absenders, Zwickau, kein Hinweis auf die NSU, die man ja auch als Zwickauer Gruppe kenne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Medien berichteten in den ersten Tagen rege darüber. Das Bild der zertrümmerten Küche flimmerte durch die Wohnzimmer des Landes. Der Innenminister schaltete sich ein, besuchte De Lapuente für etwa drei Minuten am Krankenbett, woraus die Presse später&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "mehr als eine halbe Stunde"&lt;/span&gt; machte und stammelte etwas von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"rückhaltloser Aufklärung"&lt;/span&gt; - nach seiner überstürzten Flucht aus dem Krankenzimmer, die er mit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Termine, Termine"&lt;/span&gt; entschuldigte, fing ihn eine Schar Journalisten vor dem Eingangsbereich des Ingolstädter Klinikums ab. Diese fragte wild durcheinander nach &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"seinen Gefühlen nach diesem Besuch"&lt;/span&gt; und nach &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"den jetzigen Plänen des Innenministeriums"&lt;/span&gt;. Der Minister beschwichtigte, sprach von einem &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"bisherigen Einzelfall"&lt;/span&gt; und von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Prüfungen, die nun stattfinden müssen, um zu klären, ob es tatsächlich ein rechtsextremes Motiv war, das der Tat zugrunde lag"&lt;/span&gt;. Zu seinen Gefühle sagte er nichts. Abends dann sah man ihn bei Plasberg, dort er sprach selbstsicher zum Thema &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Hier stehe ich, ich kann nicht anders - vom Lohn der Geradlinigkeit"&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;De Lapuente selbst, obwohl ansprechbar, empfing niemanden von der Presse. Erst nach zwei Wochen räumte er zwei Journalisten, einem von der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Jungen Welt&lt;/span&gt; und einem freien seiner Zunft namens Jens Berger, exklusiv ein Interview ein, das er von seinem Krankenbett aus geben wollte. Die &lt;span&gt;BILD&lt;/span&gt; bat bereits am Tag der Explosion um einige Sätze - De Lapuente verweigerte das. Drei Tage später nochmals dieselbe Prozedur. Und als er nach einer Woche abermals ablehnte, gab es im Hause &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; kein Halten mehr und das einstige Opfer, mit dem man mitleidig litt, geriet nun in den Verdacht, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"verfassungsfeindliche Texte publiziert"&lt;/span&gt; zu haben, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"getragen auf einer Welle des Hasses gegen die BILD"&lt;/span&gt;, wie ein fleißiger &lt;span&gt;BILD&lt;/span&gt;-Journalist schrieb, der gleich noch einige Zitate De Lapuentes, die er auf seinem Blog &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ad sinistram&lt;/span&gt; veröffentlicht hatte, feilbot und die unterstreichen sollten, wie sehr der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Hass auf BILD mitwirkte, jemanden, dessen Vater hier als Gastarbeiter alle Chancen und Segnungen des Sozial- und Rechtstaates genossen habe, in die linke, linksextreme Ecke zu bugsieren"&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;Franz Josef Wagner, der am Tag nach dem Attentat noch seinen täglichen Brief mit&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "Lieber, Roberto D."&lt;/span&gt; überschrieb und der De Lapuente schnelle Genesung wünschte und Solidarität versprach, der schrieb, dass er &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"weinte, als er davon erfuhr, wie dieser junge Mann den Hass dieser rechten Dreckschweine erleiden musste"&lt;/span&gt; und der nachschob, dass er &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"nochmals weinte"&lt;/span&gt;&lt;span&gt;, diesmal vor Freude,&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "als er erfuhr, dass dieser junge Mann es überleben würde"&lt;/span&gt; (schrecklich dramatisiert, denn De Lapuente schwebte nicht eine Sekunde in Lebensgefahr!) - derselbe Wagner schrieb nun, dass er es für &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"eine Vergeudung von Talent - ja, De Lapuente, Sie haben Talent, ich gebe das zähneknirschend zu"&lt;/span&gt; halte, wenn man &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"schmutzige Hasstexte gegen BILD, gegen Sarrazin oder andere Leistungsträger der Gesellschaft"&lt;/span&gt; verfasse. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Schreiben Sie Liebesromane, nutzen Sie Ihr Talent, rate ich Ihnen - oder halten Sie Ihr Maul"&lt;/span&gt;, beschloss er seinen Brief, der diesmal mit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lieber Hassprediger aus dem Internet"&lt;/span&gt; begann. Aus &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Roberto D.&lt;/span&gt; war nun in der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt;-Presse &lt;span style="font-style: italic;"&gt;De Lapuente&lt;/span&gt; geworden - es gab keinen Grund mehr für die Redaktion, Anonymität oder gar Pietät zu wahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genesungswünsche erreichten den Blogger und Schriftsteller. Von Bekannten und Freunden - von solchen, die sich plötzlich wieder an ihn erinnerten. Natürlich auch Schmähschriften landeten am Krankenbett. Wer aber nun dachte, dass solche ehrabschneidende Zettel, auf denen Sachen standen wie &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Verdient hast du es, Kommunistensau!"&lt;/span&gt; oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Du hast dich aufgegeilt als Guttenberg am Boden lag. Jetzt geilen wir uns an deinem Schicksal auf!"&lt;/span&gt; oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wir beten jeden Abend, dass du noch verrecken tust!"&lt;/span&gt; - wer also nun dachte, dass solches Schmierwerk nur anonym auf Zettel gekritzelt wird, der täuschte sich arg. Als das Interview mit De Lapuente in der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Jungen Welt&lt;/span&gt; und bei den &lt;span style="font-style: italic;"&gt;NachDenkSeiten&lt;/span&gt; gleichzeitig erschien, was nebenbei gesagt, beiden Webpräsenzen Zugriffszahlen wie nie zuvor bescherte (die Printvariante der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;jW&lt;/span&gt; blieb leider von größeren Verkaufszahlen unbehelligt), da dämmerte das Thema De Lapuente, das bereits vom &lt;span style="font-style: italic;"&gt;adenda setting&lt;/span&gt; zu verschwinden drohte, wieder herauf. Ein namhafter Kolumnist der &lt;span&gt;BILD&lt;/span&gt;, der schon für Bundespräsidenten Bücher schrieb und diese von Vorständen aus Versicherungsgesellschaften finanzieren ließ, schrieb einen Tag nach Veröffentlichung des Interviews, dass dieses Land nun &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"die Stilisierung einer linken Opfermentalität erlebe"&lt;/span&gt; und, was man ehrlich sagen müsse, dass &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"De Lapuente vielleicht nicht selbst schuld an seinem Schicksal sei, wohl aber mitschuldig"&lt;/span&gt;. Sicherlich müsse man den &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Verbrechern nachjagen, aber nicht nur denen, sondern auch den &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423011505/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3423011505"&gt;ehrlosen&lt;/a&gt; geistigen Verbrechern, die mit ihren Worten Menschen dazu animieren, Gewalt zu ergreifen"&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;In der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Münchner Runde&lt;/span&gt;, ausgestrahlt im &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Bayerischen Fernsehen&lt;/span&gt;, traf der Kolumnist dann auf den Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern Bedford-Strohm, der De Lapuente verteidigte. Man dürfe so nicht argumentieren, richtete er sich durchaus zornig gegen den Kolumnisten, man könne &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"niemanden Schuld dafür geben, Opfer von Gewalt geworden zu sein"&lt;/span&gt;. Gleichwohl haben die Nationalsozialisten gesprochen, als sie meinten, dass die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Juden aufgrund ihres Verhaltens selbst schuld seien, dergestalt gehasst zu werden"&lt;/span&gt; - wo käme man hin, wenn &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Vergewaltiger, sich damit vor Gericht verteidigen könnten, dass das Opfer selbst schuld sei, weil es doch einen Minirock trug"&lt;/span&gt;? De Lapuente sei Opfer, meinte Bedford-Strohm weiter. Auf zwei Ebenen sogar. Gewaltopfer und Opfer linker ideologischer Verblendung. Er brauche nun keine Moralpredigt, sondern Hilfe und Verständnis - gesühnt habe er nun wahrlich genug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zeitweilig verwiesen dann auch seriösere Blätter darauf, dass das Bombenattentat kein Verbrechen sei wie jedes andere, sondern nur so eine Art &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Extremistenkampf, in dem Knallköpfe von rechts einen linken Knallkopf umbringen wollten"&lt;/span&gt;, wie es ein Kommentator der FAZ schrieb. Natürlich habe die Justiz nun die Aufgabe, die Täter zu verurteilen, doch man müsse &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"auch die Beweggründe berücksichtigen und damit De Lapuente als Brandstifter des gegen ihn selbst entfachten Brandes entlarven"&lt;/span&gt;. Solche Kommentare füllten nur noch kleine Spalten und bald schon war das Thema ziemlich abgehakt.&lt;br /&gt;De Lapuente verließ das Klinikum nach drei Wochen. Er schrieb am Tag seiner Entlassung bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ad sinistram&lt;/span&gt;, das jetzt höher frequentiert wurde und dauerhaft Thema bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;PI&lt;/span&gt; war, dass er noch Ruhe brauche, sich aber vornehme, seine Leidenschaft, das Schreiben, weiterzuverfolgen. Die Kommentarfunktion schaltete er ab - die Berge an Boshaftigkeiten, die dort hinterlassen wurden, wurden ihm zunehmend unerträglich.&lt;br /&gt;Die mediale Ausschlachtung des eigenen Schicksals wäre nun der nächste Schritt gewesen, der üblicherweise nach Medienhofprotokoll vollzogen wird. Angebote trudelten auch ein. Angebote, bei Lanz oder Beckmann vorzusprechen, lehnte De Lapuente ab. &lt;span&gt;RTL&lt;/span&gt; bat telefonisch darum, er möge in &lt;span&gt;Stern TV&lt;/span&gt; auftreten. Woher hatten die eigentlich seine Telefonnummer? Die &lt;span&gt;ARD&lt;/span&gt; klopfte an, bei &lt;span&gt;Jauch&lt;/span&gt; wäre ein Stuhl frei, auch der Innenminister, der De Lapuente damals so nett besucht hätte, würde da sein. Der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Spiegel&lt;/span&gt; stellte sich eine Story mit Fotos vor, acht Seiten - nachdem der Blogger auch das ablehnte, schrieb das Magazin einen zweiseitigen Bericht ohne Zutun De Lapuentes und verglich darin das Attentat mit jenem, das im Dezember 1993 dem Wiener Bürgermeister Zilk die Hand kostete. Seine Witwe empörte sich daraufhin öffentlich, weil ihr verstorbener Gatte mit&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "so einem Menschen"&lt;/span&gt; verglichen wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seit jenen Tagen bloggt De Lapuente nur noch sporadisch. Manuskripte für Bücher ruhen. Das Manuskript, an dem er saß, als der Postbote jenes Paket brachte, hat er, wie schon erwähnt, vernichtet. Denn als er es neuerdings geöffnet hatte und sich hineindachte, da entbrannte die Erinnerung in ihm und er brach geistig und moralisch zusammen.&lt;br /&gt;Die Täter wurden nicht gefasst. Weder der Innenminister noch ein Mitarbeiter seines Stabes hat sich je nochmals bei De Lapuente gemeldet. Auch nicht, als er schriftlich anfragte, ob man bereits Vermutungen hege - darauf bekam er nie Antwort. Auf den Fall De Lapuente angesprochen, äußerte der Innenminister einige Monate später in einem Interview, dass man unter Umständen davon ausgehen müsse, dass das Attentat fingiert war - er sagte das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"mit aller gebotenen Vorsicht"&lt;/span&gt;, aber denkbar wäre schon, dass da jemand versuchte, die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"rechte Gewalt zu dramatisieren, indem er sich selbst eine Bombe schickte und ein Bekennerschreiben von einem Komplizen an die Polizei schicken&lt;/span&gt; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ließ"&lt;/span&gt;. Beweise habe man keine - man untersuche das noch. Von wirklich rechten Gewalttätern gehe man aber mittlerweile nicht mehr aus...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/die-verlorene-ehre.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/b328fd13334641d18d84a5745a75a48c" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-3270983025256034956?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/3270983025256034956/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=3270983025256034956' title='30 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3270983025256034956'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3270983025256034956'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/die-verlorene-ehre.html' title='Die verlorene Ehre'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>30</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-3999078269574312483</id><published>2012-01-05T08:10:00.001+01:00</published><updated>2012-01-05T08:16:01.024+01:00</updated><title type='text'>Ansätze einer annehmbaren Präsidentschaft</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Wulff war kein schlechter Bundespräsident. Wenn man von den Freundschaftsdiensten und Gefälligkeiten, die er sich zuschustern ließ, einmal absieht. Auf diesem Auge blind war Wulff, wie gesagt, kein schlechter Präsident. Das klingt wie Nachruf. Vielleicht ist es auch ein vorgezogener - mindestens aber einer für seine bisherige Amtszeit. Und es widerstrebt natürlich, diesen meist doch eher farblosen, schüchternen und auch feigen Apparatschik ein Zeugnis auszustellen, das nicht ausgewiesen schlecht ist. Man kann entgegenhalten, dass er auch kein guter Präsident war. Auch das wäre wahr, denn hierzu fehlte ihm der notwendige Schneid.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Es war nicht alles schlecht...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wulff hat mehrfach gegen den Mainstream mobilisiert - es waren nur kurze Mobilmachungen, danach war Feigheit. Zwei wesentliche Momente seiner Amtszeit fallen ein:&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Beispielsweise:&lt;/span&gt; Er vertrat, kurzzeitig von Mut befallen, die Ansicht, der Islam gehöre zu Deutschland. Das tat er in einer Phase, da die bürgerliche Presse schlimm gegen die Moslems in Deutschland anschrieb und Sarrazins krude Thesen zum neuen Evangelium stilisierte. Prompt erntete er bittere Wut. Das war für viele nicht mehr der bürgerliche Präsident, den man glaubte, nun an der Spitze des Landes zu haben - denn bürgerlich zu sein bedeutet vermutlich mittlerweile auch, islamophob in den abendländischen Tag hineinzuleben. Doch der Mut Wulffs schwand freilich schnell. Er ist nie zum Fels in der Brandung politisch sozialisiert worden. Man hörte nie mehr derart Versöhnliches von ihm.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Beispielsweise:&lt;/span&gt; Er übte unerwartet und wider der üblichen Arschkriecherei der Politik, &lt;a href="http://kehraus.blogspot.com/2011/12/katholische-fundamentalisten-vs.html#more"&gt;Kritik am Papst und am Katholizismus&lt;/a&gt;. Er sprach an, was vielen kirchennahen Menschen hier unter den Nägeln brennt. Die strikte Haltung einer Institution, die vorgibt, die Liebe zwischen den Menschen zu verwalten, in Fragen von Scheidung und Lebensbrüchen (wie Wulff es damals formulierte) jedoch rigoros hantiert: wie erklärt das die Kirche? Die bürgerliche Presse, allen voran natürlich die katholisch-frömmelnde BILD-Zeitung, erboste sich. Hier ruht wohl unter anderem der Bruch zwischen Wulff, den die Zeitung einst hofierte und Diekmann, der Wulff damals für eine gute Wahl erachtete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sind Ansätze, die bei seinem Vorgänger überhaupt nicht vorkamen. Insofern ist die Amtszeit Wulffs nach nicht mal zwei Jahren schon reicher an Gehalt, als es die sechs Jahre unter Köhler je waren. Der erntete nie Sturm, weil er gar nicht erst Wind säte. Großen Wind machte er nur um die anzustachelnde Reformbereitschaft, um Sozialstaatsabbau und die dezente Anmahnung, den möglichst erträglich zu gestalten. Er war der Präsident der Alternativlosigkeit - Wulff bot bisher wenigstens Alternativen, denn er bot neben dem sarrazinischen Spaltungsdiskurs eine andere Sichtweise an, nämlich das Miteinander der Kulturen innerhalb des Landes und nicht deren gegenseitige Aufhetzung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Hasenherzige Rückzüge&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wulff war also bislang überraschenderweise nicht so schlecht als Bundespräsident. Nicht immer jedenfalls. An was es ihm mangelte war Rückgrat. Gelegentlich wagte er sich ja mutig vor. Doch zog er sich bei Gegenwind zurück. Standhaftigkeit ist seine Sache nicht gewesen. Ein sturer Kopf, auch die Fähigkeit, die an ihn gerichtete Kritik gegenüber seinen politischen Mahnungen auszusitzen, einen dicken Pelz - kurz, ein Leckt-mich-am-Arsch-und-jetzt-erst-recht-Gefühl, wenn man von der bürgerlichen Presse attackiert wird, nur weil man Moslems als Bürger unter Bürgern anerkennt, hätte er dringend benötigt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicherlich, von einer guten Präsidentschaft zu reden wäre auch nicht zutreffend, Aber von Ansätzen zu einer guten, wenigstens aber annehmbaren Präsidentschaft kann man unumwunden sprechen. Potenzial war da, zeigte er mehrfach - nur ließ er es verpuffen, um ja nicht medienwirksam anzuecken: das Wesen des Apparatschiks eben. Prompte hasenherzige Rückzüge folgten stante pede. Ein guter Präsident hätte erklärt, dass der Islam mittlerweile ein Bestandteil Deutschlands ist und wäre bei Gegenwind nicht ins bellevuesche Loch zurückgekrochen. Er hätte nochmals unterstrichen, nochmals beteuert, wäre stur an seiner Ansicht haften geblieben. Offensiv, nicht defensiv.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Das große Thema seiner Präsidentschaft als Hinweis, endlich "bürgerlichere" Themen anzusprechen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Wulff bisher noch kein Thema seiner Präsidentschaft gefunden habe, hat man ihm oft vorgehalten. Das Feuilleton machte einen Wettbewerb daraus, ihm sein fehlendes großes Thema anzumahnen. Vielleicht wäre der zentrale Satz, wonach auch der Islam zu Deutschland gehöre, die Präambel eines solchen Themas gewesen, wenn Wulff ein mutigerer Zeitgenosse wäre. Hätte er sich freilich ein Thema herausgepickt, das weniger emotional ist, hätte er es seinem Vorgänger im Amt gleichgetan und von Reformen und Märktevertrauen erzählt, so hätte ihn der Mut nie verlassen müssen. Die Medien, Politik und Wirtschaft sowieso, hätten ihn bestärkt und laut &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Hurra!&lt;/span&gt; gerufen. Und was hat der deutsche Steuerzahler, Leistungsträger der bürgerlichen Mittelschicht, denn von einem Präsidenten, der mitten im Papstfieber den Papst kritisch beäugt? Das ist doch nur naiver Idealismus, von dem keiner etwas hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer wenn sie schrieben, er brauche nun endlich ein großes zentrales Thema für seine Präsidentschaft, dann klang da zwischen den Zeilen mit: Befasse Dich endlich mit den wesentlichen Problemen dieses Landes - mit Schmarotzertum, mit &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B004OVF0KG/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=B004OVF0KG"&gt;horrenden Kosten, die zu Kürzungen führen&lt;/a&gt; müssen, mit Multikulturalismus, der uns in einen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;clash of civilizations&lt;/span&gt; führt. Hör endlich damit auf, ungefragt die islamische Partei zu ergreifen. Sei doch endlich mal der oberste Vertreter der bürgerlichen Mitte!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Reden vom großen Thema waren als Ermunterungen und Fingerzeige gedacht - und er wollte es nicht kapieren. Zwar fesselte ihn die Mutlosigkeit, geriet sein Engagement in Lethargie, aber so richtig köhlerhaft neoliberal wurde er deswegen noch lange nicht. Natürlich, um gleich mal möglicher Kritik beizukommen, vertrat Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident Niedersachsens neoliberale Positionen - und die wird er auch heute noch still vertreten. Aber öffentlicher Gegenstand sind die kaum, seitdem er in Bellevue residiert. Sein Hauptaugenmerk lag auf Idealen und Werten, das politische Tagesgeschäft sperrte er weitestgehend aus - sein Vorgänger machte es grade andersherum. Das machte man ihm zum Vorwurf. Und genau deshalb die Inszenierung eines Skandals, der zwar einer ist, der bei anderen aber medial kleingehalten würde, wenn es der politischen Konzeption nur entspräche.&lt;br /&gt;&lt;br style="font-weight: bold;"&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Bestätigung des Unwortes 2011&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nie war das Unwort des Jahres 2011 so zutreffend. Welche Alternative zu Wulff, der kein guter, aber auch kein schlechter, schlicht ein Mittelmaßpräsident war, gibt es denn? Gauck etwa? Oder schicken die Grünen Fischer ins Rennen? Oder eine Gazprom-Präsidentschaft durch Schröder? Mit einem wie Stoiber hätte man kein Problem, was die Inhalte seiner präsidialen Ansprachen beträfe. Die wären so unverständlich, dass sie in jede Richtung deutbar wären, sein Äh-Ähm-Äh-Gestammel kann ja doch alles heißen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass Wulff versuchte die Presse zu beeinflussen ist unentschuldbar. Wobei er das vielleicht nicht getan hat. Denn eine Frage muß erlaubt sein: Ist die BILD Presse? Und warum erzählt Diekmann nicht, dass er öfter von Wulff angerufen wurde, nicht nur, als er die Berichte zu seiner Affäre vertuscht sehen wollte? Warum erzählt er nicht, dass es zur Präsidentschaftswahl Rücksprachen gab, wie im Hause Springer üblich? Beweise? Keine! Aber anzunehmen sind solche Anrufe in jedem Falle - mögliche Kette der Verwicklung: Diekmann, persönlicher Freund Kohls - Merkel, einstiges Mädchen Kohls - Wulff, der Wunschkandidat Merkels. Weshalb erklärt Diekmann eigentlich nicht, warum genau er Wulff, den einstigen Liebling und gewollten Präsidenten, fallen ließ? Denn Redaktionen unter Druck zu setzen, das ist kein Einzelfall - jeder mittelmäßig begabte Oberbürgermeister ist in seiner Amtszeit öfter mal wulffisch und setzt die örtliche Zeitung unter Druck. Das ist nicht richtig und dieser Usus gehört beanstandet - aber Wulff ist da kein Einzelfall.&lt;span id="yui_3_2_0_1_13256633608392420"&gt;&lt;/span&gt; Wulffs reiche Freunde machen das übrigens auch, meist nachhaltiger, weil gestützt auf Geldberge. Warum BILD jetzt aufmerkt und zum Beispiel schwieg, als Maschmeyer die Aufklärungsarbeit des Journalisten Christoph Lütgert unterbinden ließ, damit also ebenfalls die Pressefreiheit angriff, zählt wohl zum ambivalenten Gerechtigkeitssinn dieser Zeitung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wulffs Freundschaften sind suspekt. Er steht aber nicht alleine auf der politischen Bühne mit mächtigen Wirtschaftsbaronen an seiner Seite. Die anderen sind lediglich weniger naiv, lassen sich nicht so dämlich ertappen. Man bräuchte schon einen Asketen im Amt, um den Nepotismus zu zähmen. Den asketischen Freiheitsapostel Gauck vielleicht? Der hätte vermutlich tatsächlich keine Freunde in der Wirtschaft, aber dafür wäre er mit der neoliberalen Wirtschaft befreundet, wie er schon oft genug unter Beweis stellte. Wulff hat Kapitalisten und Neoliberale als Freunde - Gauck den Kapitalismus mitsamt Neoliberalismus. Wäre das eine Verbesserung?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;There is no alternative.&lt;/span&gt; Nur eine vielleicht, aufgrund Alternativlosigkeit &lt;a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=11745"&gt;das Amt abschaffen&lt;/a&gt;...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ansatze-einer-annehmbaren.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/b07f2be32a2546bb9d563e694cda792a" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-3999078269574312483?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/3999078269574312483/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=3999078269574312483' title='33 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3999078269574312483'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3999078269574312483'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ansatze-einer-annehmbaren.html' title='Ansätze einer annehmbaren Präsidentschaft'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>33</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4470207980020542856</id><published>2012-01-04T08:10:00.001+01:00</published><updated>2012-01-04T08:15:49.675+01:00</updated><title type='text'>Ins vierte Jahr...</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;oder: trotz leichtem Rückgang, ad sinistram weiter im Aufschwung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ins vierte Jahr geht es also hiermit. Vier Jahre - ist das nicht schon die Halbwertszeit für Blogs? Kommt &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ad sinistram&lt;/span&gt; damit nicht langsam in seine besten Jahre, ins potenteste Mannesalter? Zweifel? Midlife crisis? Vier Jahre: die Länge einer Legislaturperiode...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erfreulich zeigt sich hingegen die Situation bei den Leserzahlen. Die positive Entwicklung hat sich im Jahr 2011 nach Einschätzung von Experten fortgesetzt. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Ad sinistram profitiert von den bisher schlechten Entwicklung hierzulande. Im Jahr 2011 war keine Trübung zu erkennen. Die Besucherzahlen halten sich konstant, moralischer Verfall und politische Offenbarungseide wachsen weiter, womit die Nachfrage nach ad sinistram weiter ansteigen dürfte"&lt;/span&gt;, sagte Roberto J. De Lapuente, Vorstandsvorsitzender, Blogbetreiber und &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684139/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3940684139"&gt;Autor&lt;/a&gt;, heute in Ingolstadt anlässlich der jährlichen Pressekonferenz.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Zwar gebe er zu, dass die Besucherzahlen leicht rückläufig seien. Die drei fetten Jahre dürfen aber nicht dazu verleiten, falsche Schlüsse zu ziehen. Nachdem 2008 etwa 150.000 Menschen auf &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ad sinistram&lt;/span&gt; zugriffen, 2009 weitere 470.000 und 2010 abermals 630.000 Zugriffe zu verzeichnen waren, blieb man im Jahr 2011 bei etwa 620.000 Besuchen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Die Zahlen seien aber nicht alarmierend"&lt;/span&gt;, meinte De Lapuente, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"sie seien saisonbereinigt und daher mit den Zahlen der Vorjahre nur schwer vergleichbar."&lt;/span&gt; De Lapuente führte die leichten Verluste auf das Wetter zurück, nachdem er jedoch auch erklärte, dass noch vor einem Monat mit Zuwächsen gerechnet wurde, die man indes auch durch das Wetter gerechtfertigt hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bewölkte Monate, überdies atomwolkenbewölkte Monate fanden großen Zuspruch. Gleichwohl Utøya, auch reges Interesse und hohe Frequentierung mit sich brachte. Im September dann ein Durchhänger, wenige Besucher, was auf den Papstbesuch zurückzuführen ist.&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "Das streng katholische Publikum ad sinistrams &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;säumte im September die Straßen des Landes, um den Heiligen Vater willkommen zu heißen"&lt;/span&gt;, rechtfertigte sich De Lapuente.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Außerdem bekräftigte er nochmals die Reformen, die nun endlich griffen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Die Zahlen sprechen für sich"&lt;/span&gt;, erklärte er abermals im Rahmen der Pressekonferenz,&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "die Reformen waren richtig und wichtig und zeitigen nun Resultate."&lt;/span&gt; Es wäre vermessen, jetzt davon abzugehen, so der Blogbetreiber weiter. Die Besucherzahlen des letzten Jahres seien kein Rückschlag und durchaus im Rahmen dessen, was vorab kalkuliert wurde. Kritischen Stimmen, die den Einbruch &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ad sinistrams&lt;/span&gt; hinter den neuesten Zahlen vermuteten, erteilte De Lapuente entschieden eine Abfuhr. Man müsse jetzt optimistisch nach vorne schauen und die gute Arbeit des letzten Jahres fortsetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen Ende der Pressekonferenz bedankte sich De Lapuente nochmals bei allen Lesern und Besuchern und wünschte ein erfolgreiches Jahr 2012.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ins-vierte-jahr.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/1e34eb1906fc48de810a55c0d4334cdf" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4470207980020542856?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/4470207980020542856/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=4470207980020542856' title='25 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4470207980020542856'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4470207980020542856'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/ins-vierte-jahr.html' title='Ins vierte Jahr...'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>25</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-6206245139502433109</id><published>2012-01-03T08:30:00.000+01:00</published><updated>2012-01-03T08:30:02.818+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Venia verbo'/><title type='text'>Sit venia verbo</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Wir sind Beamte der Zeit, Angestellte der Atmung, Würdenträger der Hoffnung, Glieder eines amtlichen Alls, nehmen wir alle den uns angewiesenen Platz darin ein, gehorchen dem Mechanismus eines starren Geschicks. Alles wird euch verziehen, vorausgesetzt, dass ihr einen Beruf ausübt, dass eurem Namen ein Untertitel folgt, dass euer Nichts ein Siegel trägt. Keiner ist kühn genug, um auszurufen: „Ich will nichts tun!“ Einem Mörder gegenüber ist man nachsichtiger als gegenüber einem Geist, er sich von allem Tun losgesagt hat."&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;- &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518420070/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3518420070"&gt;Emile Cioran&lt;/a&gt; -&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-6206245139502433109?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6206245139502433109'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6206245139502433109'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2012/01/sit-venia-verbo.html' title='Sit venia verbo'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-1837018415401694613</id><published>2011-12-23T21:45:00.002+01:00</published><updated>2011-12-23T21:56:13.573+01:00</updated><title type='text'>Die Variablen des Heiligabend und deren Mehrwert</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ein ganzes Lebensgefühl ist damit umschrieben: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Weihnachten wird unterm Baum entschieden!&lt;/span&gt; Was sich liest wie aus einer Schmiede der Werbeindustrie, und auch der derzeitige Schlachtruf einer Elektronik-Kette ist, ist doch nicht weniger als die Wahrheit in nuce. Nichts wird in Suppenküchen oder Bahnhofsmissionen entschieden - ihre Existenz und ihr weihnachtliches Hervorheben zeigt nur, dass man sich gegen die, die sie benötigen, schon lange entschieden hat. Nichts entscheidet sich für Frieden - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Frieden auf Erden!&lt;/span&gt; ist der hohle Ausruf scheuklappenbegüterter Romantiker. Nur eine Wahrheit gibt es - und die liegt unter dem Baum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Generation ist im konsumtiven Wohlstand aufgewachsen. Weihnachten war Wettbewerb. Schüler eiferten um den Sieg unterm Tannenbaum. Man protzte hernach, man schnitt auf - an der Größe des Geschenkes ließ sich messen, wie schön das Weihnachtsfest gewesen sein musste. Der eigentliche Ursprung des Festes war ohnehin nur Makulatur - und das, was sich Nachkriegsgenerationen daraus machten, das gemütliche Zusammensein, die besinnliche Andacht und das zugegeben spießige Klima zwischen gesäuseltem &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Stille Nacht, heilige Nacht..."&lt;/span&gt; und vergilbter Pappmaché-Krippe, dieses Kleinod der nachkriegerischen Ruhe und Zufriedenheit, das galt für uns schon nicht mehr. Wir hatten bereits die nächste Stufe der Evolution erklommen. Unterm Christbaum entschied sich Weihnachten - und es ist bezeichnend für unsere Zeit, dass ausgerechnet die Werbung es vermag, die ganze unerbitterliche Wahrheit, und das in einem einzigen Satz, auf den Punkt zu bringen. Werbung ist häufig punktgenauer als die soziologische Wissenschaft - oder sie ist, was vielleicht besser passt, Soziologie in kurzen Sätzen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Weihnachten war bei uns schon nicht mehr - für uns gab es kurzzeitig Christmas, bis man daraus X-mas formte. Das erschien auch angemessener als Weihnachten. Denn geweiht war ja nichts - höchstens wir dem Konsum und dem konsumtiven Gequatsche von &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"der einen, der magischen Nacht"&lt;/span&gt; oder dem &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"trauten Zusammensitzen der Familie"&lt;/span&gt; - solche Idyllen förderte auch die Werbung, denn im Kreise seiner Lieben packt es sich schöner und geborgener aus. X-mas passte einfach. Das X als Variable. Und die Variable war: Was bekomme ich? Wie sehr, wie erfolgreich wird X-mas unter dem Baum entschieden? Das X stand für den Effekt, den ein Geschenk bewirken konnte. X war die große Unbekannte - und die Hoffnung, diese Unbekannte würde zur ungebremsten Freude, zur Tilgung von Konsumbedürfnissen. X-mas konnte, als aus dem Englischen kommende, aber spanisch zu lesende Formel, noch mehr Wahrheit aufdecken. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Más&lt;/span&gt; bedeutet im Spanischen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;mehr&lt;/span&gt; - mehr X, mehr Variablen, mehr Geschenke, mehr Konsum. X-mas -&lt;span style="font-style: italic;"&gt; dame más X&lt;/span&gt;; gib mir mehr X!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Happy X-mas!&lt;/span&gt; bedeutet als mathematische Formel, dass Fröhlichkeit eine Kombination aus dem Mehr oder dem zu erzielenden Mehrwert und aus variablen Geschenkelementen ist - X ist der Platzhalter für die Geschenkrendite, die sich hoffentlich unterm Baum ansammelt. Weihnachten ist eine Gleichung, die Aufwand und Ertrag gegenüberstellt und die Schenker zu Wettbewerbern macht. Investition und Gewinnaussichten dürfen a) kein Verlustgeschäft und damit mindestens ausgeglichen sein und müssen b) bei optimalen Verlauf Überschüsse aufzeigen. X kann gefährlich werden, weil es die unternehmerische Planbarkeit erschwert. Der Gewinn ist kaum kalkulierbar, weil die Schenker, die für X verantwortlich sind, normalerweise nicht sehr redselig sind. X-mas ist daher ein kalkulatives Risiko und eigentlich keine Grundlage für geschäftliches Handeln, denn es baut auf Vertrauen, für das es keine Rechtssicherheiten gibt. Dennoch empfiehlt es sich nicht, sich von X-mas fernzuhalten, denn das könnte a) zu Wettbewerbsnachteilen führen und b) mögliche Gewinne vereiteln. Man minimiere daher unbedingt das X, das man selbst unter die Tanne legt, man beachte Angebote, kaufe sein X entweder verbilligt im August oder eilig und vielleicht etwas reduziert drei Tage vor X-mas. Zwischen Schnäppchenjagd und der Aussicht, die anderen Schenker haben weder Kosten noch Mühen gescheut, kann mancher Mehrwert gedeihen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob Weihnachten die Welt zeitweilig zu einem besseren Ort macht, sagt uns das, was unter dem Baum liegt. Mögen die Variablen aufgehen und der Festakt ein rentables Geschäft werden - oder, wie man es traditioneller sagt: schöne Weihnachten...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/die-variablen-des-heiligabend-und-deren.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript" src="http://api.flattr.com/button/load.js"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/9b6ada381a6f4b6abff7e858eb56455c" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-1837018415401694613?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/1837018415401694613/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=1837018415401694613' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1837018415401694613'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1837018415401694613'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/die-variablen-des-heiligabend-und-deren.html' title='Die Variablen des Heiligabend und deren Mehrwert'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>8</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-5999622738493971227</id><published>2011-12-23T07:10:00.001+01:00</published><updated>2011-12-23T07:14:35.647+01:00</updated><title type='text'>Alles wie gehabt...</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Exakt heute vor vierzig Jahren erboste sich &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3462012177/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3462012177"&gt;Heinrich Böll&lt;/a&gt;. Als Titelzeile bei der BILD-Zeitung las er, dass die Baader-Meinhof-Bande weitermordete - einen Polizisten habe sie nun erschossen. Der darunterstehende Bericht aber gab sich vorsichtiger. Dort las man, dass man noch keine konkreten Anhaltspunkte habe, wer für die Tat verantwortlich sei. Diese Diskrepanz zwischen Schlagzeile und Bericht, sie machte Böll wütend und er schrieb sein verhängnisvolles Essay, das nach einigen Abwandlungen den Titel &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Will Ulrike Gnade oder freies Geleit?"&lt;/span&gt; erhielt und am 10. Januar 1972 im &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Spiegel&lt;/span&gt; erschien: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wo die Polizeibehörden ermitteln, vermuten, kombinieren, ist Bild schon bedeutend weiter: Bild weiß."&lt;/span&gt;, schrieb er unter anderem.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An diesem 23. Dezember 1971 nahm die Jagd auf Böll seinen Anfang. Sein Essay nahm man ihm übel. Er schalt darin den gesellschaftlichen Umgang mit dem Terror jener Tage, freilich auch die Berichterstattung, die tendenziös und eingleisig verlief und keinerlei Kritik an den rechtsstaatlichen Kniffen übte, die die Politik anwandte. Einerlei. Bölls Fehler war, dass er die Terroristen nicht aus voller Seele beschimpfte, sondern sie verstehen wollte und die Mechanismen, die um sie herum wirkten, scharf kritisierte. Der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"linke Biedermann"&lt;/span&gt; erntete bürgerliche Wut. Er sollte seine Präsidentschaft beim Internationalen P.E.N. abgeben. meinte Hans Habe. Man hieß ihn einen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Anwalt der anarchistischen Gangster"&lt;/span&gt; und einen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"salonanarchistischen Sympathisanten"&lt;/span&gt;. Und der Journalist Gerhard Löwenthal nannte ihn einen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Sympathisanten dieses Linksfaschismus"&lt;/span&gt;, der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"nicht einen Deut besser als die geistigen Schrittmacher der Nazis"&lt;/span&gt; sei.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Kleingeistige Produkte, die Böll nur ertragen musste, weil er sich nicht für die Hatz hergeben wollte und sich das eigene Denken bewahrte. Einige Monate später rehabilitierte ihn die Schwedische Akademie, die ihm den Nobelpreis verlieh. Prompt sahen Union und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; darin eine Verschwörung der Sozialistischen Internationale, nachdem ja bereits ein Jahr zuvor Willy Brandt den Friedensnobelpreis für seine versöhnliche Ost-Politik zugesprochen bekam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vierzig Jahre alt wird heute die Wut dieses mutigen Schriftstellers. Was war sein Einsatz wert? Für Menschen, die wie er, nicht in den Katechismus der Hetzer miteinstimmen, ist er Mutmacher. Selbst der große Böll habe doch Demütigungen erleiden müssen, tröstet man sich. Geändert hat diese Geschichte dennoch wenig. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; berichtet wie eh und je, schustert Verbrechen unhinterfragt nebulösen Terroristen zu. Man denke nur an Utøya, das man zunächst und ohne konkrete Anhaltspunkte islamistischen Attentätern in die Schuhe schob. Die Situation mag verfahrener sein als damals. Könnte Böll denn heute noch im &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Spiegel&lt;/span&gt; ein solches Essay unterbringen? Damals hatte er mit Augstein einen mächtigen Verbündeten - heute berichtet der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Spiegel&lt;/span&gt; wie es &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer &lt;/span&gt;tut. Der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Stern&lt;/span&gt; auch. Alle sind sie der BILDisierung mehr oder weniger erlegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was am heutigen Tage augenfällig wird: dass sich nach vierzig Jahren wenig geändert hat. Außer vielleicht, dass &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; heutzutage Bölls &lt;a href="http://www.bild.de/lifestyle/2011/heinrich-boell/nobelpreis-literatur-gruppenbild-dame-21635558.bild.html"&gt;Nobelpreis feiert&lt;/a&gt; und seine Bücher verscherbeln will. Sonst alles wie gehabt. Die Presse verurteilt vorschnell - und das, weil es mittels Internet einen Kampf um die erste Meldung gibt, viel schneller noch als einstmals. Der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Spiegel&lt;/span&gt; kann sich Sachlichkeit gar nicht mehr leisten, kann nicht abwarten, bis die Recherche die Wahrheit ergibt - da hatte &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; einen gewaltigen Vorteil, denn die Unsachlichkeit und Schluderei, die mit der Wettbewerb um die schnellste Schlagzeile ins journalistische Leben trat, wurde bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Springer&lt;/span&gt; schon vor vierzig Jahren betrieben. Schon damals erfüllte man die Bedingungen, um vorschnelle Schlagzeilen zu publizieren: die Schlamperei und die Sensationsgeilheit...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/alles-wie-gehabt.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/91c3d7bf2ff149ba991a7cacacf1d18f" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-5999622738493971227?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/5999622738493971227/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=5999622738493971227' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5999622738493971227'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5999622738493971227'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/alles-wie-gehabt.html' title='Alles wie gehabt...'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-1758426040604498812</id><published>2011-12-22T07:10:00.002+01:00</published><updated>2011-12-22T07:13:22.786+01:00</updated><title type='text'>In eigener Sache</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;oder: entschleunigte Festtage allen - auch den Ärschen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch zwei Tage, zwei Texte, dann mache ich Schluss - mit dem Jahr. So wie das alle irgendwie auf ihre Art tun. Nach Samstag keine Worte mehr von mir in 2011. Rückblicke auch keine. Das deprimiert nur. Ausschau halten auch nicht. Das deprimiert nur. Über die Gegenwart berichten auch nicht. Das deprimiert nur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegenwärtiges wie erst gestern: da wurden Jugendliche ausländischer Herkunft, die einen Mann in der U-Bahn verprügelt hatten, &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/prozess-um-attacke-in-lichtenberg-bis-zu-sechs-jahre-haft-fuer-u-bahn-schlaeger/5984732.html"&gt;empfindlich bestraft&lt;/a&gt;. Die Staatsanwaltschaft glaubte, es handle sich um einen Fall von Deutschenfeindlichkeit, womöglich auch, weil das die Presse vorformuliert hatte. Der Richter konnte dieser Deutung allerdings nicht folgen - Strafe ja, aber nicht wegen "Hass auf Deutsche". Die Strafe ist unbestreitbar begrüßenswert - gäbe es ein beweisbares deutschfeindliches Motiv, hätte sie ruhig höher ausfallen dürfen. Kurios ist indes nur, dass Staatsanwaltschaften sich sehr schwer damit tun, &lt;a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/rechte-taeter-aber-keine-rechte-gewalt/4285090.html"&gt;rechten Gewalttätern Ausländerfeindlichkeit anzuhängen&lt;/a&gt;. Wie gesagt, nichts Aktuelles, nichts Gegenwärtiges heute - das deprimiert nur. Ich wollte damit auch gar nicht erst anfangen...&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Einiges will ich jedoch noch sagen. Nichts, was sonst so zu lesen wäre an dieser Stelle. In eigener Sache halt...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinen Unterstützern will ich da beispielsweise danken. Das sollte ich viel öfter tun. Danke für die regelmäßigen Hilfen, die Anteilnahme, die Rückmeldungen und Erbauungen. Als der blondgelockte Altling vor nicht mal einen Monat von der Showbühne verschwand, ins Lichtermeer tauchte, um aufzusteigen in den Himmel, dort sitzt er zu Rechten... als er ging, da meinte er, er &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"habe es für Euch getan"&lt;/span&gt;. Für sein Publikum, wollte er damit sagen. Freilich, dafür alleine tue ich es nicht - ich bin ja auch kein Entertainer. Es ist mir Anliegen, das zu schreiben, was ich zu sagen hätte, wenn ich einen Fernsehsender (oder eine Zeitung) führte - so könnte man das leicht holprig, aber dennoch trefflich formulieren. Dass es allerdings Leute gibt, die mich und mein Wirken schätzen, das ist mir Stütze und sicherlich auch Antrieb. Der Schreibende ist eitel, ich leugne es nicht - und er braucht Gönner und solche, die sein Werk anerkennen. Vielen Dank also...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und bei all den Ärschen, die jeden Tag um ihre Messiase jammern, die finden ich würde Rassisten und adlige Snobs unfair behandeln, die mir wahlweise Cholera, Obdachlosigkeit oder Ableben wünschen, die soviel Herzblut in ihre Dummheit stecken, um sie in ellenlange Kommentare zu fassen, die ich kaum, manchmal auch gar nicht lese - auch bei den Ärschen möchte ich mich bedanken. Denn sie zeigen mir, dass dieses Land noch wesentlich maroder ist, als man das im Anflug von Optimismus manchmal glauben möchte. Die Ärsche und Vollidioten, die es ihren eigenen Verstand nennen, wenn sie Regierungssprech nachplappern oder mit dem gegelten Adelsmann im Geiste brüderlich herumknutschen, sie sind auf ihre Weise auch wertvoll. Gesundheit kennt nur, wer Krankheit kennt; Frieden nur, wer weiß, was Krieg ist; Sex wird geschätzt, wo es auch Phasen der Askese gibt. Keine These ohne Synthese - kein aufgeklärter Bürger ohne repressives Arschloch. Auch dem Gegenteil dessen, was mir lieb ist, sei Dank entrichtet. Denn auch die sind mir Antrieb...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Sinne wünsche ich niemanden schöne Weihnachten, weil ich hinter der Idee dieses Festes nicht stehen kann. Für meine Generation galt stets, dass "Weihnachten unter dem Baum entschieden wird" - tiefgründiger war die Weihnacht für uns nie. Auch keinen guten Rutsch will ich letztlich wünschen, denn mit dem ersten Tag des Januars beginnt nichts, endet nichts - das sind nur Marken von menschlicher Hand gesetzt. Willkürliche Grenzlegungen, wie so gut alles auf Erden, wie ich manchmal den Eindruck habe. Aber Ruhe, Gelassenheit und Besinnlichkeit, das kann man wünschen - und man kann sich wünschen, dass es ruhige Phasen dieser Prägung öfter im Jahr geben müsste. Zur Entschleunigung. Zur Stressbewältigung. Und das wünsche ich denen, die mir wohlgesonnen sind - und auch den arschigen, denn das unterscheidet sie von mir und uns: sie entmenschlichen den, den sie verachten - ich sehe sie trotzdem als Menschen. So fair muß man bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anfang Januar kehre ich dann peu a peu zurück. Dann wird &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ad sinistram&lt;/span&gt; vierjährig - auch so eine menschlich-willkürliche Grenzziehung...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;i&gt;Lieber   Leser, wenn Sie mögen, so dürfen Sie ad sinistram unterstützen.  Entweder    per Paypal (siehe rechte Seitenleiste) oder über den  gewöhnlichen    Bankweg. Hierzu ließe ich den Datenschutz ruhen und &lt;a href="mailto:robjoa@yahoo.de"&gt; teilte Ihnen gerne meine Kontodaten mit&lt;/a&gt;.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Oder aber, Sie entscheiden sich dafür, sich &lt;/span&gt;&lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684139?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3940684139"&gt;(m)ein Buch&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; - oder gar &lt;/span&gt;&lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684104?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=6742&amp;amp;creativeASIN=3940684104"&gt;(m)ein zweites&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; - zuzulegen. Vielen Dank!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/in-eigener-sache.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/3bf59b22857a428eaab5d8af92a0933a" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-1758426040604498812?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/1758426040604498812/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=1758426040604498812' title='21 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1758426040604498812'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1758426040604498812'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/in-eigener-sache.html' title='In eigener Sache'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>21</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-5353704143047398879</id><published>2011-12-21T07:25:00.001+01:00</published><updated>2011-12-21T07:29:17.031+01:00</updated><title type='text'>Der Kapitalismus ist schon lange überbaut</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ob es sich wirklich mit der &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/351842274X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=351842274X"&gt;Resistenz des Neoliberalismus&lt;/a&gt; abtun läßt, dass nach und während &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/06/es-kriselt.html"&gt;diverser Krisen&lt;/a&gt; dieselben Leitbilder wie vormals vorherrschen, bleibt mehr als fraglich. Linke Positionen rumoren zwar manchmal durch die Feuilletons, aber dort, wo entschieden wird, nimmt man sich ihrer nicht mal ansatzweise an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Ein Ascheschleier...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Michel Houellebecq berichtet im letzten Kapitel von &lt;a style="font-style: italic;" href="http://lesebaendchen.blogspot.com/2011/12/autor-und-figur.html"&gt;"Karte und Gebiet"&lt;/a&gt; über unsere Zukunft. Er schreibt: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Seit der letzten Finanzkrise, die sehr viel schlimmer als die des Jahres 2008 gewesen war und zum Konkurs der Crédit Suisse und der Royal Bank oft Scotland geführt hatte, ganz zu schweigen von zahlreichen weniger bedeutenden Banken, waren die Bankiers gelinde gesagt ziemlich kleinlaut geworden.&lt;/span&gt; [...]&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Ganz allgemein befand man sich in einer ideologisch seltsamen Epoche, in der jeder in Westeuropa davon überzeugt zu sein schien, dass der Kapitalismus zum Scheitern verurteilt sei - und zwar sogar kurzfristig - und seine allerletzten Jahre erlebte, ohne dass es aber den ultralinken Parteien gelungen wäre, über ihre übliche Kundschaft von gehässigen Masochisten hinaus neue Anhänger zu gewinnen. Ein Ascheschleier schien sich über den Geist der Menschen gelegt zu haben."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Der Schriftsteller beschreibt hier etwas, wovon wir heute schon Notiz nehmen können. Obwohl das Scheitern des Kapitalismus und dessen radikaler Schule namens Neoliberalismus als gegeben angesehen wird, können sich linke Parteien und Absichten kaum einen Weg bahnen. Behäbig dominieren die alten Ideale und Vorstellungen weiterhin die Politik - stur werkelt die Wirtschaft nach kapitalistischen Prämissen vor sich hin, gleichwohl damit immer weniger Staat zu machen ist. Neue Konzepte, aus dem linken Lager stammende Versuche einer Neustrukturierung: Fehlanzeige. Im Gegenteil, überall in Europa gewinnen Konservative und ihre strikten Sparprogramme Wahlen. Wie ein dumpfes Grollen vernimmt man, dass da irgendwas nicht mehr stimmig ist, dass das System morsch ist und die raffgierigen Säulen, auf die das System ruht, nicht mehr haltbar. Aber es geschieht nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;... ist der Konsumismus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Houellebecq versteht es in seinen Büchern von jeher, die Rolle des Menschen in der Konsumlandschaft mit soziologischer Schärfe zu analysieren. Für ihn ist der moderne Mensch ein Wesen, das mit sich selbst, mit ideellem Vermögen, kaum Glücksgefühle erlangen kann - schon gar nicht in einer Gesellschaft, die sich nach materiellen Gütern reckt und streckt. Glück, oder das, was man ersatzweise als solches bezeichnen könnte, liegt im Erwerb von Gütern, im fortschrittlichen Technik-Schnickschnack begraben. Der moderne Mensch pflegt Bindungen zu Besitz und zu Dienstleistungen, die er in Anspruch nehmen kann. Bindungen zu Mitmenschen sind um so viel anstrengender. Der Mensch nach houellebecqscher Lesart, er lebt mit dem Ding, nicht mit dem Beseelten - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;der&lt;/span&gt; Nächste ist im einerlei; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;das &lt;/span&gt;Nächste kümmert ihn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Warenfetisch ist es, der seit der Nachkriegszeit Besitz von der Gesellschaft ergriffen hat - der Pop als Reaktion auf konsumtive Ausrichtung des Daseins in der Welt, als ökonomischer Lebensstil ist heute allgemeingültig. Houellebecqs Figuren sind oftmals nur eine gelinde Überspitzung - sie sind ausgebrannt und hohl, gefühlskalt und seelisch verstümmelt. Die Menschen sind in Wirklichkeit natürlich nicht alle so gravierend verstört. Doch die Tendenz stimmt. Hier ist vermutlich die Ursache dafür zu suchen, weshalb trotz der Gewissheit, dass der Kapitalismus mitsamt neoliberaler Schule vor die Hunde geht, keine linken Alternativen aufgeworfen werden. Der Kapitalismus ist nicht mehr der Überbau, er wurde selbst überbaut. Der Konsumismus ist der eigentliche Lenker. Die Habgier, im wahrsten Sinne des Wortes, sie läßt über die Systematik des Anhäufens hinwegsehen. Ob nun Konsum im Kapitalismus oder sonstwo, spielt dabei keine Rolle mehr. Solange man erwerben und kaufen kann, solange die Bedürfnisse gestillt sind, ist es egal, wie man den Apparat nennt, in dem Bedürfnisstillung stattfindet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Hoffnungslosigkeit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Houellebecqs Auslegung ist zutreffend. Das (ohnehin fiktive) Ringen im Kapitalismus zwischen rechter Auslegung, die tendenziös diktatorisch, und linker Auslegung, die tendenziös freiheitlich, manchmal tendenziös sozialistisch, verstanden werden kann, sind wertlose Scharmützel, die mit dem wirklichen Motor allen menschlichen Strebens in der westlichen Welt und den Schwellenländern, nichts mehr gemein hat. Die Menschen wollen mit Konsumartikeln versorgt sein - nicht nur mit den nötigsten Artikeln, sie sind ja keine Asketen, sondern mit allem, was der weite Kosmos des Konsums an Annehmlichkeiten bietet. Das ist keine Frage von Kapitalismus oder Kommunismus mehr - der Konsumismus hat jedes System unter sich gebracht, hat er schon seit der Nachkriegszeit, als der Funktionalismus dazu überging, die Kompliziertheiten des Lebens streng zu erleichtern und zu Konsumgut zu machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geblieben ist die fehlende Umverteilung, die das Prinzip des Kapitalismus schon war. Wo über den Verhältnissen konsumiert wird, muß andernorts unter den Verhältnissen gelebt werden. Der Konsumismus ist noch weniger als der Kapitalismus auf Ausgewogenheit getrimmt. Er ist das zur allgemeinen Gesellschaftsordnung gemachte Gesicht des individuellen Egoismus. Und mangels Ansatzpunkt, da enthoben von jedem System, kaum reformierbar. Das gelänge nur durch Umerziehung, die aber nicht von der Werbeindustrie, die sich am Konsumismus mästet, initiiert werden kann - oder durch kalkulierte Mangelwirtschaft, die desaströs wäre. Diese Einsicht ist es, die Houellebecq unter anderem umtreibt - sie macht auch, dass sein gesamtes Werk von konsequenter Hoffnungslosigkeit durchdrungen ist. Auch er findet aus dem Dilemma, in das der Mensch sich geschmissen hat - jenem, ein Wesen zu werden, das Glück als Shoppingtour definiert und Zufriedenheit für eine Untugend hält, weil man sich stetig verbessern kann, auch auf konsumtiver Ebene -, keinen Ausweg.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/der-kapitalismus-ist-schon-lange.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/aaf445d042b24ad594294b457c94bd4c" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-5353704143047398879?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/5353704143047398879/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=5353704143047398879' title='16 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5353704143047398879'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5353704143047398879'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/der-kapitalismus-ist-schon-lange.html' title='Der Kapitalismus ist schon lange überbaut'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>16</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4667994334354081253</id><published>2011-12-20T07:20:00.002+01:00</published><updated>2011-12-20T07:28:12.932+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='De auditu'/><title type='text'>De auditu</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Man liest und man hört dieser Tage, dass Bundespräsident Wulff nicht die ganze Wahrheit gesagt habe. Er habe, ob nun wissentlich oder unwissentlich, einige Details seiner privaten Verbandelungen mit der Wirtschaft verschwiegen. Diese Deutung der Ereignisse rund um seine Person sind Allgemeinplatz - das Vertrauen in den Bundespräsidenten scheint erschüttert, weil er nicht die ganze Wahrheit sagte. Diese Floskel, zeugt aber auch davon, dass er doch wenigstens nicht gelogen hat. Er war ehrlich, wenn auch nicht gänzlich. Er druckste herum, stotterte sich ein Geständnis zusammen, war aber vom Mut abgeschnitten, alles auf den Tisch zu bringen. Wulff ist somit kein Lügner, nur eine unentschlossene Person, die ruhigen Gewissens ehrlich sein sollte und auch dürfte - dann würde die Öffentlichkeit ihm seine &lt;span class="doc"&gt;Tête-à-têtes mit dem ganz großen Geld nachsehen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Wie man die Affären um Wulff medial behandelt, zeugt wiederum vom fehlenden Mut der Medien. Sie sagen uns nicht die ganze Wahrheit - sie lügen nicht, aber völlig ehrlich sind sie nicht. Wulffs Nähe zum Kapital, die exemplarisch für den ganzen Stand des Politikers anzusehen ist, der in diesen Zeiten kein Volksvertreter, sondern ein Mittler zwischen Gesetzgebung und wirtschaftlichen Interessen ist - Wulffs Nähe zum Kapital also, sie wird verharmlost. Man fordert von ihm Ehrlichkeit, als sei der skandalöse Umstand, dass sich die Politik von Wirtschaft bezahlen, schmieren und aushalten läßt, damit entschuldbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tritt ein Skandal ins öffentliche Leben, konstruieren Medien Schutzfloskeln, um die wirklichen Skandale zu kaschieren. So baut man Wulff eine Brücke, die auf Ehrlichkeit fußt - damit wären Wulffs Abenteuer auf der Spielwiese potenter Geldgeber vergolten. Dass es ein grundsätzliches Problem, ein an die Wurzel gehender Skandal ist, wenn hohe Politik mit großem Geld privatim umgeht, wird damit &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B005Q99S5I/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=B005Q99S5I"&gt;"als normalste Sache der Welt"&lt;/a&gt; abgetan. Welche Freunde Wulff, welche Freunde die Politik an sich hat, und zu welchen Verquickungen von Interessen es hierbei kommen kann, wird hinter &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Er hat nicht die ganze Wahrheit gesagt"&lt;/span&gt; verborgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wulff tat vor etwa drei Jahren einen Ausspruch, der aus heutiger Sicht völlig konsequent und verständlich ist. Er befand, man solle keine Neiddebatte und Pogromstimmung gegen jene gesellschaftliche Gruppe entfachen, die Arbeitsplätze schaffe. Gemeint waren damals Manager und jene Klientel, bei der Wulff stets seine Urlaube verbrachte...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/de-auditu.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/b09fd1f2493b4bbbb057db7de3b5c64e" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4667994334354081253?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/4667994334354081253/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=4667994334354081253' title='22 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4667994334354081253'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4667994334354081253'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/de-auditu.html' title='De auditu'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>22</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-5140588829859899164</id><published>2011-12-19T07:30:00.001+01:00</published><updated>2011-12-20T11:43:56.514+01:00</updated><title type='text'>Den Worten ein Gewissen...</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;strong&gt;Eine Rezension von Roberto De Lapuentes Buch &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684139?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3940684139"&gt;"Auf die faule Haut"&lt;/a&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Eine Rezension von Frank Benedikt. Erschienen am 14. Dezember 2011 im &lt;a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/12/14/den-worten-ein-gewissen/"&gt;Binsenbrenner&lt;/a&gt; und am 15. Dezember 2011 beim &lt;a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7591/den-worten-ein-gewissen-%E2%80%A6"&gt;Spiegelfechter&lt;/a&gt;.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unbequem! Das ist der erste Gedanke, der dem Leser wohl unwillkürlich  in den Sinn kommt, wenn er De Lapuentes Buch erstmalig zur Hand nimmt.  So erging es jedenfalls dem Rezensenten, der das Büchlein (es sind ja  nur 157 Seiten) zwei Mal – mit einem halben Jahr Abstand – gelesen hat.  Und mit "unbequem" ist beileibe nicht nur gemeint, daß die darin  enthaltenen Texte dies nun für bestimmte Gruppen dieser Gesellschaft  wären. Wer nur das darin zu erkennen vermag, hat weit gefehlt,  beschäftigt sich der Autor doch mit unserer ganzen Gesellschaft und  ihrer Sprache – also auch mit uns, den Lesern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In 19 "Skizzen und Essays" (so der Untertitel) setzt sich De Lapuente  mit so unterschiedlichen Themen wie Entfremdung und Geworfenheit, den  Problemen eines Migrantensohns, dem Antagonismus in der deutschen Kultur  oder auch dem Konsumismus als dem "wahren Sieger" der konkurrierenden  Systeme Kapitalismus und Kommunismus auseinander. Den eigentlichen  Mittel- wie Höhepunkt des Buches bildet ein über 40 Seiten langes Essay  zum Thema Sprache, das sich zwischen allgemeiner Linguistik,  Sprachphilosophie und Sprachkritik bewegt. Dabei kritisiert der Autor  auch deutlich  zunehmende Verschleierung oder Beschönigung von Tatsachen  und Sachzusammenhängen durch Worthülsen und inhaltsleere 'Neoliberal  Speech'. Eine von ihm erwünschte Präzision des Ausdrucks, wie sie in  früheren Zeiten noch möglich und üblich war, ist einer Art Orwellschem "Neusprech" gewichen, das ein differenziertes und kritisches Betrachten  gesellschaftlicher Zustände kaum noch gestattet.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2011/12/14/den-worten-ein-gewissen/?utm_source=feedburner&amp;amp;utm_medium=feed&amp;amp;utm_campaign=Feed%3A+binsenbrenner+%28binsenbrenner%29"&gt;Hier weiterlesen...&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-5140588829859899164?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/5140588829859899164/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=5140588829859899164' title='7 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5140588829859899164'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5140588829859899164'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/den-worten-ein-gewissen.html' title='Den Worten ein Gewissen...'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>7</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7282385301403624631</id><published>2011-12-16T06:50:00.001+01:00</published><updated>2011-12-16T06:54:36.847+01:00</updated><title type='text'>Das große Thema seiner Präsidentschaft</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das politische Feuilleton ist sich darüber einig: ein Bundespräsident benötigt ein "großes Thema seiner Amtszeit". Eines, dem er während seiner Präsidentschaft stringent folgt, das er immer wieder formuliert und aufwärmt. Das präsidiale &lt;span style="font-style: italic;"&gt;agenda setting&lt;/span&gt; sei der persönliche und individuelle Stempel, mit dem man die eigene Ära politisch und historisch prägt. Christian Wulff gilt auch deswegen als blass, weil man ihm bescheinigt, noch kein Thema gefunden zu haben. Offenkundig ist das aber falsch - es kristallisiert nun heraus, dass auch er eine thematische Linie gefunden hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Von denen nehmen, die haben&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wulffs Leitsatz ruht auf der Teilhabe aller am erwirtschafteten Reichtum. Kommt jemand zu Millionensummen, so läßt sich Wulff selbst von ihm aushalten. Fliegt kostenfrei auf Ferieninseln, läßt sich Mikrokredite mit Mikrozinsen erteilen, wohnt gratis in Villen - das ist gelebte Umverteilung. Nicht zaudern, nicht mosern, sich den Reichtum anderer gut tun lassen. Von denen nehmen, die haben - das ist das große Thema des Bundespräsidenten Wulff. Er spricht wenig darüber, er handelt - kein Mann großer Worte, wohl aber ein Macher.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Das Thema seines damaligen Kontrahenten Gauck, wäre die Freiheit gewesen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Seid arm, aber erfreut euch der Freiheit, die es euch ermöglicht, arm zu sein&lt;/span&gt;, hätte er paroliert. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich bin so frei und verteile aus reichen Taschen in solche, die nicht so voll sind&lt;/span&gt;, so der Wulff-Theme. Damit möchte er aufrütteln und andeuten, dass das ein gesellschaftlich verbindliches Modell sein kann. Nehmt denen, die Millionen von Euro haben und gebt denen, die Millionen von Sorgen haben. Wulff rüttelt die Politik wach, Maschmeyers und Geerkens Großzügigkeiten auch in Gesetze zu packen, auf dass alle etwas davon haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Auf Korruption, Patronage und Lobbyismus aufmerksam machen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Mann weniger Worte, als Anpacker und Macher, kann seine Aktion freilich auch anders interpretiert werden. Vielleicht möchte er als sein großes Thema vor unser aller Augen führen, dass die Politik käuflich und korrupt ist, ein von der Wirtschaft &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3453186141/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3453186141"&gt;mit Urlauben und Huren versorgter Sektor&lt;/a&gt;. Möglich, dass er zum Ausdruck bringen will, dass selbst der Bundespräsident in diesem Lande nicht mehr frei von Käuflichkeit ist; dass er ungefähr so unabhängig ist, wie die Dorfmühle vom Dorfbach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So oder so, man muß nur die Augen öffnen, denn es ist mitnichten so, dass der Bundespräsident noch immer nach seinem großen Thema sucht. Er hat es gefunden und bringt es regelmäßig auf den Tisch. Wulffs großes Thema ist eine Mischung aus beiden Interpretationen, darf man annehmen. Und noch etwas dürfte sein Thema sein - und das teilt er sich mit seinem Vorgänger. Jenes nämlich, dass in dieser Berliner Republik farblose, uncharismatische und unscheinbare Apparatschiks zur Bundespräsidentschaft gelangen können - das bringt er mit jedem Satz und jeder Regung auf den Punkt. Dass es um parteipolitisches Geschacher und nicht um irgendeine Würde irgendeines Amtes geht, wenn zur Präsidentenwahl geblasen wird, das ist auch so ein großes Thema dieser Präsidentschaft...&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/das-groe-thema-seiner-prasidentschaft.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/155bc8e5bc5248128a1070c1f9d68b98" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7282385301403624631?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/7282385301403624631/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=7282385301403624631' title='11 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7282385301403624631'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7282385301403624631'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/das-groe-thema-seiner-prasidentschaft.html' title='Das große Thema seiner Präsidentschaft'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>11</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7123643577177949281</id><published>2011-12-15T07:30:00.002+01:00</published><updated>2011-12-15T07:34:43.888+01:00</updated><title type='text'>Appell an jene Anarchisten, die es vielleicht gar nicht gibt</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich habe keine Ahnung, ob es euch gibt, italienische Anarchisten, die ihr eine Bombe ins Vorzimmer Ackermanns gesandt habt oder eben nicht. Aber falls ja, dann unterlasst diesen Unsinn! Hört auf damit, Leuten vom Typus Ackermanns Sprengsätze zu schicken!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sicher, es ist auch ein Verbrechen. Und auch der ackermannsche Typus ist Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will, um es mit Albert Schweitzer zu sagen. Das berücksichtige ich auch. Aber es ist nicht nur das kalkulierte Mitfühlen von Mensch zu Mensch, das mich euch bitten läßt, diesen Unsinn zu unterlassen. Dieser Typus hat ja durchaus keine Zuckertorten verdient, ganz eurer Meinung. Er soll belangt werden für seine Gier und seinen Größenwahn. Juristisch aber. Ich will kein Mitleid bekommen müssen, wenn eine Kamera durch das zerbombte Büro eines solchen Egomanen getragen wird, überall Blut, Körperfetzen und zertrümmertes Mobiliar auf Steuerzahlerkosten - bitte verschont mich. Ich will solches Leid nicht sehen...&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Und bewahrt mich davor, Partei für den ackermannschen Typus ergreifen zu müssen, weil ich seine Ermordung als Mensch nicht dulden will. Ich weiß nicht, ob ihr Anarchos als Meldung Substanz habt oder Phantasmagorie einer gelangweilten Presse seid. Vielleicht beides. &lt;a href="http://kritikundkunst.wordpress.com/2011/12/08/ackermann-hoax-erklarung-der-fai-2003/"&gt;Zweifel jedoch gibt es&lt;/a&gt;. Schützt mich aber davor, dass ich plötzlich auf einer Linie mit den Freunden, Mitstreitern und Schranzen der Ackermänner marschieren muß. Ich möchte nicht pietätvoll von dieser Bande sprechen müssen, nur weil ihr euch nicht im Griff habt. Ich will nicht vor jeden Satz eine entschuldigende Floskel bauen müssen, dass das nicht richtig gewesen sei, ein Verbrechen, eine Schweinerei und dergleichen mehr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schützt mich ebenfalls davor, nach drei Tagen die Nase so dermaßen voll vom Trauerkultus der Presse zu haben, dass ich mich im Ton vergreife und die Überbleibsel des zerbombten Ackermann-Typus beleidige und verspotte und auch noch die ganzen Trauerwütigen, die Blumen niederlegen und ihr tiefestes, ihr allertiefestes Mitleid ausheucheln. Beleidigen als Gegengewicht zur Heiligsprechung gewissermaßen, die Wirtschaft und Politik und bürgerliche Dummköpfe betreiben würden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haltet mir das Szenario fern, wonach selbst linke Organisationen und Parteien uneingeschränkt solidarisch werden, nachdem der Sprengsatz detonierte. Kopfnicken der Linken auch dann, wenn neue Terrorpakete besprochen werden - nationale Einigkeit, weil einige Anarchisten, die es gibt oder nicht, einen wie Ackermann aus dem Anzug holten. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Jetzt müssen alle zusammenstehen... nationale Krise... keine Parteien mehr...&lt;/span&gt; die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;political correctness&lt;/span&gt;, das Schwungrad kollektiver Dummheit und dummer Kollektive.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie soll ich mich denn dann rechtfertigen? Schon mal daran gedacht? Die Ackermänner erweitern ihre Profite - mit Gewalt wenn notwendig. Mit Gewalt gegen griechische Demonstranten, gegen afghanische Zivilisten und nigerianischen Aktivisten. Sie bezahlen die Bomben, die auf solche geworfen werden sollen - sie werfen sie nicht selbst. Was ist so viel besser an denen, die Bomben in Büros und Banken schicken, um die Welt von denen zu reinigen, die Bomben auf Marktplätze und Wohnviertel schicken? Anarchismus heißt doch auch, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3894015373/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3894015373"&gt;so habe ich es jedenfalls mal gelernt&lt;/a&gt;, nicht jedes Mittel zum Zweck zu machen, sondern sie den Zwecken anzupassen. Frieden durch friedliche Mittel - der Krieg bringt keinen Frieden. Denn das wäre die verquere Logik der Falken, die heute den Mittleren Osten mit genau jener Parole "befrieden".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich möchte keine Solidarisierung mit Christen und Sozis, mit Grünen und Liberalen, mit Wirtschaftsverbänden und Sicherheitsfanatikern, mit bürgerlichen Mittlern und mittleren Bürgern, weil sie alle schrecklich empört sind, aufgrund eurer Bombe - bewahrt mich davor und lasst es bleiben!&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/appell-jene-anarchisten-die-es.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c257e86640df43afa59425e5e10148b0" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7123643577177949281?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/7123643577177949281/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=7123643577177949281' title='32 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7123643577177949281'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7123643577177949281'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/appell-jene-anarchisten-die-es.html' title='Appell an jene Anarchisten, die es vielleicht gar nicht gibt'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>32</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4377279780576355963</id><published>2011-12-14T08:00:00.002+01:00</published><updated>2011-12-14T08:07:36.764+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ridendo dicere verum'/><title type='text'>Ridendo dicere verum</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Man kann nicht umhin zu sagen, dass Wien&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;br /&gt;eine herrliche Stadt voller Charme ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Auch London ist schön und Paris an der Seine,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  sogar Oslo macht Spaß, wenn’s dort warm ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Aber nix bleibt stabil, weil: die Zeit ändert viel.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Die Zeit ändert überhaupt alles.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Im nächsten Jahrhundert bleibt nix, wie’s halt ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Ich bin kein Prophet, aber eins weiß ich g’wiß:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Einmal wird der Eiffelturm nicht mehr sein,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  und wo jetzt der Louvre steht, wachst der Wein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Nur der Euro, der bleibt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  weil den nix mehr vertreibt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Der wird all’s überleb’n, der allein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Unser Wiener Stephansturm, der fallt um,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  und wo jetzt die Oper ist, dort san’s stumm.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Nur der Euro bleibt stehn;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  von Berlin bis Athen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  tanzt der Euro um alle herum.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Den Prater werdn’s vernichten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Der Rhein wird gestaut. Florenz wird verbaut.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Auf’n Petersdom werdn’s verzichten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Wenn der Papst protestiert, wird er g’haut.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Auf die Champs-Élysées wird ka Wert g’legt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  und das Tivoli wird unter d’ Erd g’legt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Aus Warschau wird Schutt. Die Schweiz ist kaputt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Die Grachten erfriern. Die Schweden emigriern.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Dann werd’n militant alle Häuser verbrannt&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  und als Waren- und Bürohäuser neu eingespannt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  nur der Euro wird leb’n,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  nur den Euro wird’s geb’n,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  nur der Euro wird zeig’n, was er kann.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Und er kriecht mit Humor&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  aus der Aschen hervor,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  und fangt immer von vorn wieder an.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Mozart verraucht, weil man’n net braucht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Gleich hinter Mozart raucht Goethe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Bach wird verjazzt, Rembrandt zerkratzt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Shakespeare hat auch seine Nöte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Goldoni und Moliere krieg’n ein neu’n Regisseur.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Nur findet auch der kein Theater.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Denn Theater san g’schlossen, die Museen stehen leer.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Und Buchläden gibt es schon lang keine mehr.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Was braucht ein moderner Mensch Lit’ratur?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Auch von Philharmonikern keine Spur!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Nur der Euro bleibt stark!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Den legt niemand in’n Sarg!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Hast du Euro, dann hast du Kultur.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Der kann Kunst imitiern,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  der kann die Politiker schmiern,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  der baut Banken zu den Sternen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  baut McDonalds, baut Kasernen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  der schmückt’s Fernsehn mit ein’m Glorienschein:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Man ist stolz, Europäer zu sein!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Für den Euro sterb’n die Poeten,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  und zum Euro lernt man beten:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Euro unser, der du bist...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  Und dann merkt auch der letzte Tourist,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;  was Europa ist."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;- Georg Kreisler, Man kann nicht umhin zu sagen, dass Wien&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;eine herrliche Stadt voller Charme ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Auch London ist schön und Paris an der Seine,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;sogar Oslo macht Spaß, wenn’s dort warm ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Aber nix bleibt stabil, weil: die Zeit ändert viel.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Die Zeit ändert überhaupt alles.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Im nächsten Jahrhundert bleibt nix, wie’s halt ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Ich bin kein Prophet, aber eins weiß ich g’wiß:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Einmal wird der Eiffelturm nicht mehr sein,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;und wo jetzt der Louvre steht, wachst der Wein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Nur der Euro, der bleibt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;weil den nix mehr vertreibt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Der wird all’s überleb’n, der allein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Unser Wiener Stephansturm, der fallt um,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;und wo jetzt die Oper ist, dort san’s stumm.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Nur der Euro bleibt stehn;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;von Berlin bis Athen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;tanzt der Euro um alle herum.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Den Prater werdn’s vernichten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Der Rhein wird gestaut. Florenz wird verbaut.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Auf’n Petersdom werdn’s verzichten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Wenn der Papst protestiert, wird er g’haut.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Auf die Champs-Élysées wird ka Wert g’legt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;und das Tivoli wird unter d’ Erd g’legt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Aus Warschau wird Schutt. Die Schweiz ist kaputt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Die Grachten erfriern. Die Schweden emigriern.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Dann werd’n militant alle Häuser verbrannt&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;und als Waren- und Bürohäuser neu eingespannt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;nur der Euro wird leb’n,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;nur den Euro wird’s geb’n,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;nur der Euro wird zeig’n, was er kann.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Und er kriecht mit Humor&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;aus der Aschen hervor,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;und fangt immer von vorn wieder an.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Mozart verraucht, weil man’n net braucht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Gleich hinter Mozart raucht Goethe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Bach wird verjazzt, Rembrandt zerkratzt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Shakespeare hat auch seine Nöte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Goldoni und Moliere krieg’n ein neu’n Regisseur.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Nur findet auch der kein Theater.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Denn Theater san g’schlossen, die Museen stehen leer.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Und Buchläden gibt es schon lang keine mehr.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Was braucht ein moderner Mensch Lit’ratur?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Auch von Philharmonikern keine Spur!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Nur der Euro bleibt stark!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Den legt niemand in’n Sarg!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Hast du Euro, dann hast du Kultur.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Der kann Kunst imitiern,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;der kann die Politiker schmiern,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;der baut Banken zu den Sternen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;baut McDonalds, baut Kasernen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;der schmückt’s Fernsehn mit ein’m Glorienschein:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Man ist stolz, Europäer zu sein!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Für den Euro sterb’n die Poeten,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;und zum Euro lernt man beten:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Euro unser, der du bist...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Und dann merkt auch der letzte Tourist,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;was Europa ist."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- Georg Kreisler, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B00002R2WU/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=B00002R2WU"&gt;"Der Euro"&lt;/a&gt; -&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4377279780576355963?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4377279780576355963'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4377279780576355963'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/ridendo-dicere-verum.html' title='Ridendo dicere verum'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-3855779959081580170</id><published>2011-12-12T16:50:00.001+01:00</published><updated>2011-12-12T16:54:08.818+01:00</updated><title type='text'>Altersarmut endlich im Griff</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Regierungen des Zeitgeistes, die jetzige und die vormalige und vorvormalige, dürfen sich brüsten. Reformen gefruchtet. Die Anpassung des Renteneintrittsalters, die Schaffung eines Niedriglohnsektors und zusätzlich die Umsetzung des &lt;span style="font-style: italic;"&gt;SGB II&lt;/span&gt;&lt;span&gt;,&lt;/span&gt; haben Deutschland wieder wettbewerbsfähig gemacht. Die Lebenserwartung von Geringverdienern hat sich in den letzten zehn Jahren &lt;a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/24/0,3672,8419864,00.html"&gt;nennenswert verschlechtert&lt;/a&gt;. Zwei Jahre weniger als damals leben sie durchschnittlich - und sie sollen später in Rente gehen als damals, zum Ausgleich sozusagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwischen theoretischem Renteneintritt und Ableben lagen 2001 noch zwölf Jahre. Heute haben sich die Zahlen dramatisch verschoben: zwischen angestrebten theoretischem Eintritt und Ableben sind noch etwa acht Jahre zu füllen. Mit Grundsicherung vermutlich. Womit sich zynisch festhalten läßt, dass die oben genannten Reformen ein mildtätiges Programm sind, denn sie halten Senioren nicht in Altersarmut, sondern katapultieren sie aus ihr heraus. Geradewegs in den Tod. Das sind wahrscheinlich die oft zitierten Initiativen aus Sonntagsreden, die effektiv herauskommen: Altersarmut abschaffen, indem man arme Alte abschafft. Ökonomisch verordnete Euthanasie...&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich, plappern die Medien seit Jahren der Wissenschaft nach. Demographen sprechen von der Vergreisung und (alp-)träumen von Gesellschaften, in denen es von Hunderjährigen nur so wimmelt, in denen Fünfundachtzigjährige als die Benjamins fröhlicher Wandergruppen gelten. Davon ist nur wahr, dass all jene, die ein Auskommen hatten, die sich wenig finanzielle Sorgen machen mussten und vielleicht durch Sonderkonditionen bei Betriebskrankenkassen relativ gesund und fit halten konnten, wirklich auch älter werden. Alle anderen, die in der zweiten Chance des Niedriglohnsektors waten, von prekärer Beschäftigung in Niedriglohn und von Niedriglohn zu prekärer Beschäftigung wechseln, ständig in Sorge leben und für die auch Gesundheit etwas ist, was man nur schwer erhalten kann, weil beispielsweise im Krankheitsfall zuerst der Leiharbeiter fliegt - all diese anderen, sie sterben allerdings früher und nun noch früher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wirtschaft, die sich die Politik als Handpuppe hält, jubeliert alle Monate. Die Reformen waren richtig und zielführend. Der Niedriglohnsektor sei wertvoll, bringe Menschen in Arbeit und erlaube den Unternehmen Flexibilität. Über den Preis haben sie nie berichtet. &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3430300274/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3430300274"&gt;Es kostete nicht wenig.&lt;/a&gt; Die Arbeitnehmer und Erwerbslosen bezahlten es. Mit zerschlagenen Hoffnungen und enttäuschter Zuversicht, es kostete Selbstachtung und sozialen Abstieg - und es kostete, keiner will es so deutlich sagen: vielen Menschen einige Jahre.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/altersarmut-endlich-im-griff.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/7a4124469732452fa8ecb0a571d3205b" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-3855779959081580170?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/3855779959081580170/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=3855779959081580170' title='19 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3855779959081580170'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3855779959081580170'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/altersarmut-endlich-im-griff.html' title='Altersarmut endlich im Griff'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>19</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-1707376361568330245</id><published>2011-12-12T07:25:00.002+01:00</published><updated>2011-12-12T07:34:08.129+01:00</updated><title type='text'>Lob auf eine Reform, die gar keine ist</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Kürzlich fand sich im &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Stern&lt;/span&gt; ein &lt;a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/spd-gesundheitsplaene-endlich-wahlfreiheit-fuer-patienten-1759825.html"&gt;Lob auf die SPD-Bürgerversicherung&lt;/a&gt;. Genau betrachtet war dieses Lob aber nichts weiter als die Bestätigung, dass der neoliberale Esprit immer noch genug Befürworter mit Tastatur kennt, die für den Erhalt des &lt;span style="font-style: italic;"&gt;status quo&lt;/span&gt; schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die neoliberale Trias: Wettbewerb, Zwei-Klassen-Medizin und "Pragmatismus"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass die Absichten der SPD sind, den &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wettbewerb im Gesundheitswesen"&lt;/span&gt; zu schaffen, erschreckt und wird als Prämisse der Sozialstaatlichkeit nicht mal mehr hinterfragt. Wettbewerb zwischen grippalen Infekten und Ödemen, zwischen Krebs und Agina pectoris - Patienten hätten vermutlich wesentlich andere Sorgen, als zum Wettbewerber ihres Leidens werden zu wollen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Besonders wichtig scheint es dem Hohelied der SPD-Versicherung dabei, dass die Pläne &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"keine Enteignung der Privatpatienten"&lt;/span&gt; vorsehen, wie es der Autor so dramatisch formuliert. Damit will er wahrscheinlich sagen: keine Einheitskasse, in der alle gleich behandelt werden. Stattdessen sollen die Behandlungssätze für Ärzte bei Kassenpatienten dezent steigen. Der Privatpatient bleibt jedoch Patient erster Klasse. Auch daran wird nicht gerüttelt, denn gelten soll weiterhin, dass der, der das Geld hat, auch bessergestellt sein soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um die Kosten des Gesundheitswesens zu stemmen - ignorieren wir mal, dass die Krankenkassen erst kürzlich &lt;a href="http://www.stern.de/wirtschaft/news/knapp-vier-milliarden-ueberschuss-krankenkassen-erwirtschaften-dickes-finanzpolster-1759140.html"&gt;einen Milliardenüberschuss&lt;/a&gt; "erwirtschaftet" haben -, gäbe es von jeher Pläne, auch Beiträge auf Mieten und Zinsen zu erheben, um damit Engpässe durch eine reiche Klientel zu umgehen. Das sei aber sinnlos, weiß der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Stern&lt;/span&gt;-Artikel, weil selbst das Finanzamt manche Zinserträge nicht ermitteln könnte. Das ist wirklich untragbar - statt aber Abhilfe zu fordern, um manchen vermögenden Drückeberger doch noch seiner Steuerpflichten zuzuführen, resigniert man. Das Lob auf die Bürgerversicherung nimmt diese Mängel einfach hin. Pragmatismus nennt man das dann wohl...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Reform, die gelobt wird, weil sie nichts reformiert&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Übertreibung, mit der der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Stern&lt;/span&gt; hier hantiert, unterstreicht tatsächlich neoliberale Positionen. Wettbewerb innerhalb der Medizin wird gelobt - den hat man aber schon seit Jahren beständig integriert und damit viele Verschlechterungen der Versicherten in Kauf genommen. Kein Bekenntnis dazu, dass alle, egal ob reich oder arm, aus einem Topf heraus behandelt werden sollten - vor dem Arzt alle gleich, im Angesicht der Krankheit alle gleich: Gleichheit, da schüttelt es den Neoliberalismus, das sind für ihn ekelhafte Kommunismen. Und auch die Finanzierungssicherheiten und -modalitäten zu verändern und gerechter zu gestalten, wird als unrealistisch abgetan - nicht, weil kein Geld hierzu da wäre, auch nicht, weil es keine Visionen gäbe, wie man Versicherungsbeiträge gerechter gestalten könnte - nein, man will das Sozialstaatsgebot einfach nicht, man will nicht starke Schultern stärker belasten, weil das die Leistungsträger übelnehmen könnten. Daher macht man auf Pragmatiker und schiebt den Zinssumpf vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Stern&lt;/span&gt; lobt ein Reformvorhaben, das eigentlich gar kein Reformvorhaben darstellt. Alles soll in leicht abgewandelter Form so erhalten bleiben, wie es gerade ist. Klar, das Gesundheitswesen war auf einem guten neoliberalen Weg - voller Markt, mit emsigen Wettbewerbern und Patienten, die sparsam und effizient therapiert wurden. Nicht dass die Euro-Krise (die ja in der Kombination mit all den anderen Krisen, die uns ereilten, eine System-Krise darstellt) plötzlich den guten alten Zeitgeist wegwischt. Wahlfreiheit ist dabei das große Werbeversprechen - das ist letztlich aber nur die Eitelkeit neoliberaler Denke, deren Zwang, stets in Wahlkategorien zu denken, die es letztlich so gar nicht gibt. Für Patienten ist es kein Fortschritt zu wählen, wohin sie ihre Leiden tragen - sie wollen sie bestmöglich kuriert wissen, egal wohin sie gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Gefahr scheint jedoch nicht gegeben. Weder die Sozialdemokratie, die nach eigenen Empfinden nach links gerutscht ist, was Politologen nachhaltig unterstreichen (und wovor sie warnen), schafft es sich von alten Gepflogenheiten zu lösen, legt sie doch Reformpläne vor, die mit Memmenmut gestrickt sind. Noch die schreibende Zunft läßt davon ab. Mag sein, dass die Zeiten des neoliberalen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;agenda setting&lt;/span&gt;, in denen es nur blindes Nachlaufen hinter Parolen gab, vorbei sind. Doch mittendrin stellt man ernüchtert fest, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/351842274X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=351842274X"&gt;dass es anders kaum geworden ist&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/lob-auf-eine-reform-die-gar-keine-ist.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/34e7d2facd094733ae719d671de972a6" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-1707376361568330245?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/1707376361568330245/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=1707376361568330245' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1707376361568330245'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1707376361568330245'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/lob-auf-eine-reform-die-gar-keine-ist.html' title='Lob auf eine Reform, die gar keine ist'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-6937651485608625397</id><published>2011-12-09T07:35:00.001+01:00</published><updated>2011-12-09T07:37:21.376+01:00</updated><title type='text'>Das eingeschnappte Lebensgefühl</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Liest man die Diekmännische, und überfliegt man hierbei auch nur die Aufmacher und Überschriften, so kann leicht der Eindruck entstehen, dass Deutschland ein stets verschmähtes, verlachtes, verspottetes, verarschtes, bedrohtes, ausgebeutetes und despektierlich behandeltes Land ist. Und der Deutsche, er ist der verschmähte, verlachte, verspottete usw. Vertreter seines Landes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Deutschland contra...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Diekmännische Tageszeitung meidet das Bindewort - es gibt kein &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Und&lt;/span&gt;, es gibt nur &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Gegen&lt;/span&gt;; kein &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Deutschland und die anderen&lt;/span&gt;, lediglich ein&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Deutschland gegen die anderen&lt;/span&gt;. Deutschland scheint auf diesen Seiten keinen sicheren und anerkannten Platz in der Welt zu haben; es muß beständig gegen die Verdrängung von diesem Platze kämpfen. Bis in jedes kleinste und belangloseste Ressort ist der Furor, die Welt sei gegen das Deutsche, spürbar. So kann es passieren, dass man alleine an einem Tag vorgesetzt bekommt, dass die EU Deutschlands Exportüberschüsse für bedenklich hält &lt;span style="font-style: italic;"&gt;("Warum gönnt man uns den Erfolg nicht?")&lt;/span&gt;, eine deutsche Mannschaft im Europacup verpfiffen wurde &lt;span style="font-style: italic;"&gt;("Was hat der Schiri gegen deutsche Mannschaften?")&lt;/span&gt;, irgendein deutscher Funktionär auf Europaebene durch einen anderen Funktionär anderer Nationalität ausgetauscht wurde &lt;span style="font-style: italic;"&gt;("Warum wollen die keinen Deutschen mehr im Amt?")&lt;/span&gt; und ein peripheres EU-Land Deutschland dazu verpflichten will, auch Flüchtlinge aufzunehmen, um selbst entlastet zu werden &lt;span style="font-style: italic;"&gt;("Müssen denn immer wir bezahlen?")&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Deutschland, einig Opferland. Das Deutschland, das uns die berühmte Tageszeitung abbildet, es ist wehleidig, weinerlich, strotzt vor Selbstmitleid. Aber es zieht sich nicht zurück, es bläst zum Gegenangriff, schreit die Ungerechtigkeit laut hinaus. Jeder soll das Unrecht hören...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Eingeschnapptes Lebensgefühl&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Journalist unter Diekmann, vermutlich war es unter dessen Vorgängern nicht gravierend anders, muß man verinnerlichen, aus einem Land zu berichten, dass von jeher an die Wand gedrückt wird. Larmoyanz ist das tägliche Brot. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Keiner mag uns!&lt;/span&gt;, ist die Parole, die weinerlich umformuliert lautet: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Warum mag uns nur keiner?"&lt;/span&gt; Der Journalist fragt beleidigt, er versteht die Welt im wahrsten Sinne der Redewendung nicht mehr, deshalb hinterfragt er das Gestrüpp an Diskriminierung, Undankbarkeit und Verunglimpfung. Es ist doch nicht normal, dass uns Europa so verabscheut. Der Neid ist dann die Ausrede: man beneidet uns, man gönnt uns nichts. Er ist es, der Europa gegen Deutschland stellt - manchmal sogar die ganze Welt, wenn beispielsweise in einem WM-Endrundenspiel mal wieder ein Einwurf für Deutschland nicht gegeben wurde, der vermutlich aber ganz sicher den Siegtreffer gebracht hätte. Spottet die Welt über eine Nationalelf, die ohne Glanzpunkte und mit viel Glück ins WM-Finale stolpert, man denke hierbei an das Turnier in Japan und Südkorea, so ist man eingeschnappt, weil einem diese Welt nicht mal den Titel gönnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;BILD zu lesen bedeutet ein bestimmtes Lebensgefühl zu konsumieren. Dieses Lebensgefühl heißt: Wir gegen die Welt! Und der Journalist hat es dem Konsumenten zu vermitteln. Er ist das Medium zwischen ungerechter Welt und immer benachteiligtem Deutschland. Er formuliert die Verarschung, mit der man als Deutscher von Geburt an konfrontiert ist. Das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;savoir vivre&lt;/span&gt;, das Verstehen-zu-leben des Deutschen ist nicht Genuss oder Gemütlichkeit oder Gelassenheit - es ist das unterschwellige Bewusstsein, einem Volk zugehörig zu sein, das beharrlich veräppelt, betrogen und ausgelacht wird. Zumindest meint das die Redaktion besagter Zeitung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Iniquité, Imbécillité, Fraternité&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitglied dieses auserwählten Volkes zu sein, das schmiedet eine Schicksalsgemeinschaft. Was das BILD-Volk zusammenhält, diese dumpfe Gewissheit gründlich von Europa, von der Welt verarscht und erniedrigt zu werden, das ist der Kitt. Was sollte sonst die Nation einen? Die immer mehr auseinanderklaffende Einkommensschere? Die Zwei-Klassen-Medizin? Diätenerhöhungen und steigende Managergehälter bei Einsparungen im Sozial- und Gesundheitswesen? Die gemeinsame Empörung gegen die, die uns nichts gönnen, die uns auslachen und ausbeuten, das vereint, das fraternisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir empören uns, also sind wir. Erst wenn das Volk von Gnaden Diekmanns gemeinsam entrüstet ist, entsteht das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wir&lt;/span&gt;. So betrügt man nicht mehr Deutschland - man betrügt &lt;span style="font-style: italic;"&gt;uns&lt;/span&gt;. Lacht nicht mehr über Deutschland - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;wir&lt;/span&gt; werden ausgelacht. Du bist Deutschland - wir alle. Zusammen gegen den Rest der Welt, der uns respektlos behandelt. Wir sind alle Brüder im Geiste Diekmanns, wenn wir nur einen gemeinsamen Punkt in der Ferne fixieren, auf den wir unsere weinerliche Entrüstung zielen können.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/das-eingeschnappte-lebensgefuhl.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/a3fe9e00a28c4679ab95d097cfb34b1b" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-6937651485608625397?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/6937651485608625397/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=6937651485608625397' title='13 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6937651485608625397'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6937651485608625397'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/das-eingeschnappte-lebensgefuhl.html' title='Das eingeschnappte Lebensgefühl'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>13</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-3548391488456730126</id><published>2011-12-08T07:10:00.002+01:00</published><updated>2011-12-08T14:43:20.965+01:00</updated><title type='text'>Vergriffen?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die verschiedenen Verlautbarungsorgane der deutschen Eliten melden: Guttenbergs Buch vergriffen. Nachdrucke in Arbeit. Bitte Geduld, der &lt;a href="http://www.bild.de/politik/inland/karl-theodor-zu-guttenberg/voerst-gescheitert-vorerst-vergriffen-guttenberg-buch-stuermt-bestseller-liste-21364644.bild.html"&gt;Weihnachtsschlager 2011&lt;/a&gt; wird auch Ihren Gabentisch zieren. Kein Fest ohne Uns Karl Theodor - versprochen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war am Wochenende kurz in der Buchhandlung. Nicht wegen Herrn Baron. &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3832196390/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3832196390"&gt;Andere Leute von Adel&lt;/a&gt;, von geistigen Adel, zogen mich dorthin. Und da lag es: das Evangelium nach Karl, diese apokryphe Schrift, die nun gefunden wurde, um dem biblischen Kanon angegliedert zu werden. Da lag dieses hagiographische Wunder, dieses moderne Jesus-Geschichtlein. Und es lag da nicht als letztes Exemplar herum, als vergessener Packen Papier einer ansonsten vollkommen vergriffenen Schrift. Zentnerweise lag es herum; Buch auf Buch, mehrere Stapel. Zwei Tage später. Wieder war ich in einer Buchhandlung. In einer anderen Buchhandlung. Auch dort einige Kilogramm dieses Evangeliums.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Dorthin scheinen die Bücher verkauft worden zu sein: an Buchhandlungen. Die haben sich größere Bestände gesichert, darauf spekulierend, dass der ganz große Hype entsteht. Vergriffen sind die Bücher allerdings nicht. Sie liegen in den Verkaufsräumen herum - wer eines haben will: hurtig zum Händler! Der Weihnachtsschlager spielend erhältlich - wenngleich er damit wahrscheinlich kein richtiger Weihnachtsschlager mehr ist. Sicher, trotz dieses meterweisen Reservoires an Heiligengeschichtchen, die auf Verkaufstischen liegen, schlecht verkaufen wird sich das Ding nicht. Die Deutschen stehen auf Pulp Fiction, auf Schund. Man liest Pilcher und Guttenberg. Man liebt Rührseliges für die Seele, man liebt den Gefühlsschmalz. Dort Liebesglück auf Umwegen, hier politischer Erfolg auf Umwegen. Der deutsche Schundist mag seinen Ausblick auf ein Happy End. Er mag Heroen und Don Quichottes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstaunlich ist allerdings schon, wie die Medien ohne nachzufragen verströmen, was man ihnen einträufelt. So entsteht der Eindruck, dass dieser blaublütige Teufelskerl anfassen kann, was er auch mag: es endet immer in Gold und Juwelen. Ein Sonnyboy, der es drauf hat. Schreibt ein Buch, das er ungefähr so geschrieben hat, wie damals seine Dissertation, und schon ist es vergriffen. Dass alleine in einer kleineren Großstadt Zentner des Buches ausliegen: kein Sterbenswörtchen. Zwischen dreißig und vierzig Stück waren vorrätig und ich war noch nicht mal in allen Buchhandlungen der Stadt. Sicher, das ist nicht repräsentativ, jedoch man rechne das mal auf die Bundesrepublik hoch - vergriffen ist da gar nichts. Man ist höchstens von dieser medial verbreiteten Vergriffenheit ergriffen...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/vergriffen.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/2440f43eaeb94e4b853861abfcff5df1" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-3548391488456730126?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/3548391488456730126/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=3548391488456730126' title='12 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3548391488456730126'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3548391488456730126'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/vergriffen.html' title='Vergriffen?'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>12</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8952425412557851573</id><published>2011-12-07T07:10:00.001+01:00</published><updated>2011-12-07T07:12:59.455+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='De dicto'/><title type='text'>De dicto</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;Die Anti-Atomkraft-und-Anti-Gorleben-Bewegung aber machte mobil gegen  den jüngsten Castor-Transport, als betrauerte sie, dass ihr demnächst  der Lebensinhalt abhandenkommt.&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- Berthold Kohler, &lt;a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/proteste-gegen-castor-transport-lebensinhalt-11545546.html"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Frankfurter Allgemeine&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; vom 29. Oktober 2011 -&lt;/blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Zum Gesagten sei angemerkt:&lt;/span&gt; Hat die Regierung mit dem Atomausstieg auch gleich noch die Nachwirkungen des atomaren Zeitalters beseitigt? Meiler und Strahlung miteinander abgeschafft? Das könnte man vermuten, wenn man Kohlers Ausführungen liest, die um den verlorenen Lebensinhalt der Anti-AKW-Bewegung schwadronieren.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Das klingt so, als habe die Anti-AKW-Gesinnung keine Konjunktur mehr. Dabei gibt es genug Felder, auf die sie marschieren kann und vermutlich wird und teilweise ja schon tut. Die Sicherheitsverwahrung für Meiler, wenn sie denn erst mal abgeschaltet sind, wird sich stets an der finanziellen Frage messen müssen. Überkuppelungen, Messeinheiten und technische Dienste werden Gelder fressen. Einerseits wird Anti-AKW darauf achten müssen, ob kommende Regierungen nicht an notwendigen Geldern knapst und sie wird gleichzeitig Forderungen formulieren müssen, wonach nicht die Steuerzahler - jedenfalls nicht die alleine - für die Nachwehen des Atom-Reibachs aufkommen dürfen. Energiekonzerne, die jahrzehntelang den Rahm abschöpften, sind gesetzlich zu verpflichten, die Folgekosten für dieses für sie guten Geschäfts zu bezahlen. Wir werden noch Generationen in stillgelegte Meiler investieren müssen - Atommüll wird noch länger durch Deutschland gegondelt - und unter Tage gelagert sowieso. Alles Risiken, die mit dem Atomausstieg nicht beseitigt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei weitere Aufgaben wird die Anti-AKW-Gesinnung übernehmen. Sie wird als Drohung für die jeweiligen Regierungen fungieren müssen. Denn diese könnten jederzeit wieder, wenn die Atomgefahr nicht mehr breitenkompatibles Gedankengut ist, umfallen und wie vor gut einem Jahr die Regierung Merkel, einen Ausstiegsausstieg beschließen, wenn sie von Lobbyarbeit untergraben wird. Die Atom-Lobby ist durchaus nicht tot, sie arbeitet - wer vom schwindenden Lebenssinn der Anti-AKWler spricht, der will der Atom-Lobby den Kontrahenten stehlen. Aktuell ist die Aufgabe von Anti-AKW, den zaghaften Ausstieg zu kritisieren und einen &lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3351027427/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3351027427"&gt;Green New Deal&lt;/a&gt; zu fordern, der eine Art Aufbruchstimmung für erneuerbare, dezentral strukturierte Energiemodelle entfesselt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Lebensinhalt der Anti-AKW-Bewegung ist nicht verlorengegangen. Leider. Aber diese Einsicht kann man niemanden abringen, der den zivilen Ungehorsam gegen die unterirdische Verseuchung seiner Heimat, als linkskriminelle Machenschaften abtut.&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9e10df29793748ad87e01bf2577b2434" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/de-dicto.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8952425412557851573?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8952425412557851573/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8952425412557851573' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8952425412557851573'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8952425412557851573'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/de-dicto.html' title='De dicto'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-5558706255812793565</id><published>2011-12-06T07:20:00.001+01:00</published><updated>2011-12-06T07:22:59.675+01:00</updated><title type='text'>Mit der Steinschleuder</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Letzte Woche legte David seine Steinschleuder nur kurz zur Seite. Auch das ist notwendig, man kann nicht fortwährend Steine in Goliaths Gesicht katapultieren. Mal braucht es auch Besinnung und Rückschau. Und &lt;a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=11472"&gt;David blickte hinter sich&lt;/a&gt;, erkannte acht Jahre und sah, dass es gut war.&lt;br /&gt;Man würde ihn fragen, warum er sich täglich diesem sinnlosen Unterfangen widmet, weshalb er sich sein Scheitern nicht eingesteht. Der aussichtslose Kampf gegen die Maschinerie der Propaganda könne doch niemals gewonnen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist man das? Ist man gescheitert, wenn man Goliath nicht stürzen, kaum taumeln läßt? Trifft das zu? Der besagte David, der im weltlichen Leben als NachDenkSeiten angesprochen wird, er schleudert ja nicht alleine Steine gegen Riesenköpfe. Man benutze den achtjährigen Geburtstag der NachDenkSeiten daher auch dazu, um an all die anderen Davids zu denken, die meist noch kleiner sind als jener Achtjährige. Alle mit Steinschleudern - manche zielen gut, manche besser. Davids, die im irdischen Dasein als Weblogs oder kritischer Journalismus gerufen werden. Viele Davids mit vielen Steinschleudern, die dem Riesen wenigstens Beulen machen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Beulen sind kein Scheitern. Einem Goliath die eitle Sonnenscheinmiene, mit der er betrügt und hintergeht, zu ramponieren - das ist kein Scheitern! Es ist auch nicht der große Wurf. Freilich nicht. Muß man daher sein Werk eintstellen, nur weil es nicht vollbracht und abgeschlossen werden kann? Und es ist ja nicht gesagt, dass der Koloss, wenn wir ihn schon nicht in den Staub werfen, sich einfach umdreht und geht - mit hässlichen Beulen und Kratzern im Gesicht, mit einer zerfurchten Fratze überzeugt man die Leute manchmal ein wenig weniger. Dann kleben die Heilslehren des neoliberalen Goliath an ihm fest, können nicht mehr verabreicht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und falls es doch so kommt, dass er weder stürzt noch geht? Wenn man es schon heute wüsste, dass alles Steinschleudern ohne Resultat bleibt? Aufgeben? Doch war es nicht das Glück des Sisyphos, den Felsen nach oben zu wälzen, ihn zu wälzen, zu wälzen, bis die Schwerkraft ihn zurückholte an den Fuß des Berges, um erneut zu beginnen? Müssen wir uns Sisyphos nicht als glücklichen Menschen vorstellen? Er hatte doch seine Aufgabe gefunden. Die war, wir wissen es seit Camus, sicherlich absurd. Aber sie war deswegen nicht minder Aufgabe - &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/393806062X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=393806062X"&gt;etwas zu Erledigendes&lt;/a&gt;. Einer musste eben Felsen wälzen - und das tun die Davids ähnlich. Ihre Felsen sind Steine und sie wälzen nicht, sie schleudern. Kann sein, dass es absurd ist, kann sein, dass man immer neu schleudern muß - aber irgendwer muss es doch tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Sinne, zum achten Jahrestag Gratulation und weiterhin David sein. Und ab und an denkt an die anderen Davids, die so viel kleiner sind wie ihr es seid, liebe NachDenkSeiten...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/mit-der-steinschleuder.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e269ab5327534d9db05e1d0aab153e06" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-5558706255812793565?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/5558706255812793565/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=5558706255812793565' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5558706255812793565'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5558706255812793565'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/mit-der-steinschleuder.html' title='Mit der Steinschleuder'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>8</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-2977066474669318539</id><published>2011-12-05T11:45:00.002+01:00</published><updated>2011-12-05T13:01:58.504+01:00</updated><title type='text'>Wieder nur schreiben lassen</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Er kann es einfach nicht lassen. Nachdem der Freiherr aus dem Amt schied, über den Atlantik machte, kündigte er noch an, er wolle sich nun an einem Buch üben. Die Vakanz von der Politik würde er nutzvoll verwerten, um ein Buch zu schreiben. Polemiker fragten daraufhin: selbst schreiben oder selbst denjenigen bezahlen, der ein Buch für ihn fertigstellt? Einige Monate ist das nun her und siehe da: sein Buchprojekt entblößt sich als ein lahmes Interview, das man zwischen zwei Buchdeckel band - und er hat sich nicht mal selbst interviewt, sondern sich einen erzkonservativen Journalisten engagiert. Seine damalige Ankündigung, abermals ein Betrug - er wird wohl nimmermehr selbst den Füller schwingen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So übt sich das gegenwärtig &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"größte politische Talent"&lt;/span&gt; dieses Landes im Comeback. Und der Klappentext "seines" Buches prägt dieselben leeren Worthülsen, die auch er einst fabrizierte. Schon alleine die Aussage, der Freiherr sei das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"größte politische Talent"&lt;/span&gt;: was will man damit eigentlich aussagen? Was hat er geleistet? Eloquent eingeschläfert - feiner Zwirn, teure Brille - penibel gebundener Windsorknoten. Reicht das aus, um das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"größte politische Talent"&lt;/span&gt; zu sein? Über den &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"schlechten Zustand der deutschen Politik"&lt;/span&gt; spricht er auch, verspricht der Klappentext. Als ob er der Erlöser aus diesen Zuständen wäre. Ausgerechnet einer, der in allen seinen politischen Positionen für Skandale und Affären gesorgt hat.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Der Windsorknoten bleibt erstmal im Schrank hängen, denn der Freiherr stiert im offenen Hemdskragen von der Klappe. Er stiert wie eine Mischung aus einem gealterten Markus Lanz und einem urplötzlich seriös mimenden Lothar Matthäus von "seinem" Buch. Er stiert visionär vor sich hin, wie einer, der mitteilen möchte, dass er zukünftig noch etwas vor hat. Ohne Krawatte, mit aufgeknöpften Kragen, will sagen: Anpacker, Macher, kein Schnösel, einer von euch. Die Bildsprache des Freiherrn gibt Auskunft über seine Absichten. Der Titel ja auch, denn der Herr ist nur &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"vorerst gescheitert"&lt;/span&gt; - erstmal habe er den Kürzeren gezogen, später sieht es wieder anders aus. Der Klappentext spricht über die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Voraussetzungen für die Rückkehr eines immer noch enorm populären Politikers"&lt;/span&gt; - die sollen nun mit dem Buch geschaffen sein, welches der erzkonservative Journalist dem adligen Herrn geformt hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Minister eine leere Worthülse, ein Sprücheklopfer. Als er sich aus den Affären stahl, als seine Bundeswehrreform als unzureichend entblößt wurde - dann natürlich, als er seinen Doktor in Auftrag gab. Selbst sein politischer Abgang, als er uneinsichtig wich und großkotzig ein Buch in Aussicht stellte, welches nun mit diesem windigen Stück aufgeblasenen Interviews abgegolten sein soll. Ein zuweilen blendend aussehender, Menschen blendender Maulheld letztlich - das ist es, was er kann. Ist es das, was einen zum &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"größten politischen Talent"&lt;/span&gt; macht? Und schreiben läßt er - in seinen Kreisen schreibt man nicht mehr selbst, man hat Gesinde. Ghostwriter und willfährige Journalisten. Journalisten wie Lorenzo, der Guttenberg nicht zurückgetreten sehen wollte, als die Bandbreite des Beschisses schon auf dem Tisch war. Oder er läßt Biographien schreiben von seiner adligen Sippschaft, verkündet dabei, er sei nicht angetan von der Biographie, öffnet aber der Autorin, Anna von Bayern (ist das ein Nachname oder der rudimentäre Versuch einer Anschrift?), sein privates Fotoarchiv. Selbstinszenierung - die Arbeit sollen andere machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass er eine neue Partei gründet, hat er nie versprochen. Andere haben sich das von ihm versprochen. Alleine diese Gefahr dürfte nicht bestehen. Er gründete keine - wenn überhaupt, dann würde er gründen lassen. Sein Gesicht böte er an. &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518062085/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3518062085"&gt;So hat er es immer gemacht.&lt;/a&gt; Verwaltungsbeamte erledigten das Tagesgeschäft in den Ministerien - Guttenberg gab sein Gesicht; beim aktuellen Buch: er spendierte sein Gesicht, zum Selberschreiben hatte er keine Lust; seine Doktorarbeit zierte auch nur sein Gesicht. Wenn aber Affären aufkeimten, dann entzog er sein Gesicht ganz schnell wieder. Schließlich wollte er sein Gesicht wahren. Dieser Kostgänger ist keine Gefahr - er macht ärgerlich und seine Dreistigkeit macht stutzig; ebenfalls seine Jünger und deren publizistische Hurerei. Aber ansonsten kein Grund zur Sorge - Guttenberg bringt alleine nichts fertig.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/wieder-nur-schreiben-lassen.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/af5f113087c84f92ab9f9a0813e6e019" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-2977066474669318539?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/2977066474669318539/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=2977066474669318539' title='15 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2977066474669318539'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2977066474669318539'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/wieder-nur-schreiben-lassen.html' title='Wieder nur schreiben lassen'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>15</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4986966224498088621</id><published>2011-12-04T21:40:00.000+01:00</published><updated>2011-12-04T21:40:49.358+01:00</updated><title type='text'>Ich denke ihn mir als Buchstaben</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sein Gesicht habe ich nie gesehen. Seine Stimme nicht gehört. Für mich hatte er keinen Körper. Er bestand aus Buchstaben, Zeichen, aus erlesenen, aus bemerkenswerten Texten - er bestand aus Informationen, die ich über ihn hatte. Mittfünfziger. Aus Berlin. Postleitzahl. Ich kannte ihn nur als Zahlenwust. In mein Leben trat er als Zeichensalat, nie als Leib.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Jahre sind vergangen, seitdem dieser Mensch, den ich nie als Menschen kannte, gestorben ist. Viel ist passiert seit jener Zeit; für die Welt, für mich. Ich habe damals einige elektronische Briefe mit ihm getauscht. Über die Welt, wie sie sich wandelte - über den Sozialstaat, wie er darniederlag - manchmal klitzekleine Privatheiten. Wir besprachen Widgets; wir ereiferten uns über Plug-ins - der Soziolekt des Bloggens. Ich wusste wenig über ihn selbst, viel über seine Denkmuster - ich wusste, ich spürte, dass er ein belesener Geist war. Doch nicht mal seinen Nachnamen kannte ich. Obgleich er nur über den Monitor meines Rechners Gestalt für mich annahm, war das Menschliche, das da von der anderen Seite her durch die Leitung kroch, intensiv spürbar. Eine Bekanntschaft unserer Epoche; eine gesichtslose Bekanntschaft, wie sie lediglich die Ära der allseits bereiten, allseits umsetzbaren Kommunikation erfinden kann.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Seine Texte waren Labsal. Darin versöhnte sich vergeistige Lebenserfahrung mit eloquentem Mut. Seine Kritik am neoliberalen Wahn war stets durchdacht. Ich hatte nie den Eindruck, dass er seine Kritik auf sentimentale Duseleien baute, vielmehr pflückte er die Thesen seiner weltanschaulichen Kontrahenten dialektisch auseinander, gab er der Ratio Argumente zur Hand. Dessenungeachtet war der Mensch zu spüren. Die Symbiose aus Denker und Fühler. Die Emotion war sein Pferd, die Ratio sein Reiter. Ein kantianisches Gemüt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir ist so, als sei er auch Musiker gewesen. Habe ich ihm je erzählt, dass ich damals in einer Ehe lebte? Er kannte sich jedenfalls mit amerikanischer Musik aus, erinnere ich mich. Wusste er, aus welcher Stadt ich kam? Sich nie gesehen zu haben, wenig bis nichts übereinander zu wissen - wie arm und reich uns die Segnungen breitbandinger Glasfaseranbindungen doch machen. Komische Tage, in denen wir leben. Man begegnet sich blind, man spricht stumm miteinander, man hört sich taub.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anderthalb Jahre hatten wir sporadisch Kontakt miteinander, verrät ein Blick ins elektronische Postfach. Da und dort Tage in Serie, ab und an wochenlanges Schweigen. Fast täglich las ich auf seinen Seiten. Und dann unterbrach der Tod die Kommunikation. Denke ich an einen Freund aus Kindertagen, den ich einst hatte, und der später, der Kontakt war längst abgerissen, beim Wintersport den Tod fand, so stelle ich mir stets einen lachenden, nicht gerade schlanken Jungen von fünf oder sechs Jahren vor. So war er in meinem Leben präsent. Denke ich an diesen Mann, der vor zwei Jahren ging, ich kann mir kein Gesicht denken - ich sehe e-Mails vor mir, ich erinnere mich an Passagen aus seinem Schaffen, an Gedankengänge, die er mir beibrachte. Buchstaben, keine Haut; weißer Monitorhintergrund, keine Augen - das war, das ist er für mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleichwohl sitze ich zwei Jahre später hier und schreibe über ihn. Über einen, den ich nie sah. Über einen Menschen, von dem ich vielleicht nie wissen werde, wie er ausgesehen hat. Ob ich nur jetzt, da erst zwei Jahre ins krisengeschüttelte Land gingen, daran denke? Muß ich damit rechnen, noch als alter Mann meine Gedanken in die ferne Vergangenheit zu werfen, um mich zu fragen, wer er war, wie er aussah? Nachdem ein Mensch stirbt, wollen alle, die seiner gedenken, Freunde gewesen sein. Wir waren keine Freunde. Bleiben wir bei der Wahrheit. Wir waren durch den Zufall des Internets zusammengefundene Bekannte. Bis er starb. Und ich sitze zwei Jahre später hier und denke an ihn. Ohne ein Gesicht zu haben. Ich denke ihn mir als Buchstaben. Er war ja doch ein Mann des Wortes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau heute ist es zwei Jahre her, da uns &lt;a href="http://notatio.blogspot.com/"&gt;ein Mitstreiter&lt;/a&gt; starb.&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/974d74cf7e1d4cdcb6a3d803795c92da" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4986966224498088621?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/4986966224498088621/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=4986966224498088621' title='14 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4986966224498088621'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4986966224498088621'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/ich-denke-ihn-mir-als-buchstaben.html' title='Ich denke ihn mir als Buchstaben'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>14</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7306540308504726418</id><published>2011-12-02T08:00:00.001+01:00</published><updated>2011-12-02T08:00:12.108+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Venia verbo'/><title type='text'>Sit venia verbo</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Bei einer solchen Wetterlage &lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153);"&gt;[Anm.: gemeint ist die gleichgeschaltete Medienlan&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153);"&gt;dschaft]&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt; ist die Volksbefragung eine charmante, symbolische Geste der herrschenden Klassen an ihr untertäniges Volk - mehr ist es nicht, mehr darf es aus Sicht der Machthaber auch gar nicht sein. Veränderung zugunsten der Menschen, die im wahren Leben leben müssen, bringt sie kaum. Sie wird ein Instrument der Machthaber, mit dem sie allerlei Schweinereien aus ihrem Verantwortungsbereich bannen, dem Volk selbst zuschreiben können, Bevor Basisdemokraten heute in referendarischen Träumen schwelgen, muss davon geträumt werden, wie aus dem Alptraum zu entkommen ist, wie man die Allmacht der Bertelsmänner und Springer hemmen, einschränken und beseitigen kann. Erst hat das Meinungsmonopol zu fallen, damit die Volksbefragung auch eine wirkliche Befragung des Volkes sein kann. Bevor man sich emanzipiert, müssen die Ketten durchtrennt werden - Emanzipation an der Kette gleicht dem Atmen im Sarg."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- Roberto J. De Lapuente, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3940684104/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3940684104"&gt;"Unzugehörig: Skizzen, Polemiken &amp;amp; Grotesken"&lt;/a&gt; -&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7306540308504726418?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7306540308504726418'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7306540308504726418'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/sit-venia-verbo.html' title='Sit venia verbo'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-1167359392326021667</id><published>2011-12-01T07:15:00.001+01:00</published><updated>2011-12-01T07:19:17.349+01:00</updated><title type='text'>Die letzte Patrone</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sich eine, die letzte Patrone für sich selbst aufzuheben: das ist auch Würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt zweierlei Arten menschlicher Würde. Die eine, sie drängt nicht in Ecken. Ins Elend abgegleitet, einen unanfechtbaren Rechtsanspruch auf Hilfe und Fürsorge zu haben: das ist eine solche Gattung von Würde. Hier tritt man der Not würdig entgegen. Vor dem Elend zu stehen, kurz vor dem Moment, da der Häscher sein Opfer greift und in eine unerträgliche Zukunft verschleppt, die letzte Patrone einzulegen, um sich selbst zu beenden: das ist auch Würde. Eine defensive Würde. Sie wird nicht würdig vertreten, sie weicht unwürdigen Zuständen aber mit einem letzten gebotenen Akt der Würde aus.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Menschenwürde, wie sie die manchmal zu theoretische Demokratie versteht, ist ein Rechtsanspruch - Menschenwürde, wie sie die Kräfte des freien Marktes verstehen, ist ein Revolver mit einer letzten Patrone, den man für den Fall der Fälle in der Schublade aufbewahrt. Sinnbildlich. Aber auch als konkrete Vorstellung in den Gedankengängen mancher neoliberaler Missionare und Markttheologen. Sie empfänden es als würdige Handlung, wenn Menschen, die aus der Produktivität fielen, noch einmal einen produktiven Augenblick hätten. Wie auch immer sie sich dann auch wegmachen - man ist ja liberal, man kann sich aussuchen, wie man verschwindet. Revolver oder Madagaskar, Schlinge oder unter die Brücke. Würde, wie sie sie verstehen: keine Unkosten erzeugen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von spätrömischer Dekadenz haben sie ja bereits gesprochen. Römischen Bürgern, die gesündigt, die empfindlich gegen den Kodex der römischen Gesellschaft verstoßen haben, wurde eine letzte Chance erteilt. Der Sünder konnte sich das Leben nehmen und sein Ansehen bleibt erhalten. Würde, die sich durch geöffnete Pulsadern schleicht. Frei nach Mario Puzo wissen wir, dass auch die Mafia dieses würdevolle Verhalten honorierte. Damals, im &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B001CFAXPY/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=B001CFAXPY"&gt;zweiten Paten&lt;/a&gt;, als Tom Hagen Frank Pentangeli eröffnete, dass seine Würde und die seiner Familie erhalten bliebe, wenn er sich nicht weiter erhalten würde. Ob die, die römische Dekadenz in der staatlich verordneten Armut witterten, ob diese sozialdarwinistischen Romanisten wohl auch an die blutige Würde römischer Bürgersleut' dachten? Es steht doch außer Frage für diese Leute, dass Personen, die ihre Arbeit verlieren und damit ihre Würde, die schwerste aller Sünden begangen haben. In einem System, das Arbeit adelt und für den götzenhaft verbrämten Lebenssinn schlechthin erachtet, da ist es schon mehr als eine Ordnungswidrigkeit, plötzlich ohne Arbeit zu sein. Blasphemie!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist nicht die alte japanische Tugend, jene, die sich im Bushido nachblättern läßt, etwas, das wir auch hier verinnerlichen sollten? Verliert man die Würde, die einem nur durch den Verlust der Arbeit abhanden kommen kann, so verliert man sein Gesicht nicht, wenn man es von der Erde tilgt. Bei Arbeitslosigkeit: Selbsttötung - in Japan soll das nicht selten vorkommen. Hier noch zu selten; sehr zum Leidwesen der neoliberalen Weltenlenker.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daher die Sozialwesen und die Fürsorgen so gestalten, dass man nicht zu würdig lebt. Das wäre ja kontraproduktiv. Mehr Beschäftigung schaffen, damit diejenigen, die ins soziale Loch fallen, auch wieder Hoffnung haben: auch das wäre nur kontraproduktiv. Wie lassen sich denn Börsengewinne notieren, wenn nicht durch Abbau von Arbeitsplätzen? Wer personell aufstockt, der stockt auch Verluste auf, der macht, dass die Anleger mehr als verstockt reagieren. Der neoliberale Eifer weiß, dass er staatlich finanzierte soziale Auffangbecken, wenn schon nicht abschaffen kann, so doch modifizieren. Sie dürfen nicht in Würde leben lassen, sondern die Option attraktiv machen, sich würdevoll aus dem Leben zu verabschieden. Kein Rechtsanspruch sollen sie sein, sondern letzte Patrone. Der Sozialstaat soll aktivieren, meinen die neoliberalen Stimmen. Verständlich gemacht heißt das, dass er so verstümmelt werden muß, dass er zum Selbstkostenpreis läuft. Er soll den Leistungsberechtigten bildhaft machen, dass ein letzter würdevoller Schuss, ein wenig von diesem römischen Stolz, sich bei Sünde gleich selbst mit dieser aus der Welt zu verabschieden, eine annehmbare Option ist. Aktivieren soll er: die letzte Patrone...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/die-letzte-patrone.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/41980c5fc7764710a8a9db77cadbdff5" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-1167359392326021667?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/1167359392326021667/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=1167359392326021667' title='13 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1167359392326021667'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/1167359392326021667'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/12/die-letzte-patrone.html' title='Die letzte Patrone'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>13</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-3290443543304935351</id><published>2011-11-30T07:30:00.002+01:00</published><updated>2011-11-30T07:35:06.363+01:00</updated><title type='text'>Wenn schon, dann eine konsequente Frauenquote</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Die Frauenquote sei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"ein Big Bang"&lt;/span&gt;, &lt;a href="http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:offene-worte-managerin-des-jahres-fordert-frauenquote/60134090.html"&gt;findet Managerin Margaret Haase&lt;/a&gt;. Sie sei notwendig, weil Deutschland in dieser Frage &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"einen solchen Rückstand zu anderen Ländern"&lt;/span&gt; habe, dass man nun endlich reagieren müsse. Tatsächlich sind Frauen in den Vorständen der DAX-Unternehmen völlig unterrepräsentiert. Wobei das Wörtchen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Repräsentieren&lt;/span&gt; Quatsch ist, denn dort werden nicht Geschlechter repräsentiert, sondern das dicke Kapital - und das ist tatsächlich so lange geschlechterblind, wie es Profite gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haase hat jedoch recht. Die Frauenquote wäre womöglich ein Lösungsansatz, um mehr Gleichheit zu schaffen. Was in deutschen Vorständen geschieht, &lt;a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/berufe102.html"&gt;erleben viel stärker&lt;/a&gt; noch die Maurer, Anlagenbauer oder Lackierer. Dort sind fast keine Frauen zu finden. Hartnäckig weigert sich die Männerwelt, diese dampfige, schweißmiefige Welt für Frauen zu öffnen. Harter körperlicher Fron, das soll immer noch Männerdomäne sein. Rückständig könnte man das nennen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Jeder vierte Unternehmer oder Geschäftsführer ist eine Frau. Jeder fünfhundertste Maler ist weiblich. Die Frauenquote ist aber das Pläsier derer, die das Frauliche in verantwortungsvoller Position mehren wollen. Frauenquote für Maurer: davon hat man bislang wenig gelesen. Ob Haase wohl auch dort ansetzen würde mit ihrer Forderung? Frauen können alles so gut wie Männer. Daran kann man gar nicht zweifeln. Das stimmt zwar nicht ganz, weil es verknappt, denn Frauen können alles so gut &lt;span style="font-style: italic;"&gt;und&lt;/span&gt; so schlecht wie Männer - aber als Wahrheit darf man das schon mal durchgehen lassen. Warum sollten sie nicht so gut maurern können? Oder lackieren? Her mit der Frauenquote auch dort, damit sich die weiblichen Stärken auch dort entfalten können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Frauenquote gilt als dringend notwendig - allerdings nur in höheren gesellschaftlichen Regionen. Sie ist somit überhaupt kein frauenbewegter Wunsch, sondern eine aus der &lt;span style="font-style: italic;"&gt;upper class&lt;/span&gt; stammende Forderung, ein damenbewegtes Ansinnen. Die Spielwiese gesellschaftlich gutsituierter Damen. Keine Begehr im Dienste der Frau. Wo schweißtreibend und mit Raubbau an der Gesundheit geschuftet wird, da liest man nichts von Quotierungen. Wo es angenehm ist, wo gut vergütet wird, da bittesehr Gleichheit herbeiquotieren. Drecksarbeit braucht keine Quoten. Die will doch keiner freiwillig machen. Wir müssen doch froh sein, wenn sie überhaupt jemand macht, daher braucht es dort Geschlechterblindheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es wurde viel über Sinn und Unsinn der Frauenquote erzählt. Dass sie aber explizit ein Wunschtraum für sozial bessergestellte Positionen ist, wird dabei leider selten erwähnt. Das wäre dann nämlich eine Neiddebatte, mit der man die Frauenbewegtheit spaltete. Denn die Koalition der Eierstöcke... Stichwort: Merkel wählen, weil sie eine Frau ist - weil sie biologisch ausgestattet ist, wie die Wählerin selbst, worüber man aber die politischen Inhalte ignoriert... diese Koalition also, die gegen die vermeintliche Männerstellung anrennt, sie bindet alle an die Idee des Weiblichen. Alle Frauen sind hierbei gleich. Ob nun arm oder reich - ob nun aus dem gesellschaftlichen Morast oder aus dem Schoss einer Akademikerfamilie. Die Frauenquote für Führungspositionen wird als eine Frage aller Frauen definiert - profitieren würden dabei aber die Frauen, die überhaupt erst für eine solche Position in Betracht kämen. Was aber haben diverse weibliche Teilzeitkräfte von einer solchen Quote?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Haase definiert hier lediglich die &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3831902569/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3831902569"&gt;Doppelmoral der Damenbewegtheit&lt;/a&gt;. Sie macht sich zum Sprachrohr höherer Frauen, die ihre Interessen als Interessen aller Frauen ausgeben. Für Quotierung in Berufen, in denen weder Geld noch Ruhm zu holen ist, haben sie kein Auge. Dort nehmen sie es mit der Gleichheit nicht so genau...&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/wenn-schon-dann-eine-konsequente.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/cc73475341c045c29f5ca569b4ed4783" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-3290443543304935351?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/3290443543304935351/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=3290443543304935351' title='14 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3290443543304935351'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3290443543304935351'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/wenn-schon-dann-eine-konsequente.html' title='Wenn schon, dann eine konsequente Frauenquote'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>14</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-914517721811163522</id><published>2011-11-29T07:05:00.001+01:00</published><updated>2011-11-29T07:08:38.944+01:00</updated><title type='text'>Meinsmeinsmeins!</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;In Frankfurt geht man ins &lt;span style="font-style: italic;"&gt;MyZeil&lt;/span&gt;. Bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;MeinWeltbild&lt;/span&gt; bestellt man sich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;MySims&lt;/span&gt;. Via &lt;span style="font-style: italic;"&gt;MyDays&lt;/span&gt; bucht man sich Erlebnisgeschenke. Bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;MyVideos &lt;/span&gt;begafft man Millionen Kurzfilme. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Meinsmeinsmeins...&lt;/span&gt; die Konsumwelten verinnerlichen die Egomanie nun vermehrt auch im Produktnamen. Wie Pilze schießen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;MyKaufhäuser&lt;/span&gt; und&lt;span style="font-style: italic;"&gt; MeinKataloge&lt;/span&gt; aus dem fruchtbaren Boden des Reibachs. Sie sättigen sich nicht am Kunden, sie versprechen ihm, er gehöre zum Produkt, wie das Produkt ihm gehöre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Genosse Kunde&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Konsument wird sprichwörtlich zum Teilhaber gemacht. Das Produkt oder die Stätte des fortwährenden Glücks, der Konsumtempel letztlich, ausgestattet mit dem Possessivpronomen, es erklärt dem Kunden: hier bist du nicht nur Kunde, die bezahlende Inanspruchnahme eines Gutes, hier bist du nicht nur uns finanzierender Gast - hier gehörst du dazu. Ganz gezielt installiert man das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Meinsmeinsmeins&lt;/span&gt; in das Produkt oder die dazugehörige Vertriebsstätte. Der Kunde soll nicht glauben, er gehe in das Einkaufszentrum, um dort zu bezahlen und zu verwerten: er soll meinen, seinen eigenen Glückstempel zu betreten.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Die neue Konsumlandschaft ist eine vermeintliche Genossenschaft. Es gibt keine wie auch immer geartete Hierarchie - jedenfalls keine, die sofort augenfällig werden könnte. Der Konsument wird teilhabender Genosse. Man suggeriert ihm, er sei Mitglied der großen Konsumgemeinde, die sich in &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3865990541/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3865990541"&gt;Kathedralen&lt;/a&gt; trifft, die mit der Silbe &lt;span style="font-style: italic;"&gt;My&lt;/span&gt; begrifflich eingeleitet werden. In solchen Häusern ist man nicht mehr nur Kunde, man besucht einen Ort, von dem man sagt, er gehöre einem irgendwie, zwar nicht genau definiert, aber trotzdem. Er ist der Sozius des Konsumtempels, der Gesellschafter von Kaufhäusern. Ihm wird klar, dass alles nur geschieht, weil er ist. Seine Persönlichkeit ist Basis und sein Konsumverhalten wird zu seiner Persönlichkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Bruder Kunde&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der in das Handelsgut eingeknüpfte Possessivbegleiter, er verbrüderlicht die Geschäftspartner. Er berieselt den Kunden, will ihm klarmachen, dass es Vertragsverhältnisse - und jeder Einkauf ist nicht mehr als das - nur pro forma gibt. In &lt;span style="font-style: italic;"&gt;HisZeil&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;SeinWeltbild&lt;/span&gt; scheint die Fraternisierung alle verteilten Rollen zu sprengen. Dort Händler, da Kunde - beide mit Interessen: das wird durch &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Meinsmeinsmeins&lt;/span&gt; aufgehoben. Verschwistert sind sie plötzlich. Sie treffen sich im &lt;span style="font-style: italic;"&gt;My&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mein&lt;/span&gt; und dort schlagen die Interessen im Gleichklang. Jedenfalls soll es das besitzanzeigende Fürwort so aussehen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lebenswelt des Individuums, das zuweilen auch Kunde war, soll abgelöst werden durch eine Lebenswelt, in der der Kunde nur noch zuweilen und selten Individuum ist. Er soll in seiner Kaufwelt, in &lt;span style="font-style: italic;"&gt;HisZeil&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;SeinWeltbild&lt;/span&gt; aufgehen, dort durch das Warenangebot lustwandeln - wie durch den heimischen Garten, sich fühlen, wie im heimischen Wohnzimmer. Kunde in Dauerschleife. Der Ort, an den man früher ging, um schnell Besorgungen zu machen, er soll zur persönlichen Oase werden; der Wälzer, aus dem man einst Waren auswählte, er soll nun eine eigene abgeschlossene privatim wirkende Welt werden. Hierzu die Namenswahl, hierzu das Possessivpronomen. Wenn der Kunde oft genug &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Meinsmeinsmeins!&lt;/span&gt; gesagt hat, wird das Gesagte irgendwann auch zu seiner Lebenswirklichkeit.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/meinsmeinsmeins.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/ed10652050d64202bb5d002875139a18" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-914517721811163522?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/914517721811163522/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=914517721811163522' title='9 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/914517721811163522'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/914517721811163522'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/meinsmeinsmeins.html' title='Meinsmeinsmeins!'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>9</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7905979097246600229</id><published>2011-11-28T08:15:00.000+01:00</published><updated>2011-11-28T08:15:00.081+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ridendo dicere verum'/><title type='text'>Ridendo dicere verum</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;"&gt;"&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Der Philosoph, ein kluger Mann,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Faßt nur von vorn Probleme an,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Und was er hat vorausgesetzt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Wird so lang hin und her gehetzt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Wird deduziert, formalisiert,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Analysiert und kritisiert&lt;/span&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Bis er wirklich das bekommt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Was ihm so gerade frommt,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Bis er endlich das bewiesen,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: rgb(0, 0, 153); font-style: italic;font-size:100%;" &gt;Was vorausgesetzt gewesen."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3938808594/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3938808594"&gt;Hans Lenk&lt;/a&gt; -&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7905979097246600229?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7905979097246600229'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7905979097246600229'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/ridendo-dicere-verum_28.html' title='Ridendo dicere verum'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-2322752289365597269</id><published>2011-11-25T07:10:00.001+01:00</published><updated>2011-11-25T07:12:02.554+01:00</updated><title type='text'>Erst wenn es allen schlechter geht, geht es allen schlechter</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es soll Leute geben, und jeder von uns kennt wohl solche Leute, die der festen Überzeugung sind, dass erst dann gesellschaftliche Veränderung vollzogen werden kann, wenn es möglichst vielen Menschen, denen es jetzt noch gut oder wenigstens nicht ungut geht, schlechter, viel schlechter ginge. Die Not, so wollen sie damit zum Ausdruck bringen, verschmelze die Menschen und mache sie zu einer revolutionären Masse. Je schlimmer das Elend, desto fester zieht man an einem Strang. Der Kummer und die Verzweiflung als Schmiede der Harmonie. So eine romantische Vorstellung! Und wohl so eine falsche Vorstellung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es allen schlechter geht, dann kommt das große Umdenken, dann gehen die Menschen auf die Straße. Das klingt schlüssig und irgendwie tröstend, denn wann es allen endlich schlechter geht, weiß man ja nicht ganz genau. Dieses Szenario gleicht insofern den Beteuerungen alter Sozialisten, die sich im wilhelminischen Deutschland oder dem Frankreich der Dritten Republik niederließen und auf die Revolution verwiesen, die dann bald kommen möge und derentwegen man nun ein wenig bürgerlich tat, Mandate annahm und es sich im Parlamentarismus gemütlich machte. So wie die Revolution ein Irrtum war, weil sie vom institutionalisierten Sozialismus gar nicht real, sondern nur als Wunschbild erbeten wurde, so ist auch die Annahme, es würde alles besser, wenn es allen schlechter ginge, eine fatale Fehleinschätzung.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Wenn es allen schlechter geht, geht es allen schlechter. Das ist die einfache Wahrheit, die sich hinter solchen Parolen verbirgt. Die Hoffnung auf massenweise Verschlechterung der Lebensumstände, sie ist nur eine Scheinhoffnung. In Wirklichkeit ist sie eine Tautologie des Elends. Wenn es allen schlechter geht, geht es allen schlechter, geht es allen schlechter. Eine Gesellschaft, in die die Not einbricht, wird nicht von gefühlvollen, mitfühlenden Einzelnen geprägt. In so einer Gesellschaft ist man sich schnell selbst der Nächste. Da regiert Hunger - da dominieren eigene Sorgen - da amtieren Rechnungen, die man nicht bezahlen kann - da herrscht Existenzangst - da gebieten die Erwartungen, um die man betrogen wurde. Manchmal blitzt freilich auch Mitmenschlichkeit auf - aber die ist keine Konstante, nicht die unsichtbare Hand des Elends. Sie schimmert trotzdem manchmal durch, ist ein &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Dennoch&lt;/span&gt;, kein &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Deswegen&lt;/span&gt;. Jedenfalls ist sie seltener Gast an Tafeln, die üppig mit Leere gedeckt sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jorge Semprún beschreibt in &lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518372440/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3518372440"&gt;"Die große Reise"&lt;/a&gt; seine Gefangenschaft. Als Widerstandskämpfer in Frankreich wurde er von den Nazis inhaftiert und im Gefängnis waren sie alle ins Elend gestoßen. Da gab es Widerständler und solche, die für Dissidenten gehalten wurden, aus allen gesellschaftlichen Schichten. Und da gab es einen Mann, der Ramaillet hieß. Während Semprún nur die dünne Suppe löffelte, die die Gefängnisküche täglich ausgab, erhielt dieser Ramaillet stets feine Fresspakete von der Außenwelt. Wenigstens hatte er in der Not zu fressen. Aber teilen wollte er nicht, denn das wäre ungerecht, meinte Ramaillet, wenn man sein Fresspaket unter drei Männern - es war noch ein dritter Mann in die Zelle gestoßen worden - aufteilte. Denn Semprún erhielt ja gar nichts, würde sich aber an ihm, an seinen Paketen schadlos halten, obwohl er nichts für die Allgemeinheit tut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ging es allen schlechter als vorher - und die Folge? Nichts Neues, denn es zog nicht Harmonie und Zusammenhalt ein, nicht mal Solidarität im Geiste, denn Ramaillet gab die Schuld seiner Haft solchen Leuten wie Semprún, sie hätten ihn, den unbescholtenen Bürger, das Leben versaut; was sich einstellte war Egoismus, Gier, Gleichgültigkeit. Da ging es allen schlechter als vorher, nur damit es nachher allen schlechter als vorher ging. Gleicht das nicht dem, was man so liest, wie das Leben unter Obdachlosen wütet? Die bestehlen sich, die belauern sich. Das kann man ihnen nicht mal ankreiden. Wer nichts hat, der will sich auch das Nichts des Habenichts' aneignen, der neben ihm in Einkaufspassagen nächtigt. Nichts und Nichts, vielleicht gibt das was! Wie Minus und Minus ja gleichfalls Plus ergibt! Aber am Ende gesellt sich zur Armut auch noch Angst, Angst um die eigene spärliche Habe, Angst vor demjenigen, der im gleichen lecken Boot hockt, wie man selbst. Armut für alle ist keine Erlösung, es ist Lähmung und Misstrauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einwände könnten nun sein, dass in französischen Gefängnissen unter deutscher Führung oder unter Obdachlosen, Sonderkonditionen gelten. Das seien Extremerfahrungen und das Elend, es sei ja nur das Elend einer Gruppe, einer Gesellschaftsschicht alleine, nicht das Elend der Gesellschaft schlechthin oder der Mittelschicht, die stückchenweise in die Not hinabrutscht. Aber dieser Einwand greift zu kurz, denn es kentert niemals eine Gesellschaft oder eine ganze Schicht vom Ausmaß der Mitte, in die Armut oder ins Elend. Es sind immer einzelne unterprivilegierte Gruppen und Schichten, die diesen schweren Gang antreten. Wer heute meint, dass wenn es allen schlechter geht, gehe es bald wieder bergauf, der meint gar nicht Alle. Der meint einige, diejenigen, die gerade noch ein anständiges Leben führen können. Die können doch ernsthaft nicht den Typen meinen, der seit Jahren fünfstellig verdient und fünfstellig lebt. Selbst wenn es so einem mal etwas schlechter geht, dann geht es ihm noch gut. In solchen gesellschaftlichen Sphären stimmt die Losung halbwegs. Zwar geht es nicht bergauf, wenn es denen alle schlechter ginge, aber es geht immerhin nicht bergab. Zu viel Substanz. Zu viel Rücklagen. Zu viel Beziehungen, um aus dem Sumpf, der gar kein Sumpf, sondern eine drei Millimeter tiefe Pfütze ist, zu entsteigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was ist das überhaupt für eine Parole, ja für ein Weltbild, das die Not vieler vieler Menschen bevorzugt, um irgendwann einmal Resultate zu zeitigen? Wenn soziale Errungenschaften abgebaut werden, womit es vielen Leuten existenziell an den Kragen ginge, dann stößt diese Prekarisierung vielleicht Unmut an. Nur abgebaute soziale Errungenschaften werden wohl kaum erneut von denen wiedererweckt, die sie abbauten. Und selbst wenn, was hat denn der Fünfzigjährige davon, der plötzlich keinen Kündigungsschutz mehr hatte, wenn nach seiner Entlassung der Kündigungsschutz wieder eingesetzt würde? Wird alles besser, wenn es allen schlechter geht? Gerechtigkeit schaffen durch zunächst entstandene Ungerechtigkeit? Als &lt;span style="font-style: italic;"&gt;List der Vernunft&lt;/span&gt;, wie Hegel seinen Trick nannte, nachdem er erkannte, dass die Welt kein fortwährender Prozess der Verbesserung, des Fortschritts ist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es allen erstmal schlechter geht, und das wäre die eigentliche Einsicht, zu der man gelangen sollte, dann ist es zu spät. Wen man die Butter vom Brot stahl, der kämpft in der Regel nicht mehr dafür, nochmal ein Stückchen Butter zu bekommen - er kämpft darum, seinen Kanten Brot nicht auch noch abtreten zu müssen.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/erst-wenn-es-allen-schlechter-geht-geht.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/fafbf9430ac742a79667c19b38531b0b" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-2322752289365597269?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/2322752289365597269/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=2322752289365597269' title='17 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2322752289365597269'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2322752289365597269'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/erst-wenn-es-allen-schlechter-geht-geht.html' title='Erst wenn es allen schlechter geht, geht es allen schlechter'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>17</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-6618849425140788788</id><published>2011-11-24T07:25:00.001+01:00</published><updated>2011-11-24T07:29:40.660+01:00</updated><title type='text'>Alle Verantwortung der NPD?</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Jetzt wird die NPD fokussiert. Und flugs ist die Problematik, wie rechte Gewaltbereitschaft entsteht, wer sie herbeizündelte, schon wieder vom Tisch. Sie wird in die Nische des Extremismus gebannt. Soll die NPD doch die Alleinschuld tragen - und dann schnelles Parteiverbot und alles wird gut. Einfache Mechanismen, die den Diskurs nicht fruchtbar gestalten, ihn dafür allerdings abwürgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mitgefühl braucht die NPD nicht. Ein Parteiverbot scheint vernünftig - man verdrängt damit aber die Denkmuster jener Gesellen nicht. Das ist aber durchaus unerheblich, denn Brandstifter war und ist nicht nur jene Partei. Das ist nur die derzeit offizielle Wahrheit, die von der Berichterstattung abgesegnet und damit auch erst wirklich zur wirklich wahren Wahrheit gemacht wird. Entrückt ins Extremistische, aus Sicht der bürgerlichen Mitte: entrückt irgendwo ins geifernde und eiferische Transzendente, wird die geistige Vorarbeit der NPD alleine in die Schuhe geschoben.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Vergessen, dass es eben nicht ausschließlich die NPD oder andere Duodez-Nationalparteien waren, die Anfang der Neunzigerjahre, im megalomanischen Taumel der vereinten Deutschländer, auf Ausländerjagd und Asylantenfang gingen. Das waren Affekte aus der bürgerlichen Mitte heraus. Applaus von Zuschauern ohne Springerstiefel, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ausländer raus!&lt;/span&gt;-Rufe von stinknormalen Bürgern.&lt;br /&gt;Vergessen, dass es eben nicht die Initiative der NPD war, das Asylrecht zu überarbeiten. Das taten die Christdemokraten mit Anhang, später übernahmen es die Sozialdemokraten mit ihrem Anhang anstandslos. Das deutsche Asylrecht, diese durch Grundgesetz verordnete Farce um Drittländer und Abschiebungserleichterungen, es wurde zum Modell für die europäische Asylpolitik. So galt Libyen als Drittstaat, gleichwohl dort &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423342870/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3423342870"&gt;Flüchtlinge&lt;/a&gt; inhaftiert, gefoltert oder in der Wüste ausgesetzt wurden. Später sprachen bekannte Sozialdemokraten von Auffanglagern in Nordafrika.&lt;br /&gt;Vergessen, dass seit geraumer Zeit Stimmen den öffentlichen Diskurs diktieren, die von rassischen Merkmalen sprechen, als seien sie der Wissenschaft letzter Clou. In Gefechtsstellung: bestimmte Sozialdemokraten! Sie vergifteten das Klima, sie schürten Verächtlichkeit gegen Ausländer und spalteten die Gesellschaft. Gut, die NPD applaudierte dabei. Aber das tat der Blätterwald auch. Verbieten wir den auch gleich?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stichproben nur. Aber sie untermauern, dass das gesellschaftliche Klima auch ohne NPD auf Xenophobie und Chauvinismus getrimmt wurde. Sie hat Beifall gespendet, sie hat gefordert - aber die Ereignisse und Debatten bestimmt hat sie nicht. Man hat die NPD überhaupt nicht gebraucht. Entschuldigung, das war vorschnell. Natürlich braucht man die NPD - vielleicht auch ein Grund, warum man sie V-Männer-gestützt am Leben hält und sie nicht endlich einschläfert. Wer, wenn nicht diese Partei, soll denn dann als das deutsche Gesicht der Ausländerfeindlichkeit herhalten? Als die gestrige Fratze, die das heutige Deutschland eifrig bekämpft? Um selbst nicht zu hässlich zu sein, braucht es noch hässlichere Gesichter: das ist die Aufgabe der NPD. Oder soll etwa diese Rolle die SPD übernehmen, am Steuer der springergesellige Messias? Oder bekennt die Union, dass auch sie geistige Brandstiftung leistete? Oder etwas Leichenschändung? Schiebt man den Freien Liberalen die Verantwortung für das vergiftete Klima zu?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles ist kein Plädoyer auf die NPD. Aber so einfach, ihr nun eilends die geistige Verantwortung hinzuschieben, kann man es sich nicht machen. Dass man von Ausländern und dabei von einer ganz bestimmten Sorte von Ausländern, von Muslimen nämlich, spricht wie von Ballast: das ist doch nicht auf dem Mist der NPD gewachsen. Die finden das natürlich gut. Aber die Affekte gegen Fremde, die stammen direkt aus der bürgerlichen Mitte. Taten sie damals - tun sie heute...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/alle-verantwortung-der-npd.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6fdc3794e4ac42858000e1c07031c621" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-6618849425140788788?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/6618849425140788788/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=6618849425140788788' title='13 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6618849425140788788'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6618849425140788788'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/alle-verantwortung-der-npd.html' title='Alle Verantwortung der NPD?'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>13</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7552877766013616850</id><published>2011-11-23T13:40:00.012+01:00</published><updated>2011-11-24T07:30:15.781+01:00</updated><title type='text'>Sie sterben uns alle weg...</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Ich habe ihn erst sehr spät für mich entdeckt. Erst vor einigen Jahren. Wir seien &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=cHWlWjjePYo"&gt;alle Terroristen&lt;/a&gt;, hieß er mich, ließ er seine Frau Barbara Peters singen - Text von ihm, Text von Georg Kreisler. Und der ist nun verstorben.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Virtuose Musik, Sch&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://images.derstandard.at/t/12/2011/11/22/1319284849317.jpg"&gt;&lt;img style="float: left; margin: 0pt 10px 10px 0pt; cursor: pointer; width: 201px; height: 141px;" src="http://images.derstandard.at/t/12/2011/11/22/1319284849317.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;mäh voll sprachlicher Grandezza, zynische Zeilen und spitzbübisches Augenfunkeln - das war es, was mir Kreisler so nahe brachte. Und natürlich sein Umgang mit der Sprache. Seine Lieder stets Affront gegen Machthaber und Zeitgeist. Das machte ihn zum akzeptierten Paria im Kulturbetrieb. Diese sonderbare Stellung &lt;a href="http://www.youtube.com/watch?v=jsrTEpYSmr8"&gt;besang er&lt;/a&gt; auch: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Ich singe lächelnd, denn ich denke an die Pause; die Leute lächeln, denn sie wolln mich gern verstehn. Dann ist die Vorstellung vorüber, und ich sause, und zu Hause fällt mir ein: Es ist schon wieder nichts geschehn."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Beim Taubenvergiften im Park applaudierten sie ihm. Auch bei anderen Liedern, die die große Freiheit des Kapitalismus anfeindeten und zynisch durchleuchteten. Nur das breite Publikum verstand solche Texte weniger - für das war er der Taubenvergifter. Kreisler aber: unverbiegbar! Wo andere katzbuckelnd die Honorationen der Öffentlichkeit annahmen, da sprach er aus, was schon lange hätte gesagt werden müssen. Sein Brief nach Wien &lt;a href="http://www.georgkreisler.info/brief-nach-wien.html"&gt;zeugt davon&lt;/a&gt;. Einen, den sie 1938 noch vertrieben haben, jetzt geehrt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In die Vereinigten Staaten &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/08/allein-wie-eine-mutterseele.html"&gt;floh er&lt;/a&gt; damals. Mit Musik hielt er sich über Wasser - mit Instrumentalmusik. Im englischen Sprachraum konnte sein Wortwitz nicht gedeihen. Er landete unter anderem bei Charlie Chaplin, für den er in einem Film musizierende Doublehände gab. Chaplin war, so erklärte Kreisler einmal in einer Reportage über seine Person, ein ganz anderer Arbeitgeber. Schon damals galt in Hollywood jene Denkart, die wir später als neoliberale über den Globus stürmen sahen. Chaplin schloss sich dieser aber nicht an, er war freundlich und fair. So einen musste man später freilich als Kommunisten vertreiben...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kreisler verbandelte sich nicht mit der Macht. Er blieb Künstler; blieb Freidenker. Sprachrohr für etwaige Parteien, Strömungen und Bewegungen war er nie. Dass seine Texte das sind, was wir im politischen Duktus als links bezeichnen, ist nicht Zufall - es ist die Quintessenz seiner Lebenserfahrung. Wer nachdenkt, so könnte man sagen, wird zwangsläufig links denkend. Kreisler war kein schnell mal entbrannter Wutbürger, den die schlechte Laune packte - sein Denken war beharrlich und trotzte jedem Zeitgeist, der sich ihm in den fast neun Dekaden seines Lebens in den Weg stellte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich behauptete, im Angesicht der Trauerkultur, die diese Gesellschaft an den Tag legt, wenn jemand möglichst medienwirksam und spektakulär gestorben ist... ich behauptete also, man könne um einen Menschen, den man persönlich nicht kannte, kaum trauern. Vielleicht trauere ich nicht um Kreisler, bin aber wohl traurig; Trauern bedeutet die Veränderung zu erlernen, die das Wegsein eines Menschen mit sich bringt. Ich werde jedoch weiterleben können ohne viel Veränderung. Und doch lebt es sich ärmer weiter. Er war Künstler und nutzte diese Position nicht, um sich mit der Macht zu schmücken, wie es viele Schauspieler und Musiker heute tun. Er hielt sich von der Macht fern, war allerdings deshalb nicht ohnmächtig. Seine Kunst strahlte Macht aus - und sie hat ge&lt;span style="font-style: italic;"&gt;macht&lt;/span&gt;, dass sich Leute wie ich bestärkt fühlten, weil auch aus berufenerem Munde Kritik am Status quo existierte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kreisler machte Mut. Wieder ein Mutmacher weniger. Bleiben uns all die mitläuferischen und vermainstreamten Künstler und Künstleroide, die hin und wieder wutbürgerlich entbrannt so tun, als würden sie der politischen und wirtschaftlichen Macht fernstehen, um just bei irgendwelchen ministerialen Aktionen als Werbefigur herzuhalten. Kürzlich Degenhardt - jetzt Kreisler. Die Unbeugsamen, die den Mainstream, diesen Malstrom, mieden und die sich kein Blatt auf den Mund klebten, sie sterben aus. Uns bleiben dafür Biermänner, einst Dissidenten, heute herrschaftliche Nachbeter, die mit der Macht speisen und sich schon für kritisch erachten, weil sie vor der Kanzlerin keinen Schlips tragen.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/sie-sterben-uns-alle-weg.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ef55b4796ed64744a7bb804930c254c2" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7552877766013616850?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/7552877766013616850/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=7552877766013616850' title='12 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7552877766013616850'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7552877766013616850'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/sie-sterben-uns-alle-weg.html' title='Sie sterben uns alle weg...'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>12</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-6748761214940065641</id><published>2011-11-23T07:15:00.001+01:00</published><updated>2011-11-23T07:17:04.391+01:00</updated><title type='text'>Tiefer, Langsamer, Näher!</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Das Dilemma der kapitalistischen Wirtschaft ist, dass die Welt nicht endlos ist. Die Kugelform macht Abgeschlossenheit. Unendliche Weiten: Fehlanzeige! Ein Wirtschaftssystem, das auf Wachstum Wohlstandsgedanken gründet, kommt spätestens dann in die Bredouille, wenn es nur noch wenig Platz zum Anwachsen gibt. Fortschritt kann es &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3865812457/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3865812457"&gt;am Schlagbaum der Endlichkeit&lt;/a&gt; nicht geben. Hie und da gibt es noch zu erobernde Märkte. Beispielsweise soll jeder Chinese mit einem Auto ausgestattet werden. Da ist Wachstumspotenzial geboten. Da kann sich &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Höher, Schneller, Weiter!&lt;/span&gt;, dieses Motto des kapitalistischen Fortschritts, doch noch behaupten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wachstum benötigt Platz. Der ist aber nicht gegeben. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Höher, Schneller, Weiter!&lt;/span&gt; ist damit ein Schlachtruf, den sich eine leistungsfähige Wirtschaft der Zukunft nicht auf die Fahnen schreiben kann. Die Enge des Planeten macht, dass umgedacht werden muß. Man muß sich mit der Endlichkeit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;bescheiden&lt;/span&gt;. Etwas mehr Bescheidenheit als Motto! Lebensqualität erhalten und steigern, dennoch dem entfesselten "Immer mehr" den Rücken kehren.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Tiefer&lt;/span&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Fortschritt durch Wachstum hat die Lebensqualität vieler Menschen nachhaltig zerstört. Verkehrslärm wird als erträglich im Angesicht des Fortschritts abgetan. Dadurch auftretende Krankheiten als Randerscheinung diffamiert. Immer höher hinaus wollten wir als Gesellschaft. Eine Flugreise als Massenartikel - Landebahnen hierzu; Straßenausbau zur höheren Mobilität. Wachstumsimpulse schaffen, damit mehr Kraftfahrzeuge gekauft werden. Europas Straßen, gerade in diesen mitteleuropäischen Gefilden, sind verstopft - und trotzdem &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Kauft mehr Autos!&lt;/span&gt; Die Umweltbelastung ist außerordentlich - aber kauft Autos! Das Erdöl geht zur Neige - doch eilt zum Autohändler, holt euch Verbrennungsmotoren!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Möglich, dass globale Mobilität auch ohne beträchtliche Umweltbelastungen wirklich werden kann. Wird die Hektik, der Lärm, das enge Gewusel auf den Straßen verschwinden? Werden die monotonen Straßenlindwürmer weniger? Kommt ein wenig Lebensqualität zurück, wenn das Erdöl durch Sonnenkraft ersetzt wird? Oder ist auch dann der Mensch für die Wirtschaft da? Lärmt es hienieden dann nicht trotzdem? Nur dann eben umweltschonender? Nur wer schont den Mensch? Sollte eine Wirtschaft, die die Menschen versorgt und sie nicht quält, nicht tiefer ansetzen, anstatt höher hinauszuwollen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Langsamer&lt;/span&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vieles scheint sich zu wandeln. Kein Atomstrom mehr, dafür erneuerbare Energien. Überhaupt müsse Wirtschaften heute bedeuten, dass man nachhaltig kalkuliert. Wirtschaft im Einklang mit Natur oder Schöpfung, wie es gläubige Menschen nennen. Nur die Zeit, sie soll nicht reformiert werden. Das heißt, dass es keine Zeit mehr gibt, weil keiner mehr Zeit hat, das gilt auch in einer zukünftig erdachten Welt als unabwendbar. Der Fortschritt trieb uns an. Schneller, immer schneller! Und wir trieben uns irgendwann selbst an. Schneller, immer schneller. Time-Management! Der Tag als tabellarisch geführter Stundenplan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Wachstumsdrang trieb uns zur Eile. Wir mussten mehr wachsen als andere. Schnell, schnell, bevor sich andere dort ausbreiten und für uns kein Platz mehr ist. Nun formt sich der Kapitalismus in vollendete Ausbreitung. Wohin soll er noch wachsen? Welche Ressourcen nehmen, um sie an welche Konsumenten verteilen? Die letzten Märkte sind mehr oder minder auch bald gesättigt, wenn man sie überhaupt füttern will. Wozu noch die Eile? Warum noch immer &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Schneller!&lt;/span&gt;, wenn es nun auch langsamer gehen könnte? Bedächtigkeit als ökonomisches Prinzip. Nicht mehr so viel Unternehmen - einfach mal Unterlassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Näher&lt;/span&gt;!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein ruhigeres, bedächtigeres und bescheideneres Wirtschaftssystem, das nur unbescheiden ist bei dem Ziel, den Menschen zu dienen, es benötigt weniger globale Verästelungen. Regionale Kooperationen sind zu leisten imstande, was Lebensqualität zeitigt. Globale Irrfahrten von Gütern sind ineffizient. Alles schweift in die Ferne. Die Wachstumswirtschaft baut für die Ferne Pipelines und Landebahnen und schickt dorthin Soldaten. Wie unabhängig ist eine Wirtschaft, die sich von den Ressourcen ferner Länder abhängig macht? Die Kriege führen muß, um so wie sie ist, überleben zu können?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zeugt es von uneingeschränkter Lebensqualität, wenn wir Fluggelegenheiten installieren und noch weiter ausbauen, um die Ferne zu erobern, jedoch das Umland der eigenen Stadt nicht kennen? Ist das Lebensqualität, wenn uns das Wachstumsdiktat nötigt, junge Menschen in Uniformen zu pressen, damit sie uns Ressourcen und damit ein wenig Wachstum sichern können? Wäre eine Wirtschaft nicht dann näher am Menschen, wenn sie das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Weiter!&lt;/span&gt; durch &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Näher!&lt;/span&gt; ersetzt?&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/tiefer-langsamer-naher.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/82b95894372d4d66b9de92432d727cf3" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-6748761214940065641?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/6748761214940065641/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=6748761214940065641' title='12 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6748761214940065641'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6748761214940065641'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/tiefer-langsamer-naher.html' title='Tiefer, Langsamer, Näher!'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>12</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-2651085157297593008</id><published>2011-11-22T07:15:00.001+01:00</published><updated>2011-11-22T07:20:12.826+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='De auditu'/><title type='text'>De auditu</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Derzeit &lt;a href="http://www.sueddeutsche.de/O5l38d/321794/Japan-verbietet-Verkauf-von-Reis-aus-Fukushima.html"&gt;liest man häufiger&lt;/a&gt; den Slogan, mit dem die japanische Regierung versucht, die Lebensmittel aus dem atomar verseuchten Raum doch schmackhaft zu machen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lasst uns dem Norden helfen, indem wir seine Lebensmittel essen"&lt;/span&gt;, lautet der. Und er vermittelt eine Wir-Front. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lasst uns..."&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"...wir"&lt;/span&gt; - zusammen trotzen wir der unsichtbaren Gefahr, will das wohl sagen; zusammen bewahren wir den Absatzmarkt für Lebensmittel vor den Kollaps. Es soll hier bei &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2008/03/kleines-latinum.html"&gt;de auditu&lt;/a&gt; nicht um die moralische Wertigkeit gehen - der sprachliche Aspekt soll behandelt werden. Mit einem pathetischen &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lasst uns... !"&lt;/span&gt; läßt sich im kommerzialisierten Europa keine Botschaft vermitteln. Das Kollektiv ist, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/B005DEGABG/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=B005DEGABG"&gt;obwohl es täglich regiert&lt;/a&gt;, verpönt und nur das Individuum ist dazu geeignet, Botschaften in sich zu saugen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Wäre dergleichen hier geschehen, müssten in der Folge die Lebensmittel einer bestimmten Region wettbewerbsfähig geworben werden, würde kein Marketingstratege Losungen wie &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lasst uns... !"&lt;/span&gt; oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wir meistern das!"&lt;/span&gt; in die Arena werfen. Der individualistische Europäer mag es zugeschneiderter.&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "Hilf auch Du mit!"&lt;/span&gt; oder &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Steh' auch Du dem Norden bei!"&lt;/span&gt; oder&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "... indem Du seine Lebensmittel isst!"&lt;/span&gt; -  &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Du&lt;/span&gt; ist das Übertragungswörtchen; ohne&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Du&lt;/span&gt; keine Vermittlung. Gleichwohl der Europäer im Kollektiv lebt, obwohl er in Fragen der Musik, Kleidung oder Essgewohnheit einer ausgeprägten Mainstreamkultur nachäfft, erliegt er gerne der Vision, gänzlich individualistisch sozialisiert zu sein. Deshalb waren auch nicht &lt;span style="font-style: italic;"&gt;wir&lt;/span&gt; Deutschland - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Du&lt;/span&gt; warst Deutschland. Aus diesem Grunde werden etwaige Vorteile für das Gemeinwesen nicht erwähnt, sondern auf den Einzelfall verrechnet: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Das lohnt sich auch für Sie!"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Wir-Botschaft der japanischen Losung ist das, was man "am Japaner" besonders schätzt. Sein kollektiver Fatalismus und sein Gemeinschaftssinn, der dem Zeitgeist trotzt. Es ist der im Angesicht Fukushimas so gelobte Stoizismus, der jegliche Panik angeblich unmöglich machte. Und es ist polemisch gesagt die Kernzelle des Kamikaze. Die Aufforderung, dem Norden zu helfen, es ist ein wir-bezogener Slogan, der in den Tod winkt - bei uns geschähe dies individualistischer. Wir gingen im unsichtbaren Nebel der Verstrahlung nicht einig und kollektiviert in den Krebs mittels Nahrungsaufnahme. Jeder ginge für sich selbst in die Metastasierung. Einsam in der Masse - die Sprache verrät es. Das heißt nicht, es wäre Hand in Hand, mit &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Lasst uns zusammen... !"&lt;/span&gt; viel schöner. Es wäre wahrscheinlich auch nicht schlechter. Viele Wege führen nach Tod.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/de-auditu.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/832dc8774a704c528db852181460676b" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-2651085157297593008?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/2651085157297593008/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=2651085157297593008' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2651085157297593008'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2651085157297593008'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/de-auditu.html' title='De auditu'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-5531440975857846275</id><published>2011-11-21T06:40:00.001+01:00</published><updated>2011-11-21T06:42:12.245+01:00</updated><title type='text'>Tödlich lärmende Höhenflüge</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Sie kam, sah und landete zuvor. Sprach hernach einige bereitgelegte Worte, schwadronierte um die &lt;a href="http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Artikel/2011/10/2011-10-21-merkel-eroeffnet-landebahn-frankfurt.html"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"wirtschaftlichen Höhenflüge"&lt;/span&gt;&lt;/a&gt;, die die neue Landebahn des Frankfurter Flughafens einleiten würde und verschwand. Im Lärm bleiben die zurück, die seit Jahren gegen eben diesen Lärm Widerstand leisten und damit auch um ihr Leben kämpfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Tödliche Gefahr&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von 10.000 Einwohnern Nordrhein-Westfalens stirbt nicht mal einer durch einen Verkehrsunfall - aber fast drei Einwohner sterben an den Folgen von Verkehrslärm. &lt;a href="http://www.3sat.de/page/?source=/hitec/157291/index.html"&gt;Diese Studie&lt;/a&gt; mag exemplarisch sein. Lärm ist ein tödlicher Stressor. Das wird in Kauf genommen. Wirtschaftliche Höhenflüge kümmern die Gesellschaft mehr. Filigran ausgetüffelte Maschen verkünden im schönsten Neusprech, dass die an Flughäfen angrenzenden Lärm-Kommunen &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/10/de-dicto_26.html"&gt;Profiteure&lt;/a&gt; sind. Materielle Gewinner natürlich. Keine gesundheitlichen möglicherweise - aber Gesundheit ist eine Größe, mit der die neoliberale Krämergesinnung nicht rechnen kann. Wie addiert man denn Sachkomplexe, die als einzigen Gewinn Wohlbefinden aufweisen. Unpekuniäre Gewinne können nicht verbucht werden. Gesundheit wird ohnehin überbewertet.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Seit Jahrzehnten kämpfen Anrainer-Kommunen gegen die Expansion des Fluglärms. Anwohner gegen Straßenbauprojekte und Schienenplanungen, die sie in die Lärmhölle versetzen sollen. Letztlich bleibt der Gang zum Arzt, der Herzinfarkt, Bluthochdruck und Schlafstörungen diagnostiziert. Während die Unternehmen, die durch die umgesetzten Verkehrsplanungen wider den Anrainer-Interessen, Gewinne einstreichen, sozialisieren sie die Behandlungskosten für die Patienten, die am Wegesrand zurückbleiben. Teuer bezahlte wirtschaftliche Höhenflüge sind das, die die Kanzlerin da in Aussicht stellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Sprachrohre einer dekadenten Ideologie&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Letztlich unterstreicht die Kanzlerin nur, wie sehr sie vom Neoliberalismus gegerbt ist. Die amtierende Staatsideologie arbeitet nach diesem Prinzip. Jede Planung, jedes neue Konzept, jeder Neubau, jede Neuinbetriebnahme, jede Neuanschaffung wird nach unmittelbaren Kosten und direkten Nutzen überprüft, die indirekten Kosten aber, die Schäden an Mensch und Natur - wobei man die Natur noch bewusster schützt als den Menschen! -, die klammert man aus. Es sind ja Sozialkassen da, auf denen sich der private Gewinn ausruhen kann. Deshalb ist alles "wirtschaftlicher Höhenflug", auch wenn er ein gesundheitlicher Untergang ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sprachrohre dieser dekadenten Ideologie, die flugs auf der Bildfläche erscheinen, wenn es etwas einzuweihen gilt, vor den Folgen aber ganz schnell wieder flüchten, müssen sich fragen lassen, ob sie die gewählten Vertreter des Kapitals oder des Volkes sind. Da sie immer dort auftreten, scheint die Antwort ohnedies gegeben. Und sie müssen sich fragen lassen, inwiefern sie nicht nur am Niedergang des Gemeinsinns schuldig sind, den sich als Sprachrohr ihrer Geldgeber, fröhlich tolerieren. Gegen den Widerstand von Anwohnern Lärmbauprojekte feierlich einweihen, die gesundheitliche Gefährdung der Menschen in unmittelbarer Nähe zu ignorieren: Trägt man da als verantwortliche Person in der Politik nicht auch Mitschuld daran, wenn es infarktet und Blut hochdrückt, was letztlich sogar zum Tode führen kann? Knapper gefragt: Macht der neoliberale &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/320376010X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=320376010X"&gt;Profit-Totalitarismus&lt;/a&gt; die Politik nicht gewissermaßen mitschuldig am Tod von Menschen?&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/todlich-larmende-hohenfluge.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/51382c20256c405d94f757dbe007065c" width="1" height="1" alt=""&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-5531440975857846275?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/5531440975857846275/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=5531440975857846275' title='5 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5531440975857846275'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/5531440975857846275'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/todlich-larmende-hohenfluge.html' title='Tödlich lärmende Höhenflüge'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>5</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8664431991005404231</id><published>2011-11-18T08:00:00.002+01:00</published><updated>2011-11-18T08:04:40.511+01:00</updated><title type='text'>Die Gnade des frühen Kreuzes</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Früh gstorben bin ich. Das war mein Massel. Dreißig bin ich gworden. Vielleicht auch Dreiunddreißig. Genau weiß ichs nicht, wir haben früher nicht so gezählt. War nicht wichtig. An alter Mann war ich noch nicht. Ich habe gsagt, ich bin früh gstorben. Das stimmt so nicht. Ich bin da a bissel in a Schlamassel geraten damals. Dem Kaiser sein Statthalter, ein dünkeliger Schmock war der, hat mich verurteilt. Getötet haben die mich dann. Mit Dreißig oder Dreiunddreißig. Aber des war mein Massel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war a bissel a Revoluzzer damals. In Tempel bin ich gangen und hab mich mit den werten Herrn da gestritten. Habe gsagt, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nichts schachern mehr!&lt;/span&gt;, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nichts wuchern mehr!&lt;/span&gt;, wir sind im Haus vom Herrn. Die werten Herrn haben nur gelacht. Doß sie den Tinnef lassen, hab ich sie beten und hab noch allerlei Kibez gmacht. Machen Sie net a Räuberhöhle daraus, hab ich gsagt. Dann hat es gegeben an riesigen Bohai. Ich hab gekriegt Bammel, hab aber so gmacht, als hätt ich kein bissel Angst und hab denen ihre Tische umgeworfen. Ich hab es nur versucht, da bin ich ehrlich. Die waren zu schwer, ich konnt sie nicht umkippen, war schwach wie a dünnes Mejdele, was nicht komisch is, nach der langen Wanderschaft. Ihr habt später mehr aus mir... an kräftigen Bub habt ihr aus mir gmacht. Die werten Herrn sind trotzdem bös worden, weil sie ihre Gewinne in Gefahr gsehen ham.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Damals wollt ich nur Gerechtigkeit machen. Die Welt war schlecht. Die jüdischen Obergelehrten ihr Religion war unmenschlich. Ich hab damals gsagt, doß sie unjüdisch ist. Später habt ihr Nachkommenden erzählt, ich hätt gsagt, doß sie unmenschlich gwesen wär. Ihr wolltet damit ja um die Erde, mit meinem Namen und mit an Glauben, den ich nie auch nur gemoischelet hab. Finde ich aber gut, hört sich besser an und ist es auch. Ein bessere Welt. Was wäre da schlecht an ein bessere Welt, hab ich mich gfragt. Haben später viele sich auch und sind dann geendet, wie ich geendet hab. Früh gstorben. Früh gestorben wordn. Aber das war mein Massel, ich hab es schon gsagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war noch jung, im Alter von Revoluzzern. Später sind viele kommen, die worn mit Dreißig oder Dreiundreißig noch meschugge genug, an Revoluzzer zu machen. Protestierten, haben Tische umgworfen - die hatten vielleicht mehr Kraft als ich Bürschele damals -, warfen mit Eier auf Unrecht, ham Ungehorsam gmacht. A Paar haben ihre Feinde auch küsst; liebet eure Feinde, habt ihr mir in den Mund glegt. Das gfällt mir so gut, doß ich es gsagt haben könnt. Ich hab nicht mal alle meine Freund' gliebt. Doß man seine Feind' lieben soll, ich hab das nie baldowert. So romantisch sind wir damals nicht gwesen. Reicht nicht ein Finger abzuschneidn, wenn des Recht eigentlich zwej vorsieht, hab ich mal gfragt. Des hab ich unter Güte, des hab ich unter Liebe verstanden. Den Bobkess hat nur niemand aufgeschrieben. Mit Dreißig oder Dreiunddreißig hat ma noch Ideale ghobt. Aber als alter Mann oder alter Froj war es aus mit Revoluzzern. Sie kauften sich an kessen Anzug und gingen in Beruf. Ich hab Massel ghabt. Ich wär kein guter Zimmermann gwesen. Im Zimmermann wäre ich niemals aufgangen. Nie! Und ich hab a großes Massel ghabt, weil niemand hätte meinen Namen noch gwusst, wenn ich aus dem Revoluzzeralter herausgfallen wär.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachdem mich die römische Mischpoke gerichtet hat, haben die Leut mein Revolutionsgeist und meinen Widerwillen gegen die weltliche Macht in die Welt tragn. Bis die selbst weltliche Macht gwordn sind. Wenn ich später mir an Anzug gkauft hätt, wär Ethikkommissär der römischen Legion gwordn, glauben Sie, man hätt mein Namen je in die Welt tragn? Ich glaub das nicht! Wenn die gsagt hätten, der Revoluzzer hat dies und das gesagt und nun ist er dabei, den Legionen vom Kaiser zu zeigen, wie man Leut ethischer umbringt, dann hätten die den Botschaftern von meiner Lehre gsagt, doß die Kohl redn. Zurecht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Fünfunddreißig... oder sag ich es anders: hätt mich dem Kaiser sein Angestellter nicht hinrichten lassen, hätt er mir nur eine kleine Straf geben, gut möglich, doß ich nachdacht hätt und mir gesagt hätt, jetzt wird es zu heiß, jetzt musst ans Weiterleben denken, wo man niemand auf die Füß tritt. Schon meine Bobe hat immer ihr Finger ghoben und hat gsagt, Bubele, hat se gsagt, de Welt ist schlecht, du kannstse nur ändern, wenn du ihre Spielregeln spielst. Es gibt kein Wahl, kein Alternative, wie ihr bei euch heut sagt. Mit Dreiunddreißig hab ich das noch nicht gsehn; nach Läuterung hätt ich es begriffen. Ich hätt dann Beamter werdn können oder Zöllner. Gsucht haben die damals ja immer einen, der für sie Münzen einsammelt. Ich hätt dann gebn, was des Kaisers ist und hätt gsagt, doß des was dem Herrn ist, die Sach von den Gelehrten bleibn muß. Und ich hätt mich dann moischelnd für Reformgelehrte ausgsprochen, die nichts verändert hätten, dafür alles a bissel anders, a bissel menschlicher erklärt, damit es wieder jüdischer oder menschlicher zugeht in der Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich aber meine Ansichten treu bliebn wär, dann wär ich kein Beamter worden. Ich hätt was gmacht, was meine Kompetenzen gwesen wärn. Ethischer Kommissär eben - oder ich hätt denen, die gleich ans Kreuz gnagelt worden wärn, a bissel die Angst gnommen, hätt gesagt, doß alles gut wird werden - oder ich wär Präfektor für Nächstenliebe gwordn. Vielleicht auch nicht, weil die Nächsten hab ich auch nicht immer lieb ghabt. Ich wär dann meine Anschauungen treu bliebn. Hätt mich noch im Spiegel, den ich nie ghabt hab, anschauen können. Mein Weib hätt sagen können, doß sie stolz ist auf sein Mann, weil der niemand besebeln muß in seim Fron. Den guten Mann von Nazaret hätten mich die Leut gheißen, an Kügel mir zu Ehren hättense backen. Aber keiner wär in die Welt raus und hätt von mir erzählt. Von mir, dem Kommissär oder dem Tröster der zum Kreuze Verurteilten. Die hätten gsagt, der Mann von dem ihr da redet, der meint es bestimmt ganz gut, aber der kriecht den Besatzern doch auch nur in dene ihrn farkakte Arsch. Nie wär ich auch nur a bissel koscher genug gwesen, damit ich Gründer von a neuer Religion gewesen wär. Was ich nicht wollt, aber mich hat keiner gfragt. An Arschkriecher hättens mich genannt - und Arschkriecher wär ich auch gwesen. Auch wenn ich es gut gmeint hätt, ich wär nimmer der gwesen, der ich war, als die mich unter Wimmern und Heulen ans Holz gschlagen ham.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Gnade ist es gwesen, doß ich so früh gstorben worden bin. Damals hab ich das noch nicht gsehen. Später erst! Die meisten Leut müssten früh sterben, dann wärn sie Heilige. Dann sind sie noch jung gnug, um für Ideale in Tod zu gehn. Da gehn die manchmal für jeden Schamass in Tod. Gibt bei euch, in eurer Zeit auch solche, die Helden gwordn wärn, wenn sie nicht die Vierzig überschritten hättn. Ich kann keine Namen nennen, weil ich keine weiß. Woher auch? Bin ich vielleicht a Gott oder was, einer der alles sieht? Aber ich kanns mir denken, doß es auch bei euch solche Leut gibt. Mit Dreißig Protest, mit Dreiunddreißig entweder langsam ans Kreuz oder doch zu Kreuze kriechen - und mit Vierzig sitzens dann auf der Seitn von der Macht. Mit Fünfzig a kesser Anzug über den Leib gworfn und in an Senat marschiert und spöttisch grinsen, wenn man a bissel von früher was fragt. Jede Zeit hat solche Leut. Aber ihr habt kein Kreuz mehr, wo ihr junge soziale Leut, wie ihr die nennt, anbringt. Deswegen habt ihr kein Heiligen mehr...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/die-gnade-des-fruhen-kreuzes.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/6b8e4d35af16497e8fe6592ebd5f8540" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8664431991005404231?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8664431991005404231/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8664431991005404231' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8664431991005404231'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8664431991005404231'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/die-gnade-des-fruhen-kreuzes.html' title='Die Gnade des frühen Kreuzes'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-786902521048814034</id><published>2011-11-17T07:35:00.003+01:00</published><updated>2011-11-17T09:08:22.260+01:00</updated><title type='text'>Taktlose Empörung</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Mächtig empört ist die deutsche Medienlandschaft. Stramm rechtskonservativ ist sie zu großen Teilen. Aber rechts nie und nimmer. Deshalb werden die NSU-Totenkopfbrigaden natürlich verabscheut. Das gehört sich so. Man hat ein Image zu verteidigen. Das Image eines Deutschland, das gelernt hat aus seiner Vergangenheit. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nazi-Bestien! &lt;/span&gt;titulieren sie. Wobei fraglich ist, wie zielführend es ist, Schwerkriminelle zu Bestien zu machen - Bestien können nichts für ihr Tun, sie folgen nur ihrem Naturell. Einem Tiger kann man nicht mit Moral kommen, wenn er seinem Jagdtrieb folgt. Einer Bestie gleichsam nicht. Wer von Bestien spricht, wenn er Menschen meint, entbindet von Verantwortung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir schon bei Worten sind. Was ist das eigentlich für eine feine Medienart, die einerseits schrecklich empört ist ob der Morde, die aber andererseits das gewaltsam erwirkte Ableben von zehn Menschen, neun davon mit sogenanntem Migrationshintergrund, als Döner-Mordserie bezeichnet? Das &lt;a href="http://www.dtjw.de/deutsch/home.php"&gt;Deutsch-Türkische Jugendwerk&lt;/a&gt; (dtjw) schrieb dazu in seiner Pressemitteilung, dass es&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "den Raubmord, den Sexualmord, den Serienmord"&lt;/span&gt; gäbe, der "Döner-Mord" aber sei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"systematische Diskriminierung"&lt;/span&gt;. Weiter erklärt das dtjw:&lt;span style="font-style: italic;"&gt; "Worthülsen und sinnentleerte Neologismen sollen Ängste und Phantasien über düstere Machenschaften in nicht greifbaren Parallelwelten bedienen. Wenn die Mordopfer 'Ausländer' sind, kann man diese Morde unter 'Döner-Morde' zusammenfassen. Leichtfertig, jenseits von jeglicher Sensibilität und ohne einen Hauch von Taktgefühl."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Die SoKo Bosporus, ein Begriff, der von den Medien ohne jegliche Prüfung übernommen wurde, soll nun ermitteln. Die Morde geschahen aber nicht am Bosporus, wie auch das dtjw festhielt. Überhaupt müsste man mal nachfragen, ob die Opfer ursprünglich vom Bosporus kamen. Bosporus, das klingt so, als habe man es mit einer Sonderkommission zu tun, die das Treiben einer Migrantenmafia aufdecken soll. Waten im türkischen Untergrund. Der Untergrund war aber deutsch und nannte sich selbst nationalsozialistisch. Die Mörder waren ganz besonders stolze Deutsche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieselbe Gruppierung, die die zehn Kleinunternehmer umbrachte, tötete auch eine Polizistin. Diese ist aber nicht Opfer der Döner-Mordserie. Das wird gesondert verbucht. Etwas mehr Respekt für eine deutsche Beamtin! Zu lesen war auch, dass es eine Mordliste gab. Einige halbprominente Namen waren darauf gestanden. Ein Christsozialer namens Uhl und der etwas bekanntere Grüne Montag. Wären sie Opfer des Totenkopfverbandes geworden, hätte man sie dann etwa auch zu den Döner-Ermordeten gezählt? Wohl kaum, darf man annehmen. Selbst in dieser Lage, da die Unkenrufe der Islamophoben sich ins Gegenteil verkehrt haben, da also nicht die Lebensgefahr von Muslimen herrührt, sondern diese in solche gebracht werden, kein Fünkchen von Respekt. Und schon gar kein Antrieb zur Integration. Nicht mal Getötete integriert man posthum, macht sie auch terminologisch zu "respektablen Opfern". Da sind deren Opfer und dort sind unsere Opfer, liest man aus diesem Sprachgebrauch heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da kann man noch so empört berichten. An den Worten liest man sehr wohl ab, dass man sich nicht mal mit toten Migranten und deren Hinterbliebenen solidarisiert. Man ist natürlich geschockt. Es ist ja auch schade, dass man da nützliche Dönerverkäufer tötete. Schade, wirklich. Wieder ein Döner ermordet. Ob das wohl auch die Wortwahl der Scharführer der NSU war, wenn sie planten, wieder einen Türken zu töten? Hätte man eine fiktive Mordserie an Deutschen, die in der Türkei geschehen wäre, nur mal als Schweinebraten- oder Sauerkraut-Massaker thematisiert...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/taktlose-emporung.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/df4393b4369c4f4282c10b1c1446d45a" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-786902521048814034?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/786902521048814034/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=786902521048814034' title='31 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/786902521048814034'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/786902521048814034'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/taktlose-emporung.html' title='Taktlose Empörung'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>31</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-3204007449135360334</id><published>2011-11-16T19:45:00.000+01:00</published><updated>2011-11-16T19:48:50.311+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Venia verbo'/><title type='text'>Sit venia verbo</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Viele Leute meinen, dass sie denken, während sie doch nur dabei sind, ihre Vorurteile neu zu arrangieren."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/0486203816/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=0486203816"&gt;William James&lt;/a&gt; -&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-3204007449135360334?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3204007449135360334'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/3204007449135360334'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/sit-venia-verbo.html' title='Sit venia verbo'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-720405499102399181</id><published>2011-11-15T07:25:00.001+01:00</published><updated>2011-11-15T07:26:56.703+01:00</updated><title type='text'>Ansichten eines Terroristenfreundes</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt; Als ich vergangene Woche auf die &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/facie-prima.html"&gt;mediale Darstellung von Terroristen&lt;/a&gt; zu sprechen kam, klinkten sich rasch einige Typen ein, die meinten, mich zum Freund des Terrorismus entwerten zu müssen. Wer nun glaubt, hier folgt ein infolgedessen erzwungenes Bekenntnis, wonach ich mit Terror nichts am Hut habe, soll sich geirrt haben. Wer dies falsch verstehen will, der verstehe es falsch. Weshalb sollte ich auch Abbitte leisten? Wo habe ich je etwas behauptet, was mich zum &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"intellektuellen Helfershelfer des Terrors"&lt;/span&gt; gemacht hätte, wie man das vor einigen Jahrzehnten noch so galant formulierte? Ebendies war die "Doktorwürde", die man Heinrich Böll verlieh, weil er sich kritisch gegen die richtete, die die verbrecherische Gewalt des Deutschen Herbst dazu nutzten, um den Rechtsstaat aufzudröseln. So gesehen: beste Gesellschaft für mich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Emotion, nicht Ratio&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wer denkt eigentlich an die Opfer?&lt;/span&gt; Man kann nicht leugnen, dass viele Opfer von Gewalttaten, auf sich alleine gestellt sich. Das ist ein gesellschaftliches, wahrscheinlich auch ein sozialstaatliches Problem. In einem Diskurs aber, der sich mit den juristischen Veränderungen, beziehungsweise mit dem, was einigen Veränderern und "Modernisierern" des Rechtsstaates so alles vorschwebt (Stichwort: Feindstrafrecht), hat dieser "Opferdialog" allerdings wenig zu tun. Es wird denen, die eine rückschrittliche Judikative anprangern, die glauben, dass die Modifikation der Rechtssprechung, indem man die terroristische Gefahr zu einem Mythos macht, dem der bereits installierte Rechtsstaat angeblich niemals Herr werden kann... es wird denen, die kritisieren, dass dieses Gedankenspiel des "präventiven Rechtsstaates" auch dazu führen wird, die Rechtspraxis generell, das heißt: gegen jeden angewandt, zu lockern... es wird denen, die glauben, dass ausgerechnet rationales Handeln zu Gericht etwas ist, was als verteidigenswertes Gut einzustufen ist... es wird denen durch Emotion, durch Opferdiskurs unmöglich gemacht, Gehör zu finden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man beanstandet, wie Terrorverdächtige - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Verdächtige!&lt;/span&gt; - in Lager gehalten werden, ohne juristische Inanspruchnahme - und was hört man? &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Aber die Opfer!&lt;/span&gt; Kritik an der Diabolisierung des Terroristen, man will verstehen, woher er kommt und ob zum Terrorismus nicht immer auch zwei Seiten gehören - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Und was ist mit den Opfern?&lt;/span&gt; Man fragt nach der Menschenwürde, wenn es zu Inhaftierungen kommt, die kein Vollzugsziel kennen - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Denken Sie eigentlich jemals an die Opfer?&lt;/span&gt; Man argumentiert, dass das gängige bürgerliche Recht völlig ausreicht, um terroristische Verbrecher zu bestrafen - &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Was sollen die Opfer dabei denken?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese totale "Opferkultur", die wohlgemerkt an anderer Stelle ohne Zweifel Berechtigung hat, sie emotionalisiert eine Debatte, die möglichst trocken, möglichst gefühllos geführt werden sollte. Opfer zu instrumentalisieren, um die Debatte abzuwürgen - das ist infam! Der bürgerliche Rechtsstaat, der über ausreichend Mittel verfügt, Gewalttaten zu ahnden, ist keine emotionale Einrichtung. Wäre Judikative eine Angelegenheit, die hysterisch und emotional bestritten werden sollte, würde sie nicht im Gerichtsaal, sondern in einer Arena stattfinden. Emotionsbeladenes Rachegefühl ist nicht die Grundlage der Rechtssprechung - es geht um Sühne, Wiedergutmachung und Resozialisierung. Es geht auch darum, dass im Namen des Volkes einer verfügt, dass das begangene Unrecht im Namen der Gesellschaft bestraft wird - das Opfer ist somit nicht alleine, wie es oft lapidar heißt, denn die Gesellschaft hat &lt;span style="font-style: italic;"&gt;in corpore&lt;/span&gt; des Richters Strafe verhängt. Zugegeben, das ist sehr theoretisch, aber Ausdruck dessen, dass das Opfer kein Anrecht auf Rache hat, sondern auf Anerkennung seines Rechts und auf Sanktionierung desjenigen, der den Schaden verursacht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Rache, nicht Recht&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In den Debatten, die sich immer dann entwickeln, wenn man die Phantasien der Sicherheitspolitiker im Bezug auf Terrorismus kritisiert, wenn man Partei für den Terrorismus ergreift, wie es einige geistig kurz angebundene Eiferer benennen, kommt relativ schnell zum Vorschein, dass es nicht um Rechtssprechung im modernen Sinne geht. Stattdessen ist Rache das Motiv. Vollzugsziele schließt der öffentliche Diskurs bei Gewalttätern bestimmter Fasson aus. Sexualstraftäter und Terroristen sind das beliebteste Ziel für gesellschaftliche Rachegelüste. Die Justiz wird als marode und malad beschrieben, um der Rache freie Bahn zu schaffen. Heutzutage würde man jeden Mörder verteidigen und auf seine Menschenwürde mehr schauen, als auf die von Opfern oder potenziellen Opfern, liest man häufig. Und die Richter spielten dieses Spiel mit - gewissenlos, skrupellos, ohne Schamgefühl. Das ist freilich ein Konstrukt, um der Rachsucht in die Schuhe zu verhelfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man wähnt sich als besonders rechtsstaatlich motiviert, wenn man bei Kundgebungen &lt;a href="http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2011/10/was-fehlt-sind-heugabeln-und-fackeln.html"&gt;aufgebrachter Eltern&lt;/a&gt; mitmarschiert und dabei zum Ausdruck bringt, dass Todesstrafe gegen Sexualstraftäter nicht schlecht, wenigstens aber eine Haft bis zum Tode unbedingt sinnvoll sei. All das verstößt gegen die Auffassungen, die den modernen Rechtsstaat eigentlich ausmachen. Das ist nicht aufgeklärt - es ist reaktionär; es ist nicht zukunftsweisend - es ist der Marsch zurück in eine Rechtspraxis, die Rache zum Gebot des Strafmaßes machte. In &lt;a style="font-style: italic;" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518387715/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3518387715"&gt;"Überwachen und Strafen"&lt;/a&gt; beschreibt Michel Foucault stichhaltig den Wandel zu einer Strafpraxis, die erziehen und integrieren wollte, die dem Täter eine weitere Chance einräumte. Vielleicht müsste ein futuristischer Soziologe, blickte er aus einem fernen Jahrhundert auf uns zurück, den Rückschritt ins Mittelalter erläutern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Verfluchen, nicht Verstehen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der schlimmste Fehler, den man in der Debatte machen kann: verstehen zu wollen, warum der Terrorismus gedeiht. Es ist ja kein Geheimnis, dass Terrorismus - wie nichts auf dieser Welt - nicht im Niemandsland entsteht. Niemand wacht morgens auf und beschließt, ein bisschen auf Terror zu machen. Es bedarf einiger Voraussetzungen. Basken und Iren lebten nicht mit dem Terror, weil sie besonders sturköpfige Völker wären, wie man das zuweilen lesen musste - gerade so, als sei Sturheit und Borniertheit der Einstieg zur terroristischen Gewalt. Und Moslems sind nicht per se radikal und gewaltbereit. Was also begünstigt den Terrorismus? Und sind die Gesellschaften, die unter ihm leiden - und sei es auch nur psychisch, weil sie sich in Hysterie begeben -, nicht nur Geschädigte, sondern auch Ursache? Ist Terrorismus damit nicht auch eine blutige und zu verurteilende &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/04/die-kommunikation-des-terrors.html"&gt;Kommunikationsstrategie&lt;/a&gt;, wenn man ihn nüchtern unter kommunikationstheoretischen Gesichtspunkten betrachtet?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verstehen zu wollen ist Sünde. Auch hier also Mittelalter! Damals waren es die biologischen oder kosmischen Abläufe, die man unverstanden lassen wollte - heute sind es soziologische oder historische Kontexte, die unangetastet bleiben sollten. Den Terrorismus verstehen zu wollen, wird als Rechtfertigung des Terrorismus gedeutet - Anti-Terror-Gesetze unter die Lupe zu nehmen, heißt Terroristen zu schützen - die Rolle der Wirtschaft und Politik westlicher Prägung zu hinterfragen, ihnen etwaige Mitverantwortlichkeit für terroristische Gesinnungen zu erteilen, versteht man ganz schnell als Legitimitätserklärung des Terrorismus. Zudem nenne man die Debatte niemals hysterisch - dies zu benennen wird mit dem Attribut "Terroristenfreund" belohnt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verflucht sollen sie werden, nicht verstanden. Rache ist der Antrieb, den man von der Justiz verlangt - Verfluchung ohne explizites Verstehen: das ist die Grundvoraussetzung hierzu. Nur gegenüber jemanden, den man nicht versteht, kann man rachsüchtig sein wollen. Verstehen bedeutet Nachdenken bedeutet Differenzieren bedeutet: dem Feind menschliche Züge zu verleihen. Der Feind wird somit zum Täter - zum Menschen, der gegen das Gesetz verstoßen hat, der aber dennoch unveräußerliche Rechte besitzt. Sicher steht aber auch dann am Ende die Strafe - aber sie würde unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten entstehen. Ohne Emotion, ohne Hysterie, ohne blanke Rachsucht. Doch genau davor scheut man zurück, so wie einst die Kirche scheute, dass der Mensch verstehe, er sei nur eine "biologische Maschine" - der ins Transzendente verfeinerte menschliche Körper, ausgestattet mit einer Seele durch Gott, er wäre zur ollen Kamelle geworden, schließlich hätte man keine Seele gefunden. Der Terrorist als Feind ohne Rechte, den man mit allen niederen Instinkten begegnen darf im Angesicht der Justiz, er würde zur ollen Kamelle, wenn man ihn im berechtigten Eifer, ihn zu strafen, auch noch verstehen wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei jeder Gerichtsverhandlung ist das Motiv des Täters relevant - ein gewissenhafter Richter will wissen, was einen Räuber oder einen Mörder aus Habgier zur Tat verleitete. Die Strafzumessung hängt wesentlich auch vom Beweggrund ab. Mancher Grund macht die Tat besonders strafwürdig, andere Gründe strafmildern. Den Täter oder Tatverdächtigen - noch ist die Person, die angeklagt vor Gericht steht, ja nur verdächtigt - zu verstehen, das gehört mit ins richterliche Repertoire. Die Öffentlichkeit, die rigoros bestimmten Tatverdächtigen fundamentale Menschenrechte aberkennen möchte, will nicht verstehen. Sie tilgt diesen Punkt der Analyse. Sie nennt solche Gedankengänge intellektuell und arrogant, sie glaubt diese weltfremd und enthoben. Das Verstehen wird durch Aktionismus behoben - gleich zur Rache schreiten, ohne auch nur die Triebfedern benannt zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Hysterie, nicht Gelassenheit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Publiziert man Kritik am Umgang mit der Randerscheinung des Terrorismus, macht man dessen Aufbauschung präsent, die tragischen Folgen, die dessen Bekämpfung für uns alle hatten und haben werden, so stößt man auf hysterische Szenarien. Wie könne man Partei für Menschen ergreifen, bekommt man um die Ohren gehauen, die Züge entgleisen lassen und Bahnhöfe in die Luft sprengen. Nachfragen, welche Züge und Bahnhöfe denn so ein bitteres Ende nahmen, werden als rhetorische Fallstricke diffamiert. Die Hysterie ist so fest verankert in manchem Kopf, dass dem mit ausgewogener Analyse nicht mehr beizukommen ist. Die Debatte um den Terrorismus gründet vielleicht zu fünf Prozent auf realen Gegebenheiten - der Rest ist Szenario, Möglichkeit; etwas, was ausmalbar ist, wenn man bloß genug Phantasie besitzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gesellt man sich nicht mit in Hysterie, wird man für Hysteriker verdächtig. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wieso bleibt der so gelassen?&lt;/span&gt;, fragen sie sich. Denn gelassen können in einem solchen Szenario nur die sein, die es diktieren - Terroristen also. Gelassenheit ist die vermeintliche Tugend derer, die etwas zu verbergen haben. Hysterie wird plötzlich zur Frage der Vernunft. Vernünftige Menschen verlieren den Kopf, ist die ungesagte Wahrheit. Wer es nicht tut, wer kühl begutachtet, gelassen verstehen will, nicht hysterisch auf Rache sinnt oder emotional überreagiert, der ist nicht ganz koscher. Vielleicht kein Terrorist - aber einer, der sich vielleicht die Hände reibt, wenn es mal kracht. Ein Freund und geistiger Helfer der Terroristen. Damals forderte man die Isolierung Heinrich Bölls und Peter Brückners - genau aus dieser Denkweise heraus rührte diese hanebüchene Forderung. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Macht die mundtot, die nicht hysterisch sind wie wir!&lt;/span&gt;, war die Parole.Und sie ist es heute wieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Terror, nicht Terrorismus&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was entsteht ist ein Klima des Terrors. Nicht erzeugt von Terroristen, sondern von Politikern, Presseleuten, auch Wirtschaftsdelegierten und natürlich unbedarften Bürgern. Sie verüben den Terror gegen sich selbst und gegen andere; sie werfen Brandsätze auf das gesellschaftliche Klima und ersticken die Opposition. Man braucht kein Anti-Terror-Gesetz gegen Terroristen - die sind Randerscheinung, nicht organisiert, nicht bestückt mit technologischen Waffen oder dergleichen. Immerhin mussten einige Terroristen vor zehn Jahren ein Flugzeug mit Teppichmessern kapern. Man benötigte eigentlich ein Anti-Terror-Gesetz gegen jene, die ein solches Klima des Gesinnungsterrors anfachen. Der Kampf gegen den Terror hat in den Köpfen derer zu beginnen, die ohne Reflektierung der terroristischen Angst erliegen. Gegen den Terror zu sein, hat für jene, die einen offenen und tabulosen Diskurs fordern, eine ganz andere Bedeutung. Es bedeutet nämlich: endlich vom Terror der Hohlköpfe bewahrt zu werden, die einen der Einfachheit halber zum Freund des Terrorismus ernennen wollen...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/ansichten-eines-terroristenfreundes.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/cc27541c2dfa4217bb8cb5e0bdca9a96" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-720405499102399181?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/720405499102399181/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=720405499102399181' title='17 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/720405499102399181'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/720405499102399181'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/ansichten-eines-terroristenfreundes.html' title='Ansichten eines Terroristenfreundes'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>17</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-2337459800906370764</id><published>2011-11-14T11:30:00.001+01:00</published><updated>2011-11-14T11:33:56.763+01:00</updated><title type='text'>Terror, den sie nicht meinten</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Seit Jahren das Credo der Innenminister: der linke Terror schwillt an, der rechte bleibe konstant oder ist rückläufig. &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/10/de-auditu.html"&gt;Rechts gab es auch keinen Terror&lt;/a&gt;, es gab Extremismus. Als neulich das Berliner Bahnnetz Ziel fleißiger Bombenbastler war, schien bestätigt, dass links der Terror gedeihe. Man hob linken Terror und rechten Extremismus auf eine Stufe. Die Familienministerin, früher passionierte Gleichstellungsbeauftragte in Sachen links- wie rechtsextremistisch, tat sich da einst besonders rühmlich hervor. In Berlin brannten Autos - linker Terror, der die Republik im Griff habe. Man leugnete nicht, dass es am rechten Rand radikale Grüppchen gäbe, aber alles in allem habe man die im Griff.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Dem Mythos geschuldete Nicht-Berücksichtigung?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Mythos der linksterroristischen Gefahr benötigte rechtsextremistischen Rückgang. Man musste Prioritäten setzen, um die Republik vor linken Gedankengut zu schützen. Unbequeme Fragen und Ansichten zur sozialen Schieflage mussten diskreditiert werden. Wurden hierfür mit den Sachbeschädigungen einiger hoffnungsloser Fälle in Verbindung gebracht. Der Verfassungsschutz sollte die schlechte soziale Verfassung schützen - ungemütliche Fragen, die man dem linken Spektrum zugesellen konnte, sollten hierzu in Misskredit geraten. Rechts drüben nichts Neues, parolierten die Institutionen. Verfassungsschutz und Innenminister wurde nicht müde, am rechten Rand Windstille bis Abflauen zu verkünden.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Nun kristallisiert sich ein Netzwerk rechtsterroristischer Mörder heraus, eine BAF, Braune Armee Fraktion, die seit Jahren ihr Unwesen treibt. Jetzt läßt es sich eben nicht mehr verstecken. Die Mordserie, die offiziell als &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mordserie Bosporus&lt;/span&gt;, in der Presse abschätzig als Döner-Morde bezeichnet werden, wurden bereits mehrmals bei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Aktenzeichen XY&lt;/span&gt; thematisiert. Einige Fälle wurden im Laufe der Jahre präsentiert - dass die Morde zusammenhängen, wusste man schon damals. Man gestaltete es aber so, dass man sie als innertürkische Angelegenheit abtat - Türkenmafia oder dergleichen. Einen rechten Hintergrund wollten die Behörden jedenfalls nicht herausfiltern. Ohne so einen Hintergrund war es bequemer - und es passte vermutlich ins innenministeriale Konzept, den rechten Terrorismus zu verharmlosen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muß sich gründlich fragen, ob die ermittelnden Behörden geschlampt haben oder ob das Innenministerium mitsamt Kläffer an der Front, Minister des Inneren genannt, nicht reges Interesse daran hatte, solcherlei Fälle zu entwerten, um sie dem Konzept "Forcierung angeblich linken Terrors" nicht in die Quere zu werfen. Helfershelfer des Terrors? Es wäre infam zu behaupten, das Innenministerium würde Terrorismus dulden. Aber ihn kleinhalten, unter den Teppich kehren, um ihn kein Spektakel machen: das hat es schon getan. Gezielt vielleicht; möglicherweise auch arglos - in jedem Fall nach ideologischem Kodex, wonach das Linke der Terror der Zukunft ist, nicht das Rechte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Dem Mythos nachrennende Presse&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eskortiert wurden die Verlautbarungen rechts-konservativer Politiker von Journalisten, die die Thesen des terroristischen Linksrucks ins Land trugen. Die bemühen sich nun natürlich, nach bester Wissens- und Gewissenslosigkeit, aus der Affäre zu stehlen. Entrüstet sind sie wegen der BAF. Der öffentliche Diskurs, den wir seit Jahren haben, muß sich fragen lassen, wie realitätsfremd er eigentlich betrieben wurde. Als in Norwegen ein Massenmörder umging, riefen die Medien und erste aufgestachelte Politiker, man müsse den Islamismus stoppen. Letztlich sah man, dass es das Gegenteil des Islamisten war, der da tötete - ein fanatischer Rechter. Dauernd warnte man vor dem Terror, der entweder von Radikallinken oder, und das war die viel größere Befürchtung, von Islamisten ins Land gebracht würde. Dabei wütete der Terror schon unmerklich im Lande, traf aber meist nur Türken, womit man das Problem marginalisierte. Terror war schon Alltag - und der wurde nicht von Islamisten, sondern vom Gegenteil des Islamisten begangen, vom fanatischen Rechten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Ratifizierer des Mordens&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und wollen wir im Angesicht dieser neuen Dimension stillen Terrors gegen türkische Kleinunternehmer oder türkische Konsumenten auch mal über die Rolle der Broders und Sarrazins beraten? Beide mögen schon zu Anfangszeiten des Nationalsozialistischen Untergrunds gewütet haben - dann aber relativ beschränkt. Broder war damals schon begrifflich - Sarrazin nur ein Geheimtipp. Sie sind keine geistigen Vorbereiter. Aber was mag mancher in den Mordbrigaden der NSU an Bestätigung erfahren haben, als er Sarrazins Tiraden und Broders Feindseligkeiten gegen türkische Mitbürger lesen durfte? Nicht Vorbereiter - ganz sicher nicht. Aber Bestätiger und Ratifizierer, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"intellektueller Helfershelfer des Terrors"&lt;/span&gt;, um eine beliebte Floskel aus dem Deutschen Herbst zu gebrauchen. Keiner von denen rief zum Mord auf. So fair muß man schon sein. Aber den muslimischen Menschen lächerlich gemacht, entmenschlicht, verfremdet und zu einem Mensch zweiter Klasse, früher hätte man ungeniert vom Untermenschen geschwafelt, gemacht: das haben sie durchaus. Sie haben damit auch das Geschäft der NSU intellektuell beschönigt. Unwissentlich! Aber doch. Man sollte mal im Bestand dieser Mordbrigaden fischen. Wer weiß, vielleicht finden sich dort Elaborate dieser Herrn. Und ob beide wohl nun bibbern, es möge kein Buch, ja nicht einmal ein Satz von ihnen dort auffindbar sein?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sarrazin spottete über die Erwerbstätigkeit hier lebender Türken. Wer brauche denn endlose Gemüseläden und Dönerbuden, fragte er mal provokativ. Die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mordserie Bosporus&lt;/span&gt; hat genau diese Klientel zum Opfer. Allesamt waren sie kleine Selfmade-Unternehmer. Was mögen die Mörder der NSU gedacht haben, als sie lasen, dass dieser Herr genau jene anfeindet, die zu ihrem Raster passten? Was dachten sie wohl, als sie lasen, dass die öffentliche Debatte diesem "Helden der schweigenden Mehrheit" allen Respekt anerkannte? Springer und die Springerstiefel - das gehört damit nicht nur terminologisch zueinander. Die Rolle jener Tageszeitung ist in dieser Frage nicht ambivalent. Sie ist eindeutig! Sie hat Sarrazin zu einen Messias gekürt, der endlich ausspreche, was alle denken: dass nämlich Türken und Araber irgendwie anders, irgendwie schlechter, irgendwie dümmer und rückständiger seien. Sie schrieben nicht: Daher tötet sie! Aber die NSU mag sich gedacht haben, dass es um solche "menschenähnliche Wesen" nicht besonders schade sei. Wenn doch selbst die Presse nicht viel von diesen Gestalten hält...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;In Erwartung terroristischer Anschläge...&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist eine Farce. Da veranstalten die letzten Regierungen und Ministerien mitsamt ihren Schreiberpersonal seit Jahren ein Mordsspektakel. Der islamistische Terrorismus bedrohe uns schrecklich. Hierfür wurden &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423346027/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3423346027"&gt;Freiheitsrechte eingeschränkt&lt;/a&gt; und die Privatsphäre der Bürger zum Allgemeingut. Jeder vergessene Koffer am Bahnhof wird zum Ereignis für Sondereinsatzkommandos und Nachrichtensender. Hysterie an jeder Ecke. Bebartete Muslime im Verdacht. Die Bundesregierungen lobten sich: die Anti-Terror-Gesetze fruchten. Die Bundesrepublik wurde bislang verschont vom Terrorismus. Was für ein exorbitanter Wirklichkeitsverlust!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Terrorismus ließ gar nicht auf sich warten. Er war schon da! Ganz unscheinbar. Er hat nicht spektakulär Massen bedroht, sondern gezielt und mit kühler Präzision unbescholtene Bürger gemeuchelt. Während die Gesellschaft hysterisch auf den ersten großen Terrorakt auf bundesdeutschem Boden wartete, war der Terror hier schon heimisch. Ein zeitgeschichtlicher Treppenwitz! Hysterie ist eine schlechte Ratgeberin - sie macht blind. Man installierte Kameras auf öffentlichen Plätzen, erschwerte das Reisen, erhöhte die Polizeipräsenz an Bahnhöfen und Flughäfen - aber die Terroristen kamen ins Dönerlokal, in den Gemüseladen oder ins Blumengeschäft. So phänomenal daneben hat man wohl selten gelegen! Das kommt davon, wenn man ideologisch an Probleme herantritt - dann ist der Links- und Islamistenterror, den manche ganz kühn miteinander vermengen, plötzlich wichtiger und gefährlicher und bekämpfenswerter, als der Terrorismus rechten Naturells. Wer in hysterischer Ideologie handelt, sucht fleißig nach Rechtfertigungen dafür, weshalb eine demokratische Partei wie die Linken vom Verfassungsschutz beobachtet wird, während er gleichzeitig für die Indizien für rechten Terrorismus erblindet ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus dem islamistischen Gemetzel in Utøya erwuchs jene Wahrheit, dass es ein rechter Kreuzritter war. Aus den islamistischen Terrorübertreibungen erwächst nun die Wahrheit, dass die schon tätigen Terroristen rechte Meuchelmörder waren und sind. Das ist kein Versehen von Politik und Öffentlichkeit und Medien - das ist das Resultat aus verbohrter Weltsicht und Paranoia. Es ist gezielt in Kauf genommene Blindheit. Das Heraustreten der NSU aus ihrem Schattendasein läßt auch die Befindlichkeit der Gesellschaft und ihrer Verantwortungsträger ins Licht gehen. Es zeigt, dass das &lt;span style="font-style: italic;"&gt;agenda setting&lt;/span&gt; der Politik im blindem Eifer geschah und nichts hinterfragt wurde.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/terror-den-sie-nicht-meinten.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/5ff580261e5143efa7bec3e91d23a3de" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-2337459800906370764?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/2337459800906370764/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=2337459800906370764' title='27 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2337459800906370764'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/2337459800906370764'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/terror-den-sie-nicht-meinten.html' title='Terror, den sie nicht meinten'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>27</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7611814927696673964</id><published>2011-11-14T08:00:00.002+01:00</published><updated>2011-11-14T11:02:41.869+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ridendo dicere verum'/><title type='text'>Ridendo dicere verum</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic; color: rgb(0, 0, 153);"&gt;"Die Messmethoden der Sozialprodukts-Fetischisten sind zudem noch skurril. So ist selbst ein Autounfall wegen der notwendigen Reparaturarbeiten am beschädigten Auto ein Beitrag zur Steigerung des Sozialprodukts, während die lohnsteuerfreie Rettung eines Verletzten nicht mitzählt. Der ehrenamtliche Samariter leistet in dieser Mathematik nichts. Der Geisterfahrer dagegen ist ein potenzieller Promotor des Sozialprodukts. Das ist die Ratio einer grotesken Wirtschaftswelt."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;- Norbert Blüm, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/357906746X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=357906746X"&gt;"Ehrliche Arbeit"&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-7611814927696673964?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7611814927696673964'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/7611814927696673964'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/ridendo-dicere-verum.html' title='Ridendo dicere verum'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-804259869213225104</id><published>2011-11-12T09:30:00.002+01:00</published><updated>2011-11-12T09:30:01.801+01:00</updated><title type='text'>In eigener Sache</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;oder: es gibt keinen Anspruch auf Freischaltung.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe mich entschlossen, meinem Impressum bündige &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2008/01/roberto-j.html"&gt;Nutzungsbedingungen&lt;/a&gt; angedeihen zu lassen. Hauptaugenmerk lag hierbei auf den Bereich der Kommentare. Ich zitiere:&lt;br /&gt;&lt;span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Kommentare bedürfen immer der Freischaltung.&lt;/span&gt; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;Kommentare, die  off topic laufen, gegen Höflichkeitsnormen oder Anstand verstoßen,  Persönlichkeitsrechte verletzen oder offensichtlichem Spam enthalten,  erlangen keine Freischaltung. Ferner behält sich der Betreiber vor,  Kommentare nicht freizuschalten, die offensichtlich dazu dienen sollen,  Unfrieden zu stiften oder zu provozieren (Trolle). Fremdenfeindliche  und/oder volksverhetzende Kommentare erhalten ebenfalls keine  Freischaltung und werden, sofern sie sich rückverfolgen lassen, zur  Anzeige gebracht. Kommentare, die augenscheinlich dazu dienen sollen,  neoliberale Propaganda zu verbreiten, werden gleichfalls nicht  freigeschaltet. Nachfragen bezüglich Nicht-Freischaltungen werden nicht  beantwortet. Der Betreiber ist den Kommentatoren keine Rechenschaft  schuldig."&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;Zusammenfassend: es gibt keinen Anspruch darauf, dass Kommentare freigeschaltet werden. Gründe sind oben genannt - etwaige Nicht-Freischaltungen werden &lt;span style="font-style: italic;"&gt;nicht&lt;/span&gt; begründet. Manche nennen das Zensur, was mir aber egal ist. Für Kommentatoren, die sich im Rahmen bewegen, ändert sich nichts - für die anderen, die es nicht tun, ändert sich auch nichts. Denn unterbunden habe ich das vorher schon.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Wen ich hier nicht haben will, liegt auf der Hand. Weder Nationaldumme noch Neoliberaliban. Die üblichen Maschen, mit rhetorischen Fragen und naiv anmutenden Zwischensätzen, um die Diskussion in eine Richtung zu lenken, die mir nicht behagt, unterbinde ich gleichwohl. Das mag zugegeben grenzwertig sein - ich will allerdings die strategischen Hinführungen zu Standpunkten, für die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;ad sinistram&lt;/span&gt; nicht steht, nicht ebendort lesen müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rechte, die mir mitteilen, sie wüssten, wo ich wohne... Mittelstandsbürger, die mich einen Kommunisten heißen... Linke, die mich auf Linie bringen wollen (Leute, ich bin nicht eure Schreibhure!) - spart es euch. Schade um die Zeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie gesagt, es ändert sich überhaupt nichts. Aber deutlich gesagt will ich es haben - und deutlich in Nutzungsbedingungen gestanzt haben will ich es ebenfalls. Und beides ist hiermit getan...&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-804259869213225104?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/804259869213225104'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/804259869213225104'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/in-eigener-sache.html' title='In eigener Sache'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-4192970239665540684</id><published>2011-11-11T07:35:00.001+01:00</published><updated>2011-11-11T07:40:14.659+01:00</updated><title type='text'>Briefe in die polynesische Vergangenheit</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Oh Brüder, die ihr das Glück habt, auf gesegneter Muttererde Nukulaus zu schreiten, seit nunmehr einigen Wochen lebe ich bei den Pākehā, den weißen Seefahrer- und Luftseglervölkern auf der anderen Seite von Manaias großer Erde. Ich schreibe es euch, Brüder, lest genau: Wir haben über die Pākehā falsch geurteilt. Sie sind nicht, wie unser großer Tahu zu sagen pflegte, Wesen ohne Götter und Geister. Sie haben eine ausgeprägte Religiosität. Diese ist nicht, wie die Lehren unserer Tahus und Tohungas, sensibel und mit bildlichen Erklärungen ausgestattet, eher ein wenig ruppig und schroff. Gleichwohl, meine Brüder im fernen Nukulau, sie sind nicht nur denkende Kopf-Pākehā, sie haben auch ein Herz und das Bedürfnis, ihr Leben in die Hände eines großen und überirdischen Häuptlings zu legen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mich hat es an einen Ort verschlagen, den die Einheimischen B'len nennen. Ein sehr großer Ort mit sehr großen Häusern. Mir wurde erlaubt, ein solches Gebäude zu besteigen. Ich sah weit ins Land - Meer sah ich jedoch keines, stellt euch nur vor. Wie die Pākehā Meere bereisen können, ohne ein Meer vor ihren Hütten zu wissen, bleibt mir ein Rätsel. Oh Brüder, es gäbe so viel Seltsamkeiten zu berichten; Kleinigkeiten wie Großseltsames. Gerätschaften gibt es hier und Eigenarten des Benehmens. Aber Brüder, wie ihr wisst, bin ich vom ehrwürdigen Ariki zu den Pākehā gesandt worden, um deren Schamanismus zu ergründen. Davon will ich euch schreiben - fragt mich, wenn ich wieder zurück bin auf Muttererde Nukulau, nach all dem Gesehenen. Dann werde ich euch köstlich zu unterhalten wissen.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;So laßt mich kurz erzählen. Die Pākehā haben Götter und Geister, denen sie ihren Alltag übertragen. Ihre Tohungas kommen täglich in jede Hütte. Ihr müsst dazu große Vorstellungsgabe haben, Brüder. Die Pākehā haben Kästen in ihren Hütten stehen, die Klänge und Bilder verströmen. Bewegliche Bilder. Dieser Kasten trägt einen sehr schönen Namen: Tefau - fast wie eine kleine Schwesterinsel gleich neben Nukulau, liest sich das. Für mich ein Indiz dafür, dass sich die Pākehā, nachdem sie uns am anderen Ende der Erde entdeckt hatten, auch etwas von uns abgeschaut haben. Ein schöner nukulauischer Name für den Kasten. Dort jedenfalls, oh Brüder, sprechen ihre Tohungas heraus. Trockene alte Zausel und Jungfern, die viel über Religion schwatzen. Es gibt viele Geister und Götter und ich bin mir nicht sicher, ob ich jedes Wesen einordnen kann. Ein besonders wichtiger Geist scheint Wak-tum zu sein. Wahrscheinlich eine Art Hilfsgeist, der Wohlstand über die Pākehā bringen soll. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wak-tum muß geschaffen werden!&lt;/span&gt;, ist ein Gebetsspruch, der vermutlich der Beschwörung dient. Manchmal ist jedes dritte Wort &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wak-tum&lt;/span&gt; und ich vermute stark, dass man &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wak-tum&lt;/span&gt; deshalb so oft in Sätze einbindet, damit er sich erbarmt, eine Götterparade, die sie &lt;a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/der-marktanteil-ist-mir-zu-hoch.html"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;die Merctes&lt;/span&gt;&lt;/a&gt; nennen, abzuhalten, die dann wiederum zu Glück, Gesundheit und Wohlstand führen soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Merctes sind die Wesen der obersten Göttergalerie. Für sie tun die Pākehā alles. Und nun, oh meine Brüder, hört genau zu: als sie unser schönes Nukulau entdeckten, dann taten sie es genau für jene Merctes. Es war nicht Gier, wie unser alter Ariki Koloueli immer behauptete. Sie taten es für ihre Götter. Wir müssen daher unsere Geschichtsschreibung neu überdenken. Sie sind keine Bestien, keine Ausbeuter - sie tun das ja nicht freiwillig, sondern weil es ihnen ihre Götter anraten. Bedenkt das, wenn ihr bald wieder auf die Pākehā schimpft. Sie wollen euch nichts Böses, Brüder. Dahinter steht die Göttervielfalt der Merctes. Und es ist der böse Hilfsgeist Wak-tum, der ebenfalls verantwortlich ist. Die Pākehā führen nur aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Merctes sind oft sehr nervös, erklären ihre Tohungas und Tahus. Das tun sie jeden Tag mehrmals. Merctes sind ungestüme Götter. Sie kennen keine Gemütlichkeit. Ständig wollen sie befriedigt werden. Wak-tum ist immer dabei. Merctes, so die Tohungas besorgt, könne ohne Wak-tum nicht gedeihen. Die Pākehā sind sehr religiös, sie unterwerfen sich den Merctes. Sie halten sich ständig kleine Kästchen seitlich ans Gesicht. Brüder, sie lieben Kästen und Kästchen in allen Größen und Farben. Die kleinen Kästchen heißen allerdings nicht Tefau. Ich vermute, diese kleinen Kästchen sind dazu da, um ständig mit den Merctes in Verbindung zu stehen. Sie sprechen mit den Kästchen und besänftigen die böse Stimme der Merctes, die sie aus dem Kästchen hören können. Außerdem vermute ich, dass diese Gesichtskästen kleine Figuren von Wak-tum sind - denn nur mit Wak-tum gedeihen ja bekanntlich die Merctes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oh Brüder, die Pākehā sind getriebene Wesen. Merctes sind knallhart. Sie haben fürchterliche Angst vor Bestrafung durch sie. Ihre Häuptlinge machen Regeln, die zur Ruhigstellung der Merctes dienen sollen. Das gelingt nicht immer und dann beschimpfen sie sich gegenseitig. Sie werden laut und machen sich Vorwürfe. Dabei schwitzen sie nicht und werden auch nicht zornesrot, wie es Tohunga Tawhiao immer wird, wenn wir den Ritus nicht pfleglich einhalten. Ich glaube, das Beschimpfen ist bei den Pākehā nur ein Ritual, ist gar nicht ernst gemeint. Wahrscheinlich wollen Merctes, dass sich Häuptlinge beschimpfen. Ein weiteres Ritual ist es, alten Häuptlingen still zu lauschen. Hier am Ort B'len verfolgen sie andächtig die Worte zweier Manaias. Beide sind sehr alte Männer. Ihr Ehrentitel lautet El-Mut, was ungefähr soviel bedeutet wie &lt;span style="font-style: italic;"&gt;weiser und alter Häuptling&lt;/span&gt;. Einer dieser El-Muts heißt Tch-Mit; der andere Ko-Hohl. Tch-Mit ist immer so still vor sich hinwütend, dass es ihm aus dem Rachen raucht. Ko-Hohl spricht seltener, wenn er es aber tut, so sind seine Zuhörer voll Einsicht. Letzterer, so sagt es die Legende, sei mit schwarzen Koffern voller Tauschwaren über sein Volk gekommen. Diese beiden Hohenpriester stehen den Merctes sehr nahe. Man erwartet, dass sie bald selbst zu Götter in Merctes werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun sehe ich mich gezwungen, meine Zeilen zu unterbrechen. Ich werde gleich einem religiösen Zeremoniell beiwohnen. Im Tefau sprechen gleich einige Tahus über die Lage Merctes. Dazu lassen sie oben und unten Schriftzeichen laufen, die Merctes Laune erzählen. Tahus sprechen dabei sehr schnell und laut und wirr in Stäbe; sie beten &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Merctes, seid uns gnädig!&lt;/span&gt; und &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Merctes, die wir euch dienen!&lt;/span&gt; Schriftzeichen geben Auskunft, ob die Beschwörung gefruchtet hat. Derzeit scheinen die Merctes aber sehr wütend und das Gebet nicht sehr erfolgreich zu sein. Krise nennen die Pākehā das. Krise meint den Zustand, wenn Götter und Erdenwesen sich voneinander entfernen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich muß also aufbrechen, das Zeremoniell ruft und ich will es nochmals bestaunen. Doch, Brüder, seid euch dessen gewiss, ich schreibe euch alsbald wieder und erzähle euch von den Lehren, die Merctes für ihre Pākehā bereithalten. Sie sind moralische Wesen, im Einklang mit der Muttererde. Soviel will ich euch schon jetzt sagen, oh Brüder. Wir müssen uns ein neues Bild von den Pākehā machen. Sie leben in Einklang mit Manaias schöner Natur, so wie wir es tun - nur auf ihre eigene Weise. Lebt wohl, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423105410/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3423105410"&gt;bis ich euch wieder berichte&lt;/a&gt;, küsst mir Nukulaus Sand und Wiesen...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/briefe-in-die-polynesische.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/d5d44eceeece4bf3b4b05274ca436ea3" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-4192970239665540684?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/4192970239665540684/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=4192970239665540684' title='6 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4192970239665540684'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/4192970239665540684'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/briefe-in-die-polynesische.html' title='Briefe in die polynesische Vergangenheit'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>6</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8317310318066785573</id><published>2011-11-10T07:20:00.003+01:00</published><updated>2011-11-10T10:07:53.757+01:00</updated><title type='text'>Feinde, nicht Bürger</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Eine lebenslängliche "lebenslängliche Haftstrafe" gibt es in Spanien nicht mehr. Maximal dreißig Jahre kann man dort in Haft verbringen. Es gibt aber eine Ausnahme: besieht man den Angeklagten nicht als Bürger, der nach bürgerlichen Strafrecht abzuurteilen ist, sondern als Feind, der einem Feindstrafrecht unterordnet wird, so sind phänomenale Strafen umsetzbar. &lt;a href="http://www.donaukurier.de/nachrichten/topnews/Spanien-Basken-ETA-Justiz-105-Jahre-Haft-fuer-ehemaligen-ETA-Militaerchef;art154776,2504378"&gt;105 Jahre Haft&lt;/a&gt; erhielt nun ein Mörder, der im Namen der ETA mordete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Vom spanischen Zentralstaat eingelulltes Europa&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein solches Strafmaß nimmt man in Europa hin. Man reibt sich zwar verwundert die Augen, dreistellige Haftstrafen sind ja doch spektakulär. Nun gut, aber es trifft ja doch nur jemanden, der für die ETA gemordet hat - einen Terroristen also. Und Terroristen haben nur bedingt Menschenrechte - sollten sie jedenfalls haben. 105 Jahre Gefängnis, die Aussicht nie wieder freizukommen, keine Resozialisierung als Vollzugsziel zu erleben: so einer hat es doch verdient!&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Nun wäre es natürlich einer Frage wert, wo Terrorismus beginnt, wo er aufhört. Javier García Gaztelu, der Mann, der mehr als ein Jahrhundert im Bau verschwinden soll, muß nicht unbedingt Terrorist sein - Mörder ist er dann doch. Gleichwohl fragt man sich schon, welcher Weg der &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3853712940/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3853712940"&gt;baskischen Sache&lt;/a&gt; offen bleibt, wenn man baskische Parteien, die für mehr Autonomie eintreten, die Legitimität entzieht und alleine schon Sympathisanten der baskischen Autonomie oder gar Unabhängigkeit kriminalisiert und nur den Weg in die Kriminalität weist. Solche Fragen stellt sich Spanien nicht - solche Fragen stellt sich auch Europa nicht. Dieses wird vom sich rigoros gebenden spanischen Zentralstaat geblendet und eingelullt. Man verkauft sich als Bastion gegen den Terror, greift hart durch, erteilt Richtern die Kompetenz, politische Prozesse zu führen und sperrt Mörder nicht als Mörder, sondern als Feinde ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Feindstrafrecht kennt kein Maß&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Strafrecht europäischer Staaten verfügt über ausreichend Mittel, Mörder zu bestrafen. Es gibt keine Not, warum man Terroristen außerhalb bürgerlichen Strafrechts verurteilen sollte. Das Feindstrafrecht ist maßlos - es kennt kein Abwiegen, sondern nur die drakonische Strafe. Demjenigen, der nach Feindstrafrecht verurteilt wird, kommen Menschenrechte abhanden. Er wird einer Justiz ausgesetzt, die nicht mit Augenbinde urteilt, sondern politisch aufgeladen ist. Aus dem Bürger, der gegen das Gesetz verstoßen hat, wird ein Feind, der gegen die Gesellschaft verstoßen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Feindstrafrecht resozialisiert nicht. Es glaubt nicht, dass sich Menschen ändern können. Geht davon aus, dass ein Mensch immer derselbe bleibt, ob er nun Jugendlicher ist oder schon zum Mittvierziger geworden. Das Feindstrafrecht ist statisch; an Veränderungen glaubt es nicht. Es geht in fataler Ausblendung der Wirklichkeit davon aus, dass man stets derselbe bleibt, egal wie alt man ist, egal welche Erfahrungen man hinzusammeln konnte, egal ob man schon Jahre gesühnt hat. Es ist schlicht gesagt, ein Strafrecht, das nicht die Eingliederung des gesetzesbrecherischen Individuums in die Gesellschaft will: es will Rache! Schnelle, kalte, populistische Rache! Es will nicht den intellektuellen Anspruch erfüllen, dass jeder Mensch mehrere Chancen verdient hat - es will den populistischen Anspruch erfüllen, lauten Applaus für harte, unmenschliche und gegen die Menschenwürde des Täters gerichetete Strafen zu ernten. Es ist ein Strafrecht, das nicht erziehen will - es will aus der Welt schaffen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Beispielhaftes Spanien&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hierzulande gibt es nicht wenige Strafrechtler, die sich im Angesicht der terroristischen Hysterie dazu verleiten lassen, dem Feindstrafrecht zur Renaissance verhelfen zu wollen. Ihnen geht eine Rechtssprechung im Sinn umher, wie sie Gaztelu neulich über sich ergehen lassen musste. Sie tun dabei so, als habe der bürgerliche Rechtsstaat keine Mittel gegen Straftäter, die im Namen einer Organisation oder einer Ideologie - vulgo: gegen Terroristen -, gegen das Gesetz verstossen haben. Warum ein Mörder dieser Güteklasse nicht mit dem Strafmaß, welches das bürgerliche Strafrecht vorsieht, belegt werden kann, erklären die Anhänger des Feindstrafrechts nicht. Mit rationellen Motiven läßt es sich auch kaum erklären. Sie haben sich zu Anwälten der Rache gemacht - Rache kennt keine vernünftige Erklärung, sie ist bloße Emotion.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spanien ist wegweisend. Die Justiz steht dauerhaft in Kritik. Weil sie politisch motiviert urteilt, Verbrechen nicht als Verbrechen ansieht, sondern nach politischem oder nicht-politischem Gehalt scheidet, ist sie in den Ruch der Korruption gelangt. Terrorismus wird indes ganz pragmatisch definiert. Schon Sympathiebekundungen für mehr baskische Autonomie &lt;a href="http://www.trueten.de/permalink/10-Jahre-Haft-fuer-die-Initiatoren-der-baskischen-Friedensinitiative.html"&gt;können bestraft werden&lt;/a&gt;. Von der Menschenwürde, die nach 105 Jahren in Haft so verwest ist, wie der Leib desjenigen, den man inhaftiert hat, gar nicht erst zu reden.&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/feinde-nicht-burger.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/b4266823349b47dfa5791f88f75e5f47" alt="" height="1" width="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8317310318066785573?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8317310318066785573/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8317310318066785573' title='8 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8317310318066785573'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8317310318066785573'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/feinde-nicht-burger.html' title='Feinde, nicht Bürger'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>8</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-8984472253856394785</id><published>2011-11-09T07:20:00.001+01:00</published><updated>2011-11-09T07:24:31.442+01:00</updated><title type='text'>Gedanken zum Mindestlohn</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ein Gastbeitrag von Timo Zimmermann.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Deutschland ist nach einem Kurswechsel der CDU/CSU die Debatte um einen Mindestlohn wieder aufgeflammt. Auch in der CDU/CSU finden sich vermehrt Bedenkenträger gegen einen Lohn, von dem der Mensch nicht leben könne. Die Kritik ist noch etwas zögerlich, denn in der CDU/CSU weiß man auch, dass der Anspruch, der Lohn möge Lebensmittel sein, in der freien Marktwirtschaft systemwidrig ist. So sagte der Vorsitzende der Unions-Mittelstandsvereinigung, Hans Michelbach (CSU), dem &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Kölner Stadt-Anzeiger&lt;/span&gt;, eine allgemein verbindliche Lohnuntergrenze sei &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"ordnungspolitisch nicht vertretbar"&lt;/span&gt;. Sie widerspreche &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"den Prinzipien der Marktwirtschaft"&lt;/span&gt;, für die die Union stehe. Das darf man jetzt aber nicht als Systemkritik missverstehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Der Mindestlohn ist nur die Spitze des Eisberges&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Während im Zusammenhang mit dem Mindestlohn zumeist auf die sächsische Friseuse mit ihren vier Euro in der Stunde verwiesen wird, die von ihrer Vollzeitstelle nicht leben könne, muss man zunächst einmal sagen, dass kein Lohn zum Leben taugt, von einigen Spitzensalärs vielleicht einmal abgesehen. Niemand, auch nicht der Facharbeiter bei VW, kann von seinem Lohn sein ganzes Leben finanzieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst ist ihm seine Einkommensquelle gar nicht lebenslang garantiert. Sein Arbeitsplatz kann jederzeit wegrationalisiert werden und damit seine einzige Einkommensquelle. Wird er dauerhaft krank oder später einmal alt, dann hat er ebenfalls kein Einkommen mehr, von dem er leben kann. Hier wird der Lohn erst zu einem mehr oder weniger Lebensmittel hingebogen, durch die zwangsweise Umverteilung des Gesamtlohns aller Arbeitenden, im System der staatlichen Versicherungskassen. Wobei jeder Arbeiter heute schon weiß, dass ihm eine relevante spätere Rente keineswegs garantiert ist. Es ist eben so, dass es kaum ein Lohnabhängiger schafft, mit seinem Lohn ein wirkliches Vermögen aufzubauen. Laut amtlicher Statistik verfügen 60 Prozent der Deutschen über so gut wie kein Vermögen oder haben sogar ein negatives Vermögen - also Schulden. Das macht klar, dass hier keine Reserven vorhanden sind, um einkommenslose Zeiten mithilfe von Rücklagen selbst zu finanzieren. Die Wenigsten würden wohl ein halbes Jahr ohne Einkommen aus eigener Kraft überleben. Die eine Million Vollzeitbeschäftigten, die unter fünf Euro/Stunde verdienen, sind also &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3037770856/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3037770856"&gt;nur die Spitze des Eisberges&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Warum verdienen einige Leute wenig und andere noch viel weniger?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum zahlen Unternehmen eigentlich so wenig Lohn, dass er nicht zur Vermögensbildung taugt und vielen sogar nur einen Hungerlohn? Die Antwort ist einfach: Weil sie es wollen und können. Ein Lohn ist nicht in Stein gemeißelt, sondern das Resultat des Streits zweier gegensätzlicher Interessen. Ein Unternehmen will viel Leistung zum kleinen Preis. Die Belegschaft hat ungefähr das umgekehrte Interesse. Die Unternehmerseite hat in diesem Konflikt das gewichtige Erpressungsmittel, dass die Leute auf Geld zum Leben angewiesen sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Arbeiter können versuchen, durch die Drohung mit kollektiver Arbeitsverweigerung den Preis ein wenig in die Höhe zu treiben. Freilich müssen sie dabei das Interesse der Unternehmerseite mit berücksichtigen und sich selbst immer ein Stück bremsen, denn der Reiz für eine Anstellung darf beim "Arbeitgeber" nicht verloren gehen. Jobs mit geringen Qualifizierungkosten, bei denen Arbeiter leicht zu ersetzen sind, haben traditionell ein geringeres Erpressungspotential. Hinzu kommt, dass in diesen Branchen der kollektive Lohnkampf bei den Arbeitern noch unbeliebter ist als eh schon, der Organisierunggrad gering und die Gewerkschaften sehr konstruktiv mit dem Thema Niedriglohn umgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Kritiker des Mindestlohns&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während ganze Horden von studierten BWLern den ganzen Tag damit beschäftigt sind, das Verhältnis von Lohn und Leistung zugunsten des Unternehmens zu optimieren, behauptet der Arbeitgeberverband, dass niedrige Löhne vor allem den Beschäftigten nützten, weil sie die Unternehmen andernfalls durch Maschinen oder Standorte im Ausland ersetzen würden. Natürlich darf man so etwas nicht als Erpressung missverstehen. Und natürlich ist überhaupt eine Arbeit zu haben bereits alles, was ein Arbeiter zum Glücklichsein braucht, egal, was er dafür bekommt. Die &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Süddeutsche Zeitung&lt;/span&gt;, in ihrer unnachahmlichen Art, adelt die überhauptige Beschäftigung und macht Unternehmer gar zum warmherzigen Gutmenschen:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Ein schlecht bezahlter Job ist besser als keiner, weil er die Chance bietet, sich im Arbeitsleben zu halten und dort hoffentlich sogar voranzukommen – das ist das Gegenteil von sozialer Kälte." (SZ vom 31. Oktober 2011)&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;Auch die Tatsache, dass durch den Einsatz von Technik und moderner Arbeitsorganisation im Unternehmen bei vielen Tätigkeiten ein Arbeiter immer leichter austauschbar wird – eine gute Bedingung, um Löhne zu drücken – wird noch als Wohltat dargestellt. Niedrige Löhne erleichterten Geringqualifizierten, eine Arbeit zu finden und verhinderten Schwarzarbeit. Obwohl die Leute nur wegen des Lohns arbeiten gehen, soll ihnen also ausgerechnet ein niedrigerer Lohn einen größeren Nutzen versprechen. Weil das ja immer noch besser als überhaupt kein Einkommen sei.&lt;br /&gt;Das kann als Lob des Niedriglohns nur derjenige missverstehen, der großzügig die Augen verschließt vor der systembedingten Zwangslage, dass man ohne Geld in einer Marktwirtschaft nicht leben kann, weshalb manchmal Leute sogar darüber froh sind, überhaupt irgendeinen einen Job zu haben. Aber eben aus dieser Not heraus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu guter Letzt wird von den Unternehmern auch gerne noch behauptet, dass man schon sehr gerne sehr viel mehr bezahlen würde, aber das Unternehmen dann leider Leute entlassen müsse. Auch für diese offenkundige Lüge bekommen sie von Teilen der Presse Rückendeckung:&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Die allermeisten Arbeitgeber sind nicht böse. Sie wollen gerne gut zahlen – auch &lt;/span&gt;(sic!) &lt;span style="font-style: italic;"&gt;weil sie dann gute Leistung bekommen. Sie können es häufig nur nicht, wenn sie die Belegschaft nicht dezimieren wollen." (SZ vom 31.Oktober 2011)&lt;/span&gt;&lt;/blockquote&gt;Glaubte man dieses Argument, würde das bedeuten, dass der Gewinn eine Größe sei, die paritätisch in mehr Beschäftigung und mehr Lohn "investiert" werden würde. Jeder möge aus seiner Erfahrung mit diverse Rationalisierungsrunden den Wahrheitsgehalt dieser Aussage prüfen oder den BWL-Berater seines Vertrauens zu Rate ziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Die Befürworter des Mindestlohns&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gewerkschaften verlangen zwar nach einem gesetzlichen Mindestlohn. Man sollte ihnen aber nicht durchgehen lassen, dass es sich bei den Löhnen von teilweise unter fünf Euro Stundenlohn um Tariflöhne handelt, unter die sie ihre Unterschrift gesetzt haben. Auch ihnen ist, bei aller Kritik, eine Beschäftigung überhaupt lieber als ein Job, von dem man leben kann. Das nennen sie Pragmatismus. Und die Mindestlöhne, die sie beispielsweise in der Zeitarbeitsbranche durchgesetzt haben, belaufen sich auf 6,89 Euro/Stunde (Ost) und 7,79 Euro/Stunde (West). Der ausgehandelte Mindestlohn im Osten entspricht hier bei einer 40-Stunden-Woche einem Monatslohn von 1.100 Euro - brutto, wohlgemerkt. Eine Summe, die im Grunde für sich spricht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Politik regt sich schon länger Kritik an der staatlichen Subventionierung von Billigarbeit. Es ist davon die Rede, dass der Staat inzwischen elf Milliarden Euro für die Aufstockung von Niedriglöhnen auf Hartz IV-Niveau bezahlt. Als Lösung gilt ein gesetzlicher Mindestlohn. Von den Linksparteien seit langem gefordert, ist nun auch die CDU im Prinzip dafür. Verkauft wird die Sache natürlich als Wohltat für die armen Menschen. Die "Menschenwürde" gebiete einen Lohn, von dem man leben könne, heißt es aus Teilen der CDU. Für die SPD ist so ein Leben am Lohnminimum sogar gleich ein gutes Leben: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Wer gut arbeitet, soll einen guten Lohn erhalten, deshalb Mindestlöhne."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Ein kritisches Fazit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mindestlohn, das klingt in vielen, auch kritischen Ohren, gut. Aber man sollte nicht vergessen, dass die Debatte um einen Mindestlohn vor allem deshalb aufkommt, weil es bei der Entlohnung seit Jahren nur noch nach unten geht, weil Politik und Wirtschaft einen gewaltigen Niedriglohnsektor geschaffen haben und eine Hartz IV-Sozialhilfe auf Niedrigstniveau, die einen zur Annahme von Billigjobs presst. Die Forderung nach einem Mindestlohn ist aber auch eine Bankrotterklärung für die Gewerkschaften, die keine höheren Tariflöhne durchgesetzt haben. Ob aus Unfähigkeit oder Unwillen, ist an dieser Stelle fast egal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch für das System der Marktwirtschaft ist die aktuelle Debatte eine Bankrotterklärung. Oder soll man es wirklich dem Kapitalismus, dem angeblich besten Versorgungssystem der Menschheitsgeschichte, als Leistung anrechnen, dass nach zirka 250 Jahren seiner Existenz, mit wohl tausenden Prozenten Produktivitätssteigerung seither, in einem der höchstentwickeltsten Länder dieser Welt, Menschen für eine Vollzeitstelle einen Lohn bekommen, von dem sie nicht einmal leben können? Oder eben einen Mindestlohn bekommen sollen, der mal eben so verhindert, dass sie bettelnd auf der Straße leben müsse? Oder einen Lohn, der sie ihr Leben lang von der Hand in den Mund leben lässt und keine nennenswerte Vermögensbildung zulässt? Während der Reichtum in den Händen der Besitzenden – von kleineren Krisendelle abgesehen - von Rekordstand zu Rekordstand steigt? Und die Leute, die täglich zur Arbeit gehen? Sind denn tatsächlich alle so bescheiden geworden, dass sie sich mit einem System zufrieden geben, dass der Mehrheit wohl bis in alle Ewigkeit kaum mehr als ihre nackte und stets ungewisse Existenz zu versprechen vermag?&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/gedanken-zum-mindestlohn.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/650b034106574c72b599970b284125c8" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-8984472253856394785?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/8984472253856394785/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=8984472253856394785' title='22 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8984472253856394785'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/8984472253856394785'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/gedanken-zum-mindestlohn.html' title='Gedanken zum Mindestlohn'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>22</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-6990013673642924850</id><published>2011-11-08T07:25:00.002+01:00</published><updated>2011-11-08T07:29:27.447+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Facie prima'/><title type='text'>Facie prima</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Heute: Das unmenschlich Böse, der Terrorist&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;br /&gt;Wie er medial aufbereitet wird, deutet in die hysterische Richtung, die er emotional auslösen los. Der Terrorist ist in der öffentlichen Darstellung kein Wesen mit menschlic&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/-faQwG4AMwpw/TrJuG4NivaI/AAAAAAAAAuY/H1vQ4Yzxhpw/s1600/merkur%2Bonline.jpg"&gt;&lt;img style="float: right; margin: 0pt 0pt 10px 10px; cursor: pointer; width: 242px; height: 198px;" src="http://2.bp.blogspot.com/-faQwG4AMwpw/TrJuG4NivaI/AAAAAAAAAuY/H1vQ4Yzxhpw/s400/merkur%2Bonline.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5670715945260334498" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;hen Zügen, sondern ein entmenschlicht zur Schau gestelltes Subjekt. Der Gemeinschaft aller Menschen steht er fern. Zwar grinst er auf Fotos, und Grinsen mag ein menschlicher Zug sein - aber er grinst im falschen Augenblick. Grinst vor seinem Richter. Unpassende menschliche Regungen entmenschlichen, stoßen ab, lösen in uns Prozesse aus, die jemanden für unmenschlich, nicht zugehörig erklären. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Findet er seine Situation auch noch witzig?&lt;/span&gt;, fragen wir uns von Mensch zu Mensch. Falls ja, dann ist er kein Mensch mehr, dann ist er etwas Unmenschliches. Einen Unmensch, nennt der Volksmund so einen lapidar. Der Terrorist ist damit kein fehlgeleiteter, kein krimineller oder irgendwie verirrter Mensch mehr. Er ist das Böse. Der Terrorist hat damit, wie es Menschen zuweilen haben, keinen Anspruch auf Resozialisierung - das Böse ist nicht resozialisierbar.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Die mediale Abbildung de&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/-PS7HjTqZlH8/TrJwFB3dINI/AAAAAAAAAuk/W33ya3lVeyw/s1600/Morgenpost.jpg"&gt;&lt;img style="float: left; margin: 0pt 10px 10px 0pt; cursor: pointer; width: 233px; height: 170px;" src="http://2.bp.blogspot.com/-PS7HjTqZlH8/TrJwFB3dINI/AAAAAAAAAuk/W33ya3lVeyw/s400/Morgenpost.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5670718112515563730" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;s Terroristen, sein entweder abgrundtief böses oder zum falschen Zeitpunkt grinsendes Gesicht, forciert das Feindstrafrecht, das in den Köpfen vieler Juristen mittlerweile spukt. Menschen handeln manchmal unzurechnungfähig, manchmal kalkuliert gewalttätig - aber sie bleiben Menschen. Entweder hatten sie Motive dafür oder sie handelten psychisch erkrankt. Das sind menschliche Attribute. Sie bleiben daher Menschen. Der Terrorist nicht. Ihm attestiert man keine menschlichen Motive, ihm bescheinigt man nicht mal Krankheit. Er ist das Böse - und so hat er abgelichtet zu werden. Wenig sollte daran erinnern, dass wir es trotz allem mit einem Menschen zu tun haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/-efasRpQy-PQ/TrJw86v7BRI/AAAAAAAAAuw/dwJ5lhzLjWw/s1600/holocaustresearchproject.jpg"&gt;&lt;img style="float: right; margin: 0pt 0pt 10px 10px; cursor: pointer; width: 240px; height: 264px;" src="http://3.bp.blogspot.com/-efasRpQy-PQ/TrJw86v7BRI/AAAAAAAAAuw/dwJ5lhzLjWw/s400/holocaustresearchproject.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5670719072677594386" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;Wer Terrorist ist, das definieren die, die sich terroristisch bedroht fühlen. Wie Terroristen auszusehen haben, entscheiden auch sie. Im Zarenreich waren es bärtige, bemäntelte Anarchistentypen, die Bomben unter dem wallenden Gewand trugen. Als &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3898069303/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3898069303"&gt;Herschel Grynszpan&lt;/a&gt; im November 1938 (um genau zu sein: gestern vor 73 Jahren) einen deutschen Diplomaten erschoss, da ordnete Goebbels an, dass kein Foto des schmalen Bürschleins in den Zeitungen erscheinen dürfe. Stattdessen Karikaturen, die einen hässlichen Rabauken zeigten, der entmenschlicht wirken sollte. Goebbels wusste, würde der Leser das Foto eines schüchternen Jünglings sehen, man würde ihm den &lt;span style="font-style: italic;"&gt;"Mordjuden"&lt;/span&gt; nicht abnehmen, gar Mitleid empfinden. Man durfte den Menschen nicht sehen, damit der Hass arbeiten konnte - und der mündete in die Reichspogromnacht. Heute muß man nicht karikieren, in Zeiten, da Fotos wie Sand am Meer beschaffbar sind, kann man warten, bis ein günstiger Augenblick die Karikatur überflüssig macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Gesellschaft, die in jeden Bürger einen potenziellen Terroristen wittert, hat auch Bedarf an Ablichtungen, auf denen der potenzielle Terrorist entmenschlicht dargestellt ist. Vielleicht deshalb die Anordnung, auf Ausweisfotos nicht zu lächeln. Das wirkt unmenschlicher...&lt;br /&gt;&lt;script type="text/javascript"&gt;&lt;br /&gt; var flattr_url = 'http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/facie-prima.html';&lt;br /&gt; var flattr_btn='compact';&lt;br /&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;script src="http://api.flattr.com/button/load.js" type="text/javascript"&gt;&lt;/script&gt;&lt;br /&gt;&lt;img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/b0aa4610d9cb4817942bf2ef5ecabb1a" alt="" width="1" height="1" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;!-- span--&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/2039915451854843809-6990013673642924850?l=ad-sinistram.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/feeds/6990013673642924850/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=2039915451854843809&amp;postID=6990013673642924850' title='4 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6990013673642924850'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/2039915451854843809/posts/default/6990013673642924850'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ad-sinistram.blogspot.com/2011/11/facie-prima.html' title='Facie prima'/><author><name>Roberto J. De Lapuente</name><uri>http://www.blogger.com/profile/16937897989457993395</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/-faQwG4AMwpw/TrJuG4NivaI/AAAAAAAAAuY/H1vQ4Yzxhpw/s72-c/merkur%2Bonline.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>4</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-2039915451854843809.post-7940421811506053682</id><published>2011-11-07T07:20:00.001+01:00</published><updated>2011-11-07T07:26:25.542+01:00</updated><title type='text'>Verhinderte Diktatoren</title><content type='html'>&lt;div style="text-align: justify;"&gt;&lt;div style="text-align: justify;"&gt;Es hat sie zu allen Zeiten gegeben. Immer. Auch als es sie laut Geschichtsbuch nicht gab, so gab es sie doch. Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte verhinderter Diktatoren - und solcher, die nicht verhindert wurden. Dabei kamen nur die wenigsten von ihnen an Macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schläfer. So nennt man sie heute wohl. Mehr oder minder heimlich - wahrscheinlich minder! - leben sie unter uns. Diktatoren! Damit sind nicht die ausführenden Kräfte, die CEOs des Kapitals gemeint. Sie sind nur Angestellte des Diktats. Damit sind die gemeint, die würden, wenn sie dürften - und die täten, wenn sie könnten. Die sitzen nicht in Staatskanzleien - sie sitzen am Stammtisch; man begegnet ihnen nicht bei Parteitagen - sie sitzen einem in der S-Bahn gegenüber. Sie sind verhindert; das Potenzial wäre da, nur fehlt es an Beziehungen, an Antrieb, an Charisma.&lt;br /&gt;&lt;span id="fullpost"&gt;&lt;br /&gt;Wir leben in demokratischen Zeiten. Gut, das vereinte Europa beweist gerade, &lt;a href="http://www.amazon.de/gp/product/3928272918/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;amp;tag=adsinistram-21&amp;amp;linkCode=as2&amp;amp;camp=1638&amp;amp;creative=19454&amp;amp;creativeASIN=3928272918"&gt;wie demokratisch es wirklich gesittet ist&lt;/a&gt; - und die ökonomisierte Republik, die überall Fuß gefasst hat, sie hält Demokratie auch nur für Zierat; für ein stolzes Ornament, das am Kunstwerk Abendland zu bestaunen ist. Dennoch, der Anstrich ist demokratisch. Zeit verhinderter Diktatoren! Heute haben sie Aussichten, heute wittern sie Chancen - das war zu Zeiten, da die Demokratie Konjunktur hatte, als man mehr von ihr wagen wollte, ganz anders. Aber auch in diesen Zeiten lebten Diktatoren. Zu kurz gekommene Diktatoren, die ihr Diktat gerne Mitmenschen mitteilten. Das gäbe es bei mir nicht!, beschlossen sie ihre Ausführungen. Ausweisen! Abschieben! Einsperren! Zuchthaus! Erschießen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die wenigsten von ihnen haben es je zu ihrem Traumberuf gebracht. Postkartenmaler war einer, der sich aus der Verhinderung lösen konnte - dessen Paladine eingeschlossen. Es gibt aber unzählige Anwärter auf so ein Amt - viele scheuen die Mühe jedoch; dazu kommen die Strukturen, die einen solchen Aufstieg erschweren; wenn man aber schon so weit wäre, "etwas zu sagen zu haben", dann wüssten sie ganz genau, was zu tun sei. Eiserner Besen wären sie - rigoros und eiskalt. Momentan füllen sie die Leserbriefspalten von Zeitungen oder die Kommentarleisten von Foren und Weblogs und verfügen somit ihr Diktat dergestalt, dass sie Moslems ausweisen, gegen sie Krieg führen, sie umerziehen wollen; andere rufen nach Todesstrafe; dann sind da welche, die Zucht- und Arbeitseinrichtungen für wegweisend halten - sie wollen ihren Typus anderen aufnötigen, um es mal frei nach
